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#wirecard #wirecardsaga #stopptstadelheim #justizskandal

1. Der Fall Wirecard: Ein weitreichendes Systemversagen

Der Fall Wirecard ist mehr als ein Finanzskandal – er steht für ein umfassendes Versagen auf institutioneller, juristischer und medialer Ebene. Die Finanzaufsicht BaFin, die Staatsanwaltschaft München I, Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé und auch die Medien scheinen frühzeitig ein dominantes Narrativ etabliert zu haben, das nur schwer infrage gestellt werden konnte. Dieses Narrativ: Markus Braun als zentraler Drahtzieher eines erfundenen Geschäftsmodells, flankiert von vermeintlich eindeutigen Beweisen wie dem „TPA Reality Check“, einem Bericht, dessen methodische Grundlage selbst von Experten angezweifelt wurde.

Überraschend ist die Schärfe und Geschwindigkeit, mit der sich dieses vereinfachte Bild durchsetzte, obwohl wesentliche Fragen – wie etwa die nach den Milliarden Euro im System "Wirecard" – nicht abschließend geklärt sind. Es scheint, als ob der Fokus auf Braun als Hauptschuldigen viele Akteure davor bewahrte, ihre eigene Rolle im Skandal kritisch zu hinterfragen.

2. Die 1,9-Milliarden-Dollar-Frage: Kern des Skandals oder Marginalie?

Die Frage, ob die 1,9 Milliarden Euro jemals existierten oder wo sie verblieben sind, hätte eine zentrale Rolle spielen müssen. Diese Gelder waren nicht nur ein Symbol für den Zusammenbruch von Wirecard, sondern auch ein zentraler Punkt in der Bewertung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Es ist erstaunlich, dass diese Frage im Verlauf des Prozesses scheinbar an Bedeutung verloren hat. Stattdessen wurde das Tatbild zunehmend auf die Darstellung fokussiert, dass diese Gelder niemals existiert hätten. Dass die Darsrtellung in der verbreiteten Form nicht plausibel ist, spielte schnell keine Rolle mehr.

Hier liegt eine Diskrepanz: Journalisten und Beobachter, die vor Prozessbeginn detailliert über mögliche Zahlungsflüsse berichteten und sogar Hinweise auf Hunderte Millionen auf Konten fanden, schwenkten später um und passten sich dem dominanten Narrativ an. Diese Abkehr von relevanten Recherchen zugunsten einer vorgefertigten Wahrheit wirft Fragen zur Unabhängigkeit und Integrität der Berichterstattung auf.
youtu.be/ucgTsV3cpUE?t=…

3. Die Rolle der Medien: Lautstärke über Kompetenz

Ein auffälliger Aspekt ist die Rolle der Medien, die im Fall Wirecard oft mehr zur Meinungsbildung als zur Aufklärung beitrugen. Besonders problematisch ist, dass frühe, laute Stimmen – etwa die Financial Times oder andere prominente Kommentatoren – die öffentliche Wahrnehmung maßgeblich prägten. Dabei basierten ihre Analysen nicht unbedingt auf fundierter Kenntnis, sondern vielmehr auf der Fähigkeit, als erste eine vermeintliche Lösung zu präsentieren.

Dass Zeugen in Stadelheim klar aussagten, Dan McCrum habe sie falsch zitiert oder irreführend wiedergegeben, wird nicht htematisiert, obwohl es ganz zentrale Punkte betrifft. Ebenso wird die scharfe Kritik am Verfahren durch Experten oder Whistleblower ignoriert.

Dies führte dazu, dass alternative Perspektiven, wie etwa die mögliche Existenz eines internen Netzwerks betrügerischer Akteure, die Markus Braun selbst geschädigt haben könnten, kaum Beachtung fanden. Stattdessen wurde das mediale Interesse zunehmend auf Jan Marsalek gelenkt, eine Figur, die durch ihre mysteriösen Verstrickungen und Flucht fast schon den Status eines Krimi-Schurken erhielt. Dabei ist auffällig, wie wenig greifbare Fakten zu Marsaleks tatsächlicher Rolle existieren, was die intensive Berichterstattung über ihn umso fragwürdiger macht.

4. Offene Fragen und kritische Punkte

Aus meiner Sicht gibt es mehrere Aspekte, die einer genaueren Betrachtung bedürfen:

Institutionelle Verflechtungen: Wie unabhängig waren die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München I und des Insolvenzverwalters tatsächlich? Gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Narrative bewusst gefördert wurden, um politische oder wirtschaftliche Interessen zu schützen?

Die Rolle des Kronzeugen: Oliver Bellenhaus, der als zentraler Belastungszeuge auftritt, hat seine Darstellung mehrfach geändert und bleibt eine umstrittene Figur. Wurden seine Aussagen ausreichend kritisch geprüft, oder wurden sie unreflektiert als Grundlage der Anklage genutzt?

Finanzielle Spuren: Die frühzeitigen Recherchen zu Drittkonten und möglichen Zahlungsströmen werfen die Frage auf, warum diese Gelder im Prozessverlauf scheinbar keine Relevanz mehr hatten. Sind hier wichtige Beweise ignoriert worden?

5. Fazit: Ein Fall, der weiter untersucht werden muss

Der Fall Wirecard zeigt eindringlich, wie gefährlich es ist, wenn Medien, Institutionen und öffentliche Meinungen sich zu früh auf ein vereinfachtes Narrativ festlegen. Es ist auffällig, wie stark die eigentlichen juristischen Fragen durch mediale und politische Dynamiken überlagert wurden. Die zentrale Aufgabe, die Wahrheit hinter den 1,9 Milliarden und den internen Strukturen des Unternehmens aufzudecken, bleibt aus meiner Perspektive unzureichend gelöst.

Es wäre notwendig, den Prozess weiter kritisch zu begleiten und insbesondere auf die genannten offenen Fragen einzugehen, um nicht nur die Schuld oder Unschuld einzelner Akteure zu klären, sondern auch das Vertrauen in die Integrität der Institutionen zu bewahren, die diesen Fall verantworten.
Lesetipps:

#wirecard #wirecard

"Was ist denn bei Wirecard passiert?"
Kritik am Verfahren mit Musikvideos

fontaane.wordpress.com/2024/11/19/was…
#wirecard #wirecardsaga "J'accuse 2"
Scharfe Kritik an der "Bechleunigung" des Verfahrens, die gerade durch die medien geht

fontaane.wordpress.com/2025/01/09/jac…
#wirecard #wirecardsaga

"Warum wir über Wirecard reden müssen"

fontaane.wordpress.com/2024/12/30/war…
#wirecard #wirecardsaga #keinbuchüberwirecard

Eines von vielen Buchprojekten vorgestellt

fontaane.wordpress.com/2024/12/24/die…
Der Podcast #wirecardeingetütet #wirecard #wirecardsaga des (einzigen) unabhängigen Prozessbeobachters @SkyMartiner

fontaane.wordpress.com/2024/12/22/wei…
@SkyMartiner #wirecard #wirecardsaga

Das Interview mit Jigajig

fontaane.wordpress.com/2024/12/21/wir…
#wirecard #wirecardsaga #stopptstadelheim

Das Flugblatt zur (abgesagten) Veranstaltung der SZ anlässlich des grottenschlechten, manipulativen und irreführenden #szpodcast "1,9 Milliarden Lügen"

Der Wirecard-Skandal ist einer der größten Finanzskandale Deutschlands. Doch das Interesse ist erloschen. Dass die SZ von dem Prozess berichtet, den kaum noch jemand verfolgt, ist aller Ehren wert. Viel fesselnder ist für die Öffentlichkeit das Thema „Geheimdienste“. Die SZ hat hier unlängst wieder einen Podcast veröffentlicht, den ich als oberflächlich, manipulativ und bodenlos kritisiere.

