Können wir jetzt bitte mal dieses alberne Gerede vom bösen Moralisieren im Keller lassen, wenn es um Klimaschutz geht? Schlage ich Seitanburger in der Mensa oder E-Autos auf der Straße vor, kommt gerne der Vorwurf, ich wolle mich moralisch auf eine höhere Stufe stellen. (Thread)
Nee, will ich nicht. Das interssiert mich echt null. Ich will einfach mal offen Lösungen diskutieren können, wie wir unsere Lebensgrundlage erhalten, ohne dass ständig egoverletzte Manbabys alle 5 Minuten „Höhö, Hauptsache, Langstreckenluisa gefällt’s“ dazwischenquaken.
Daran ist ja schon mal vollkommen absurd, dass die sich erst verbitten, das Thema „moralisch aufzuladen“, um dann selbst kleinlich aufzurechnen, wer aus der Klimabewegung wann wohin gefahren, geflogen oder geschippert ist. Ja was denn jetzt? Außerdem geht es darum doch gar nicht.
Es wird immer so getan, als sei Klimaschutz so ein hippes neues Hobby und wenn jemand brav Fahrrad fährt, dann bekommt er von FfF ein Fleißsternchen in sein Heft geklebt. Dabei ist das Problem mit unserem individuellen Verhalten allein gar nicht lösbar.
Das Ziel, das wir als Klimabewegung verfolgen, ist ja eben ein Zustand, in dem moralisch gar keine Rolle spielt, wie man seinen Alltag gestaltet. Ich möchte, dass wir in Deutschland 1.500 Terawattstunden Wind- und Solarstrom erzeugen und damit unsere Gesellschaft versorgen.
So, und dann gibt es da (zumindest bzgl. Klimaschutz) auch keine moralisch aufgeladene Debatte mehr. Dann ist unser Stromnetz klimaneutral, unsere Produktion klimaneutral und wir haben grünen Wasserstoff und synthetisches Biogas in unseren Speichern.
Dann kommen italienische Nektarinen per E-Truck oder Wasserstoffschiff zu uns und es ist nur noch eine Frage des Preises. Dann kann man in Pandemiezeiten auch den Heizpilz hochdrehen und die Verwandten auf dem Land mit dem Auto besuchen und es juckt niemanden.
Der einzige Grund dafür, dass es heute umstritten ist, einen Heizpilz zu benutzen, ist das Versäumnis, unser Land rechtzeitig zu dekarbonisieren. Wir agieren ja nicht klimaschonender, weil wir gerne frieren oder um uns damit zu geißeln und Buße zu tun.
Das müssten wir halt nicht, wenn einfach keine fossilen Energien mehr genutzt würden. Aber anstatt so was zu verfolgen, wählen die Leute lieber Parteien, die ihnen immerwährend wachsenden Wohlstand versprechen, auch wenn wir dazu von der Substanz der folgenden Generationen leben.
Diese Politik sorgt doch erst dafür, dass wir alle mit schlechtem Gewissen am Regal stehen und neuseeländische Äpfel gegen deutsche aus dem Kühlhaus abwägen.
Anstatt das einfach zu ändern, wird lieber gejammert über die Moralisierung der Klimaszene.
Ja, die Debatte ist moralisch aufgeladen. Aber das wart ihr. Wir versuchen gerade, diesen Unsinn endlich zu beenden, denn wir leben ja auch nicht klimaneutral.
Wie wär‘s, wenn Ihr aus eurer irrationalen Verteidigungshaltung kommt und bei der nächsten Wahl Klimaschutz wählt?
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Mich erreichen vermehrt Rückfragen, was an der Darstellung der @NZZ denn irreführend sei. Ich kann darauf aber nicht antworten, weil der stellvertr. Chefredaktor @_freidel mich blockiert hat.
Daher auf diesem Wege: Irreführend ist daran erstens das Diagramm. Es baut eine
reine Korrelation unzulässig zur Kausalität aus, indem es impliziert, die gesamte Stromerzeugung in Deutschland sei wegen des Wind- und Solarausbaus gesunken. Dafür liefert die NZZ keinen Beleg.
