Lasst euch nicht ver.....en. Die #Nullrunde kommt beim #Buergergeld durch das im Gesetz festgelegte Berechnungsverfahren. Mit @c_lindner hat das rein gar nichts zu tun. 1/13 bild.de/politik/inland…
§ 28a SGB XII regelt wie das Bürgergeld angepasst wird solange keine neue Einkommens- und Verbrauchsstichprobe vorliegt (was erst nächstes Jahr der Fall sein dürfte). Es gibt zwei Faktoren. Der erste fasst Inflationsentwicklung und Löhne in der Vergangenheit zusammen. 2/13
Er besteht aus 70% Preisentwicklung und 30% Lohnentwicklung. Für die Forschreibung zum 1.1.2025 sind es die Veränderungen von Preisen und Löhnen zwischen Juli 2023 bis Juni 2024 gegenüber dem Zwölfmopatszeitraum davor. 3/13
Für die Preise haben wir das bereits vorliegen. Nimmt man die Daten des Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts ist das eine Veränderung um 3,47%. Aber das sind alle Preise und fürs Bürgergeld gelten die Preise, die dort in den Regelsatz einfließen. 4/
Das wiederum ist noch nicht bekannt. Aber weil Nahrungsmittel (nach starken Steigerungen in der Vergangenheit) jetzt eine geringere Inflation aufweisen und stark im Regelsatz enthalten sind ist davon ausgehen, dass diese Inflationsrate nicht darüber liegen wird. 5/13
Nehmen wir also als Beispiel die 3,47%. Dann die Nettolöhne. Da liegt in der VGR noch nicht die Entwicklung des zweiten Quartals vor (sollte bald erscheinen), aber nehmen wir mal an, dass sie 10% über denen des 2. Quartals 2023 lagen. Dann haben wir bei den Löhnen 8,21% 6/13
Der gewichtete Durchschnitt dieser beiden Werte wäre dann 4,89%. Das wird auf das Ergebnis der letzten Basisforschreibung angwendet. Das waren 512 Euro. +4,9% ergibt einen Regelsatz von 537 Euro. Als nächstes kommt die erweitere Fortschreibung. 7/13
Das ist der durchschnittliche Preisindex April bis Juni 2024 gegenüber dem Durchschnitt dieser drei Monate ein Jahr zuvor. Das ergibt für den VPI 2,29%. Auch da würde ich davon ausgehen, dass es für den Regelsatz eher leicht niedriger ist, aber nehmen wir die Zahl. 8/
Nochmal 2,3 % aufschlagen und der neue Regelsatz liegt aufgerundet bei 550 Euro. Gegenüber den heutigen 563 Euro müsste also um 13 Euro abgesenkt werden. § 28a Abs. 5 SGB XII sagt das dass nicht gemacht wird, sondern der Regelsatz dann gleichbleibt = Nullrunde. 9/13
Will sagen: #Lindner versucht den harten Hund gegen eine Ausweitung des Sozialstaats zu geben. In Wirklichkeit hat die Nullrunde nichts mit ihm zu tun, sondern ist logisches Ergebnis des Berechnungsverfahrens im Gesetz und der starken Inflationsüberschätzung letztes Jahr. 10/13
Denn es ist im Berechnungsverfahren so angelegt, dass die erweiterte Fortschreibung letztes Jahr durch die Basisfortschreibung dieses Jahr korrigiert wird. Durch diese Korrektur kommt es jetzt zur Nullrunde. Aber es ist ja bekanntlich Wahlkampf und die #FDP steht mies da. 11/13
Statt jetzt diesen Populismus zu betreiben sollte man sich lieber dafür einsetzen, dass nach dem Urteil des #Bundesverfassungsgericht zum #Wahlrecht die Fünf-Prozent-Hürde auf z.B. 3% gesenkt wird. Das würde nicht nur das Problem der FDP lösen, sondern auch das .... 12/13
eingebildete der #CSU. Und außerdem hätte auch die #Linke wieder eine reelle Chance und generell würde der politische Wettbewerb intensiver und belebt werden. /end
@c_lindner @threadreaderapp unroll
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Was von #Linnemann zum #Bürgergeld immer wieder kommt ist falsch, populistisch und verfassungswidrig. Die #CDU sollte sich sehr gut überlegen, ob sie beim Thema weiterhin Ressentiments schüren und Unwahrheiten verbreiten will. Ein 🧵 1/37
Es fängt an bei der Rhetorik. Da hört man oft: „Die Fleißigen, die jeden Morgen aufstehen und zur Arbeit gehen.“ Was will man damit ansprechen? Den Sozialneid Derjenigen, die ihre schlecht bezahlten Jobs oder schlechten Arbeitsbedingungen hassen? 2/37
