Immer mehr #Wohnungen werden von börsennotierten Unternehmen vermietet.
Warum das ein Problem ist, erfahrt Ihr hier im Thread🧵 👇.
Und in der neuen Studie von @fw_recherche: \1 finanzwende.de/ueber-uns/aktu…
Was sind börsennotierte Wohnungsunternehmen❓
Börsennotierte Wohnungsunternehmen wollen vor allem Aktionär*innen zufriedenstellen.
Diese wiederum interessieren sich vor allem für kurzfristige Gewinnausschüttungen und einen kurzfristigen Wertzuwachs. \2
Problem Nr. 1: #Vonovia & Co investieren so gut wie gar nicht in Neubau.
Oft betonen diese Unternehmen, wie wichtig ihnen das Schaffen von bezahlbarem Wohnraum sei. Ein genauerer Blick auf die Zahlen verrät: Die Realität sieht leider anders aus. 🔎\3
Im Schnitt kamen bei Vonovia auf eine neugebaute Wohnung 99 angekaufte. Die Ankündigungen der Bauvorhaben und die Realität klaffen weit auseinander.
Dabei bräuchte es in 🇩🇪 eigentlich jedes Jahr 400.000 neugebaute Wohnungen! \4
Problem Nr. 2: Ein Großteil der Miete landet bei Aktionär*innen.
Dass ein Unternehmen Gewinne ausschütten will, ist erst einmal nicht überraschend. Aber von jedem Euro Miete gehen im Schnitt rund 41 Cent, also fast die Hälfte, an Aktionär*innen. 🤯 \5
Gleichzeitig fließen von jedem Euro Miete lediglich 24 Cent in die tatsächliche Bewirtschaftung & Instandhaltung der Wohnungen.
Wir sehen, dass die Orientierung am Shareholder Value zu Mieterhöhungen führt, während gleichzeitig bei der Instandhaltung gespart wird. \6
Problem Nr. 3: Für große Wohnungsunternehmen gibt es Vorteile.
Es gibt Regeln, die es Vonovia & Co. erleichtern, an Immobilien zu kommen.
Während ihr Anteil 2011 je nach Stadt zwischen 2% und 7% schwankte, sind es jetzt in manchen Städten bis zu 16,5%! \7
Wenn die Regulierung nicht so geändert wird, dass Privatpersonen börsennotierten Wohnungsunternehmen gleichgestellt werden, zum Beispiel in dem die sogenannten Share Deals verboten werden, dann können wir davon ausgehen, dass sich dieser Trend fortsetzt. \8
Wir finden:
Um die Wohnungskrise in den Griff zu bekommen, müssen wir auf Akteur*innen setzen, die an der Schaffung von neuem Wohnraum und an langfristig bezahlbaren Wohnraum interessiert sind. \9
Bei den großen börsennotierten Wohnungsunternehmen ist scheinbar beides nicht der Fall.
Hier kann die Politik etwas tun! Wir brauchen bessere Regulierung, die die Finanzialisierung eindämmt!
Mehr lest Ihr im neuen Report von @fw_recherche: \10finanzwende-recherche.de/unsere-themen/…
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Auch über 10 Jahre nachdem CumEx-Geschäfte beendet wurden und über 7 Jahre seit CumCum-Geschäfte beendet wurden, wurde nur ein Bruchteil des Schadens zurückgeholt. Geschätzter Schaden insgesamt: CumEx - über 10 Mrd. Euro, CumCum über 27 Mrd. Euro. 🧵👇/1
Neue Zahlen zeigen jetzt: Schaden aus CumCum deutlich größer als bei CumEx. Bisher kaum etwas der CumCum-Gelder zurückgeholt. Insgesamt arbeitet der Staat daran, über 10 Mrd. Euro zurückzufordern. (€) /2faz.net/aktuell/wirtsc…
Derzeit werden Fälle von staatlichen Behörden bearbeitet - mit einem Gesamtvolumen von 10,3 Mrd. Euro (Stand 31.12.2022). Davon sind 3,9 Mrd. Euro aus CumEx-Geschäften zurückzuholen und 6,4 Mrd. Euro aus CumCum-Geschäften. /3
Endlich Sparpolitik, über die sich jemand freut - zumindest, wenn er oder sie Geld wäscht. Berichten zufolge setzt Christian Lindner bei einem wichtigen Projekt der Financial Intelligence Unit (FIU) den Rotstift an. Was heißt das? \1 tagesschau.de/investigativ/k…
