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1907 brachen in Wien seit Jahrzehnten erstmals wieder die Pocken (=Blattern) aus.
Es verbreiteten sich Gerüchte, es sei eine von "Juden erfundene Krankheit", um Bazillen künstlich zu züchten.
2/ Europa war alarmiert, in Wien wurde viel geimpft, Impfgegner sprachen von "Terrorismus" beim Impfen & hielten Vorträge gegen das Impfen.
3/ Wiener Professoren widerlegten laut vernehmlich die konfusen Argumente der wissenschaftsfeindlichen Naturheilkundler.
4/7 Der Herbert Kickl der Impfgegner hieß damals Dr. Karl Lueger.
Lueger sagte am 27. September 1907 im Gemeinderat:
"es seien infolge des Impfens und der förmlichen Impfpanik vielmehr Todesfälle eingetreten als durch die Blattern während der ganzen Zeit selbst".
5/7 Ärzte protestierten, weil Bürgermeister Lueger "aus Hass gegen die medizin. Wissenschaft & ihre Träger" "in leichtfertiger und böswilliger Weise unrichtige Angaben in der Öffentlichkeit verbreitet" habe.
"Die Impfgegner — auch das ist ein Beruf — haben gespottet, in Wien seien nicht die Blattern, sondern eine Impfepidemie ausgebrochen. Nun, auch sie wissen den Wert der Prophylaxis zu schätzen;
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ihre Vorsicht ist jedoch übertrieben: sie ziehen sich
die Blattern zu, um gegen das Impfen geschützt zu
sein." fackel.oeaw.ac.at/F/232,018
1/7 Der Berliner Rundfunk war in der Weimarer Republik bei den Nazis so verhasst wie heute der Öffentliche Rundfunk bei der AfD & bei Rechtsextremen. - Thread.
2. Kaum waren die Nazis an der Macht, wurden Alfred Braun und andere Leiter der Berliner "Funk-Stunde" mit falschen Beschuldigungen ins KZ Oranienburg eingeliefert.
3. Ihr ehemaliger Vorgesetzter Hans Bredow schrieb daraufhin an Goering ein Telegramm:
Hans von Bredow an H. Göring, Berlin, 7. August 1933
"Mehrere um den Aufbau des Deutschen Rundfunks verdiente Personen sind soeben von SS-Leuten festgenommen.
Im Sommer 1911 starben in Venedig ungefähr 250 Personen durch eine Choleraepidemie, die im Mai 1911 ausbrach. Die Behörden Venedigs vertuschten wochenlang (wg. Tourismusgeschäft) den Ausbruch der Epidemie.
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Die erste Person mit der (am 28. Mai 1911) offiziell bestätigten Todesursache Cholera war der österreichische Postbeamte Anton Franzky aus Waltendorf bei Graz.
Thomas Mann schrieb dazu in seiner Novelle "Der Tod in Venedig":
«Ein Mann aus der österreichischen Provinz,
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der sich zu seinem Vergnügen einige Tage in Venedig aufgehalten, starb, in sein Heimatstädtchen zurückgekehrt, unter unzweideutigen Anzeichen, und so kam es, dass die ersten Gerüchte von der Heimsuchung der Lagunenstadt in deutsche Tagesblätter gelangten.»
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