Viele Leser der NZZ verstehen dieses Diagramm aufgrund der Beschriftung so, dass...
der Stromertrag aus Wind und Sonne in dieser Zeit gesunken ist (er ist gestiegen). Eine seriöse Beschriftung wäre "installierte Leistung Wind- und Solar" + "gesamte Strommenge aus allen Kraftwerken".
Es ist vermutlich ein gezielt erzeugtes Missverständnis.
Die Daten in der VON IHM VERLINKTEN Studie belegen seine Aussage "Sobald Tunnel gebaut werden müssen, lässt sich das Projekt endgültig nicht mehr mit dem Klimaschutz begründen." halt nicht.
Nehmen wir gerne die Strecke der Studie mit dem hohem Tunnelanteil. Frankfurt-Köln geht quer durch den Westerwald, das resultiert in knackigen 47 km Tunnel auf 219 Streckenkilometern.
Abgesehen vom traurigen Niveau isses hier vor Allem ineffektiv geworden. Drüben bei bluhskai kann ich einfach einen Link zu meinem Artikel posten UND Leute bekommen ihn ausgespielt. UND ich muss danach nicht 2 Stunden lang moderieren.
1/5
Wer mich kennt, weiß: Ich komme sehr gut mit anderen Meinungen klar. Im Prinzip war das hier sogar lange der USP: Leute mit anderer Meinung verfechten sie mir gegenüber so, dass es eine echte Debatte gibt und ich meine danach ggf. ändere. Es WAR ein global townsquare.
2/5
Das sehe ich hier nicht mehr. Meinungen werden jetzt einfach künstlich verstärkt/abgeschwächt und es zählt nicht mehr die Stichhaltigkeit eines Arguments, sondern welches lauter in den townsqure gebrüllt wird.
Für die Kosten der Energiewende werden in dieser "Studie" Baukosten UND die Erlöse der Anlagen zusammenaddiert.
Als würde ich auf den Kaufpreis einer Wohnung die folgenden 20 Jahre Miete obendrauf addieren und sagen, diese Gesamtsumme wären die Kosten für die Wohnung?!
[2]
Dass diese Gaga-Rechnung nicht korrigiert, sondern weiterverbreitet wurde, fühlt sich nach genau der Ideologie an, die die @welt gerne bei anderen sieht.
Die Studie nimmt übrigens einfach chinesische Bauzeiten an, die auch das dortige, autoritäre Regime erst emöglicht.
[3]
Zustand der Bahn nach 3 Jahren FDP-Führung des Verkehrsministeriums. Nicht nur die Reservierungen werden nicht digital angezeigt, jetzt wird sogar die ganze Waggonnummer auf Papier geschrieben.
Durchsagen funktionieren nicht.
Klos sind defekt.
Es ist einfach peinlich.
Ja, der Vorwurf ist nicht 100% fair, weil @Wissing schon einen maroden Konzern geerbt hat.
Aber solange hier nichts gelöst wird und wir Bahn-Investitionen immer weiter verschleppen, um einem hübschen Kontostand zu frönen, wird das wohl schlimmer werden.
Ich sehe jetzt nicht, wie er das Problem löst, indem Geld von Schiene auf Straße umgelegt wird.
Darf ich vorstellen? Der weltgrößte Minenbagger für den Einsatz in einer kanadischen Kupfermine. Diesel? Hallo, wir haben 2024, das Ding aus deutscher Produktion läuft natürlich elektrisch. 😍🇩🇪⚡️
Die Motoren leisten 2 * 2.000 PS und heben damit pro Ladevorgang 42 m³ ...
1⃣
... Kupfererz in die ebenfalls elektrisch betriebenen Großmuldenkipper. Es wird somit ohne fossile Brennstoffe aus der Erde geholt, im Idealfall ohne fossile Brennstoffe raffiniert und kann dann genutzt werden, um noch mehr solcher Bagger oder E-Busse, Windkraftanlagen, ...
2⃣
Stromnetze, Wärmepumpen oder was auch immer herzustellen. Um damit dann noch mehr fossile Brennstoffe loszuwerden (!). Ist das Konzept jetzt langsam greifbar?
Hergestellt wird das Ding in Deutschland von Komatsu, dem Nachfolger der in Hannover bekannten Hanomag AG.