In den Versuchen der WTD zeigte sich das Problem von "Rückfallern", dh die Geschosse bewegten sich zwischen Laden der Granaten und Einbringen der Treibladungen ein kleines Stückchen rückwärts, wenn das Rohr gen Himmel zeigte 2/x
Rohr MUSS gen Himmel zeigen, das ist das Prinzip bei indirektem Beschuss.
Bewegt sich nun der Granaterich wegen dem bösen Newton - der hat das mit der Schwerkraft bei einem Apfel erfunden - gen abwärts, steht ein Problem: 3/x
Durch den geringeren Raum werden die Gasdruckparameter anders, der Bumms wird grösser und wird der Bumms grösser, bewegt sich die Lademechanik mit mehr Wuppdich und Kassalla
Die ist aber dafür nicht konstruiert und macht dann wegen der höheren Impulsbelastungen 4/x
einfach ungeplant früher den Schlappmann.
Ist quasi wie Autofahren und regelmässig erst im roten Bereich vom Drehzahlmesser hochschalten, sowas geht nicht lange gut, entsprechend mehr brauchts an Werkstatt 5/x
Bei der Munition DM 121 in 155mm traten diese Effekte von "Rückfallern" in den Erprobungen auf und es gab Warnungen, dass dies lediglich zu einer "eingeschränkten Nutzbarkeit" führen würde
Joa, hat man halt ignoriert, ignorieren kann die Wunderwehr ja prima 6/x
Jetzt im echten Krieg macht man mit den Dingern halt mehr Bumm und dann macht das halt schnell Boing oder manchmal sogar Knack
Deswegen sollte man mal über die Munition reden, denn nimmt man anderes Zeug, gibts das Problem nicht in diesem Ausmaß. 7/x
Man kann natürlich auch weiter ignorieren und dann alle 4 Wochen alle in die Inst schicken und das auf Verschleiss fahren, geht auch.
Ist halt nur weniger praktisch und teurer. 8/8
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Nachdem gestern die G36-Diskussion hier bei twitter wieder vollkommen sinnfrei Fahrt gewonnen hatte, mal meine Anmerkungen dazu und eine kurze Beschreibung der damaligen Debatte: 1/x
Erstmal grundsätzlich dazu:
Die Zuverlässigkeit des G36 stand niemals zur Disposition.
Technisch bedeutet die Zuverlässigkeit, dass eine Waffe schiesst, wenn sie schiessen soll, sie schmeisst die leere Hülse raus und führt eine neue Patrone zu 2/x
ohne dass es dabei zu Störungen kommt.
Da muss man sagen, dass das G36 sogar extrem zuverlässig ist, sogar deutlich besser als andere Waffen der NATO
Ist halt nur nicht Gegenstand der Diskussion gewesen 3/x
Wenn ich in eine 155mm eine Pille drömmel, die rund 40% schwerer ist als die Dinger, für die das Ding ursprünglich mal konstruiert wurde und klöppel da eine Lademechanik auf Basis M109 dran, okay, "könnte" Probleme geben 1/x
Aber wenn man sowas schon macht, die gleitenden Teile am oberen Rand vom Grenzbereich arbeiten lässt und so rein konzeptionell Sachen treibt, die sonst nur bei Vollmond in guatemaltekischen Klappsmühlen getrieben werden: 2/x
Wie kann man bei sowas die Schwerkraft übersehen und dann dem Ministerium melden, dass da "alles in Ordnung" wäre?
Wollen wir uns nicht mal öffentlich austauschen über Euren "Bekloppten", den Ihr so stolz rausgekegelt habt, nur um jetzt mit Euren "Normalen" 3/x
ich erkläre das mit der Panzerhaubitze 2000 mal am Beispiel meines Auto:
Der M111 EVO von Mercedes ist ein echt genialer Motor, hält praktisch ewig, verbraucht extrem wenig und spuckt via Kompresse doch ziemlich Leistung aus. 1/x
Ich nenn ihn liebevoll meinen "kleinen Bundestag":
Mit heisser Luft kommt der richtig weit.
So, nun behauptet Mercedes, dass der Kompressor keinen Ölwechsel braucht, der hat "lebenslange Füllung" 2/x
Fährt man mit sowas zu Mercedes und will das Öl vom Kompressor Eaton M45 mal wechseln lassen - nach 20 Jahren keine blöde Idee - dann
a. lehnen die das ab, weil "lebenslange Füllung" und nicht nötig
b. haben die keinen Hauch eines Planes davon, wie das geht, weil 3/x
Ich poste das hier mal allgemein für die Schlauberger mit Eierkopf, die inzwischen darüber debattieren, dass die Ukraine die Panzerhaubitze 2000 "falsch" einsetzten würde und viel zu viel damit ballert
Hierzu mal eine Anmerkung: 1/x
Kurze Videos von hochintensiven Gefechten bilden, oh Wunder, KEINEN Dauerzustand ab, auch nicht in Eurem Nappelhausen
Ja, die Bundeswehr sieht einen Verbrauch von 100 Schuss für einen Tag als hohe Belastung an, das ist zweifelsfrei richtig 2/x
Ein erhöhter Verschleiss durch die Schussbelastungen dürfte trotzdem eine etwas schwierig zu erklärende Schwurbellei sein: 3/x
Damit man eine Vorstellung kriegt, wie das bei Munition, dem Abbrandverhalten und dem Gasdruck so funktioniert:
Nimmt man eine Patrone .38 Special, ist die relativ schwach vom Druck her mit um die 1500 bar
Ist so für Revolver recht praktisch 1/x
Zum Vergleich:
Patrone in 9mm Luger kann problemlos über 3000 bar haben, also schon sehr drastischer Unterschied und die .38 spec ist da eher im unteren Spektrum einzuordnen. 2/x
nehme ich aus der .38 spec jetzt bissl Pulver raus, würde man denken "joa, weniger Explosivmasse macht weniger bumms, ist logisch" und man würde eher so an 1200 bar denken oder so. 3/x