Ich finde die Aktienrente nicht den großen Skandel. Das wäre sie nur, wenn sie zulasten des Umlageverfahrens gehen würde. Das ist aber derzeit nicht absehbar und kann auch von Lindners Koalitionspartnern verhindert werden. 🧵
Es ist nicht so, dass das Geld aus der Rentenversicherung kommt. Das geht auch gar nicht denn die Beiträge werden ja an die aktuellen Rentner ausgezahlt. Dort würde also eine Lücke entstehen, die durch höhere Beitragssätze gedeckt werden müsste.
Dann wäre das Modell in der Tat abzulehnen. Es wäre dann eine Art staatlich verordnetes Zwangssparen.Der Plan ist aber einen Kapitalstock durch zusätzliche Kreditaufnahme des Bundes aufzubauen.
Man würde also von der Differenz der Rendite am Kapitalmarkt zum risikolosen Zins von Bundesanleihen profitieren. Ich sehe keinen Grund das nicht in einem bestimmten Umfang zu tun. Es ist allemal besser als den Leuten zu erzählen sie mögen endlich mehr sparen und ...
dieses Geld an der Börse anlegen. Friedrich Merz tut das ständig. Er verkennt dabei, dass der Staat große Summen breit gestreut anlegen kann und damit das Risiko streuen. Private Anleger können das weniger gut. Eine höhere private Sparquote ist gesamtwirtschaftlich ...
auch nicht unbedingt wünschenswert und bringt auch Verteilungsprobleme mit sich. Sparen ist bei vielen eine Art Restgröße nach den nötigen Ausgaben. Die ist bei vielen Null. Und zwar ausgerechnet bei Denen, deren Löhne (Rentenanspruch) ebenfalls gering sind.
Natürlich muss man trotzdem darauf achten, dass die Aktienrente nicht indirekt eingesetzt wird um das Umlageverfahren zu schwächen. Das ist aber nicht zwingend und kann von den Koalitionsparnern verhindert werden.
Der Streit um Rentenniveau, Beitragssätze, Steuerzuschüsse, Eintrittsalter ist damit nicht entschieden und diese Koalition wird m.E. auch kaum in der Lage sein hier Veränderungen vorzunehmen, weil man inhaltlich zu weit entfernt ist.
Und klar: Besser als Aktienrente wäre es das Umlageverfahren breiter aufzustellen und auch auch Kapitaleinkommen einzubeziehen. Es wundert aber vermutlich Niemanden, dass dies in einer Koalition mit der FDP (wie auch mit der CDU) nicht umsetzbar ist.
Von grüner Seite gibt es übrigens einen Vorschlag zur Reorganisation der bestehenden Kapitadeckung in der dritten Säule. Ein öffentlich verwalteter Fonds soll die privaten Versicherungen ablösen.gruene.de/artikel/ein-bu…
Riester ist gescheitert. Produkte mit niedrigen Renditen und hohen Kosten, die nicht für die Anleger sondern für die Anbieter gut sind.DIW: "„riestern“ ist
oft nicht besser als das Geld in den
sparstrumpf zu stecken" diw.de/documents/publ…
Was wir tatsächlich tun ist diese private Vorsorge zusätzlich auf Kosten der Allgemeinheit zu fördern. Das wird dann sogar überproportional von Menschen in Anspruch genommen, die es weniger benötigen: diw.de/documents/publ…
In Schweden gibt es einen solchen öffentlich verwalteten Fonds. Man zahlt dort automatisch ein, kann aber jederzeit widersprechen, wenn man lieber selbst oder gar nicht anlegen möchte. Die meisten Menschen widersprechen nicht
Das spart die bei privaten Lösungen hohen Vertriebskosten. Diese verteuern die Produkte. Wir können aber umgekehrt nicht sehen, dass dieser Wettbewerb bei Riester zu besseren Produkten geführt hätten. Im Gegenteil funktioniert der Markt (Informationsasymmetrien) nicht.
Ziel ist auch hier nicht, dass die Leute mehr sparen. Vielmehr soll besser angelegt werden. Die Idee ist also, dass das Geschäft von den privaten Versicherungen zu einer öffentlichen Insitution verlagert wird. Der Widerstand ist ensprechend groß.