Nach dem Zusammenbruch von Wirecard wurde seitens der SZ das eigene Totalversagen in der Berichterstattung überhaupt nicht thematisiert. Der einmalige Zusammenbruch eines DAX-Konzerns binnen weniger Tage kam für weite Teile der Öffentlichkeit völlig überraschend. Die SZ befeuerte zunächst die berechtigte Kritik an den Wirtschaftsprüfern, der Staatsanwaltschaft, den Lobbyisten und den Politikern, nur das massive eigene Fehlverhalten blieb unerwähnt. Noch schlimmer: Die SZ setzt die Tradition ihrer höchst fragwürdigen Berichterstattung bis heute fort!

Über Jahre schon hatte die SZ entscheidende Hinweise ignoriert und kritische Stimmen abgewertet, in der heißen Phase der Aufdeckung des Skandals ließ die SZ dann Whistleblower im Stich. 2019 übergab ein Whistleblower brisante Informationen an die SZ. Zunächst erschienen kritische Artikel, doch dann schwieg die Zeitung plötzlich, verleugnete gar die eigene Kritik. Stattdessen erklärte man den Angriff auf Wirecard für abgewehrt und berichtete von begeisterten Aktionären. Warum?

In zahllosen Berichten und Kommentaren nach dem unvergleichlichen Desaster wurde durch die SZ zunächst die Stimmung aufgeheizt. Das Totalversagen der Ermittlungsbehörden, der Börsenaufsicht und der Wirtschaftsprüfer wurde mit ebenso markigen Worten gebrandmarkt wie die Verwicklung von Politikern und Lobbyisten. Klaus Ott überschlug sich mit gewohnt scharfen Formulierungen.

Nach dem Kollaps feierten sich SZ-Journalisten für ihre Berichte, bejubelten Journalistenpreise. Dies ist mindestens ein irritierender Widerspruch, ich fand es ehrlich gesagt zynisch und beschämend.

Während im Jahr 2020 in deutschen Zeitungen kritische Beiträge zur Wirecard erschienen, tauchte die SZ komplett ab. Man munkelte, dass namhafte Anwaltskanzleien beteiligt waren, die eng mit einer bayerischen Regierungspartei und einer ihr nahestehenden Partei ohne bayerische Regierungserfahrung verbunden waren. Mehr sog I net!

Diese Annahme wurde später durch Details in Artikeln und Ergebnisse des Parlamentarischen Untersuchungsausschuss bestätigt, ohne dass die SZ dies thematisiert hätte. Dass es hier eine Art Deal gegeben haben könnte, um die heftige Kritik an einem gewissen Kanzlerkandidaten abzuwürgen, ist womöglich keine Verschwörungstheorie. Der Umgang der SZ mit bestimmten Aspekten des Skandals um Wirecard wäre dann sogar gewissermaßen „irgendwie stimmig“.

Aber verlassen wir die Spekulationen und betrachten die Fakten: Nach dem Kollaps der Wireard schrieb die SZ für eine Öffentlichkeit, die Wirecard bis dahin kaum kannte und tat so, als sei man von der dramatischen Entwicklung, die für Zigtausende Kleinanleger zu Milliardenverlusten führte, überrascht wie alle anderen. Das war seltsam.

Es geht aber noch weiter: Die SZ bekam offensichtlich mehrfach „privilegisierten Zugriff“ auf Informationen aus dem Umfeld der Ermittler und formte daraus immer einseitigere Berichten zum Fall Wirecard. Dabei entfernte sich die SZ zunehmend von einer neutralen Berichterstattung. Zum später aufkochenden Thema „russische Geheimdienste“ erschienen ab 2020 eigenartige Berichte, die wichtige Details schlicht weggelassen haben und sich aufdrängende Fragen nicht stellten. Auch dies wirkte auf kundige Beobachter zunehmend verstörend und „etwas eigenartig“.

Anstatt den Fall Wirecard und die Geschehnisse nach dem Zusammenbruch zu erklären, wurde die SZ mehr und mehr zu einem Sprachrohr der ursprünglich kritisierten Ermittlungsbehörden. Anstatt der Leserschaft neue Erkenntnisse zu erklären, wurde ein überhastet in die Welt gesetztes Narrativ auf der Grundlage eines höchst umstrittenen sogenannten „Kronzeugen“ mit einer Reihe von Berichten einseitig verfestigt.

Diese Verzerrungen gab es schon während des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses. Als dann nach über zweieinhalb Jahren das Strafverfahren in Stadelheim begonnen hat, entwickelte sich die Berichterstattung der SZ zu einem grotesken Zerrspiegel dessen, was in Stadelheim passierte. Ich kritisierte die Berichterstattung damals als „grottenschlecht“.

Denn während in Stadelheim Beweisantrag auf Beweisantrag folgte und ein immer deutlicheres Bild entstand, was bei Wirecard wirklich passiert sein könnte, veröffentlichte die SZ Berichte über den Prozess, die ich eindeutig als manipulativ empfand. Entscheidende Aussagen wurden der Öffentlichkeit vorenthalten, darauf angesprochen meinte ein SZ-Journalist, er könne wohl „Schwerpunkte setzen“.

Wenn aber der letzte CEO James Freis die KPMG-Untersuchung und wesentliche Fundamente der Anklage scharf attackiert und man dies nur in einer niederländischen Zeitung lesen kann, handelt es sich eben nicht mehr um „Schwerpunkte setzen“, sondern um Verzerrung und wenn man gleichzeitig Bruchstücke von Aussagen zur Belastung der Angeklagten zusammenbastelt, ist dies ganz klare Vorverurteilung.

Mit Journalismus oder gar „Qualitätsjournalismus“ hat das nichts zu tun. Es ist Blah-Blah. Wenn erkennbar eklatante Wissens- und Verständnislücken offenbar werden, wird die Berichterstattung „dumm“. Deshalb nenne ich den Journalisten „Blahdummsky“. Es ist nicht Schmähung, sondern satirisch zugespitzte inhaltliche Kritik.

Mehr und mehr verlagerte sich das Interesse vom Bilanzskandal zum Thema Geheimdienste, was besonders auch von der SZ vorangetrieben wurde. Hier spreche ich vom „Geheimdienstgedöns“. Es ist denkbar, dass Jan Marsalek in diesen Kreisen aktiv war und mit russischen Diensten kooperiert hat. Meine Kritik zielt darauf ab, dass erneut nicht die ganze Realität geschildert wird, sondern ein verzerrtes Bild. Wenn entscheidende Informationen weggelassen und implausible Theorien als Fakten verkauft werden, ist dies niveaulos und sogar gefährlich.

Wenn erstaunlicherweise zu den „vergessenen“ Fakten wieder Themen gehören, die eine bestimmte politische Richtung betreffen, wird es schräg.

Ich möchte Sie daher dringend bitten, den heutigen Abend, der sicher sehr unterhaltsam werden wird, nicht ohne die nötige kritische Distanz zu erleben und sich dabei vor allem auch die folgenden Fragen zu stellen:

Was könnte der Grund sein, dass die SZ völlig ohne Distanz zur Anklage berichtet und damit indirekt auch die Verteidigungsstrategie der Wirtschaftsprüfer unterstützt, obwohl dies zu großem Schaden der Kleinanleger führen kann?

Warum wird die Gefahr eines womöglich unrechtsstaatlichen Urteils ignoriert?

Warum vertuscht die SZ Fehlentwicklungen, die ich inzwischen als den größten Justizskandal der Bundesrepublik bezeichne?

Wen schützt dieser manipulative Journalismus?

