Was #TaurusLeak betrifft, sehe ich kein Problem im Inhalt. Deutsche Offiziere diskutieren, was die #Ukraine tun kann und was #Deutschland im Rahmen der Möglichkeiten beitragen kann. Ist doch gut, dass man Möglichkeiten erörtert hat. Was viel problematischer ist: /1
Seit fast zwei Jahrzehnten, ich persönlich kann mich an Seminare in meinem Studium erinnern, gibt es eine Debatte über Cybersicherheit gegen und Spionage durch Russland. Zusammen mit dem Rückbau der (militärischen) Spionageabwehr stehen wir auch nach 10 Jahren Krieg gegen die /2
Ukraine und 2 Jahren Großinvasion mit wenig bis nichts da. Dass dieses Gespräch wohl über eine offensichtlich nicht abhörsichere Webanwendung stattfand, ist wirklich ein Skandal. Bundeswehrkasernen werden von Dutzenden russischen Drohnen während Übungen ausspioniert. /3
Mich nervt es wirklich andauernd hier nur zu meckern. Aber wie ist das jetzt noch möglich? Es erschreckt mich, dass die Bundesregierung den Ernst der Lage anscheinend weiter herunterspielt. Ich halte das für gefährlich und ziemlich peinlich, wenn Russland unsere /4
militärischen Geheimnisse besser kennt als der Bundestag. Es untergräbt ehrlich gesagt den Glauben an Medien als vierte Gewalt, denn viele Kollegen schreiben seit langer Zeit über das Problem und haben in Interviews mit Experten wiederholt gewarnt. /5
Auch mein Glaube, und da bin ich nicht allein, dass wir in Deutschland derzeit sicher sind, erodiert immer weiter - besonders falls es im November zu einer erneuten Wahl Trumps kommt. Ich glaube auch hier herrscht Wunschdenken, dass es nicht so schlimm kommen wird. /5
Und was ich auch beobachte: Die gesellschaftliche Toleranzschwelle für Fehlleistungen der Bundesregierung ist erheblich gestiegen. Für solche Skandale sind früher Bundeskanzler zurückgetreten. Pistorius trifft hier mMn wenig Schuld. Der muss den Mist nur ausbaden. /6
Zusammengefasst: Die Hütte brennt und wir sitzen drin und schauen Tatort.
Erschreckend, was der Nachrichtenchef der @dpa @fhomburger für Geschütze auffährt, nur um zum Teil kontrafaktisch zu argumentieren, warum man bei den deutschsprachigen Nachrichtenagenturen weiter Kiew statt Kyjiw schreibt. Fangen wir mit Fakten an: 🧵 /1
@dpa @fhomburger Homburger, argumtiert unter Verweis auf den ehemaligen UN-Experten für Geographische Namen, Peter Jordan, Kiew sei seit Jahrhunderten im Deutschen als Schreibweise verankert. Nein, ist es nicht. Kyjiw genoss zwischenzeitlich auch andere Namen unter anderem den polnischen. /2
@dpa @fhomburger Dieser Name wurde übrigens sogar in deutschen Übersetzungen von Dokumenten von Katharina der Großen verwendet (siehe Bild). Es ist also faktisch nicht seit Jahrhunderten im Deutschen als Städtename der heute ukrainischen Hauptstadt verankert, sondern wurde variabel verwendet. /3
Es ist eines der ältesten Bilder in meiner Fotosammlung zur #Ukraine. 2008 war ich das erste Mal im Land und flog in das Land über Simferopol auf der #Krym ein. Am berühmten Schwalbennest konnte man viele Ukrainer und Russen treffen. /1
Doch damals war die Halbinsel als Teil der Ukraine auch für andere Touristen visafrei zugänglich. Und so waren wir nicht die einzigen Touristen, die dort auch den Liwadija-Palast besuchten, an dem sich Stalin, Roosevelt und Churchill zur Jalta-Konferenz trafen. /2
