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Oct 14 13 tweets 3 min read
Tagesüberblick 14.10., Stand 11.00 Uhr
1. Lage an der Front: seit Tagen kaum Bewegung. Langsamen 🇺🇦 Fortschritten in N-Luhansk und Cherson stehen kleine Erfolge der 🇷🇺 bei Bachmut gegenüber. Es gibt allerdings Meldungen über einen Aufbau 🇺🇦 Kräfte W Cherson.
Für gestern meldet
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die 🇺🇦 mit 500 Mann relativ hohe 🇷🇺 Verluste, mit 15 Kpz/Spz jedoch deutlich unterdurchschnittliche Materialverluste (ich werde mich in den nächsten Tagen einmal näher mit diesen Zahlen befassen). Am ehesten ist das mit relativ geringer Gefechtstätigkeit, aber erfolgreichem
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Artilleriebeschuß anrückender Verstärkungen hinter der Front erklärbar
2. 🇷🇺 Heimatfront: vermehrt Berichte auch auf den Milblogger-Kanälen über steigende Verluste bei frisch Rekrutierten, die zunehmend für Unmut sorgen. Genau diese Gefahr galt früh als Hauptgrund dafür, dass
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Putin die Mobilmachung lange vermeiden wollte.
3. Krim-Brücke: es verdichtet sich der Verdacht auf eine LKW-Bombe, wobei unklar bleibt, wer dahinter steckt, die 🇺🇦 oder interne 🇷🇺 Machtkämpfe.
4. Zum Risiko eines 🇷🇺 Atomschlags etwas ausführlicher, zumal das Thema gestern
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in D durch Varwick (dazu später ein eigener🧵) wieder aufgebracht wurde:
mE ist die Gefahr praktisch gleich 0. Warum? Weil Putin nichts gewinnen, aber viel verlieren kann und ihm aussichtreichere Optionen zu Gebote stehen.
Wäre der Einsatz taktischer A-Waffen eine ernsthafte
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Option für 🇷🇺, hätte es dafür schon längst eine Situation gegeben, wo er rein mil. sinnvoll gewesen wäre, beim Durchbruch der 🇺🇦 bei Balakliia, den man mit einer oder mehreren A-Bomben hätte stoppen können. Die praktischen Hindernisse wurden schon öfter diskutiert - jedem, der
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sich für die Details interessiert, sei nochmals der letzte #poolpack von @AlexvB___ und @winkelsdorf ans Herz gelegt. Auch die pol. Probleme wurden schon oft angesprochen: weder China noch Indien würden den Einsatz billigen, Putin damit wichtige wirtschaftliche Unterstützung
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riskieren. Einer unsicheren mil. Wirkung stünden also sichere pol. Nachteile entgegen, hinzu käme fast sicher ein konventioneller Vergeltungsschlag der 🇺🇸 etwa gegen die Schwarzmeerflotte. Verbleibt als einziger wahrscheinlicher Aktivposten die innenpol. Wirkung. Geringem
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Gewinn stünden also gravierende Nachteile ggü. - für einen rationalen Akteur wie Putin keine Option. Mindestens genauso gewichtig ist sein anderweitiger Handlungsspielraum: bei viel geringerem Risiko bietet eine verstärkte hybride Kriegführung gegen den W und speziell gegen
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unsichere Kandidaten wie D viel größere Erfolgschancen. Die Sabotage an Nordstream 1+2 (und dort insbesondere, dass eine Röhre von NS 2 intakt blieb) sowie an der DB zeigt die Richtung: den Versuch, den bislang geschlossenen W mit Hebeln, die innenpol. wirken, zu sprengen, um
