Heute ist #EqualPayDay? Falsch. Frauen arbeiten im Vergleich zu Männern eigentlich schon seit dem 19. August gratis. Und dieser Einkommensunterschied hat gravierende Auswirkungen. Warum? Ein Thread. 1/13 Image
Mit heute, 22.10., sind es noch 19,6% der 365 Tage des Jahres bis zum Ende von 2020 – das entspricht dem Unterschied zwischen Männern und Frauen in den Gehältern PRO STUNDE. 2/13
Auf ihren Gehaltszetteln sehen Frauen aber jährlich insgesamt knapp 37% weniger! Das ist der mittlere Unterschied zu Männern beim tatsächlichen Jahresbrutto. Daher müsste beim Einkommen eigentlich der 19. August der „Tag der gleichen Bezahlung“ sein. 3/13
Doch geringeres Erwerbseinkommen ist noch nicht alles. Der Unterschied dort hat negative Auswirkungen auf #Arbeitslosengeld oder #Pensionen. Auch #Vermögen ist betroffen, unter anderem weil Frauen weniger erben. Der #GenderPayGap ist also nicht der einzige Gender Gap. 4/13
Niedrigere SV-Beiträge führen dazu, dass Frauen beim (ohnehin schon niedrigen) Arbeitslosengeld noch einmal um 8% weniger bekommen. Kombiniert mit kürzeren Beitragszeiten (hallo Kinderbetreuung & Pflege) ergibt sich außerdem ein Pensionsgap von fast 39%! 5/13
Die Folge: hohe Armutsgefährdung im Alter. Die Hälfte der Pensionistinnen bekommt weniger als EUR 1.119 netto. Und der Pensionsgap schließt sich im Schneckentempo. Schreibt man die Entwicklung der letzten 20 Jahre fort, schließt sich die Pensionslücke erst im Jahr 2136. 6/13 Image
Die Auswirkungen setzen sich beim Vermögen fort. Ein Vergleich von Singlehaushalten zeigt, dass Frauen um mehr als ein Drittel weniger erben. Gemeinsam mit niedrigeren Einkommen kann dies den enormen Vermögensunterschied von 29% erklären. #GenderWealthGap #GenderErbGap 7/13
Manche Neoliberale versuchen den Einkommensunterschied "wegzuerklären“, indem sie den Fokus auf Stundenlöhne, den Vergleich von einzelnen Branchen oder Mutterschaft legen. Das ignoriert aber die strukturelle Benachteiligung von Frauen in unserer patriarchalen Gesellschaft. 8/13 Image
Obwohl das Aufzeigen von Diskriminierung natürlich wichtig ist, scheint es von neoliberaler Seite auch einfach oft darum zu gehen, die Lücke so weit wie möglich zu verkleinern, wie dieses Netzfundstück aus Deutschland zeigt. 9/13 Image
Was nämlich oft nicht berücksichtigt wird: Frauen haben zum Beispiel auch kürzere Beine, wodurch sie länger zur Arbeit brauchen und weniger arbeiten können. #ironie 10/13
Wenn gleich viel Energie in die Beseitigung des Gender Pay Gaps wie in dessen Bereinigung gesteckt werden würde, wären wir wohl schon ein gutes Stück weiter. Denn auch wenn keine einfache Lösung existiert, gibt es viele Schrauben, an denen man drehen kann. 11/13
Die Möglichkeiten reichen von flächendeckenden und kostenlosen Kinderbetreuungsmöglichkeiten über höhere Bewertung von Kindererziehungs- bzw. Pflegezeiten sowie Erhöhung der Ausgleichszulage bis zu einer gerechteren Verteilung der Arbeitszeit (30-Stunden-Woche). 12/13
Mehr Informationen dazu gibt es im Policy Brief von @annhehenberger und mir. 13/13
momentum-institut.at/news/gender-pa…

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