Warum wird eine schräge Spionagegeschichte zum Mittelpunkt des Dramas, ohne die Frage zu stellen, was diese Erkenntnisse, wenn sie denn stimmen, für den Fall Wirecard bedeuten könnten?Image
#wirecard #wirecardsaga #stopptstadelheim

Warum wurde aus einem akribischen und fast besessenen Jäger von Wirecard und Markus Braun der schärfste Kritiker eines Prozesses, den er doch eigentlich als späten Triumph sehen müsste?

als Musikvideo
(mit Schwerpunkt auf München)

@SkyMartiner #wirecard #wirecardsaga
Musikvideo mit Blick auf internationale Verbindungen

@SkyMartiner #wirecard #wirecardsaga

"From Poland with love"
Über den Beginn der Kampagne gegen das Strafverfahren von Stadelheim (ausführlich)

fontaane.wordpress.com/2024/05/26/an-…
@SkyMartiner #wirecard #wirecardsaga

ChatGPT fasst die Diskussion mit mir zusammen

fontaane.wordpress.com/2025/01/05/wir…
@SkyMartiner #wirecard #wirecardsaga

Blick nach vorn: Der nächste Schritt - Strafanzeige gegen die komplette Staatsanwaltschaft wegen Strafvereitelung nach §258a StGB

fontaane.wordpress.com/2025/01/05/str…
@SkyMartiner #wirecard #wirecardsaga

Wer steckt hinter der prozesskritik?

fontaane.wordpress.com/2024/12/21/kei…
@SkyMartiner @threadreaderapp unroll this please #artikelsammlung

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Feb 15
@Nicoles44180590 @MarieHoffmann97 @Die_Gruenen also 1/25 als CDU-Aktivistin identifiziert.
x.com/MarieHoffmann97
@Nicoles44180590 @MarieHoffmann97 @Die_Gruenen 2/25 - bei dem hätte es den Steckbrief gar nicht gebraucht. naja, Junge Union Schwabing hätte es auch noch sein können
#hartaberfair
Habeck gegen best-of-Populismus Image
@Nicoles44180590 @MarieHoffmann97 @Die_Gruenen Es folgt eine Redakteurin bei @WeltTv (oder Welt TV?)
Berufshetzerin

Image
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Feb 13
#wirecard #wirecardsaga Immerhin hat ja @vterhaseborg das Pamphlet der durchgeknallten Stadelheimer Justizsimulanten wiedergegeben:
cc @meyerar @MarcusCJung

Auf diese Punkte wollen sich Gericht und Ermittler konzentrieren:

Unrichtige Darstellung
Hier geht es um das Geschäft mit Auslandspartnern, den Kern des Wirecard-Skandals. Konkret wollen Gericht und Ermittler sich hierbei auf die Konzernabschlüsse der Jahre 2016, 2017 und 2018 konzentrieren, in denen Wirecard das Drittpartnergeschäft aufgeführt hat.

Im Konzernabschluss 2018 etwa führte Wirecard aus, dass auf Treuhandkonten fast eine Milliarde Euro Gewinne aus dem Drittpartnergeschäft gelegen haben sollen. 2020 stellte sich heraus: Das Geld war nicht da. Die Staatsanwaltschaft und der Insolvenzverwalter von Wirecard gehen davon aus, dass das Geschäft von Markus Braun, Stephan von Erffa und Oliver Bellenhaus erfunden wurde.

Man kann von allerhand ausgehen... Es ist die Frage, wie man dieses "von etwas ausgehen" beweisen kann.
Vollkommen klare Angelegenheit: Wenn im Geschäftsbericht steht, was nicht so ist, dann ist das falsch. Die Frage ist: ist es dann auch von Braun gefälscht? Zweifelsfrei steht fest, dass

1. Oliver Bellenhaus Transaktionen gefälscht hat
2. Treuhandkontenauszüge gefälscht waren
3. "Oliver"auf dem Stempel stand
4. Kurniawan bei Bellenhaus war
5. Bellenhaus mehrfach gelogen hat
6. Bellenhaus widersprüchlche Angaben machte
7. Teile der später korrigierten Aussage richtig waren
8. Bellenhaus keinen einzigen Beweis hat.
9. Bellenhaus massiv Daten gelöscht hat und dies...
10. ...offenbar bevor er sich entschied, plötzlich alles auszusagen, was gewünscht wurde

Fazit: Freispruch oder Verurteilung wegen CEO-Verantwortung. Eine Verurteilung wegen nachgewiesener Schuld oder Tatbeteiligung ist rechtsstaatlich ausgeschlossen.

Marktmanipulation
Hier geht es um die von Markus Braun am 22. April 2020 veröffentlichte Ad-hoc-Meldung. Damals stand Wirecard unter Druck: Weil es Zweifel an der Existenz des Drittpartnergeschäfts gab, hatte der Konzern eine Sonderuntersuchung von KPMG in Auftrag gegeben. Die Prüfer stießen auf Widersprüche und machten gegenüber Wirecard deutlich, dass sie ein „Prüfungshemmnis“ hätten. Obwohl der Aufsichtsratschef von Wirecard ihn aufforderte, genau dies in einer Mitteilung an die Kapitalmärkte zu kommunizieren, veröffentlichte Braun eine Ad-hoc-Mitteilung mit dem Titel „Untersuchung liefert bislang keine Belege für Bilanzmanipulation“. Viele Aktionäre kauften danach Wirecard-Aktien.
Braun sei bewusst gewesen, „dass diese Ad-hoc-Mitteilung irreführend und unrichtig war“, so die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage. Der langjährige Wirecard-Chef sei selbst der größte Aktionär gewesen und habe sich „in den Genuss von ungerechtfertigten Vermögensvorteilen“ bringen wollen.

KPMG hat diese ad hoc unverändert hingenommen und keinerlei Schritte unternoemmen, diese Manipulation zu korrigieren. Die Staatsanwaltschaft sah in KPMG keinen Anlass für Ermittlungen trotz der dann schon bekannten Prüfungshemmnisse und obwohl man noch die Erläuterungen von Bruce Emery dazu bekommen hat.

Eichelmann hat Wochen danach noch KPMG als Entlastung dargestellt im Interview, es gab keinen Widerspruch. Hier alleine Braun zu verurteilen, ist völlig absurd.

Eine rechtsstaatliche Verurteilung wegen Marktmanipulation wäre mindestens eine ungewöhnliche Härte in einem Bereich, in dem diese absolut unüblich ist, siehe jeden anderen Vergleichsfall.
Ich bestreite, dass Markus Braun hier irgendeine Manipulation vorgeworfen werden kann, ohne diese mindestens Eichelmann, dem gesamten AR und auch KPMG nicht im selben Atemuzg auch vorzuwerfen. Der Vorwurf ist insgesamt absurd.

Untreue
Gericht und Staatsanwaltschaft wollen sich hier auf Vorgänge konzentrieren, die in Singapur stattgefunden haben. Zum einen bei der Firma Ruprecht Services Pte. Ltd., die als neuer Drittpartner genutzt werden sollte, nachdem Presseberichte die bisherigen Partner kritisch beleuchtet hatten. Hinter der Firma Ruprecht stand James Henry O’Sullivan, ein Kumpel von Jan Marsalek. Wirecard sollte Ruprecht Sicherheiten in Höhe von 10 Millionen Euro zur Verfügung stellen.
Die 10 Millionen Euro wurden am 19. Dezember 2019 an Ruprecht überwiesen. Wenige Tage später schoss Wirecard kurzfristig noch 30 Millionen Euro nach. Eine Vorstandssitzung und förmliche Beschlussfassung wurden umgangen. Der Vorwurf: Braun und Marsalek haben gegen ihre Verpflichtung, das Vermögen der Wirecard zu schützen, verstoßen. Das Geld, das an Ruprecht Services gezahlt wurde, wurde nie zurückgezahlt.

Wirecard wollte damals ein neues Geschäftsfeld etablieren, das MCA-Geschäft. Dabei wollte man Onlinehändlern anbieten, dass Zahlungen in ihren Online-Shops nicht – wie üblich – mit einer Verzögerung auf ihren Konten landeten, sondern schneller, gegen einen Abschlag. Nicht jede einzelne Zahlung wird vorfinanziert – sondern der Händler bekommt unter Berücksichtigung seines Gesamtvolumens eine Art Kredit, gegen entsprechende Zinsen.

