Stell dir vor, du bekommst dein erstes Kind. Bist in der 40. Woche und hast seit 24 Stunden schon regelmäßige Wehen, die jetzt auch in kurzen Abständen kommen und schmerzhaft sind. Vor 12 Stunden warst du schon mal im Kreißsaal, doch da war es noch nicht so weit. Jetzt hättest
Du gerne jemanden der mal nach dir schaut, der dich bestärkt und motiviert, und nach deinem Baby guckt, welches auch seit langer Zeit Wehen aushält. Du gehst in den Kreißsaal abends um 23 Uhr, die Tür steht offen, da die Frau die nicht länger warten wollte, die Tür einfach
Offen stehen ließ. Doch niemand ist da. Keiner. Du rufst, es kommt keine Antwort. Du schaust in die Räume, es ist überall Chaos. Benutzte Laken, auf dem Boden Blut und überall Spritzen und halbleere Infusionen. Du bekommst Angst. Doch die Hebamme, die alleine im Dienst ist,
Steht im OP. Mit der Frau die dort gerade ihr Baby bekommt. Du gehst auf Station zu der Schwester, die normalerweise in solchen Situationen auch einen Blick auf den Kreißsaal hat, doch auch die hat gerade einen Notfall, und bräuchte eigentlich dringend einen der Ärzte die mit der
Hebamme im OP stehen. Sie kann dir auch nicht helfen. Die Schwester der anderen Station pflaumt dich an : ist nicht mein Job, beschwer dich bei der Hebamme!
Du triffst eine andere Frau mit Wehen, die auch versucht hat noch ein Schmerzmittel zu bekommen, doch sie kennt das Spiel
Schon und hat schon ein Zimmer. Da geht sie hin und hält es einfach weiter aus.
Stell dir vor, das ist die Realität.
Und stell dir vor, es war mal wieder pures GLÜCK dass niemand gestorben ist. Mal sehen wie lange noch. #medizinbrennt
Noch als Erklärung warum die zweite Schwester unfreundlich war : sie hat an diesem Tag unglaublich viele Krankmeldungen und eine weitere Kündigung erhalten. Sie ist die Leitung. Sie weiß nicht wie es weitergeht. Wahrscheinlich erstmal mit einer Doppelschicht.
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