ℹ️ Angriff auf Israel: Der Abend vor dem Krieg?
…für Dummies
Es steht ein großer Angriff des Irans auf Israel bevor.
Die Medien berichten zwar entsprechend. Doch die Resonanz auf Social Media erweckt den Eindruck, dass Viele sich nicht bewusst sind, was dort passiert und vor allem droht.
▶️ Nachdem Israel den politischen Chef der Hamas Ismail Haniyya in der iranischen Hauptstadt Teheran ausgeschaltet hat, hat der Iran schnell mit der Ankündigung der Rache reagiert.
▶️ Im April hatte Israel bereits den Kommandanten der iranischen Revolutionsgarden durch einen Luftschlag im syrischen Damaskus getötet. Am 13. April startete der Iran einen Großangriff auf Israel.
Dieser Angriff blieb weitestgehend erfolglos.
Ich bin sicher, mit einem solchen Angriff wird der Iran es diesmal nicht bewenden lassen. Ich rechne in der kommenden Nacht mit einem starken Angriff auf Israel.
Allerdings kann sich das auch um einige Nächte verzögern. Offenbar ist der Iran nicht in der Lage, seine zumeist mobilen Raketenstarter schnell in Position zu bringen.
Hinzu kommt die Koordination. Die iranischen Proxys werden sich an dem Angriff beteiligen.
Das wären die Hisbollah im Libanon, die Huthi im Jemen, die Hamas und der Islamische Dschihad in Palästina in der Westbank und im Gazastreifen sowie die verschiedenen islamischen Gruppen in Syrien und dem Irak.
▶️ Das alles ist zunächst verwirrend.
Alles läuft auf einen seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt hinaus, bei dem es eigentlich gar nicht um Israel geht.
▶️ Der Iran ist eine islamische Republik, der Religionsführer steht über dem Ministerpräsidenten. Es ist eine Diktatur.
Auf der anderen Seite stehen die arabischen Staaten, die weltlich regiert werden. Allen voran Saudi-Arabien, regiert von dem Clan der Saud. Diese wollen ihre Macht behalten.
Hinzu kommt der Konflikt zwischen dem schiitischen Glauben Minderheit) des Iran und dem sunnitischen Glauben (Mehrheit) Saudi-Arabiens. Der ist aber weit weniger wichtig, als viele Menschen glauben.
▶️ Der Iran versucht, alle Muslime zu mobilisieren, um diese Sonderstellung des schiitischen Glaubens auszugleichen. Fast alle Kriege der Region lassen sich auf diesen Konflikt zurückführen.
Dazu nutzt der Iran seine Proxys, die benannten Terrorgruppen. Ein gemeinsamer Feind verbindet, und das ist Israel.
Der Iran steht eher Russland nahe, Israel eher den USA und Europa.
▶️ Daraus ergeben sich wiederum weitere Konflikte. Beispielsweise ist das jordanische Königshaus sehr westlich orientiert, die etwa 2,6 Millionen im Land lebenden Palästinenser sind eher unerwünscht, denn es gab bereits einen Bürgerkrieg (Schwarzer September).
Die in Syrien herrschende Diktatur der al-Assad gehört der Minderheit der Alewiten an. Und der Baath-Partei, die sich wiederum immer an der Sowjetunion orientiert hat. Deshalb steht Syrien, obwohl die Mehrheit sunnitische Araber sind, auf Seiten des schiitischen Iran.
So kann man das Land für Land für die ganze Region aufdröseln.
▶️ Schaut man nun auf die Karte, versteht man vielleicht das scheinbare Chaos. Und wo die Gefahr eines großen Angriffs des Irans auf Israel liegt.
Aus dem Iran auf Israel abgefeuerte Raketen müssen fast zwangsläufig Länder überfliegen, die das sicher nicht gut finden.
Saudi-Arabien hat auch schon beim Angriff im April wohl Raketen abgeschossen, das blieb aber unbestätigt. Sicher ist, dass die jordanische Luftwaffe aktiv Raketen des Irans abgeschossen hat.
▶️ Darüber Hinaus haben die USA eine Marinegruppe vor dem Libanon liegen.