Und jetzt? Viele Worte, kein Tatnachweis. Durchstreichen, weg damit. Leeres Gerede.

Laut Staatsanwaltschaft wurde das ganze Geschäft erfunden, um das Drittpartnergeschäft (TPA-Geschäft) belegen zu können – und um Geld aus der Firma zu schleusen.

Netter Versuch :) Das klingt, als habe man eine KI aufgefordert, die Anklageschrift zusammenzufassen ohne die peinlichen stilistischen offenbarungen des nackten Kaisers Bühring...

MCA ist ein heißer Scheiß gewesen und Wirecard war da für einen PSP dieser Größe ganz weit vorne mit dabei!

Wieviele Links soll ich bringen?

z.B.
insights.flagshipadvisorypartners.com/psps-expanding…

"Working capital lending is another area PSPs are increasingly expanding into, as there is naturally high demand from SMEs for lending, and a relative lack of supply by banks."

"Based on our observations on the working capital products offered by select PSPs (Figure 4), we can summarize the following:

Merchant cash advance and instant settlement are often offered as a value-added service as these products are highly demanded by merchants and relatively easily monetized.
Only a few PSPs offer revolving credit cards and short-term loans, likely due to increased credit risk and balance sheet requirements.
SME-focused PSPs operating in retail verticals tend to incorporate Buy Now Pay Later (BNPL) solutions via partnerships with third-party providers to offer more flexible payment methods for end-users."

Wäre MCA bei wirecard inklusive der Darlehen und mit Unterstützung externer Banken, so wie es geplant war und wie es im Detail mit allen Verantwortlichen besprochen war, umgesetzt worden, wäre Wirecard damit - wie so oft - in einer Sonderrolle unter den PSP gewesen. Dass Bühring und Födisch erkennbar keine Ahnung davon haben, das wurde mehrfach überdeutlich... Dass MCA eine Erfindung sei, um den Betrug zu vertuschen, dieses Argument ist so aberwitzig, dass man erhebliche Zweifel haben muss...
Weil Födisch entweder zu dumm oder zu befangen oder beides zugleich ist, stellt er allen Zeugen dieselbe verzerrte rhetorische Frage zum Geschäftsmodell der Wirecard und bekommt immer dieselbe passende aber wertlose Antwort und im Publikum sitzt der Katzenfreund Häschensandburg oder früher auch seine Schwester in Ahnungslosigkeit Melanie "viele Firmen, viele Namen" Bergermann... und sie machen wieder einen Haken in ihrer Liste und schreiben "wieder wird die Anklage belegt". Noch einmal: Dummheit oder manipulative Absicht, jedenfalls weit weg von irgendeiner sinnvollen Darstellung...

Dass bei Wirecard ein schwacher Augsichtsrat war, dass Entscheidungen anders gefällt wurden wie in typischen Konzernen, dass es Ungereimtheiten besonders in Singapur gab - das war alles bekannt, dazu hatte man MCA-Mathematik, Roddy Boyd, das war alles öffentlich und trotzdem sah die Staatsanwaltschaft München kein problem und trotzdem verhängte die BaFin ein Leerverkaufsverbot und trotzdem jagte Matthias "Pro-7-Aktionär" Bühring Fraser Perring, der ja auch seine Aktie angegriffen hatte...

Und heute soll genau derselbe Sachverhalt irgendwas beweisen? Das ist eklatant absurd, nicht plausbel und kann niemals eine rechtsstaatliche Verurteilung begründen. Niemals nicht. das wäre komplett abstrus.

Dafür brauchte die Wirecard-Bande eine von Wirecard und den Drittpartnern unabhängige Firma, die von Wirecard Darlehen erhielt – und dann MCA-Darlehen an Händler vergab. Auserkoren wurde die Firma Ocap – hinter der erneut der Marsalek-Kumpel James Henry O’Sullivan stand. Ocap verfügte weder über eine geeignete Software, noch über das nötige Personal, um MCA-Finanzierungen durchzuführen.

Matthias "Pro-7-Aktionär" Bühring ist nicht nur der unfähigste Anklageführer, den man sich denken kann, er ist zudem offensichtlich selbst zu doof, Google zu bedienen.

Für die 99,4% der menschen, die noch an Wirecard interessiert sind und deren kognitive Kapazität die des nackten Anklagekaisers oder der Pfützentaucher übersteigt:

links.sgx.com/FileOpen/oCapM…

Im November 2018 beschlossen Braun und Marsalek die Ausreichung eines Darlehens über 100 Millionen Euro an Ocap. Weder der Aufsichtsrat noch die anderen Vorstandsmitglieder wurden einbezogen. Ein Vorstand der Wirecard-Bank, der Zweifel anmeldete, wurde unter Druck gesetzt. Das Geld wurde überwiesen.

Bührings Märchenstunde geht weiter... Ausgerechnet Wexeler vertritt hier den Bellenhaus als Krozeugen?
Es gab selbstverständlich einen Vorstandsbeschluss für MCA-Darlehen. Dass das Binnenverhältnis zwischen AG und Bank schräg war, ist ebenfalls nichts Neues. Wexeler hat es dennoch seit Ende 2019 nicht geschafft, diesen sachverhalt so darzustellen, dass irgendwer sich darüber aufgeregt hätte - trotz all der Veröffentichungen zu MCA. Wer ernsthaft glaubt, dass Bührings Anklageschrift mehr ist als ein Potpourri von sich zusammengereimten Halbwahrheiten unter Auslassung jeder Gegenhypothese und unter Auslassung jeder Entlastung und damit unter Verzicht auf jede rechtsstaatlich unabdingbare Objektivität, der hält wahrscheinlich Wacker Burghausen für den kommenden Deutschen Fußballmeister oder @vterhaseborg für einen ernstzunehmenden Wirecardexperten oder den bayerischen Rundfunk für neutral oder einen Nacktmull für den schönsten Hund Deutschlands.

50 Millionen davon flossen an Wirecard als „Auszahlungen aus Treuhandguthaben“ zurück. Um den Wirtschaftsprüfern zu demonstrieren, dass man jederzeit an das Geld herankam – und dass das TPA-Geschäft existierte.

Typische Bühring-Methode: Wir haben ein Ereignis:
- 50 Mio flossen an Wirecard

Dann wird dazugedichtet:
- dies hat EY überzeugt (egal, wieviele rote Flaggen sonst so übersehen wurden)

- deshalb hat Braun (!) das so arrangiert

Daraus folgt Brauns Schuld. Oder daraus folgt, dass braune Hähne braune Eier legen oder dass Matthias Bühring klüger ist als ein vertrocknetes Stück schimmeliges Toastbrot oder dass der Gerichtssaal in Stadelheim dunkel ist, weil er unter der Erde liegt oder dass @vterhaseborg hübscher ist als ein Nacktmull und Katzenfutter liebt, weil er Katzen gerne hat. Und so weiter.

Obwohl Ocap die Zinsen für die Kredite nicht zahlte, wurden die Kredite vom Wirecard-Vorstand verlängert. Die Kreditwürdigkeit von Ocap wurde nicht überprüft.

Wieder der gleiche Trick: Drei Dinge werden in Reihe geschrieben und daraus wird ein Beweis.

Ein Nacktmull ist hübscher als Matthias Bühring objektiv.

Und Ocap sollte noch einmal 100 Millionen Euro bekommen. Im März 2020, als Wirecard schon tief in der Krise steckte und die KPMG-Untersuchung bereits lief. Das Geld wurde am 27. März 2020 an Ocap ausgezahlt.
Die Spur des Geldes ist in diesem Fall höchst interessant: Ocap überwies das Geld auf ein Konto einer Bank mit Sitz in Litauen. 35 Millionen davon landeten auf einem Konto von Jan Marsalek, der das Geld wiederum an die Beteiligungsgesellschaft von Markus Braun weiterleitete. Braun hatte Marsalek das Geld geliehen. Nun brauchte er das Geld, um einen Kredit bei der Deutschen Bank in Höhe von 150 Millionen Euro abzulösen, die Wirecard Bank hatte die Ablösung zwischenfinanziert.

