Es ist ein wenig schwierig hierauf zu antworten, weil ich keinen blauen Haken habe. I try. Zur Vorbemerkung. Auch wenn ich glaube, dass die militärischen Realitäten, Voraussetzung für eine diplomatische Lösung sind (eine Tatsache, die von niemanden bestritten wird auch und 1
gerade nicht von den von dir immer wieder zitierten Amerikanern) sehe ich, wie wirklich alle anderen, die Regulierung nur in Verhandlungen. Und das ist Konsens sowohl in Politik und Wissenschaft. Zu den Punkten im einzelnen. 1. Der polnische Botschafter wurde umgehend von 2
seinem eigenen Außenminister zurückgepfiffen. Wenn du aber auf 1 singuläre Aussage soviel deiner analytischen Annahmen stützt, dann verstehe ich nicht, warum du das nicht bei Russland machst. Die Äußerungen, dass es keine Diplomatie sondern nur eine. russischen Sieg gibt 3
sind Legende. Also: warum wiegt die Äußerung eines pol Botschafters mehr als 100 Äußerungen von Lawrow oder Peskow? Analytisch macht das keinerlei Sinn, darauf ein ganzes Argument für „präventive Eskalationskontrolle“ zu bauen. Das ist sloppy. 4
Wo sind die anderen empirischen Belege für den NATO-Bündnisfall? Sie gibt es nicht. 2. Niemand schließ theoretisch den Einsatz von Nuklearwaffen aus. Aber hier kommen wir zu einem entscheidenden Punkt. Wenn man Putin (trotz aller Drohungen) für so verrückt hält Nukes einzusetzen5
dann hat man 0 Garantien dafür, dass er sich a) auf Verhandlungen einläßt und sich b) an die Ergebnisse halten wird. Zumal es ja laut dir eine militärische Pattsituation gibt und er halt gerade nicht mit dem Rücken an der Wand steht. Da gibt es bei dir einen logischen Bruch. 6
Den Einsatz von Nuklearwaffen könnte man doch nur in dem Moment als eine Gefahr sehen, wenn Russland dabei wäre, militärisch zu verlieren. Das schließt du ja aus. Zu 3. . Das was du vorschlägst, als Prinzipien der Verhandlung, kommt ausschließlich Russland zu Gute, da bleibe 7
ich dabei und ja, da betreibst du das Geschäft Moskaus. Ich habe dir gegenüber lange dieses Argument nicht benutzt, aber der FR Beitrag, sorry to say, da profitiert nur einer davon und das ist NICHT die Ukraine. Und niemand in den USA, argumentiert so. 8
Einige in den USA argumentieren, dass die Ukraine wohl auf einen Teil ihres Territoriums verzichten wird müssen, da ist aber immer von einem Gebietstausch die Rede. Niemand ernsthaftes sagt, ok, dann müssen halt 17% unter dauerhafte russische Kontrolle. Niemand macht das 9
Und die, die das sagen, sagen auch sehr deutlich, dass dann die UKR in die NATO muss (der von dir so oft als Kronzeuge zitierte Kissinger). Außer die isolationistischen Quincy und CATO Leute, die keinerlei Policy Relevanz haben, gibt es niemanden, der beides fordert: 10
Zu der generellen Annahme, dass es ein militärische Patt gibt. It’s too early to tell und da hat dir @drfranksauer bei @maybritillner eigentlich alles dazu gesagt. Momentan sieht es nach schwierig aber nicht nach Patt aus. Die UKR ist dabei, die Krim zu isolieren und im Süden 11
@drfranksauer @maybritillner russische Logistik zu zerstören. Niemand seriöses ist in der Lage zu beurteilen, ob diese Offensive erfolgreich sein oder scheitern wird. Das werden wir frühestens im September sehen. Und wenn du russische Milblogger beobachtest, die sind sich nicht so sicher, dass es ein Patt 12
@drfranksauer @maybritillner Ist. Und „last man standing“ Es scheint dir in dieser Debatte immer wichtiger zu sein, wer recht hat, als wie argumentiert wird. Ich verstehe dieses: Ich habe recht und ich werde recht behalten Ding nicht but anyway. Zu 4. Was sind meine Vorstellungen: ich habe immer gesagt, 13