Dabei handelt es sich um Landungsschiffe. Die aber fast so groß wie Flugzeugträger sind. Sie können auch Menschen evakuieren.
Dort kreuzen auch Schiffe der Briten.
▶️ Darüber hinaus haben die USA gestern bekannt gegeben, dass der Flugzeugträger Roosevelt in Persischen Golf verlegt wurde. Dieser Verband liegt nun mit mindestens einem Kreuzer der Ticonderoga Klasse und drei Zerstörern unmittelbar vor dem Iran. Das ist zumindest das, was öffentlich ist. Zu solchen Verbänden gehören aber immer auch U-Boote und Versorger.
Zusätzlich befindet sich ein weiterer Verband mit dem Flugzeugträger Lincoln im Zulauf. Die dazugehörigen Schiffe wurden nicht bekannt gegeben.
Und als wenn das nicht reicht, hat der US-Verteidigungsminister gesagt, dass zwölf weitere Schiffe in die Region entsendet wurden. Dabei ist jedoch nicht klar, ob diese zum Verband der Lincoln gehören.
Ebenfalls nicht genauer bezeichnet ist ein weiteres Fliegergeschwader, das in die Region verlegt wird.
*⃣ Das ist die größte Ansammlung von Kriegsschiffen in so genannten „Strike Groups“, also einsatzbereiten Verbänden, die ich jemals gesehen habe.
▶️ Dass etwas Großes passiert, erkennt man auch daran, dass die USA ihre Staatsbürger aufgefordert hat, sofort den Libanon zu verlassen. Mit dem ausdrücklichen Hinweis, das erste Flugticket zu kaufen, das man bekommen kann. Egal wohin.
*⃣ Ich rechne ausdrücklich nicht mit einem großen Bodenkrieg, den sowohl Israel als auch die USA vermeiden wollen.
Aber diese Situation bietet viele Szenarien, was alles passieren kann.
▶️ Wird ein US-Schiff angegriffen, wird dieser Verband sofort massiv antworten. Die haben auch Flieger, Marschflugkörper und ballistsiche Raketen im Gepäck. Die rufen dafür nicht extra noch in Washington an. Das ist bei der Marine aus taktischen Gründen unüblich.
▶️ Wird der Iran hart getroffen, kann das die dortige Opposition und das Volk ermutigen, einen Bürgerkrieg vom Zaun zu brechen.
▶️ Wird die Hisbollah im Libanon hart getroffen, kann das auch dort einen Bürgerkrieg auslösen.
▶️ In Jordanien kann es zu Aufständen kommen, nach der Tötung Haniyyas sind bereits zehntausende vor die israelische Botschaft gezogen.
▶️ Die Lage im Irak ist völlig fragil. Dort kann es auch zu Angriffen auf US-Basen kommen, die diese sicher nicht unbeantwortet lassen würden.
Daher bin ich sicher, das entsendete Geschwader wird dort im Einsatz sein. Der Bereich schließt auch den nördlichen Irak mit ein, wo bereits auch britische Flieger im Einsatz sind.
In der angespannten Situation geht es also eher weniger darum, was in Israel passiert. Ich bin sehr sicher, Israel wird auch einen neuerlichen Raketenangriff gut überstehen.
Die Gefahr liegt darin, dass aus einer statischen Lage irgendwo plötzlich eine dynamische Lage wird.
Das dürfte auch der Grund für den massiven Einsatz der USA sein.
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Mitleid ist alles, womit die Palästinenser argumentieren können.
Hinterfragt man das, entzieht durch Fakten das Momentum des Mitleids, wird man angegriffen und beleidigt.
Vorhersehbar und kein Grund für Aufregung.
Faszinierend ist nur, dass die Menschen urteilen über das, was ich tue, ohne überhaupt zu wissen, was ich tue.
Der Kern meiner Tätigkeit ist Medienmeldungen zu hinterfragen und für Laien verständlich zu erklären. Das Mittel meiner Wahl ist die Auswertung, da ich in meinem vorherigen Leben Luftbildauswerter war.