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so den Nachschub für die 🇺🇦 zu unterbinden. Selbst wenn Putin die Erfolgsaussichten einer solchen Strategie nicht besonders hoch einschätzen sollte, böte sie immer noch eine bessere Perspektive als A-Bomben. Insgesamt erscheint mir daher das nukleare Risiko verschwindend
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gering, die Gefahr von Angriffen auf W Infrastruktur dagegen sehr hoch. Ein perfektes Ziel wäre z.B. die Strom-Infrastruktur, die schon lange als durch Hackerangriffe gefährdet gilt. Ein Abschalten wichtiger Netzteile könnte durchaus zu einem vollständigen Blackout in weiten
/13
Gebieten führen. Man könnte damit zugleich die bereits laufende Kampagne v.a. der AfD bzgl. angeblich drohender Blackouts (die in Wahrheit ggf. kontrollierte Teilabschaltungen wären) nutzen und so zusätzlich zum wirtsch. Schaden auch innenpol. Sprengstoff legen

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Oct 16
Tagesüberblick 16.10., Stand 11.00 Uhr
1. N-Luhansk: wenig Meldungen. Ri. Swatowe wohl weiterhin langsame 🇺🇦 Fortschritte, bei Kreminna 🇷🇺 Gegenangriffe
2. Bachmut/Donetzk: ergebnislose 🇷🇺 Angriffe
3. Cherson: der gestern von 🇷🇺 gemeldete 🇺🇦 Durchbruchsversuch ist nicht
/2
bestätigt. Satellitendaten zeigen intensiven Ari-Beschuss im Raum SW Dudtschani, da jedoch die von der 🇺🇦 für gestern gemeldeten 🇷🇺 Verluste allenfalls durchschnittlich sind, kann es keine sehr intensive Gefechtstätigkeit gegeben haben. Evtl. nur Vorbereitung eines Angriffs,
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die die 🇷🇺 Propaganda übertrieben hat, um einen Sieg melden zu können
4. Im S nur Meldungen über Angriffe auf Fla-Batterien
5. Die Bahnstrecke auf Krim-Brücke ist nach neueren Aufnahmen noch nicht wieder befahrbar, es laufen Reparaturarbeiten
6. Die Unruhe bei den 🇷🇺 Soldaten
/4
Read 7 tweets
Oct 15
Tagesüberblick 15.10, Stand 11.00 Uhr
1. N-Luhansk: die 🇺🇦 rücken offenbar langsam weiter auf Swatowe vor, gestern wurden Kämpfe dicht NW der Stadt gemeldet. Bei Kreminna versuchen die 🇷🇺, sich durch Gegenangriffe Luft zu verschaffen
🇺🇦 Angriffe im Oblast Belgorod könnten ein
/2
Hinweis auf die Vorbereitung einer baldigen größeren Offensive in N-Luhansk sein, zielen sie doch auf die Störung des 🇷🇺 Nachschubs in diese Ri. Neben wiederholtem Beschuß der Stromversorgung, der gestern zu einem zeitweiligen Ausfall des Bahnverkehrs führte, wurde auch eine
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Bahnstrecke mit einer Tochka-U getroffen. Da solche Schäden relativ rasch reparabel sind, ist der Einsatz dieser teuren Raketen nur sinnvoll, wenn mit der Unterbrechung kurzfrstige Wirkung erzielt werden soll
2. Bachmut/Donetzk: ergebnislose 🇷🇺 Angriffe
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Read 9 tweets
Oct 14
Wie versprochen, ein Kommentar zu Varwicks neuen Verkündigungen in Film, Funk und Fernsehen (und Print)
neben zwei WDR-Sendungen gestern kam er heute auch in der Presse zu Wort, in einer verkürzten Fassung eines der beiden Interviews:
/2

freitag.de/autoren/der-fr…
Im Interview kam noch die schon bekannte Forderung, den Krieg "einzufrieren" entlang der jetzigen Front. Auf den Einwand des Interviewers, dass das doch eine Entmündigung der 🇺🇦 bedeute, beeilte er sich zu betonen, dass sei selbstredend Sache der 🇺🇦, aber... das böte die
/3
Möglichkeit, anschließend "Sicherheitsgarantien" für die 🇺🇦 zu verhandeln; sollte die 🇺🇦 sich darauf nicht einlassen wollen, müssten "wir" sie eben dazu zwingen durch Einstellen der Waffenlieferungen.
