Ein Kernelement des Panzers ist, wie der Name schon andeutet, seine Panzerung. Diese hat sich seit den 60er und 70er Jahren stark verändert.
Statt immer dickeren homogenen Stahlplatten wurden neue Werkstoffe in verschiedenen Anordnungen integriert. Ein🧵über Verbundpanzerung 1/x Image
Disclaimer: Alle Infos und Bilder sind für jeden öffentlich mit einem Internetzugang und einem Bibliotheksausweis zugänglich. Hinweise auf Fehler, Kritik, Fragen und Anmerkungen sind gerne gesehen. Hier werden viele sehr komplizierte Sachverhalte bewusst verkürzt dargestellt. 2/x
Gegen Ende des 2. WKs und in der Nachkriegszeit wurden durch verschiedene Neuerungen die Feuerkraft von Panzern und Panzerabwehrwaffen massiv gesteigert. 3/x ImageImageImage
Erstens setzte sich die Hohlladung als effektives Mittel zur Panzerabwehr für Infanteristen durch. 4/x
Desweiteren wurde das unterkalibrige Panzerabwehrgeschoss zur Standardmunition für Kampfpanzer im Duell mit anderen Kampfpanzern. 5/x
Dadurch war das Pendel zwischen Schutz und Feuerkraft klar auf der Seite der Feuerkraft und immer schwerere und mit dicken Stahlplatten geschützte Panzer wie der T-10, IS-3, M103 und Conquerer waren nicht mehr effektiv genug, um die massiven Nachteile und Kosten auszugleichen.6/x ImageImageImage
Der Schwere Panzer wurde deswegen Mitte der 50er Jahre zu Grabe getragen und das Konzept des Main Battle Tank wurde der Standard für die Armeen des Kalten Krieges. 7/x ImageImageImage
Dabei setzte man auf eine ausbalancierte Verteilung von Schutz gegen Maschinenkanonen und kleineren Panzerkanonen, hohe Mobilität und guter Feuerkraft. Schutz gegen andere MBTs und Hohlladungsgeschosse wurde dafür vernachlässigt. 8/x Image
Das berühmteste Beispiel dafür ist der Leopard 1 und AMX-30, welche ihre Panzerung gegen hohe Mobilität, gute Feuerkraft, eine niedrige Silhouette, geringes Gewicht und eine günstige Produktion „eintauschten“. 9/x ImageImage
Gleichzeitig versuchte Team „Schutz“ wieder die Überhand gegen die Feuerkraft zu gewinnen. Die Sowjets waren dabei die Ersten, welche eine Lösung gegen die neue durchschlagskräftige Munition entwickelten. 10/x ImageImage
Da man sich fast ausschließlich nur noch gegen schmale Hohlladungsstachel und kleine unterkalibrige Penetratoren schützen musste wurde es wichtiger das Projektil innerhalb der Panzerung zu verlangsamen, abzulenken und abzunutzen. 11/x ImageImage
Für die Bugpanzerung der Wanne nutzt man beim T-64 zwei Lagen Textolite/Glasfaser zwischen zwei herkömmlichen Stahlplatten. Dieses Material ist dabei deutlich leichter als herkömmlicher Panzerstahl bietet jedoch trotzdem einen hohen Widerstandswert gegen Hohlladungen 12/x ImageImageImage
