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Mar 20 7 tweets 3 min read Read on X
Meine Einordnung dazu:

Die Geschichte um die Berliner Polizeibeamtin Judy S. ist ein Paradebeispiel für mediale Hetze und institutionellen Machtmissbrauch. Die „Bild“ und einige Bundespolizisten haben durch haltlose Anschuldigungen und Sensationsgier nicht nur den Ruf einer unschuldigen Frau ruiniert, sondern auch gezeigt, wie tief Transfeindlichkeit und strukturelle Gewalt in Polizei und Medien verankert sind.

Judy S., eine 27-jährige trans Frau, wurde beschuldigt, zwei Bundespolizisten mit einer nicht existierenden Penispumpe sexuell belästigt zu haben. Diese absurde Geschichte verbreitete sich rasant, wurde von der „Bild“ aufgegriffen und in der Öffentlichkeit breitgetreten und wer sich daran mit aufgegeilt hat wissen wir ja alle. Grüße an alle Terfs. „NIUS“ hatte auch sein großen Anteil dran. Dabei gab es nie Beweise, geschweige denn eine ernsthafte Grundlage für diese Vorwürfe. Am Ende stellte sich heraus: Alles war erstunken und erlogen. Trotzdem hatte die Hetzkampagne schon ihre Wirkung entfaltet Judy S. wurde öffentlich diffamiert, massiv bedroht und beruflich zerstört.

Das ist kein Einzelfall. Trans Frauen werden immer wieder als Bedrohung inszeniert, sei es durch „Toiletten-Debatten“ oder absurde Fake-Skandale wie diesen. Die Strategie dahinter ist altbekannt: Angst schüren, Existenzen zerstören, Menschen aus dem öffentlichen Raum verdrängen. Besonders perfide ist, dass es hier staatliche Akteurinnen waren Beamtinnen, die eigentlich für Recht und Ordnung sorgen sollten, aber stattdessen eine Frau mit erfundenen Vorwürfen vernichteten.

Mein Fazit? Dieser Fall zeigt, wie gefährlich transfeindliche Narrative sind. Eine Kombination aus Polizeigewalt, Medienhetze und gesellschaftlicher Transmisogynie hat hier eine reale Person ins Verderben gestürzt und genau das ist das Ziel solcher Kampagnen. Wer jetzt immer noch glaubt, dass trans Menschen in Deutschland „zu viel Schutz“ oder „zu viel Einfluss“ haben, der sollte sich anschauen, was hier passiert ist: Eine trans Frau wurde durch Lügen zerstört und die Täter*innen werden wahrscheinlich ungeschoren davonkommen.

Judy sollte alle Akteur*innen die beteiligt waren in Grund und Boden verklagen. Ich werde mal was prüfen und gewisse Informationen weiterleiten falls juristisch vorgegangen werden soll.
Wer den Artikel lesen möchte, meldet sich einfach bei mir.
Kleine Korrektur in dem Satz: „Judy S., eine 27-jährige trans Frau,…“
Sollte heißen:

„Judy S., eine 27-jährige Frau,…“
Weitere Korrektur weil zu schnell abgesendet: „Eine Frau wurde durch Lügen zerstört und die Täter*innen werden wahrscheinlich ungeschoren davonkommen.“
Um es vielleicht klarer auszudrücken von meiner Seite aus:

Transfeindlichkeit und das Stigma um trans Frauen wurden bewusst instrumentalisiert, um eine Person öffentlich zu zerstören. Auch wenn Judy S. keine trans Frau ist, wurde genau diese Behauptung genutzt, um maximale Empörung zu erzeugen, weil in der aktuellen politischen Lage Transfeindlichkeit ein Mittel geworden ist, um Menschen zu diskreditieren und Existenzen zu vernichten.

