Wenn das jetzt Alle machen auch von mir eine erste vorläufige und grobe Einschätzung zum #Bundeshaushalt 25. Ich habe den Vorteil Hintergründe zu kennen und den Nachteil sie nicht nennen zu dürfen. Aber einiges ist ja jetzt bekannt. 1/20
Die Ausgaben sinken gegenüber dem Vorjahr, aber deutlich weniger als ursprünglich geplant. Einsparungen im Sinne von Kürzungen konnten verhindert werden. Viele überrascht das. Mich nicht! Ihr müsst bei der #FDP einfach die Propaganda von der Realität unterscheiden. 2/20
Da wird immer wieder von Priorisierungen und einem ausufernden Sozialstaat geredet. Aber konkrete Kürzungsvorschläge? weitgehend Fehlanzeige. Mir ist jedenfalls nur Kleinkram untergekommen, der in keinem Verhältnis zur Lücke stand. Euch was Konkretetes? 3/20
Die Partei und ihre Hinterbänkler und Lautsprecher im Bundestag führt einfach eine Show auf, um die eigene Anhängerschaft bei der Stange zu halten. Bei 5% kein Wunder und außerdem machen Andere das auch. siehe Notlage und #SPD . 4/20
In der Realität hat sich #Lindner hingegen mal wieder beweglich gezeigt. Ja #Schuldenbremse ohne #Notlage, aber selbst ich finde es schwierig jetzt mit Kosten eine Notlage zu begründen, die man vorher auch ohne Notlage finanziert hat. 5/20
Ansonsten wurde schon viel getan, um die Lücke zu schließen ohne weniger Geld auszugeben. Die Möglichkeiten, die die Schuldenbremse für mehr Kreditaufnahme lässt wurden sehr stark ausgereizt. Hier einige Beispiele: 6/20
1. Zinsen werden periodengerecht verbucht. Heißt dass die heute wegen der Zinswende anfallenden Disagien nicht mehr im Kassenjahr gebucht werden, sondern über die Laufzeit verteilt. Das ist ein mittlerer bis hoher einstelliger Milliardenbetrag für 2025 7/20
2. Mit dem Nachtragshaushalt 2024 werden noch einmal 11 Milliarden neue Schulden aufgenommen, um in diesem Jahr entstehende Mehrkosten bei Bürgergeld, EEG-Umlage und kleineren Posten ohne Einsparungen finanzieren zu können. 8/20
3. Finanzielle Transaktionen werden stärker genutzt als schon in der Vergangenheit. Bahn erhält mehr Eigenkapital statt Zuschüssen. Für Bahn und Autobahn GmbH werden Darlehen geprüft. Das sind bekanntermaßen finanzielle Transaktionen in der Schuldenbremse. 9/20
Sie dürfen also über zusätzliche Verschuldung finanziert werden. Das Gleiche gilt für das Generationenkapital in der Rente u.s.w. #Lindner ist schon bereit mehr Schulden zu machen, um Finanzminister zu bleiben. Nur den Gesichtsverlust einer Notlage wollte er nicht. 10/20
4. Die Regierung hat Änderungen an der Konjunkturbereinigung vorgenommen. Unter Anderem auch das hat dazu geführt, dass die Konjunkturkomponente der Schuldenbremse fürs nächste Jahr 9,8 Milliarden zusätzliche Kredite erlaubt. 11/20
5. Man rechnet sich zusätzliche Steuereinnahmen und geringere Ausgaben ein, die aufgrund von zusätzlichem Wachstum durch die #Wachstumsinitiative entstehen. Klingt für euch unseriös? Für mich auch. Natürlich ist die Wachstumswirkung dieser Angebotsreformen sehr unsicher. 12/20
Ich bin da hochgradig skeptisch. Aber es hilft natürlich auch auf der Nachfrageseite. Ohne diese Verbuchung von zusätzlichen Einnahmen hätte man noch 5 Milliarden mehr einsparen müssen, was definitiv Wachstum gekostet hätte. Also beschwere ich mich darüber nicht. 13/20