Dadurch stieg das Gewicht zum Vorgänger Panzer T-62 nur um 2 Tonnen und das Konzept von Textolite Verbundpanzerung war ein Erfolg, welcher sich durch dutzende Varianten der sowjetischen T-Panzer durchzog. 13/x ImageImage
Im Turm nutzte man Keramik/Korund-Kugeln welche in Aluminium gegossen wurden. Diese sollten Hohlladungen ablenken/stören. Aufgrund von Problemen bei der Produktion, da die Kugeln beim Guss nicht an der gleichen Stelle blieben, ging man bei T-72 zu Quartzsand über. 14/x ImageImageImageImage
Ein weiterer Schritt war die Mehrfachschottpanzerung welche abwechselnd Luft und Metallplatten nutzte um Geschosse stärker abzunutzen, abzulenken und zu verlangsamen. 15/x ImageImageImage
Die nächste Entwicklung war nicht-explosive Reaktivpanzerung/““Chobham““panzerung/Beulblechpanzerung. Dabei handelt es sich um mehrere „Sandwiche“ aus Gummi und anderen elastischen Stoffen zwischen zwei Metallplatten. 16/x ImageImageImageImage
Beim Auftreffen des HL-Stachel oder Penetrators bewegen sich diese Sandwiche dabei wird der Penetrator verlangsamt, abgelenkt und abgenutzt, wodurch die Durchschlagsleistung abnimmt und am Ende durch die Restpanzerung „aufgefangen“ werden kann. 17/x
„Beulblechpanzerung“ hat sich seither durch die Gewichtseffizienz global bei Kampfpanzern durchgesetzt, wobei der genaue Aufbau streng geheim und von Land zu Land und Fahrzeug von Fahrzeug unterschiedlich ist. 18/x ImageImageImageImage
Gleichzeitig wurde aufgrund dieser Technologie auch die Turm- und Wannenform beeinflusst, um diese effizienten und leichten, aber voluminösen Panzerungspakete einzubauen. Dabei wurde auch der Winkel von Turm und Wanne unwichtiger. 19/x ImageImageImage
Aber auch hier war und ist Team „Feuerkraft“ jeher dicht auf den Fersen von Team „Schutz“ und neuere Versionen von Panzern erreichen neue Höchstmarken an Gewicht und Preis durch die Forderung nach immer Schutz. 20/x ImageImageImage
Da Panzerungspakete in den Panzer integriert sind und man sich an Teils 40 Jahre alte Turm- und Wannenformen sowie Technologie orientieren muss wird es immer teurer und schwieriger neuentwickelte Passivpanzerungspakete rasch nachzurüsten. 21/x Image
Aber hierfür gibt es auch schon Lösungen und Team „Schutz“ muss zum Glück nicht nur auf Passivpanzerung setzen. 22/22 ImageImageImage
Quellen:
Das Internet.
@bttr01438851 seine Blogs und Foreneinträge
@AndreiBtvt sein Blog
thesovietarmourblog.blogspot.com
Hilmes, Rolf (2020):Meilensteine der Panzerentwicklung. Motorbuch-Verlag, Stuttgart.
Symposium Aspekte zur Technologie geschützter und gepanzerter Fahrzeuge 2013 Image
@bttr01438851 @AndreiBtvt Und wer es ganz hart und technisch braucht der sollte sich "Armour" von Paul J Hazell holen. routledge.com/Armour-Materia… Image
@bttr01438851 @AndreiBtvt SY Simulations und ähnliche Kanäle sind interessant auch wenn ich nicht alle Modelle und Tests gelungen finde.