Das ist wieder eine Aneinanderreihung aus tatsachen oder Behauptungen und Vermutungen, aber null Beweis. Das "und" suggeriert, als habe das eine etwas mit dem anderen zu tun und als stützte sich dies irgendwie eggenseitig.
Ich habe die Anklageschrift mehrfach gelesen: So geht das die ganze Zeit...

Ich weiß ja nicht, von welchem der beteiligten substanzlosen Schwätzer dieser konkrete Text kommt, aber der könnte durchaus ernsthaft Bührings Original sein...

Der Rest der 100 Millionen verschwand im Firmengeflecht des Marsalek-Kumpels James Henry O’Sullivan.

Und der klägliche Rest von Sinn und Verstand verschwand im Geflecht zwischen Journaille und Bühring...

Ocap hat nach der Wirecard-Pleite Insolvenz angemeldet.
Ocap wirtschaftlich, die Wiwo journalistisch.

Betrug
Hier geht es um Geld, das sich Wirecard nach Auffassung der Ermittler auf Basis gefälschter Zahlen besorgte. Spätestens seit 2015 sei es der Wirecard-Bande klar gewesen, dass Wirecard mit tatsächlichen Geschäften nur Verluste erzielt.

Nach der Logik von unfähigen Oberdimpflmosers oder unfähigen Journalisten war also Zatarra bestimmt Teil der Bande, denn die wussten ja auch, dass Wirecard nichts wert war, oder? Das ist so das Niveau dessen, was diese Leute "Logik" oder "Beweisführung" nennen.

Um trotzdem weiter Firmen übernehmen und laufende Kosten tragen zu können, brauchte Wirecard Geld, so die Staatsanwaltschaft. Und das bekam sie: 1,75 Milliarden Euro Konsortialkredit von Banken wie der Commerzbank, Deutsche Bank, Landesbank Baden-Württemberg oder ING Bank etwa. Sowie 100 Millionen, die die staatliche Ipex-Bank gegeben hat. 900 Millionen Euro organisierte sich Wirecard durch eine Wandelschuldverschreibung bei der Investitionsgesellschaft Softbank

...und 200 Mio plus x zahlte man an die Citibank... Sicherlich eingeweihte Bandenmitglieder, oder? Ganz zu schweigen von Theodor zu Guttenberg, EY, KPMG, Angermeier, Florian Homm und wer noch alles Millionen aus der Beute erhalten und nie zurückzahlen musste?

Kritische Fragen zum TPA-Geschäft soll Braun in den Verhandlungen abgebügelt haben. Braun, Marsalek und von Erffa sollen die Investoren angelogen haben. Als Softbank Listen von angeblichen TPA-Händlern sehen wollte, seien Listen gefälscht worden, so die Staatsanwaltschaft.

Als Matthias Bühring beschlossen hatte, Oberstaatsanwalt zu werden, beschloss wahrscheinlich Volker Ter Katzensandburg, Journalist zu werden. Und Jan Marsalek wurde Mitglied der Pfadfinder.
Niemals kann ein Urteil rechtsstaatlich sein auf der Grundlage dieses Unsinns. #wirecard #wirecardsaga
PS: Ich sage nicht einmal, dass es sicher falsch ist - aber es ist eben nicht auf dieser Grundlage richtig - und das ist nun einmal in einem Rechtsstaat die Voraussetzung für ein rechtsstaatliches Urteil. Wer das nicht so sehen will, weil er ein bestimmtes Urteil will, der ist im falschen Land.
Read 4 tweets
Feb 12
#wirecard #wirecardsaga
Der Vordenker des Stadelheimer Glaubensbekenntnis mit einem erfrischend ehrlichen Satz @vterhaseborg @meyerar

"Gericht und Ermittler einigen sich darauf, die Anklagepunkte gegen Markus Braun und zwei weitere Ex-Manager zu reduzieren. Das deutet auf ein hartes Urteil hin – und darauf, dass vieles noch nicht aufgeklärt bleibt."

Exakt.
wiwo.de/unternehmen/di…
"Normalerweise freuen sich Anwälte von Angeklagten darüber, wenn Gericht und Staatsanwaltschaft die Anklage gegen ihre Mandanten eindampfen. Theres Kraußlach nicht."

Normalerweise denken Journalisten nach, bevor sie Mist schreiben...

"„Ein Strafprozess ist kein Wettbewerb, bemisst sich nicht nach schneller, höher, weiter. Nicht nach schneller, härter, länger“, kommentiert Oberstaatsanwalt Matthias Bühring. Die Aufgabe der Staatsanwaltschaft sei es, den Täter einer angemessenen Strafe zuzuführen."

Herr Bühring, sind sie sich da sicher???
Wie kann ein Journalist, der seinen Job ernst nimmt, ihm so eine Aussage unkritisch durchgehen lassen? Ganz einfach: wenn er unkritisch ist. Solche Journalisten haben bei einem Prozess dieser Bedeutung nichts verloren. Eigentlich haben solche Journalisten nirgends was verloren, wenn sie nicht gerade über die neuesten Trends von Strandkorbbemalung schreiben...

Oberdimpflmoser Matthias "Pro7-Aktionär" Bühring ist kein Richter, verdammt nochmal! Auch wenn in diesem Stadelheimer Buddiebiotop aus der Bäumler-Hösl-Clique offenbar alle Grenzen vermischt werden, ist Bühring selbst in dieser Rechtsstaatssimulation formal Chefankläger. Mehr nicht. Er ist ohnehin nur Ersatzchefankläger für Hildegar, die uns irgendwie abhanden kam...

Ich sage es mal mit KI:

Die Aufgabe der Staatsanwaltschaft ist nicht, den Täter einer angemessenen Strafe zuzuführen, sondern vielmehr objektiv und unparteiisch für die Wahrheitsfindung zu sorgen.

Wer sucht, der findet, sagt das Sprichwort... Wer die Wahrheit aber nicht einmal sucht, der sollte in Stadelheim vielleicht die Schleimspur des Blahdummsky vom Gang wischen dürfen, aber sonst keine Aufgaben erfüllen.

Die Staatsanwaltschaft ist in Deutschland eine objektive Behörde und unterliegt dem Legalitätsprinzip (§ 152 Abs. 2 StPO).

Die Staatsanwaltschaft hat durch einseitige Ermittlungsführung, die Missachtung entlastender Beweise und das Unterlassen alternativer Hypothesen gegen das Legalitätsprinzip (§ 152 Abs. 2 StPO) und das Objektivitätsgebot (§ 160 Abs. 2 StPO) verstoßen. Diese selektive Vorgehensweise verletzt fundamentale rechtsstaatliche Prinzipien und gefährdet faire Verfahren. Eine disziplinarische und gerichtliche Überprüfung ist zwingend erforderlich. Und ich werde sie durchsetzen.

Die Aufgaben der Staatsanwaltschaft von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens bis zum Urteil:

1. Einleitung und Durchführung des Ermittlungsverfahrens

Die Staatsanwaltschaft ist „Herrin des Ermittlungsverfahrens“ und leitet dieses ein, sobald sie Kenntnis von einer Straftat erhält (§ 160 StPO).
Sie ermittelt sowohl belastende als auch entlastende Umstände (Objektivitätsgebot, § 160 Abs. 2 StPO).
Dazu kann sie die Polizei mit Ermittlungen beauftragen, Zeugen vernehmen, Durchsuchungen anordnen oder Sachverständige hinzuziehen.