Wenn jemand etwas von „Kriegsverbrechen“ Israels erzählt, ist inzwischen meine Standardantwort, er möge bitte drei konkrete Kriegsverbrechen nennen. Mir ist eines bekannt und ein mögliches.
Das Problem daran ist, dass die meisten Menschen weder so genaue Informationen haben, noch überhaupt wissen, was ein Kriegsverbrechen ist.
Gestern hatten wir wieder so einen Fall.
Eine Kommentatorin meinte, ich wolle Kriegsverbrechen schönreden. Worauf ich die Frage stellte.
Als Antwort kam das übliche sie sei nicht mein Google, etwas von „zu Tode gefolterte Ärzte“ und ein Artikel der Haaretz.
So weit, so üblich.
Zumindest über das letztgenannte Verbrechen hast du doch damals einen wie immer schwach recherchierten Text geschrieben, dessen Schlussfolgerungen heute unhaltbar sind“
Oha, Konkretes.
Soweit wagen sich wenige vor.
Gehen wir es durch.
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Zunächst ist auffällig, dass Englische Begriffe evrwendet wurden. Geschenkt.
Zu dem „Mehl Massaker“ habe ich zwei Artikel veröffentlicht, inklusive einer Auswertung am 02.03.2025.
Ich kam vor allem aufgrund der Infrarot-Aufnahmen zu dem Schluss, dass die Angaben der Hamas, dass 104 Menschen getötet und etwa 760 verletzt worden wären, schlicht absurd sind.
Die LKW des Hilfskonvois wurden in unmittelbarer Nähe von israelischen Merkava Kampfpanzern, die den Konvoi wohl überwachen oder gar schützen sollten, überrannt und geplündert. Ein Palästinenser wurde überfahren, mindestens ein Fahrer aus der Fahrerkabine gezerrt.
Die naheliegendste Erklärung (Ockhams Rasiermesser) ist, dass Palästinenser sich den Panzern genähert haben und diese dann zum Selbstschutz Feuerstöße mit dem MG abgaben.
Ein völlig normaler Vorgang, auch in der Bundeswehr wird so etwas trainiert.
Die IDF sprach von 10 Verletzten und Verwundeten, was ich aufgrund der Quellen für wahrscheinlicher halte.
Bei dem angeblichen „Zelt-Massaker“ ist es etwas komplizierter zu finden. Zugegeben.
Ich wusste nicht einmal, dass man es so nennt.
Bereits in der Nacht hatte ich einen kurzen Bericht verfasst.
Die Tagesschau übernahm eine Meldung des Roten Halbmondes, nach der Zelte in einer humanitären Zone beschossen worden seien.
Durch die Medien ging auch, dass ein Lager der UNRWA bombardiert worden sei.
Im Oktober hatte ich bereits zwei Debriefings zum Schlagabtausch Iran-Israel veröffentlicht.
Das ist dieses Mal weit komplexer.
Daher erkläre ich ad hoc mal den Hintergrund, der meiner Meinung nach wichtig ist, zu verstehen. Dann versteht man sicher auch, wie absolut realitätsfremd es ist, wenn einig noch von der Zerstörung Israels phantasieren. Und was wir in den Handyvideos sehen.
Die Region wurde in der Antike oft „Pars“ genannt. Die bis heute größte Bevölkerungsgruppe sind die Parsen, die Perser. Die persische Sprache wird daher auch „Farsi“ genannt.
Die Region wurde von den dort Lebenden schon zur gleichen Zeit „Iran“ genannt. Das wurde 1935 offizielle Bezeichnung des Staates, um die anderen Ethnien zu inkludieren.
Der Iran gehört nicht zu den arabischen Ländern.
Vorher regierte der Schah. Wie der an die Macht gekommen ist, wird Stoff für einen anderen Beitrag sein. Das Land war sehr westlich orientiert, es gibt viele Fotos aus der Zeit von Iranerinnen mit den typischen 70er-Jahre Miniröcken.
Ab 1963 kam es zu islamischen Unruhen und Aufständen, angeführt von Ruhollah Chomeini, später bekannt als Ayatollah Khomeini. 1979 kam es dann zur islamischen Revolution. Der Schah wurde abgesetzt, viele Anhänger des „westlichen“ Systems flohen.