6. Insgesamt wurde im Haushalt die Luft rausgelassen. Also bei Positionen, die in der Vergangenheit niedriger ausfielen als geplant (z.B. Abführungen an die EU!) die Ansätze abgesenkt. Und höhere globale Minderausgabe. Der Haushalt ist - mehr als früher - auf Kante genäht. 14/20
Das ist aber nicht schlimm, weil 7. die Schuldenbremse in der Vergangenheit oft übererfüllt wurde liegt auf dem Kontrollkonto der Schuldenbremse ein Guthaben von 49,2 Millarden Euro. siehe BMF Monatsbericht Januar 2024. Das darf eine Regierung nicht in der Planung nutzen. 15/20
Aber wenn der Haushalt schlechter abschließt als die Schuldenbremse erlaubt wird die Differenz vom Guthaben auf diesem Kontrollkonto abgezogen. Eine Einsparverpflichtung dort entsteht erst bei einem Defizit von mehr als 1% des BIP (§7 Abs.3 Art. 115-Gesetz) 16/20
Zwischen einem Guthaben von 49 Mrd. und einem Guthaben von ca. 44 Mrd. liegen über 90 Milliarden Euro. An der Stelle wird also nichts passieren. Man kann den Haushalt ruhig ein bisschen überbuchen bzw. risikofreudig ansetzen. 17/20
Damit will ichdas Ergebnis nicht schönreden. Natürlich wäre ein aus meiner Sicht besserer Haushalt möglich gewesen. Vor allem bei der Klimaschutzfinanzierung sehe ich große Probleme. Da ist zu wenig Geld und nach der BTW25 braucht es dort neue Antworten. 18/20
Vieles wird noch zu klären sein, und bei der Ampel ist nach dem Streit immer vor dem Streit. Aber #Lindner und die #FDP haben sich wirklich erstaunlich beweglich gezeigt um innerhalb der Schuldenbremse mehr Schulden möglich zu machen. Ein gutes Zeichen. 19/20
Die Reform der Schuldenbremse wird warten müssen bis nach der nächsten Wahl. Eine Regierung, die in ihrem letzten Jahr einen großen Wurf gemacht hat ist mir auch nicht bekannt. Und bei der Verfassungsänderung geht es ohne #CDUCSU auch gar nicht. 20/20 politischeoekonomie.com/nicht-ob-sonde…
Noch keine Einigung zum #Haushalt. Das ist angesichts der Probleme wenig überraschend und tut aktuell auch Niemandem weh. Umso mehr erstaunt mich die Kommentierung in der Öffentlichkeit. Muss mir dazu mal etwas Luft machen. 1/nbild.de/politik/inland…
Ausgangslage: Drei völlig verschiedene Parteien sind 2021 eine Koalition eingegangen. SPD und Grüne aus dem linken Lager und die FDP aus dem rechten Lager. Gemeinsamkeiten gibt es durchaus aber in der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik dominieren die Gegensätze. 2/n
Warum gab es dann diese Regierung? Weil Wahlergebnisse die Regel werden, die Mehrheiten eines politischen Lagers nicht mehr ermöglichen. Das starke Abschneiden von populistischen bis extremen Parteien verhindert solche Mehrheiten. 3/n
Die Regierung hat das #Rentenpaket beschlossen. Kernstück der Reform ist die Festschreibung eines Mindestrentenniveaus von 48%. Die Kritik von konservativer Seite war vorhersehbar und auch vorhersehbar falsch ist. 1/
Der wichtigere Teil der Reform ist das Mindestrentenniveau bis 2040. Hier die Entwicklung des Rentenniveaus in der Vergangenheit und die Prognose aus dem letzten Rentenversicherungsbericht. Ohne die Änderung würde das Niveau bis 2036 auf ca. 45% fallen. 2/