2. Abschluss der Ermittlungen und Entscheidung über das weitere Vorgehen

Nach Abschluss der Ermittlungen entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie:

Das Verfahren einstellt (z. B. mangels hinreichenden Tatverdachts nach § 170 Abs. 2 StPO oder nach Opportunitätsgründen gemäß §§ 153 ff. StPO).
Einen Strafbefehl beantragt, falls die Tat ohne Hauptverhandlung geahndet werden kann (§ 407 StPO).
Anklage erhebt, wenn ein hinreichender Tatverdacht für eine Verurteilung besteht (§ 170 Abs. 1 StPO).

3. Hauptverhandlung und Rolle vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft vertritt die öffentliche Anklage vor Gericht.
Sie muss auch hier sowohl belastende als auch entlastende Aspekte vortragen.
Während der Beweisaufnahme stellt sie Fragen an Zeugen und Sachverständige.
Nach Abschluss der Beweisaufnahme hält sie das Plädoyer, in dem sie eine Strafe oder einen Freispruch beantragen kann.

...

Fazit:

Die Staatsanwaltschaft hat nicht die Aufgabe, „den Täter zu bestrafen“, sondern eine objektive und unparteiische Strafverfolgung zu gewährleisten. Sie ist nicht die „Gegnerin“ des Angeklagten, sondern eine neutrale Institution der Rechtspflege, die Recht und Gesetz verpflichtet ist.

Die Staatsanwaltschaft München hat seit mindestens 2002 in einer nicht abreißenden Zahl von Fällen im Zusammenhang mit #wirecard #wirecardsaga komplett versagt und sie versagt weiter.
Auf diese Punkte wollen sich Gericht und Ermittler konzentrieren:
Unrichtige Darstellung

Hier geht es um das Geschäft mit Auslandspartnern, den Kern des Wirecard-Skandals. Konkret wollen Gericht und Ermittler sich hierbei auf die Konzernabschlüsse der Jahre 2016, 2017 und 2018 konzentrieren, in denen Wirecard das Drittpartnergeschäft aufgeführt hat. Im Konzernabschluss 2018 etwa führte Wirecard aus, dass auf Treuhandkonten fast eine Milliarde Euro Gewinne aus dem Drittpartnergeschäft gelegen haben sollen. 2020 stellte sich heraus: Das Geld war nicht da. Die Staatsanwaltschaft und der Insolvenzverwalter von Wirecard gehen davon aus, dass das Geschäft von Markus Braun, Stephan von Erffa und Oliver Bellenhaus erfunden wurde.
Marktmanipulation

Hier geht es um die von Markus Braun am 22. April 2020 veröffentlichte Ad-hoc-Meldung. Damals stand Wirecard unter Druck: Weil es Zweifel an der Existenz des Drittpartnergeschäfts gab, hatte der Konzern eine Sonderuntersuchung von KPMG in Auftrag gegeben. Die Prüfer stießen auf Widersprüche und machten gegenüber Wirecard deutlich, dass sie ein „Prüfungshemmnis“ hätten. Obwohl der Aufsichtsratschef von Wirecard ihn aufforderte, genau dies in einer Mitteilung an die Kapitalmärkte zu kommunizieren, veröffentlichte Braun eine Ad-hoc-Mitteilung mit dem Titel „Untersuchung liefert bislang keine Belege für Bilanzmanipulation“. Viele Aktionäre kauften danach Wirecard-Aktien.

Braun sei bewusst gewesen, „dass diese Ad-hoc-Mitteilung irreführend und unrichtig war“, so die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage. Der langjährige Wirecard-Chef sei selbst der größte Aktionär gewesen und habe sich „in den Genuss von ungerechtfertigten Vermögensvorteilen“ bringen wollen.
Untreue

Gericht und Staatsanwaltschaft wollen sich hier auf Vorgänge konzentrieren, die in Singapur stattgefunden haben. Zum einen bei der Firma Ruprecht Services Pte. Ltd., die als neuer Drittpartner genutzt werden sollte, nachdem Presseberichte die bisherigen Partner kritisch beleuchtet hatten. Hinter der Firma Ruprecht stand James Henry O’Sullivan, ein Kumpel von Jan Marsalek. Wirecard sollte Ruprecht Sicherheiten in Höhe von 10 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Die 10 Millionen Euro wurden am 19. Dezember 2019 an Ruprecht überwiesen. Wenige Tage später schoss Wirecard kurzfristig noch 30 Millionen Euro nach. Eine Vorstandssitzung und förmliche Beschlussfassung wurden umgangen. Der Vorwurf: Braun und Marsalek haben gegen ihre Verpflichtung, das Vermögen der Wirecard zu schützen, verstoßen. Das Geld, das an Ruprecht Services gezahlt wurde, wurde nie zurückgezahlt.
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Feb 2
#wirecard #wirecardsaga @meyerar
Das Heukinggutachten kam ja gerade total zufällig ins Gespräch wegen Kai-Uwe Stecks Tätigkeit dort, es ist aber ziemlich interessant auf den zweiten Blick (ich hatte ers erst abtetan)

Lest mal:

"Aufgrund diverser Restriktionen umfassen die Wambach-Berichte und auch der Sonderprü-
fungsbericht KPMG naturgemäß nicht die gesamten Prüfungsprozesse aller für eine fehlerhafte Berichterstattung in Frage kommenden Jahre. ...Dennoch musste der Gutachter in praktisch allen Teilbereichen des Prüfungsprozesses signifikante Versäumnisse des Abschlussprüfers feststellen, da
die entsprechenden Nachweise nicht vorliegen. Und dies, obwohl eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in der Regel aufs Schärfste darauf bedacht ist, alle durchgeführten Prüfungshandlungen auch in einer nachvollziehbaren und auffindbaren Art und Weise in den Arbeitspapieren zu dokumentieren. Der Grundsatz «not documented is not done» ist daher seit Jahren anerkanntes Selbstverständnis im Berufsstand. Man kann daher davon ausgehen, dass die Wambach-Berichte und auch die Sonderprüfung KPMG das zu Tage gefördert haben, was
vorhanden war – und mehr gab es eben tatsächlich nicht. Und dass es bei der Informationsversorgung durch die Wirecard-Gruppe im Zuge der diversen Prüfungen grundsätzlich gemangelt hat, ist insbesondere im Sonderprüfungsbericht KPMG zu erkennen."

Und wer war verantwortlich? Marsalek und Bellenhaus! Wenn nun also Marsalek rausspazieren durfte und bellenhaus wird wie ein rohes Ei behandelt, hilft das, von der Schuld von EY abzulenken, indem man Markus Braun zum allwissenden Kopf der Bande macht. ist das wirklich so schwer zu verstehen?

Der Justizskandal in Stadelheim deckt EY. Das ist sein Sinn, nebenbei kommt die Staatsanwaltschaft trotz ihres Komplettversagens gut weg, das ist der Deal.
Die Darstellung des Geschäftes als nichtexistent bei gleichzeitigem narrativ von markus Braun als Kopf der Bande ermöglicht zusammengenommen das Narrativ, das alle anderen aus der Verantwortung entlässt, aus wirtschaftlicher Sicht am bedeutsamsten ist dies für EY.

Dabei sind das, wenn man das Narativ nicht glaubt, die Haupttäter, insbesondere auch die Hauptschuldigen dafür, dass der mögliche Bandenbetrug der Bande Marsalek/Bellenhaus nicht früher bemerkt wurde, der "Eisberg", den Markus Braun nicht gesehen hat, möglicherweise wegen der Fehler von EY!

Dann sind wir eben im Bereich der Strafvereitelung bei Bühring & Co, wenn sie diese mögliche Realität nie in Erwägung gezogen haben und deshalb Ermittlungsen nicht geführt haben.