Daher sind sie hier nie groß aufgefallen und öffentlich thematisiert worden, weil sie „gut integriert“ sind. Sie waren ja „westlich“ orientiert. Zur Abgrenzung bezeichnen sie sich selber daher nicht als Iraner, sondern als Perser.
Ein Grund für die Gegenwehr waren u.a. die Frauenrechte und die Alphabetisierung, also dass jeder Lesen und Schreiben lernen sollte. Das sahen die Radikalen als Angriff auf den Islam.
Alle Konflikte in der Region haben diesen Hintergrund. Nicht, weil der Iran nicht arabisch ist oder weil es Schiiten und die anderen Sunniten sind. Sondern vor allem, weil der Iran eine Theokratie ist, Staatschef ist der religiöse Anführer (Ajatollah).
Die tatsächliche Macht ist aber die Keimzelle des Islam Saudi-Arabien, das aber weltlich vom Haus Saud regiert wird. Jemen, Hisbollah, Gaza, Syrien, IS…
Der Iran hatte vorher natürlich auch seine Waffen im Westen gekauft. Damit war bei dem neuen Regime Schluss.
Heute hat der Iran zwar etwas Geld. Aber niemand will ihm Waffen verkaufen, zumindest nicht im entsprechenden Umfang. Also muss er vieles selber produzieren und improvisieren.
Zunächst hat der Iran mehr als doppelt so viele Soldaten wie die Bundeswehr. Aber ein Militärbudget von bummelig 10 Milliarden. Was der Hälfte der Niederlande entspricht. Ein Land, das etwa 40-mal in den Iran passt. Was bedeutet, dass die Verteidigung viel weiter auseinandergezogen ist.
Masse statt Klasse. Soldaten sind – noch dazu in einem Regime – preiswerter als Flugzeuge.
Der heutige Iran hatte nie Geld für größere Anschaffungen. Weshalb er keine Möglichkeiten hat, seine vielen Soldaten irgendwohin zu bringen.
Zum Beispiel hat er ein altes Containerschiff gekauft und es zum Hubschrauberträger - vor allem für Drohnen - umgebaut: Die Shahid Bahman Bagheri.
Zwischen dem Iran und Israel liegen der Irak und vor allem Jordanien. Und das jordanische Königshaus, ebenfalls weltlich und eher westlich orientiert, beteiligt sich an den Abwehrmaßnahmen Israels.
Der Iran hat also gar keine Chance, irgendwie nach Israel zu kommen. Nicht einmal mit einer Kamel-Karawane durch die irakische Wüste.
Die Luftwaffe des Irans besteht daher immer noch aus altem, westlichem Zeug.
Gut, das Alter an sich spielt nicht die entscheidende Rolle, die USA haben noch Tanker aus den 1950ern. Aber die Technik wurde nie modernisiert. Ging ja nicht.
Die Kampfflugzeuge bestehen vor allem aus amerikanischen Phantom, die ursprünglich für den Koreakrieg gebaut wurden, chinesischen Chengdu Abfangjägern aus den 1960ern, französischen Mirage F1, immerhin aus den 1970ern und ein Geschwader russischer MiG 29, die Deutschland, von der DDR übernommen, schon vor 20 Jahren an Polen verschenkt hat, das diese jetzt modernisiert an die Ukraine verschenkt.
(Bild: Iranische F-5, Erstflug 1952, seit 1987 nicht mehr produziert, 2006)
Es war also naheliegend, dass der Iran in Raketen investiert. Diese sind immer noch preiswerter als eine neue Luftwaffe – Russland würde als Lieferant eh gerade ausfallen – und man kann damit schön auf dicke Hose machen.
Das Problem ist, dass diese auch überwiegend veraltet sind.
Darüber hilft der Iran (wie Russland) sich hinweg, indem er die israelische Flugabwehr mit billigen Shahed Drohnen versucht zu überlasten. Was aber auch nicht so ganz funktioniert.