Was genau ist diese Kenngröße. Sie vergleicht einen Durchschnittsverdiener mit einem Rentner, der 45 Jahre den Durchschnitt verdient hat (und damit genau 45 Rentenpunkte erworben hat). Dabei wird jeweils das Einkommen nach Sozialabgaben aber vor Steuern genommen. 3/
Man fühlt sich bei #Merz und #Linnemann immer in die 80er und 90er zurückversetzt. #Steuersenkungen für Unternehmen, die sich quasi selbst finanzieren. Glücklicherweise hat das @iw_koeln das gerade für die Stiftung Familienunternehmen geschätzt. 1/13
Bei dem Auftraggeber und dem Auftragnehmer werden die positiven Effekte von Steuersenkungen mit Sicherheit nicht unterschätzt. Sie untersuchen eine Senkung der Körperschaftsteuer um 1%-Punkt pro Jahr bis nach 5 Jahren 5%-Punkte gesenkt wurden (also von 15 auf 10%. 2/13
Hier also nur für Kapitalgesellschaften und nicht für alle Unternehmen weshalb die Aufkommensausfälle auch nur etwa halb so hoch sind wie die derzeit genannten 30 Milliarden Euro. Hier die Wirkung nach 5 bzw. 10 Jahren. 3/13
Der Sachverständigenrat hat meines Erachtens einen lesenswerten Kompromissvorschlag zur #Schuldenbremse vorgelegt, der das Potential hat den politischen Dauerstreit zu beenden. 1/11 sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/date…
1. Übergangsphase nach einer Notlage zur schrittweisen Reduktion des Defizits. Das ist aus meiner Sicht aus zwei Gründen sinnvoll. Erstens, verhindert es eine fiskalische Vollbremsung die einen Wirtschaftsaufschwung gefährdet. 2/11
Zweitens, erlaubt es während einer Krise auch Investitionen vorzunehmen, deren Realisierung und Kosten teils später anfallen. Mit dem gegenwärtigen 0-1-Prinzip kann man nur im Notlagenjahr mehr ausgeben. Dann bleiben aber eigentlich nur konsumtive Maßnahmen. 3/
Bin etwas erstaunt über einige Kommentare zum #Haushalt2024. Es war ja nun klar, dass weniger Kreditaufnahme bedeutet, dass Ausgaben sinken und Steuern steigen müssen. Wer die #Schuldenbremse gut findet kann sich darüber nicht grundsätzlich beklagen. 1/25
Natürlich wird die Einhaltung der Schuldenbremse das #Wachstum senken. Auch das sollte Niemanden erstaunen, da das BIP die Summe aller Ausgaben ist und außerdem auch Multiplikatoreffekte entstehen. Beim konkreten Beschluss sollte sich das aber in Grenzen halten. 2/25
Die #FDP und Christian #Lindner klammern sich wie Ertrinkende an die Schuldenbremse. Mit Blick auf die Umfragen auch nicht erstaunlich. Aber bitter, denn natürlich weiß Lindner, dass die Union, würde sie regieren, die Schuldenbremse jetzt ändern würde. 3/25
Mir ist nach meinem letzten Thread aufgefallen, dass viele nicht wissen wie restriktiv die #Schuldenbremse tatsächlich ist, und wie stark die #Schuldenquote in Zukunft sinken würde, wenn sie eingehalten würde. Eine kleine mathematisch Simulation ganz ohne Theorie: 1/13
Ich gehe für 2023 von den Projektionen der EU Kommission für #Schulden und BIP aus. Daraus resultiert eine wahrscheinlich etwas zu hohe Schuldenquote von 67,6% für 2023. Der genaue Ausgangswert ist aber auch nicht entscheidend für die lange Frist. 2/13
Ich nehme an, dass wir jährlich ein Wachstum von 0,5% und eine Inflationsrate von 2% haben. Im Durchschnitt erscheint mir das eher konservativ. Außerdem unterstelle ich, dass der Bund die erlaubte strukturelle Neuverschuldung immer voll ausnutzt. 3/13