Hintergrund: Bei der FIU laufen alle Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zusammen. Das macht sie zu einem kritischen Nadelöhr - das viel zu oft verstopft ist. \2
Seit der FIU-Reform 2017 eilt die Behörde von Skandal zu Skandal. Seit letztem Jahr ist bekannt, dass Hunderttausende Verdachtsfälle nicht final bearbeitet wurden. KI-Tools sollten nun dabei helfen, den Stau abzuarbeiten, Olaf Scholz beschrieb sie als "essentiell". \3
Was für eine Enttäuschung. Eine neue Bundesoberbehörde soll eigentlich dafür sorgen, dass #Finanzkriminalität in Deutschland endlich effektiv bekämpft wird. Super Idee! Leider ist der letzte Gesetzesentwurf ein Trauerspiel. Was ist da los? \1
“Voller Einsatz gegen Finanzkriminalität”. Im Sommer 2022 kündigte Finanzminister #Lindner eine neue Bundesoberbehörde an, die Finanzkriminalität endlich effektiv bekämpfen soll. Der Name: die Bundesoberbehörde zur Bekämpfung von Finanzkriminalität, kurz BBF. \2
Die Grundidee ist super: Eine schlagkräftige Behörde auf Bundesebene, bei der Kompetenzen gebündelt werden, könnte die aktuellen Probleme bei der Bekämpfung der Finanzkriminalität reduzieren. Der erste Entwurf war noch ambitionierter.\3
Schützt Geld vor Strafverfolgung? Am Montag beginnt in Bonn der Prozess gegen Christian Olearius, Ex-Chef der Warburg-Bank. Es geht um kriminelle #CumEx -Geschäfte und die Frage, ob Olearius ins Gefängnis muss. Ein kleiner 🧵 zur Vorbereitung. handelsblatt.com/finanzen/banke…
Die Basisfakten sind bekannt: CumEx, neben CumCum der größte Steuerraub der deutschen Geschichte. Daran beteiligt, über Jahre: Tausende Menschen in Banken, Beratungen, Anwaltskanzleien. Der Schaden: 10 Milliarden Euro, mindestens. finanzwende.de/themen/cumex/
Eine der Banken, die an CumEx beteiligt waren, ist die Hamburger Warburg Bank. Traditionsreiches Geldhaus, mehr als 200 Jahre alt, bestens vernetzt in der Hansestadt. Ihr Chef damals: Christian Olearius.
Es war ein großer Erfolg, als sich 2021 137 Länder auf eine globale #Mindeststeuer für Unternehmen mit einem Umsatz von mind. 750 Mio. Euro einigten. Inzwischen liegen konkrete Gesetzestexte vor. Leider scheinen in der Zwischenzeit wichtige Aspekte verwässert worden zu sein! \1
Idee war, eine Mindeststeuer von 15% einzuführen. Beispiel: Wenn ein großes deutsches Unternehmen Teile der Gewinne in einem Niedrigsteuerland mit weniger als 15% besteuern würde, könnte #Deutschland die Differenz fordern. \2
In der Folge wäre der Druck auf Niedrigsteuerländer hoch gewesen, selbst Steuersätze von mindestens 15% einzuführen. \3
Nach 15 Jahren (!) ist die Umsetzung von #Basel3 abgeschlossen. Die Freude bei den Banken ist groß. Und wer das Thema halbwegs kennt, weiß: Das ist kein gutes Zeichen. Denn Europa hat sich von der #Finanzlobby über den Tisch ziehen lassen. Ein Thread! \1consilium.europa.eu/de/press/press…
Kurze Rückblende: Basel 3 ist ein Regelpaket für #Banken, beschlossen kurz nach der #Finanzkrise um 2008. Das Ziel: Solche Krisen in Zukunft verhindern. Das Mittel: Vor allem mehr Eigenkapital bei den Banken – mehr eigenes Geld also, für mehr Krisenfestigkeit. \2
Wichtig dabei: Basel 3 war schon eine Minimallösung, mit viel zu laschen Vorschriften, schon damals auf Druck der Bankenlobby. Und trotzdem begann die Bankenlobby gleich nach Verabschiedung damit, diese neuen Regeln noch weiter zu verwässern. \3