@drfranksauer @maybritillner dass die Krim der Schlüssel ist. Sollte die Krim unter Druck geraten, wird sich was bewegen. Sollte die Gegenoffensive scheitern, wird sich was bewegen. Aber auf jeden Fall kann ein Verhandlungsfrieden nicht bedeuten, dass Moskau alles bekommt, die Ukraine nichts. 14
@drfranksauer @maybritillner Das ist kein Verhandlungsfrieden, das ist ein Diktatfrieden und würde seitens der Ukraine, die du bei jeder deiner Beiträge als Akteur vergisst zu erwähnen, nur schwerlich akzeptiert werden. Partisanenkrieg wäre die Folge. 14
@drfranksauer @maybritillner Abschließend. Ja, ich sage, du betreibst die Sache Moskaus, weil deine Vorschläge alle nur darauf abzielen, dass Moskau als Gewinner aus dieser Auseinandersetzung hervorgeht. Territorium behält, international aufgewertet wird und möglichst schnell sich alles wieder 15
@drfranksauer @maybritillner Ales normalisiert. Und das will nur einer (nein, keiner der von dir so gelobten Amerikaner, die btw nicht anders diskutieren als Europäer). Das will nur Moskau. Und ich komme erst nach 18 Monaten zu diesem Schluß und der Grund ist, dass du 16
@drfranksauer @maybritillner jetzt diese Eskalationsnummer seitens Polens ziehst, die wirklich nur einer zieht und das ist Putin. Und das hinterläßt mich ein wenig ratlos. /ENDE
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Dann machen wir das mal. Der Autor findet, dass ein Szenario zu wenig diskutiert wird, wonach die NATO oder ein einzelner NATO Staat in den Konflikt hineingezogen wird oder einsteigt. Es gibt gegenwärtig weder einen Hinweis darauf, noch sind diese Szenarien realistisch. Ja,1
der polnische Botschafter in Paris hat sich im März dahingehend geäußert ( Polen müsste eingreifen, wenn die Ukraine verliert), aber es ist bis heute die einzige Stimme die das gesagt hat. Halt, nein, nicht die einzige: Putin und Medwedjew warnen auch davor. Zur Frage des 2
Einsatzes von Nuklearwaffen muss man, glaube ich, nichts mehr sagen. Klar, es ist theoretisch möglich, momentan aber höhst unrealistisch. Also: warum sollte man sich über zwei Szenarien unterhalten, die abwegig sind. Ergänzend hierzu: Wenn Polen aktiv eingreifen würde, würde 3
Innerhalb der Bundesregierung kann es eigentlich nur zwei Bedenken gegen die Lieferung von Taurus geben, die beide, wie ich argumentieren werde, wenig stichhaltig sind. 1. Die UKR könnte damit russisches Territorium angreifen. Ja, theoretisch möglich, machen sie 1
bislang weder mit den britischen Storm Shadows noch mit den französischen Scalps. Im Gegenteil. Zumindest gegenüber FRA hat sich die UKR wohl schriftlich verpflichtet, die Raketen nur gegen Ziele auf dem eigenen Territorium einzusetzen.2
2. Die Bundesregierung könnte befürchten, dass sie, wenn sie dem britischen (und vielleicht auch französischen Modell) folgt, den Einsatz dieser Raketen freizugeben (wie es die Briten laut Presse wohl am 19 und 21 Juli gegen militärische Ziele auf der Krim gemacht haben), 3
SPD: Lars Klingbeil ruft zur Wahl von CDU-Kandidat in Thüringen auf | ZEIT ONLINE zeit.de/politik/deutsc…
Helmut Kohl hat 1988 zu Gorbatschow in einem Gespräch gesagt, dass die SPD von heut auf morgen in der Lage sein müsse, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Das ist ein verfassungsdemokratischer Konsens, der vorherrschen muss