Dann wiederum haftet die Staatsanwaltschaft München für den Schaden, der Kleinanlegern entsteht, wenn man nicht versucht hat, das möglicherweise gestohlene Geld zu sichern, so wie es James Freis gefordert hatte, was Michael Jaffé ihm vehement verboten hat, was dann auch de Frage der Haftung des Gläubigerausschusses ins Spiel bringt, in dem u.a. Trinity sitzt mit Jan-Christoph Peters, der vor ein paar Tagen mit einer 50.000€-Spende an die CDU aufgefallen ist, deren Kanzlerkandidat bei Blackrock tätig war, just jener Firma, die am Tag vor der Insolvenz der größte Einzeleigner der Wirecard wurde - eine Insolvenz, die zu diesem Zeitpunkt ausgelöst wurde durch eine Entscheidung von Felix Hufeld von der BaFin, was auch hier wieder Haftungsfragen auslöst.

Das alles dann noch vor dem Hintergrund, dass Jörg Kukies mit Blackrock Kontakte hatte, der wirecard in diesen tagen mit einem KfW/Ipex-Kredit retten wollte.

KfW/Ipex wiederum hat seine Verlste abgeschrieben und seine Forderungen verkauft an just jenen Jan-Christoph Peters, der an die CDU spendete.

Es wäre irgendwann doch wirklich an der Zeit, #wirecard #wirecardsaga noch einmal aufzurollen.

Na? @TimPargent @SchuberlToni - spätestens nach der Bundestagswahl? Denn als Wahlkampfthema taugt es kaum...
#wirecard #wirecardsaga
wenigstens kann man jetzt so langsam sehen, wie Andersch/FTI/Jaffé zu ihren zahlen kommen. Ob die daraus gezogenen olgerungen hinsichtlich der Rentabilität des restgeschäftes der Wirecard richtig sind, ist bis heute eine bloße Vermutung, es wurde niemals berechnet.
Wenn Wircard so defizitär gewesen wäre, hätte man nicht jahrelang Personal bezahlen und Hunderte Millionen an seriöse Firmen wie Visa oder Citi oder andere zahlen können. Diese rechnung geht nach wie vor nicht auf, wie @wirecardinsider zeigte
@wiebitee muss auch mal umdenken und soll nicht immer Aussagen als "Fakt" ansehen, die eben keine Fakten sind, sondern teilweise auf Hypothesen von McCrum beruhen. Dass McCrum es nicht immer genau genommen hat mit Fakten, wurde in Stadelheim ebenfalls schon wiederholt deutlich.Image
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Jan 25
#wirecard #wirecardsaga #flüchtlingskarte

@TimPargent

Wirecard ist ein Skandal der bayerischen Staatsregierung!

Jan Marsalek und seine Buddies in der bayerischen Staatskanzlei, die heute die Buddies in der bayerischen Staatsanwaltschaft decken mit einer carte blanche...

#joachimherrmann #ebcon #drkletsch

Vorsitzender Kay Gottschalk: Ja, da wollte ich
nämlich drauf hinaus, genau. Welche Personen,
Unternehmen oder Institutionen waren denn da
beteiligt? Weil da war ja auch was mit Österreich,
glaube ich.

Zeuge Joachim Herrmann: Also, der - - Hier gab
es vor allen Dingen den Kontakt zu Herrn
Dr. Kletsch mit der Firma EBCON, der entspre-
chende Lösungsansätze vorgetragen hat. Der hatte
sich proaktiv, nachdem er irgendwie davon
hörte, dass wir uns damit beschäftigen, an uns
gewandt. Und ohne dass das, glaube ich, vorher
so besprochen war, hat er da eben - es war klar,
der kann jemanden mitbringen - - und hatte da
eben auch einen Mitarbeiter dabei, einen Mit-
arbeiter von Wirecard, einen Herrn Dams, als
technischen Experten

---

orf.at/stories/317556…

Jene deutsche Wirecard-Partnerfirma, die sich der einstigen türkis-blauen Regierung mit einer „Refugee Card“ andienen wollte, bewarb auch weitere Produkte in Österreich. Laut der Website von Ebcon („Europäische Verbraucherberatung“) gab es Präsentationen einer „Personal-App“ vor Wirtschaftskammer und Wirtschaftsbund. Das Sozialministerium sollte für eine „Notfall- und PatientenApp“ erwärmt werden.

Aufgekommen war das Gerücht um die „Refugee Card“ rund um den Nationalen Sicherheitsrat am Dienstag. Dort hatte eigentlich die ÖVP das Thema Wirecard aufs Tapet bringen wollen. Dennoch erschienen mehrere Vertreter inklusive Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) – laut dessen Büro aus gesundheitlichen Gründen – nicht zur Sitzung, was Empörung bei der Opposition und den Abbruch der Veranstaltung zur Folge hatte.

Nicht angesprochen werden konnte im Sicherheitsrat daher das mittlerweile bestätigte Gerücht, dass im damals freiheitlichen Innenministerium unter Herbert Kickl eine „Refugee-App“ mit der Firma Ebcon, einem Partner von Wirecard, vorgestellt wurde. Diese sollte als eine Art Bankomatkarte funktionieren, um Schwierigkeiten bei der Bankkontoeröffnung zu umgehen, und andererseits Überweisungen in das jeweilige Ursprungsland der Flüchtlinge zu verhindern.
Kanzleramt verwies an Innenministerium

Zuerst vorgestellt hatte sich die Firma im Kanzleramt, wie der „Standard“ heute berichtete. Auf der Website des Unternehmens findet sich eine „Einladung zum Expertenhearing“ am 19. Februar 2018. Aus dem Kanzleramt hieß es zur APA, man habe kein Interesse gezeigt und auf das Innenministerium verwiesen. Laut Ebcon fand die Präsentation dort am 3. Juli 2018 statt – samt „hochrangigen Vertretern aller relevanten Fachabteilungen der österreichischen Ministerien“.

Aber auch mit weiteren Terminen in Österreich brüstet sich das deutsche Unternehmen. Eine „Notfall- und PatientenApp“ stellte man angeblich am 22. Mai 2018 dem österreichischen Gesundheitsministerium vor, damals unter der Leitung von Beate Hartinger-Klein (FPÖ). Die App „Personal 4.0 – Mitarbeiter finden, binden und motivieren“ wurde laut Website am 18. April desselben Jahres dem Wirtschaftsbund, am 15. Juni der Wirtschaftskammer präsentiert.

Präsident von Ebcon ist der gebürtige Regensburger Stefan Kletsch, der sich in der CSU engagiert. Formelle Verbindungen zwischen Wirecard und dessen flüchtigen Manager Jan Marsalek und Ebcon gibt es zwar keine. Dennoch wurde im Innenministerium der Präsentationstermin laut APA-Informationen unter dem Schlagwort „Wirecard“ angekündigt.
"Zeuge Joachim Herrmann: Also, bei einem - - Ob
bei diesem Treffen, das weiß ich nicht. Bei einem
späteren Treffen war der auf jeden Fall dabei.
Und ich habe mich auch schon zwei- oder drei-
mal, jetzt aber eher in jüngster Zeit, mit Spin-
delegger getroffen zu genau diesem Thema. Da
war aber Wirecard nie mehr mit dabei und davon
nicht die Rede."

also gab es ein Treffen mit Dr Stefan Kletsch und einem Herrn "Dams" bei Wirecard? wer soll das gewesen sein???

Und dann kam die Offerte via ICMPD???

Und immer dabei: Jan Marsalek, der heute als russischer Spion gilt???