Das Muster ist nicht neu:
Trans Frauen werden oft als Bedrohung für Frauenräume inszeniert.
Sexuelle Gewalt wird als Vorwand genutzt, um trans Menschen zu dämonisieren.
Falsche Anschuldigungen werden in rechten und konservativen Kreisen bereitwillig aufgegriffen und verstärkt.

Hier wurde ein absurder, frei erfundener Skandal konstruiert, der exakt auf diesen transfeindlichen Narrativen basiert. Selbst als klar war, dass Judy S. keine trans Frau ist und die Anschuldigungen haltlos sind, blieb die öffentliche Hetze bestehen weil es nie um Wahrheit ging, sondern um die gezielte Zerstörung eines Menschen durch den Einsatz gesellschaftlicher Ressentiments.

Das zeigt: Transfeindlichkeit betrifft nicht nur trans Menschen. Sie wird als Waffe gegen jede Person eingesetzt, die ins Visier von Polizei, Medien oder Politik gerät. Sie ist ein politisches Instrument geworden
mit realen, verheerenden Konsequenzen.

Und jetzt stellt euch mal vor was trans Menschen selbst erleben müssen ohne Gehör zu finden. Kein Akteur*in würde sich entschuldigen wenn Judy eine trans Frau wäre und die anderen Anschuldigungen trotzdem erfunden wären.

Ich hoffe so wird es was klarer was ich im ersten Teil sichtbar machen wollte.

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Mar 8
Um mal was aufzuräumen 😉
„Trans Frauen sind biologisch keine Frauen!“ – Blabla, dasselbe alte Gewäsch, das nur zeigt, dass Leute keine Ahnung haben, was Biologie wirklich ist. Also, Zeit für Nachhilfe auch wenn es verkürzt ist:
Geschlecht ist nicht nur Chromosomen. Wenn’s so einfach wäre, dann erklär mir mal intergeschlechtliche Menschen? XY mit weiblichen Körpern? XX mit Testosteron-Dominanz? Existieren. Aber klar, Hauptsache, ihr habt euer einfaches Weltbild.
Und dann: Gehirnstruktur. Wissenschaft zeigt seit Jahrzehnten, dass trans Frauen Hirnregionen haben, die eher denen von zis Frauen ähneln als denen von zis Männern. Sprich: Ihr könnt ja gern weiter „biologisch Mann!“ schreien – es bleibt unwissenschaftlicher Müll.
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Jan 30
#CDU 27-Punkte Plan Staatsbürgerschaft zweiter Klasse und Abschiebung in den Tod?

Die CDU hat mal wieder zugeschlagen mit einem 27 Punkte-Plan zur „inneren Sicherheit“, der eigentlich nur eins bedeutet, Menschen entrechten, die nicht in ihr Weltbild passen. Besonders betroffen?
Queere Geflüchtete und Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft. Während die einen abgeschoben werden, egal ob ihnen im Herkunftsland Folter oder Tod droht, werden die anderen als Bürger zweiter Klasse markiert.
Queere Geflüchtete: Deutschland soll nicht euer sicherer Hafen sein!

Für queere Menschen ist die Flucht oft die einzige Chance auf Überleben. Homosexualität zum Beispiel ist in über 60 Ländern strafbar, in einigen droht die Todesstrafe. Aber die CDU/AfD/FDP (ich bennen diese Rechte Front im Text nur als CDU, aber es sind alle drei inkludiert) will genau diese Menschen an der Grenze abweisen, wenn sie aus einem „sicheren Drittstaat“ einreisen. Was sicher ist, bestimmt natürlich die Politik, nicht die Lebensrealität der Betroffenen.
Ein Beispiel: Ein schwuler zis Mann aus Uganda überlebt die Flucht in ein Nachbarland wie Kenia – wo Homosexualität zwar nicht mit dem Tod, aber mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft wird. Von dort aus versucht er, nach Deutschland zu kommen. Die CDU würde ihn abweisen. Schließlich war er ja schon „sicher“. Dass er dort weiter in Angst vor Gewalt, Verhaftung und Verfolgung leben muss? Egal. Deutschland soll „attraktiv“ bleiben – aber bitte nicht für Menschen, die Schutz brauchen.
Das ist nicht nur eine rechtliche Grauzone, sondern menschenverachtend. Es geht nicht um Sicherheit, es geht um Abschottung. Queere Menschen sollen draußen bleiben, selbst wenn das ihren Tod bedeutet
Doppelte Staatsbürgerschaft? Willkommen im Deutschland zweiter Klasse!