Deshalb hat der Iran Geld in die Hand genommen und in ballistische Mittelstreckenraketen investiert, beispielsweise die Ghadr-110. Ballistisch bedeutet, die steigen steil sehr hoch, fliegen dort oben dann mit weniger Widerstand, und stoßen dann auf Israel runter.
2022 hat der Iran auch die Fattāh in Dienst gestellt, eine Hyperschall-Rakete. Da sie aber ballistisch ist, wird sie vermutlich eh Hyperschall erreichen. Etikettenschwindel. Und vermutlich sind das die Dinger, die wir in Social Media Videos in Israel einschlagen sehen.
Was immer noch sehr wenige sind. Wenige gefeuerte und noch weniger, die durchkommen. Was auch nahelegt, dass der Iran nicht sehr viele davon hat.
Und dadurch erklärt sich das Bild, das sich derzeit abzeichnet:
Der Iran feuert Raketen auf Wohngebiete. Weil er gar nicht anders kann.
Auf Wohngebiete zu feuern ist in weiten Teilen der Welt völlig legitim, auch durch Russland bereits in Syrien.
Er hat aber wohl gar nicht die Kapazitäten, um das israelische Militär anzugreifen. Weil Flugplätze wie Ramon oder Nevatim, im Süden in der Wüste, natürlich extra geschützt sind.
Das Regime kann ja gar nicht anders. Es muss Stärke zeigen, vor allem nach innen. Die Lösung ist Raketen auf Wohnhäuser zu schießen.
Umgekehrt hat Israel aber inzwischen die Lufthoheit über dem Iran. Es greift Basen und Stellungen an. Mehr, als ich in einem Jahr aufzählen und prüfen könnte.
Und weil der Iran in seiner Zwickmühle nun doch Zivilisten angegriffen hat, ist Israel auch dazu übergegangen, die Ölindustrie zu zerstören.
Manchmal werden mir hellseherische Fähigkeiten zugesprochen, die plötzlich einfach nur logisch erscheinen, wenn man den Hintergrund kennt.
Also schaue ich nochmal in meine Glaskugel:
Die Angriffe auf Israel werden schwächer und schwächer werden.
Wie hart das iranische Regime tatsächlich getroffen wurde, wird sich erst mit einiger Zeit sagen lassen. Denn die Raketen-Angriffe sind ja nur das Aushängeschild; das, was der Iran am besten und wohl auch als einziges kann.
Und jetzt soll mir bitte nochmal jemand erzählen, dass der Iran Uran waffenfähig anreichert, aber keine Vorbereitungen hatte, es für die schönen neuen Hyperschall-Fattāh zu verwenden. Ich ziehe mir derweil den Hut mit dem Hammer auf.
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▶️ Am vergangenen Freitag, 16.05.25 berichten viele Medien, dass Israel am 13.05.25 einen Luftangriff auf das europäische Krankenhaus in Chan Yunis durchgeführt hat.
Aufmacher der Nachricht war, dass die „letzte Krebsklinik“ im Gazastreifen schließen musste.
Was u.a. von WHO-Chef Tedros Ghebreyesus sofort kritisiert wurde.
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Bemerkenswert ist, dass es keine Bilder der Zerstörung des Krankenhauses zu geben scheint.
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Ich habe das zur Auswertung geprüft, um abgleichen zu können, wo welche Zerstörung zu erkennen ist. (Wirkungsbilder)
Auch für die Presse gibt es scheinbar keine Bilder, die so etwas zeigen würden. Ich habe viele Presseberichte, Luftbilder und Datenbanken für Stock Medien geprüft.
Kurzauswertung: Israel bombardiert Flüchtlingscamp
Auf Social Media wird ein Video verteilt, das zeigen soll, dass Israel das Flüchtlingslager al-Mawasi bei Chan Yunis bombardiert hat.
Was ein Soldat dort sieht, ist etwas anderes, als ein Laie sieht.
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Zunächst ist bemerkenswert, dass sich darüber weder eine Pressemeldung noch entsprechendes Bildmaterial finden lassen. Nur dieses Video, das am oder kurz vor dem 14.04.25 entstanden sein soll.
