Liebe @skb_bremen , liebe @sgfv_bremen , ich bräuchte dringend etwas Nachhilfe zum aktuellen Umgang mit Infektionen in Schulen. Mein Sohn ist Schüler in der Grundschulklasse am Borgfelder Saatland, in der durch den Kiga-Hort-Radartest am vergangenen Freitag
eine Infektion gefunden wurde. Am gestrigen Abend wurden die SuS kurzfristig zunächst bis einschl. Mittwoch in Quarantäne versetzt, um in der Zwischenzeit das weitere Vorgehen zu klären.
Den heutigen Tag über gab es eine ganze Reihe wechselnder Informationen darüber wie, wann und wo in der Folge getestet wird. Mein letzter Informationsstand ist: alle Kinder des Hort sowie der Schulklasse des betroffenen Schülers bis 25.3. in Quarantäne ohne Freitesten.
Leider verpassen damit alle SuS die Schul-Schnelltests und ohne Freitesten wird wohl auch kein PCR-Test durchgeführt (Quarantäne). In der Folge lässt man die SuS und deren Familien mit ihrer Unsicherheit allein. Heute morgen hieß es noch, ab Mittwoch wäre PCR-Freitesten möglich.
Es geht mir gar nicht um das "Frei"testen. Es geht mir darum, dass nach Kenntnis der Infektion eines Schülers ein Infektionsstand innerhalb der Klasse sowie der Hortgruppe - die mehrere Kohorten zusammenführt - erhoben wird. Dies hätte Konsequenzen für weitere Schulklassen.
Denn die Schulklassen der anderen Hortkinder sind ja nicht in Quarantäne. Mir drängt sich hier der Verdacht auf, dass gar kein Interesse daran besteht, wie viele Kinder sich angesteckt haben könnten.
Wir haben in Bremen viele ungenutzte Testkapazitäten, da werden doch wohl 25 PCR-Tests für eine Schulklasse drin sein? Und nochmal 25 für den Hort? In der Elternschaft gibt es über dieses Vorgehen massiven Unmut.
Für Unmut sorgte auch die diffuse Informationspolitik des heutigen Tages. Ein wechselndes Hü und Hott aus Informationen, und man hatte das Gefühl, dass es keinen klaren Plan in der Schublade gibt. Und das nach einem Jahr.
Diese Vorgehensweise schafft auf jeden Fall kein Vertrauen in die Politik. Vertrauen bedingt Transparenz und klares Vorgehen ohne "Nasenfaktor". Dieses Vorgehen stärkt das Gefühl, dass Zahlen klein gehalten werden sollen.
Ich weiß nicht, ob @skb_bremen oder @sgfv_bremen hier zuständig ist, aber so geht es nicht. Es ist mir auch egal, wer wann gesagt hat, ob Kinder ansteckend sind oder nicht und wer am Ende recht hat. Hier geht es darum, den Schaden zu begrenzen.
Und Schadensbegrenzung beinhaltet auch, die Kinder nicht unnötig lange zu Hause einzusperren, wenn ein Freitesten grundsätzlich möglich wäre. Bisher wurde immer häusliche Gewalt so betont, ist das auf einmal gar kein Thema mehr?
Ich gebe außerdem zu bedenken, dass beim Wechselunterricht nur die halbe Schulklasse betroffen gewesen wäre. So sind jetzt alle Kinder einer auch psychisch äußerst belastenden Situation ausgesetzt. Mit dem Ziel "in 4 Tagen testen wir dich" könnte man diese erheblich verkürzen.
Mittlerweile hat sich vieles in Luft aufgelöst: Der Corona-Fall war ein Fehler in der Datenübermittlung vom Labor. Was sich nicht in Luft aufgelöst hat: Das Chaos, wer sich wann (Frei-)testen kann und ob überhaupt. Das ist schwierig.
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