Guter Punkt und hat mich zum Nachdenken angeregt. Einer der Kritikpunkte an dem ganzen "Qualifikations"argument ist ja, dass nicht klar ist, was diese ominöse "Qualifikation" eigentlich sein soll, für die #IchbinHanna sich bis Mitte 40 auf befristeten Verträgen abrackern soll 1/n
Nehmen wir an, irgendjemand würde die Unis nun zwingen, einen Beispiellebenslauf zu veröffentlichen, dann ist das ein Drahtseilakt. Warum?
Eines der Probleme ist, dass derzeitige Profs teilweise bei schlechterer Quali. berufen wurden als heute von Kandidaten erwartet wird. 2/n
Sind die Anforderungen übertrieben hoch (5 nature paper, ERC grant, Preise für jede Karrierestufe), dann wird jede/r, der/die das nicht mehr erreichen kann, abbrechen. Folge davon -> Das System bricht zusammen, weil die Arbeitskraft für die Daueraufgaben nicht reicht. 3/n
Entsprechen die Anforderungen dem, was heutige Profs bei ihrer Berufung vorweisen konnten, dann wird jeder, der das heute vorweisen kann (und das sind nicht wenige) mit Recht eine Dauerstelle verlangen, und das will man mit Zähnen und Klauen verhindern 4/n
Entsprechen die Anforderungen dem, was der durchschnittlich heute Berufene vorweisen kann, dann wird man sehen, dass einige der etablierten Professoren das zum Zeitpunkt ihrer Berufung nicht hatten und angebliche Meritokratie wird der Lüge überführt. -> Systemzusammenbruch 5/n
Sprich: Das deutsche Wisssystem, bei dem die angebliche "Qualifikation" nach der Promotion ein Kernstück ist, baut ihre Leistungsfähigkeit darauf, dass ein Großteil der Wissenschaftler keine objektiven Kriterien dafür hat, welche Leistung letztendlich zum Ziel führt. 6/n
Ich denke, dass diese Verfassungsbeschwerde, zu der sich die @HumboldtUni **ähem hat, damit stehen oder fallen wird, ob das @BVerfG sich entscheidet, zu untersuchen, wie der Qualifikationsbegriff bei an sich fertig ausgebildeten Wissenschaftlern missbraucht wird. #IchbinHanna 7/7
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