Neulich bin ich in einem Vortrag gefragt worden, ab wann ich sagen würde, dass die Digitalisierung an Hochschulen abgeschlossen ist und wann wir wieder zum regulären Hochschulbetrieb zurückkehren können.
1. Nie. Digitalisierung ist ja nicht nur was Technisches, es ist ja auch eine Haltungsfrage. Und ab wann ist man fertig? Wenn die Infrastruktur da ist? Wenn alle Studierenden Zugriff auf eine Plattform haben? Wenn die Verwaltung digital arbeitet? Nein, das ist ein Prozess.
Und dabei geht es um die Verbesserung der Lehre. Um das Lösen von Bildungsproblemen. Um das Schaffen von Zugängen. Es geht nie darum, einfach nur alles digital zu machen.
2. Ebenfalls: nie. Ich fände es absolut nicht sinnvoll, nach Corona wieder alles so zu machen wie es vorher war. Wir haben doch etwas gelernt in der Zeit, Erfahrungen gesammelt, Maßnahmen pilotiert. Vieles von dem, was an Hochschulen zum Einsatz, sollte doch erhalten bleiben.
Wir haben doch damit Konzepte gefunden, die Kommunikation, Mobilität, asynchrone Lehre und vieles mehr möglich gemacht haben - warum sollte man das wieder fallen lassen?
Wir sollten nur nicht Präsenz und online gegeneinander ausspielen. Das sind keine Dichotomien, sondern es ist eine vereinte Klaviatur, auf der alle Arten guter Lehre zu (be)spielen sind, mit dem jeweils intendierten Lernziel als Melodie.
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