Ein weiterer Punkt des CDU-Plans: Der Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft für Doppelstaatler bei „schweren Straftaten“. Klingt erstmal harmlos, aber was steckt dahinter?
Dass es dann zwei Kategorien von Deutschen gibt: diejenigen, die ihre Staatsbürgerschaft sicher haben, und diejenigen, denen man sie einfach wieder wegnehmen kann.
Es trifft ausschließlich Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, neben der deutschen noch eine andere Staatsbürgerschaft haben. Vielleicht, weil ihr Herkunftsland es ihnen nicht erlaubt, sie abzulegen. Vielleicht, weil ihre Familie dort lebt. Vielleicht, weil sie sich mit beiden Ländern verbunden fühlen. Egal warum – die CDU signalisiert: Ihr seid nicht „richtig deutsch“.
Und ja, das ist rassistisch konnotiert. Denn wer ist die Zielgruppe? Sicher nicht der österreichische Doppelstaatler oder die US-amerikanische Doppelstaatlerin. Es geht um Menschen mit türkischen, arabischen, iranischen oder afrikanischen Wurzeln. Die Botschaft? Ihr gehört nie ganz dazu. Ihr bleibt verdächtig.
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Nov 21, 2024
Wenn Sprache zur Gewalt wird !Transfeindliche Sprache und Hetze. Neue Analyse. #TransRightsAreHumanRights

Sprache ist ein mächtiges Werkzeug, das nicht nur Informationen überträgt, sondern auch gesellschaftliche Realitäten prägt. Transfeindliche Sprache und Hetze sind Ausdruck von Diskriminierung, die nicht nur das soziale Klima vergiften, sondern auch konkrete Gewalt begünstigt. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Mechanismen und Auswirkungen solcher Sprache zu analysieren, um ihre destruktive Wirkung zu verstehen und ihr entgegenzuwirken.

1. Definition und Mechanismen transfeindlicher Sprache

Transfeindliche Sprache umfasst Worte, Ausdrücke und Narrative, die darauf abzielen, trans* Personen zu entmenschlichen, ihre Identität zu leugnen oder sie in der Gesellschaft zu marginalisieren. Diese Sprache bedient sich oft folgender Mechanismen:

Entmenschlichung:

Trans* Personen werden auf bestimmte körperliche Merkmale reduziert (z. B. die Betonung des „bei Geburt zugewiesenen Geschlechts“).
Begriffe wie „Ideologie“ oder „Wahn“ werden verwendet, um trans* Identitäten als unnatürlich oder unwissenschaftlich darzustellen.

Pathologisierung:

Trans* Identitäten werden als Krankheit oder psychische Störung dargestellt, was die Idee stützt, dass trans* Personen „geheilt“ oder „korrigiert“ werden müssten.

Stereotypisierung:

Trans* Menschen werden auf problematische Stereotype reduziert, z. B. die Darstellung von trans Frauen als „Bedrohung für Frauenräume“ oder trans Männer als „irregeleitete Frauen und oder verlorene Lesben“.

Framing als Gefahr:

Die Trans Community wird oft als Bedrohung für Kinder, Familien oder die Gesellschaft dargestellt, was die Akzeptanz von Gewalt oder Diskriminierung begünstigt.