Dann sollte man vielleicht eher daran was ändern, anstatt mit einer Bürgergeldreform, die die Verhandlungsposition der Arbeitslosen schwächt, die Arbeitsbedingungen eher noch weiter zu verschlechtern. Dazu aber Ablehnung wie bei der Erhöhung des #Mindestlohn. 3/37
Wenn das jetzt Alle machen auch von mir eine erste vorläufige und grobe Einschätzung zum #Bundeshaushalt 25. Ich habe den Vorteil Hintergründe zu kennen und den Nachteil sie nicht nennen zu dürfen. Aber einiges ist ja jetzt bekannt. 1/20
Die Ausgaben sinken gegenüber dem Vorjahr, aber deutlich weniger als ursprünglich geplant. Einsparungen im Sinne von Kürzungen konnten verhindert werden. Viele überrascht das. Mich nicht! Ihr müsst bei der #FDP einfach die Propaganda von der Realität unterscheiden. 2/20
Da wird immer wieder von Priorisierungen und einem ausufernden Sozialstaat geredet. Aber konkrete Kürzungsvorschläge? weitgehend Fehlanzeige. Mir ist jedenfalls nur Kleinkram untergekommen, der in keinem Verhältnis zur Lücke stand. Euch was Konkretetes? 3/20
Noch keine Einigung zum #Haushalt. Das ist angesichts der Probleme wenig überraschend und tut aktuell auch Niemandem weh. Umso mehr erstaunt mich die Kommentierung in der Öffentlichkeit. Muss mir dazu mal etwas Luft machen. 1/nbild.de/politik/inland…
Ausgangslage: Drei völlig verschiedene Parteien sind 2021 eine Koalition eingegangen. SPD und Grüne aus dem linken Lager und die FDP aus dem rechten Lager. Gemeinsamkeiten gibt es durchaus aber in der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik dominieren die Gegensätze. 2/n
Warum gab es dann diese Regierung? Weil Wahlergebnisse die Regel werden, die Mehrheiten eines politischen Lagers nicht mehr ermöglichen. Das starke Abschneiden von populistischen bis extremen Parteien verhindert solche Mehrheiten. 3/n
Die Regierung hat das #Rentenpaket beschlossen. Kernstück der Reform ist die Festschreibung eines Mindestrentenniveaus von 48%. Die Kritik von konservativer Seite war vorhersehbar und auch vorhersehbar falsch ist. 1/
Der wichtigere Teil der Reform ist das Mindestrentenniveau bis 2040. Hier die Entwicklung des Rentenniveaus in der Vergangenheit und die Prognose aus dem letzten Rentenversicherungsbericht. Ohne die Änderung würde das Niveau bis 2036 auf ca. 45% fallen. 2/
Was genau ist diese Kenngröße. Sie vergleicht einen Durchschnittsverdiener mit einem Rentner, der 45 Jahre den Durchschnitt verdient hat (und damit genau 45 Rentenpunkte erworben hat). Dabei wird jeweils das Einkommen nach Sozialabgaben aber vor Steuern genommen. 3/
Man fühlt sich bei #Merz und #Linnemann immer in die 80er und 90er zurückversetzt. #Steuersenkungen für Unternehmen, die sich quasi selbst finanzieren. Glücklicherweise hat das @iw_koeln das gerade für die Stiftung Familienunternehmen geschätzt. 1/13
Bei dem Auftraggeber und dem Auftragnehmer werden die positiven Effekte von Steuersenkungen mit Sicherheit nicht unterschätzt. Sie untersuchen eine Senkung der Körperschaftsteuer um 1%-Punkt pro Jahr bis nach 5 Jahren 5%-Punkte gesenkt wurden (also von 15 auf 10%. 2/13
Hier also nur für Kapitalgesellschaften und nicht für alle Unternehmen weshalb die Aufkommensausfälle auch nur etwa halb so hoch sind wie die derzeit genannten 30 Milliarden Euro. Hier die Wirkung nach 5 bzw. 10 Jahren. 3/13
Der Sachverständigenrat hat meines Erachtens einen lesenswerten Kompromissvorschlag zur #Schuldenbremse vorgelegt, der das Potential hat den politischen Dauerstreit zu beenden. 1/11 sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/date…
1. Übergangsphase nach einer Notlage zur schrittweisen Reduktion des Defizits. Das ist aus meiner Sicht aus zwei Gründen sinnvoll. Erstens, verhindert es eine fiskalische Vollbremsung die einen Wirtschaftsaufschwung gefährdet. 2/11
Zweitens, erlaubt es während einer Krise auch Investitionen vorzunehmen, deren Realisierung und Kosten teils später anfallen. Mit dem gegenwärtigen 0-1-Prinzip kann man nur im Notlagenjahr mehr ausgeben. Dann bleiben aber eigentlich nur konsumtive Maßnahmen. 3/