In Popovka fand wie jeden Sommer das Festival Kazantip statt, bei dem Leute aus aller Herren Länder gemeinsam zu elektronischer Musik tanzten. Das Festival ist bis heute legendär. Nach der Besetzung der Krym durch russische Truppen, fand es einen Sommer in Georgien statt. /3
#Slowjansk ist eines der beiden Zentren des von der #Ukraine gehaltenen #Donbas. Das Foto entstand an einem Badesee der für sein salziges Wasser bekannt ist: Slowjanskyj Kurort. Die Front ist von hier derzeit nur etwa 25 Kilometer entfernt. /1
Slowjansk war 2014 bereits von russischen Einheiten besetzt worden. Im Foltergefängnis der Polizeistation wurde unter anderem der US-Journalist Simon Ostrovsky gefangen gehalten. Anders als viele ukrainische Gefangene kam er nach drei Tagen wieder frei. /2
Während der Besatzung wurden mehrere ukrainische Zivilisten von den Besatzern wegen ihrer proukrainischen Einstellungen oder ihrer Religion ermordet. So töteten Mitglieder der sogenannten Russisch-Orthodoxen Armee 4 Mitglieder der Pfingstler-Kirche in Slowjansk. /3
Online-Ausstellung: Heile Ukraine - Blick in ein Land wie es einmal war
Mit dem Angriffskrieg #Russland|s gegen die #Ukraine kamen neben den Millionen Menschen viele ukrainische Städte, Dörfer, Inseln, Flüsse, Nationalparks und so viel mehr unter russische Besatzung. /1
Manche dieser Orte sind für ehemalige Bewohner, Freunde, Verwandte oder Touristen unerreichbar geworden, da sie hinter der Front liegen und nur von Seiten der Besatzer angefahren werden können. Daher bleiben vielen Menschen nur Erinnerungen und Bilder dieser Orte. /2
Andere Orte sind massiv von Russland durch Beschuss bedroht und haben ihr Aussehen mittlerweile komplett verändert, weil sie durch Beschuss und Zerstörung schwer gezeichnet sind. Wieder andere Orte sind Zufluchtsstätten für die Millionen von Binnenflüchtlingen geworden. /3
Ich muss mir nach meinem Tweet gesternzu #Navalny viel anhören ("Trauerpolizei", "empathielos".). Kritik kommt auch von Menschen, die ich schätze. Das ist ok. Es ist schwer, komplexe Gedanken in ein paar Tweets zu packen, besonders wenn sie mit Emotionen beladen sind. /1
Ich finde den Tod von Navalny nicht überraschend. Das #Putin-Regime hat schon zuvor versucht ihn umzubringen und hat ihn mehrfach inhaftiert. Dass er trotzdem von Berlin nach Russland ging, war auf eine Art mutig, auf eine andere fatalistisch. /2
Putin hat bereits Dutzende Oppositionelle umbringen lassen. Mich haben über die Jahre vier Morde mehr beschäftigt als andere: Anna Politkowskaja, Natalia Estemirowa, Sergej Magnitzky und Boris Nemzow. Sie alle stehen für ein Russland was ich einmal sehr schätzte. /3
Rafal Mekler von der Konfederacja in #Polen feiert, dass radikale 🇵🇱Protestierende die Zollplomben 🇺🇦LKWs mit Getreide gebrochen und Tonnen von Weizen auf die Straße geschüttet haben. Viele #Ukrainer sind sehr erbost darüber, denn das Getreide wird mitunter unter Lebensgefahr /1
in der #Ukraine geerntet - auf Feldern, die zum Teil vermint sind. Immer wieder fahren Traktoren auf Mienen, die Fahrer werden getötet. Gleichzeitig ist der Seeweg für den Transport über das Schwarze Meer zwar besser geworden, aber noch lange nicht ungefährlich. /2
Doch es gibt noch einen geschichtlichen Aspekt, den einige Ukrainer ansprechen: den Holodomor. In der Ukraine ist wegen der Hungersnot, bei der die Sowjets Millionen Ukrainer zu Tode hungerten, Getreide heilig. Jeder Rest davon oder Produkte daraus, wie Brot, werden verwendet. /3