Eine Meldung arabischer Medien vom 11.04. besagt, dass bei einem Drohnenangriff auf al-Mawasi zwei Zivilisten getötet worden seien.
Bei diesem Video handelt es sich jedoch nicht um einen Drohnenangriff.
Al-Mawasi ist die humanitäre Schutzzone, die Israel zugeordnet hat. Immer wieder verstecken sich dort auch hochrangige Mitglieder der Hamas. Häufig in Tunneln und Bunkern.
Dadurch verliert die Schutzzone ihre Immunität.
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So auch die Nummer 2 der Hamas im Gazastreifen und Befehlshaber der Qasam Brigaden, Mohammed Masri „Deif“.
Wer es noch nicht gemerkt hat: Ich bin nicht nur ehemaliger Soldat. Sondern auch ein krankhafter Logik-Fanatiker.
Ich habe über Jahre mein Geld u.a. damit verdient, als Fachjournalist Studien zu prüfen und daraus gezogene Schlussfolgerungen und Schlagzeilen zu widerlegen.
Vermutlich bin ich eine Reinkarnation von Descartes oder Aristoteles oder so einem Freak.
Nicht „die“ Reinkarnation. Nur eine. So'n Bruchteil. Mehr so obenrum. Ein empfindsamer Nerd gefangen im Körper einer bulgarischen Gewichtheberin.
Gestern kam ich in eine Diskussion mit dem X-Account @MIGO_Offiziell, der meinte, die Ukraine verliert „jetzt gerade“ den Krieg. Da habe ich natürlich nett nachgefragt, wie er darauf kommt.
Die Antwort war vorhersagbar: Weil er diese oder jene selektiven Infos dazu hätte.
Wobei er im Profil angegeben hat „Data Analyst“ zu sein und eigentlich Confirmation Bias und solche Verzerrungen kennen müsste.
Andere Nutzer beschimpften ihn gleich als „Russen-Troll“. Was ich ablehne, wenn ich nicht sehr sicher bin.
▶️ Abends postete er dann in dieser Diskussion ein Diagramm. Das zeigt, wie viel Raumgewinn die Russen in der Ukraine seit Dezember 2022 gemacht haben. Das sieht wirklich dramatisch aus.
Also habe ich nach der Quelle gefragt. Er gab an, er habe sie selber erstellt.
Nur fürs Protokoll: Eine Privatperson, die sich die Daten eines besetzten Gebetes zieht und daraus ein Diagramm erstellt… Also selbst ich habe in meiner Freizeit besseres zu tun. Am Ende von Rolltreppen stehenbleiben oder sowas.
Dürft Ihr mit mir nicht machen, sowas. Ich war getriggert.
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Ich Depp habe mich also nachts hingesetzt, und einen eigenen Graphen mit den gleichen Daten erstellt.
Da habe ich Spaß dran. Und wollte eh noch etwas arbeiten.
Ich habe die Daten nur grob übernommen. Da es nur um die Relation geht und um die Verzerrung.
Als Beweis einmal die gleichen Daten – vereinfacht – in meinem Diagramm.
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Das Problem ist jetzt, dass die Daten nur von Dezember 2022 bis Oktober 2024 gehen.
Russland hat die Ukraine aber im Februar 2022 überfallen.
Man muss die Waagerechte also verlängern, um eine zuverlässige Relation zu bekommen. Denn Russland hatte ja auch ganz viel erobert und dann wieder verloren.
Hinzu kommt, dass die Krim und Teile des Donbass ja schon seit 2014 besetzt waren. Macht man die Achse aber so lang, kann man kaum noch etwas erkennen.
Von 2014 bis 2022 hat sich aber nicht viel geändert. Also kann man sie ruhig im November 2022 abschneiden.
Was dadurch passiert, ist recht einfach:
Zum einen ist zu sehen, wie viel Gebiet Russland schon erobert und verloren hatte. (Quelle: Statista)
Und zum anderen wird die Linie gestreckt. Und plötzlich sieht das alles gar nicht mehr so dramatisch aus.
Es sind aber die gleichen Daten, versprochen!
