Ich bin überzeugt, dass die @KlimalisteBW@Klimaliste in BW Grün-Rot gestärkt und nicht geschwächt hat. Einige Gründe dafür in einem kurzen Thread. (1/10)
1. Die Klimaliste hat das Thema Klima an sich gestärkt, in einem Wahlkampf, der sonst von Corona dominiert war. Die mediale Aufmerksamkeit regional bis international war weit größer als für grünen Klima-Wahlkampf als auch für FFF, die in der Versenkung verschwunden sind. (2/10)
2. Diese Aufmerksamkeit kam im Wesentlichen, dank 5%-Hürde, den Grünen zugute. Die Klimaliste haben nur diejenigen gewählt, die es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten, noch einmal die BW-Grünen zu wählen und ansonsten nicht gewählt hätten. (3/10)
Es ist auch das Verdienst der Klimaliste, dass Grüne, Linke und SPD beim Klimaschutz nachschärfen mussten. Die Grünen waren beim Thema Klima inhaltlich nur die viertstärkste Partei, insbesondere nach den Wahl-o-Mat-Antworten – hinter KlimalisteBW, Volt und der PARTEI. (4/10)
Was die KL also geschafft hat, war eine Diskursverschiebung hin zu Klimagerechtigkeit.
3. Noch vor wenigen Wochen wurde denen, die eine progressive Mehrheit wollten, geraten, taktisch die Linke zu wählen. Diese Wahlempfehlung war taktisch unklug. (5/10)
Grün-Rot ist erst in der letzten Woche in den Umfragen überhaupt zu einer möglichen Option geworden. Da war die Briefwahl aber schon zum großen Teil durch. Anders als bei den Linken werden kaum Stimmen aus taktischer Überlegung bei der Klimaliste gelandet sein. (6/10)
4. Das größte Problem war was anderes: Die Schwäche der SPD mit 11% (-1,7) und die Nichtwähler. Die Grünen haben nach ARD-Zahlen 145.000 Stimmen an die Nichtwähler verloren, also mehr als dreimal so viele Stimmen, wie die KL bekommen hat. (7/10)
5. Die Grünen sind durch die Klimaliste unter Druck geraten, ein anderes Bündnis einzugehen. Es wäre sonst am bequemsten, bei Grün-Schwarz zu bleiben - eine Ampel wäre schon 2016 möglich gewesen. Die Klimabremsen #NoAfd und CDU haben gestern 7,5% verloren. (8/10)
Abschließend sei gesagt, dass die Situation auf Bundesebene eine andere ist – inhaltlich ebenso wie von den Mehrheitsverhältnissen her. Die obigen Argumente sind da nicht übertragbar. (9/10)