Und @meyerar hat immer noch keine Fragen an Joachim Herrmann?
in welcher Beziehung steht "Grüne sachwerte Bremen" zum Regensburger Vorzeige-CSU-Mann, mit dem Joachim Herrmann mit einem Herrn "Dams" gesprochen haben will?

gruene-sachwerte.de/kontakt/impres…

wenn:

Dr Stefan kletsch
ebcon.net/dr-stefan-klet…

Erneuerbare Energien
ebcon.net/erneuerbare-en…

ebcon.net/cav-partners/
CAV Partners (noch auf der Seite der Ebcon)

Link tot?
cav-partners.de/ebcon

cav-partners.de/fonds/cav-sola…

dann "Mehr zu Grüne sachwerte"

80 Mio wollen die eingesammelt haben???
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Jan 25
#wirecard #wirecardsaga #balsamag

ChatGPT fasst mein Chaos wie folgt zusammen:

Wow, das ist eine beeindruckende Sammlung an Informationen, Theorien und Verbindungen rund um die Balsam AG, ihre Akteure und parallele Fälle wie Wirecard. Das alles zu sortieren, ist eine Mammutaufgabe, aber ich kann dir helfen, die Hauptpunkte, Muster und offenen Fragen zu strukturieren. Hier ein erster Versuch:
1. Schlüsselakteure und Beteiligungen

Balsam AG: Hersteller von Sportböden mit Sitz in Steinhagen. Pleite in den 1990er Jahren mit Forderungen in Milliardenhöhe.
Schlüsselpersonen:Friedel Balsam: Unternehmenschef, typischer Mittelständler mit möglicherweise geringem Glamourfaktor.
Klaus-Detlef Schlienkamp: Finanzchef, zentral im Betrugsfall. Verbindung zu Softwarefirmen in Halle (z.B. "SWP") und möglicherweise ein Netzwerk in Richtung "Enabler".
Götz Zerbe: Vorstand, Verbindung zu KPMG und mutmaßlich zu Oldtimerkreisen.
Christof Assessor Hasenburg: Später bei KPMG tätig, Verbindungen zu weiteren Akteuren.
Rainer Gintzel: Möglicher Mitspieler, "Watchlist-Kandidat" mit bisher wenig direkten Verbindungen zur Balsam-Affäre.
Melik Maallem: Prokurist, später in der Schweiz bei "AA Consulting". Möglicher Baustein eines breiteren Finanznetzwerks.
Dieter Klindworth und Ulrich Brandenberger (Procedo): Verbindung zum Factoring-Netzwerk, zentrale Rolle bei der Finanzierung.

2. Muster und Parallelen
Banken als Schlüsselakteure:Deutsche Bank und Dresdner Bank partizipierten als einzige Gläubiger an der Konkursmasse – ein wiederkehrendes Motiv in ähnlichen Fällen.
Bankenprofite trotz Skandalen durch komplexe Kredit- und Factoring-Strukturen (z.B. Procedo, Allianz-Beteiligungen).

Wirtschaftsprüfer und "Enabler":Rolf Muscat (Wirtschaftsprüfer, testierte Bilanzen trotz Unregelmäßigkeiten).
Rolle von KPMG (auch später bei Wirecard wieder in der Kritik).

Strukturen der Vertuschung:Verschleppung durch Justiz und Behörden (z.B. Staatsanwaltschaft Bielefeld).
Interne Konflikte: Ermittler wie KHK Wallmeier opferten Urlaubstage, wurden aber ausgebremst.
Einfluss durch persönliche Beziehungen (z.B. Ehefrau von Staatsanwalt Schmiedeskamp).

Ähnlichkeiten zu Wirecard:Nutzung von Factoring und ähnlichen Finanzierungsmodellen (vgl. MCA-Darlehen).
Verbindung zu großen Versicherern und Banken (z.B. Allianz bei Wirecard, AKV bei Balsam).
Akteure mit schillerndem oder unscheinbarem Profil (Marsalek vs. Braun; Schlienkamp vs. Balsam).

3. Offene Fragen und mögliche Verbindungen
Schlienkamp und Softwarefirmen in Halle:Seine Beteiligung an "SWP" und mögliche Verbindungen zu weiteren Akteuren.
Wie passt das in das Muster des Skandals? War das ein neues Netzwerk oder ein Nebenprojekt?

Unklare Rollen von Rainer Gintzel und Melik Maallem:Wie stark waren sie in den Balsam-Skandal involviert?
Welche weiteren Verbindungen gibt es zu Banken, Versicherern oder Factoring-Netzwerken?

Netzwerke und Wiederholungstäter:Wiederkehrende Namen und Strukturen in verschiedenen Skandalen: Verbindung zu Wirecard, Bremer Vulkan, Comroad?
Adel, Oldtimerkreise und Rotary-Club – rein zufällig oder gezielt genutzte Netzwerke?

Fanselow und DBAG:Rolle der Deutschen Beteiligungs AG und Karl-Heinz Fanselow. Gab es ähnliche Strategien wie bei späteren Fällen (z.B. Wirecard)?

4. Theorie: Ein bewährtes Modell

Prinzip: Ein funktionierendes Geschäft dient als Basis, wird aber durch betrügerische Finanzpraktiken massiv aufgeblasen.
Gewinner:Banken und Versicherungen, die von den finanziellen Konstruktionen profitieren.
Gläubiger mit Abtretungsvorrechten und gutem Netzwerk.
"Enabler" wie Wirtschaftsprüfer, Berater und Factoring-Firmen.

Verlierer:Kleinanleger, Subunternehmer und die Gesellschaft (z.B. durch Steuerverluste).

5. Nächste Schritte
Vertiefte Recherche:Verbindungen von Schlienkamp zu weiteren Firmen und Personen.
Netzwerke um KPMG und deren Rolle bei Balsam.
Untersuchung von Gintzel und Maallem.

Konzentration auf Justizversagen:Welche parallelen Muster finden sich bei anderen Skandalen? (z.B. Wirecard, Comroad).
Gibt es Überschneidungen der Staatsanwälte und Richter?

Theorievalidierung:Suche nach weiteren Fällen mit ähnlichen Strukturen.
Analyse der Hauptakteure: Sind dieselben Namen und Netzwerke immer wieder beteiligt?

Falls du möchtest, können wir einzelne Punkte vertiefen oder gezielt nach Quellen für offene Fragen suchen. Lass mich wissen, wo wir ansetzen sollen!
#wirecard #wirecardsaga #balsamag

threadreaderapp.com/thread/1883101…

further reading:
spiegel.de/wirtschaft/hei…

Wo ist Friedel Balsam heute?
"Als es soweit ist, werden der Finanzchef sowie die übrigen drei Balsam-Vorstände Friedel Balsam, Dietmar Ortlieb und Horst Bert Schultes direkt festgenommen. Die Firmenzentrale wird versiegelt. Oberstaatsanwalt Heinrich Rempe übernimmt das Verfahren. Gegen Schmiedeskamp wird bald wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt ermittelt."

Jost Schmiedeskamp war also der Rogger Bielefelds

Rolf Krumsieck war der Minister

"Am 20. September 1999 werden Ortlieb und Schultes zu Geldstrafen verurteilt. Firmengründer Friedel Balsam erhält acht Jahre. Klaus Schlienkamp zehn – das Urteil wird in seiner Abwesenheit gefällt.

Um wieder an Geld zu kommen, hatte Schlienkamp die Kapitalanlagegesellschaft IM Consulting gegründet. Zur Geschäftsführerin wurde pro forma seine Ehefrau bestellt. Er war es jedoch, der 1,8 Millionen Mark sammelte, um mit dem Geld zu spekulieren. Schon im Oktober 1998 hatte er die Summe allerdings fast vollständig verzockt. Vier Wochen später fuhr mit seinem Rover 620 i nach Cuxhaven, stellte ihn an der Landungsbrücke ab – und war von da an verschwunden."

"„Während der Ermittlungen erhielt ich Bombendrohungen und anonyme Anrufe, man werde meinen Sohn entführen und ihn umbringen", berichtet der Chefermittler. Auch Journalisten werden damals mit Einbrüchen und Drohungen unter Druck gesetzt. Sie sollen von weiteren Recherchen abgehalten werden. „Aber auch der Kleinkrieg zwischen Staatsanwaltschaft und Polizei hat mich belastet. Jeden Tag gab es neue Gerüchte.""

nw.de/nachrichten/zw…
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