Fast genau um fünf Uhr hat es mich wieder an die Tastatur getrieben.
Früh war ich eingenickt und konnte nicht wieder einschlafen. Gelangweilt scrollte ich durch die Accounts. Und dabei fiel mir ein Posting ins Auge, dass mich stutzig gemacht hat.
Und es wurde immer schlimmer. Aber gehen wir es durch.
Der Account „Dr. Yousef Gaza“ @Yousef_Gazaa postete vor vier Tagen das Bild einer von Leichen umringten „Pressekonferenz“. (Bild 1)
Das Motiv ist mir gut bekannt.
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Am Abend des 17. Oktober detonierte ein Flugkörper am al-Ahli Krankenhaus in Gaza.
Das von der islamistischen Terrororganisation Hamas geleitete Gesundheitsministerium veröffentlichte sehr schnell, bei diesem angeblich israelischen Angriff „auf“ ein Krankenhaus seien 471 Menschen getötet worden.
Die Medien weltweit übernahmen diese Meldung unkritisch. Weltweit kam es zu Protesten und Demonstrationen.
Schon früh am nächsten Morgen waren Pressefotos zu kaufen. Anhand derer ich das noch vor den großen Medien ausgewertet habe. Und nachweisen konnte, dass diese Geschichte – bei aller üblichen Vorsicht – schlicht gelogen ist.
Ein kleiner Flugkörper war auf einem Angestelltenparkplatz hinter dem Krankenhaus detoniert. Zwei Nebengebäude waren dabei leicht beschädigt, aber kaum oder gar nicht zerstört worden.
Während ich das schrieb (und später leider nur auf der Facebook Fanpage veröffentlichte, Bild 2), veröffentlichten die IDF Luftbilder (Nachtsicht) kurz vor und nach der Detonation. Sie zeigten nicht nur, dass der Parkplatz menschenleer war. Sondern stützten auch die sehr geringe Zerstörung.
Durch auf Social Media veröffentlichte Videos, die Anflug und Einschlag zeigten, kam kurz danach heraus, dass es sich um eine fehlgeleitete Rakete der Palästinenser handelte. Die Richtung des Beschusses konnten mit dem Luftalarm der vorherigen Nacht abgeglichen werden und legten nahe, dass es sich um eine selbstgebaute Rakete des Islamischen Dschihad gehandelt hatte.
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Das von dem Account veröffentlichte Bild zeigt die „Pressekonferenz“, die von den Ärzten noch in der Nacht gegeben wurde.
Dazu hatte man Leichen positioniert und Kinderleichen offen präsentiert.
Das Motiv ist mir deshalb als Sinnbild verhaften geblieben, weil es die erste Demonstration der Hemmungslosigkeit der Hamas-Propaganda des Krieges repräsentierte.
Dreht man den Winkel der Szenerie nur ein wenig, sieht man außerhalb des Motivs einen Offizier der Hamas stehen. (Bild 3)
Erwähnenswert ist hierbei, dass alle Ärzte vom Gesundheitsministerium der Hamas bezahlt wurden.
Inzwischen wurde beispielsweise auch nachgewiesen, dass einige der im Juni befreiten Geiseln von dem Journalisten Abdullah Aljamal im Haus seines Vaters Dr. Achmed Aljamal gefangen gehalten wurden, der selber Arzt war.
Chronologie und Auswertung dazu :
Der Leiter des Krankenhauses Mohamed Abu Salmiya, der kurz zuvor noch/auch im al-Shifa Krankenhaus (siehe unten) tätig war, wurde im Dezember festgenommen, als er mit Familienangehörigen versuchte, den Gazastreifen in einem UNRWA-Konvoi zu verlassen. Inzwischen wurde er wieder freigelassen.
Im Juli 2006 wurden neun Familienmitglieder des Abu Salmiya Clans bei einem Luftschlag getötet. Mindestens zwei der Getöteten waren hochrangige Mitglieder der Hamas (Nabil und Salwah). Das Gebäude wurde angegriffen, weil sich der inzwischen ebenfalls getötete Mohammed Deif dort aufgehalten haben soll.