Aber immerhin gibt es einen Prüfauftrag im Koalitionsvertrag, der bearbeitet werden wird. #Aktienrente #renten #EconTwitter @finanzwende @vzbv @W_SK
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Ein kurzer Kommentar zum Teil zu Sozialversicherungen im Frühjahrsgutachten des Sachverständigenrats. Einfach weil es schon andere Kommentare dazu gibt. 1/ handelsblatt.com/meinung/kommen…
Prognosen bis zum Jahr 2080 halte ich schlicht für unsinnig. Das liegt 54 Jahre in der Zukunft. Wer an sowas glaubt sollte sich mal solche Prognosen aus dem Jahr 1972 anschauen und mit der tatsächlichen Entwicklung vergleichen. 2/
Schon die Prognosen, die vor 20 Jahren gemacht wurden lagen krachend daneben. Hier aus dem Bericht der Rürup-Kommission von 2003. Selbst im Reformszenario wurde der Beitragssatz 2,6%-Punkte zu hoch geschätzt. 3/
Okay. Also ich fand die Idee eines #Familiensplitting schon immer eine der dümmsten überhaupt. Sie würde das schlechte Splitting zusätzlich noch auf die Kinder ausweiten. 1/7
Sprich die Progression wird umso stärker vermindert, umso mehr Personen im Haushalt leben. Da Kinder anders als Ehepartner gar kein eigenes Einkommen erzielen können, konnte mir auch noch Niemand erklären, warum das sinnvoll sein soll. 2/7
Hier mal im Beispiel was man heute als Paar mit einem Kind an #Einkommensteuer zahlt nach Höhe des zu versteuernden Einkommens und was mit einem Familiensplitting. 3/7
Hier auch mein kleiner Beitrag zur neuen #Arbeiterpartei #AfD. Ich habe mir schon länger die Frage gestellt, ob die Wählerwanderung von #SPD zu AfD vielleicht größer ist als das Ergebnis der Wahltagsbefragungen zeigt. 1/10
Deren Schwächen sind ja bekannt. Häufig erinnern sich die Leute nicht mehr korrekt an die letzte Wahl oder nehmen versehentlich eine andere Wahl (z.B. letzte Wahl statt letzte Landtagswahl). 2/10
Vor allem aber wird nur die letzte Wahl abgefragt nicht die Wahlhistorie. Die Möglichkeit erst SPD zu wählen, dann etwas anderes und später dann AfD wird nicht abgefragt. Vielleicht gibt es dazu aber mir nicht bekannte Panelstudien? 3/10
So für Interessierte habe ich die Veränderung der #Arbeitszeit aus der IAB-Arbeitszeitrechnung mal statistisch in die Komponenten zerlegt für die letzten 25 Jahre. Insgesamt sind die Stunden um 5,2% gestiegen. 1/5
Es gab aber auch einige negative Komponenten. Die größten sind die Selbständigen. Sowohl ihre Anzahl in Personen ist gesunken, als auch ihre durchschnittlichen Arbeitsstunden/Person. Stunden in abhängiger Beschäftigung deshalb übrigens +11,5% 2/5
Rückgang bei Durchschnittsstunden der Vollzeiterwerbstätigen. Überkompensiert durch Steigerungen Teilzeiterwerbstätige als auch Durchschnittsstunden, die in #Teilzeit gearbeitet werden. Voll- und Teilzeit nähern sich also langsam an bei den Stunden. 3/5
Seit der Energiekrise kursiert eine einfache Erzählung: „Die Energiewende hat teuren Strom gemacht → die Industrie ist deshalb schwach.“ Dieses Narrativ ist weit verbreitet — aber stimmt es? Ich habe Daten geprüft. 🧵👇#Industrie #Strompreis #Energiepolitik #Reiche 1/8
Erstes Ergebnis: Energieintensive Wirtschaftszweige entwickelten sich schon lange vor der Energiekrise schlecht. Ihre Produktion entwickelt sich schon seit ca. 2007 schlechter als bei der übrigen Industrie. Damals war Strom noch ganz überwiegend fossil. 2/8
Außerdem ist Energieintensität relativ zu verstehen. Auch in den energieintensiven Wirtschaftszweigen ist Energie nicht der dominante Kostenfaktor, sondern macht direkt etwa 5% der Kosten aus. 3/8
Scheinbar gibt es mal wieder Verwirrung um #Einkommensteuer und Personengesellschaften bzw. Einzelunternehmen. Ja sie zahlen Einkommensteuer. Nein, sie sind nicht generell von einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes betroffen. 1/9
Seit ein paar Jahren gibt es die Option zur Körperschaftsteuer. Damit gibt es für viele Personenunternehmen die Wahl sich wie eine Kapitalgesellschaft besteuern zu lassen. Nachzulesen in § 1a Körperschaftsteuergesetz. 2/9
Für die Anderen gibt es schon lange § 34a Einkommensteuergesetz. Das sind bei Thesaurierung 28,25% plus Soli und damit ungefähr dass was eine Kapitalgesellschaft mit Körperschaftsteuer, Soli und Gewerbesteuer zahlt. Die kommt zwar bei Thesaurierungsoption noch dazu. 3/9