Gerade dieser Passus zeigt auf, wie windig seine gesamte Argumentation ist:
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Read 15 tweets
Oct 13
Abendlicher Überblick 13.10., Stand 19.30 Uhr
Heute wieder kurz, weil aus dem ruckeligen sehr verspäteten Zug; morgen früh wieder wie gewohnt:
Der anhaltende UK Druck führt offenbar zu langsamen Geländegewinnen sowohl in N-Luhansk in Ri. Swatowe als auch in Cherson. Auch
/2
bei Bachmut soll ein Gegenstoß Boden gut gemacht haben. Im S scheinen die RU Verstärkungen nach vorne zu verlegen, was auf die Erwartung einer baldigen UK Offensive hinweist.
Nach den gestern gemeldeten Abschüssen von insgesamt 5 Kampfhubschraubern sollen heute je eine SU-27
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bzw. MiG-29 und erneut zahlreiche Drohnen der UK Flugabwehr zum Opfer gefallen sein, ein weiterer Hinweis daruf, dass neue Systeme wie IRIS-T im Einsatz sind.
Bei der NATO wird erneut hinter jeden Spind und unter jede Fußmatte geschaut, und so finden sich neben einigen PzH2000
/4
Read 5 tweets
Oct 12
Abendlicher Überblick 12.10., Stand 18.30
Heute wieder kurz:
An der Front offenbar weiterhin wenig Veränderung. Auch die gestrigen Verluste der 🇷🇺, u.a. nur 1 Kampfpanzer (laut 🇺🇦), sprechen wieder für eine gewisse Beruhigung.
Die Terrorangriffe auf zivile Ziele blieben auch
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heute wieder deutlich unter dem Niveau von vorgestern. Dazu trägt auch die schnelle Anpassung der 🇺🇦 an neue Bedrohungen bei: galten die Shahed-136-Drohnen anfangs als erhebliche Gefahr, werden mittlerweile bis zu 80% abgeschossen; auch bei den Raketen soll die Quote gestern
/3
schon bei 70% gelegen haben. Dies straft einmal mehr die Ausrede der BuReg lügen, die 🇺🇦 bräuchten zu lange zum Erlernen der Bedienung komplexer Waffensysteme - es gibt auch Gerüchte, dass sie bereits heute IRIS-T erfogreich zur Bekämpfung 🇷🇺 Hubschrauber eingesetzt haben
/4
Read 4 tweets
Oct 11
Überblick 11.10., Stand 18.30 Uhr
Nicht nur abwesenheitsbedingt ein kurzer Bericht:
Die für gestern von der 🇺🇦 gemeldeten 🇷🇺 Verluste von nur noch 240 Mann lassen auf ein deutliches Abflauen der Kämpfe schließen. Offenbar erhalten die 🇺🇦 sowohl in N-Luhansk als auch N Cherson
/2
den Druck auf die 🇷🇺 Linien aufrecht, ohne dabei sehr aggressiv zu Werke zu gehen. Die 🇷🇺 reklamieren vereinzelte Gegenangriffe, die jedoch nichts Zählbares einzubringen scheinen. Insgesamt kaum Veränderungen des Frontverlaufs. In N-Luhansk scheinen die 🇷🇺 sich massiv
/3
einzugraben in einem Stil ähnlich dem Westwall - was schon 1944/45 wenig genützt hat.
Die gestrigen massiven Angriffe auf zivile Ziele wurden heute nicht wiederholt, mit dem 1. IRIS-T-System aus D ist zudem jetzt ein hochmodernes Flugabwehrsystem vor Ort, das immerhin eine
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