youtube.com/channel/UCxV8J…
*Oberhand 🤡

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May 24
Panzerbrechende, flügelstabilisierte Treibkäfiggeschosse (APFSDS) bzw. kurz Wucht-/Kinetische Energie-Geschosse genannt, sind das Herausstellgungsmerkmal von modernen Panzerkanonen. Ein Thread zur Geschichte dieser Munition und wieso es doch auf die Länge ankommt. 1/x
Während des 2. WK hatte man die praktische Grenze erreicht, um immer dickere Panzerung mit immer größeren und schnelleren Vollkalibergeschossen zu durchbrechen. Die Patrone wurde für die(!) Ladeschützen zu schwer, der Munitionsvorrat wurde zu gering und der Verschleiß zu groß 2/x
Schon davor hatte man andere Munitionsarten entwickelt sog. APCR/Hartkernmunition. Diese waren jedoch nur in begrenzter Anzahl vorhanden, aufgrund der Verwendung von seltenen Rohstoffen wie Wolframcarbid und dienten nur der Bekämpfung von besonders gut gepanzerten Zielen. 3/x
Read 19 tweets
Apr 16
Hier sieht man sehr gut die Befestigung bzw. nicht-Befestigung der Verbundpanzerung bei russischen T-Panzern. Da man das Material (u.a Textolit/Glasfaser) nicht fest schweißen kann wird es nur durch die untere und obere Panzerplatten gehalten. 1/x
Je nach Modell werden diese noch durch die Abstandshalter ein bisschen fixiert. Aber bei einem katastrophalen Treffer bei der die untere Panzerplatte sich trennt kann auch die Verbundpanzerung herausfallen/sich verschieben. 2/x
Oberhalb wird die Verbundpanzerung durch Teile der Fahrerluke gehalten. Beim T-80U nutzte man die nach oben gebogene Rückplatte, da man sehr gute Stahlpressen in den jeweiligen Werken hatte (u.a in Mariupol). 3/x
Read 5 tweets
Apr 8
Wegen dem Thread über die Expertise von Redaktionen von @RathsRalf und weil mir jetzt auch mehr Journalisten folgen, hier ein paar Links und Empfehlungen zu Quellen bezüglich Wehrtechnik und Panzern. 1/x
Zuerst einmal "Panzerpapst" Rolf Hilmes mit seinen ganzen Büchern, Artikeln und auch er selber als Person. Dort findet man alles von Grundlagen bis hin zu Standardwerken zu einzelnen Panzern. Jemand sollten ihn mal interviewen. 👀 2/x Image
Seine Bücher bekommt man beim Motorbuch-Verlag und eine sehr gute Sammlung seiner Artikel findet man online beim Verein der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz e.V. wenn man Mitglied ist. (oder jemanden kennt der es ist *zwinker zwonker*)
vffwts.de 3/x Image
Read 14 tweets
Mar 26
Weil @EinstEinAdler sich beschwert hat und er wieder seinen Erklärbär braucht, ein Thread zu Ladeautomaten, Munitionsbunkern und Platzierung von Munition in Panzern. 1/x ImageImage
Aufgrund der Forderung nach einer 125mm Kanone bei einem ähnlich großen Panzer, wechselte man in der Sowjetunion zu zweitgeteilter Munition, welche es erlaubt eine angemessene Anzahl an Munition in einem kompakten Raum zu transportieren. 2/x ImageImage
Deswegen wurde sich für einen Ladeautomaten entschieden der unten in der Wanne sitzt. Da nur diese in der geforderten Zeit und aus der Bewegung die Kanone laden konnten. Dabei haben sich zwei verschiedene Designs herausgestellt. (Kharkov vs. Nischni Tagil) 3/x
Read 22 tweets
Dec 4, 2021
Es ist schon wieder passiert:
Mirov und seine Kumpels sind wieder mal zu Besuch, haben sie aus ihrer Bude geworfen und sich bei ihnen daheim verbarrikadiert.
Genau für dieses Problem wurden in den letzten Jahrzehnten neue Sorten an Panzermunition entwickelt. Ein Thread! 1/x
Aufgrund der stetigen Urbanisierung wird die Stadt immer wahrscheinlicher als Austragungsort potentieller militärischer Konflikte. Bis 2050 werden 60% der Welt in urbanen Zentren leben, genauso werden diese "Megacities" zu groß und wichtig sein um sie zu umgehen. 2/x
Man hat aber jetzt schon Lehren aus der jüngeren Geschichte (von Stalingrad bis Marawi) gezogen und Entwicklungen in vielen militärischen Bereichen angestoßen. Ein Bereich ist die Munition von Kampfpanzern und Schützenpanzern. 3/x
Read 14 tweets
Dec 3, 2021
🙃 Schon nett wenn du extra nein zu einer Kooperation sagst weil die Firma Nazi Patches macht aber der Kerl es dann trotzdem macht.
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Außerdem:
Sieht halt so aus wenn man nur eine komprimierte Datei hat die Dutzend mal rumgegeben wurde und sich dann noch keine Mühe gibt es für nen Patch zu adaptieren.
Read 6 tweets

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