2. Sprache als Gewalt

Transfeindliche Sprache ist nicht nur beleidigend, sondern kann zu einer Form der symbolischen Gewalt werden. Pierre Bourdieu beschreibt symbolische Gewalt als subtile, aber effektive Mittel, um Machtverhältnisse zu reproduzieren und Minderheiten zu marginalisieren.

Direkte psychologische Gewalt:

Trans* Personen sind häufig Zielscheiben von Verhöhnung, Beleidigungen und Diffamierungen, die zu Isolation, Angst und psychischen Belastungen führen.

Strukturelle Gewalt:

Transfeindliche Sprache wird oft genutzt, um diskriminierende Gesetze oder gesellschaftliche Exklusion zu rechtfertigen, z. B. in Debatten über den Zugang zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen oder Toiletten.

Förderung physischer Gewalt:

Studien zeigen, dass Hassrede die Wahrscheinlichkeit physischer Gewalt gegen marginalisierte Gruppen erhöht, indem sie ein Klima schafft, in dem Gewalt als akzeptabel oder gerechtfertigt wahrgenommen wird.

3. Beispiele transfeindlicher Sprache

In Medien und Politik:

Politiker*innen oder Journalist*innen, die Begriffe wie „Trans-Ideologie“ oder „Gender-Wahn“ verwenden, legitimieren Feindbilder, die sich gegen trans* Personen richten.
Narrative, die Transrechte als Gefahr für „Frauenrechte“ oder „Kinderschutz“ darstellen, spielen mit Ängsten und schüren Misstrauen.

Online-Hetze:

Soziale Medien sind ein zentraler Ort für transfeindliche Hetze. Hashtags und Memes werden benutzt, um gezielt trans* Menschen zu diffamieren.
Trolle und organisierte Hassgruppen zielen darauf ab, trans* Personen durch Massendiffamierung („Dogpiling“) mundtot zu machen.
4. Auswirkungen transfeindlicher Sprache

Die Folgen solcher Sprache sind vielfältig und gravierend:

Individuelle Auswirkungen:

Psychische Gesundheit: Trans* Personen sind aufgrund von Diskriminierung und Hassrede einem erhöhten Risiko für Depressionen, Angststörungen und Suizidalität ausgesetzt.
Selbstwert: Die ständige Negierung der eigenen Identität kann das Selbstwertgefühl nachhaltig schädigen.

Gesellschaftliche Auswirkungen:

Normalisierung von Diskriminierung: Transfeindliche Sprache verstärkt Vorurteile und verhindert gesellschaftliche Akzeptanz.
Gefährdung von Rechten: Hassrede kann politische Bewegungen stärken, die darauf abzielen, Transrechte einzuschränken. Dir wiederum als Einfallstor genutzt werden um auch andere Rechte einzuschränken.

Gewaltspirale:

Laut Studien (z. B. des FBI Hate Crime Reports) besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Hassrede und Hasskriminalität. Trans* Personen sind überproportional häufig Opfer von Gewalt.

5. Wie lässt sich transfeindlicher Sprache begegnen?

Bewusstsein und Bildung:

Aufklärung über die Realität trans* Identitäten und die schädlichen Auswirkungen transfeindlicher Rhetorik ist essenziell.
Medienkompetenzprogramme können helfen, manipulative Narrative zu erkennen und kritisch zu hinterfragen.

Verantwortung in der Öffentlichkeit:

Politiker*innen, Medien und Plattformen müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein und transfeindliche Sprache nicht tolerieren.
Plattformen können Algorithmen und Moderation einsetzen, um Hassrede effektiv zu bekämpfen.

Gesetzliche Maßnahmen:

Hassrede gegen trans* Personen sollte durch Antidiskriminierungsgesetze klar sanktioniert werden.
Strengere Regulierung für soziale Medien kann helfen, Hetze einzudämmen.

Solidarität und Empowerment:

Bündnisse zwischen trans* und cizgeschlechtlichen Menschen stärken den Widerstand gegen transfeindliche Hetze.
Empowerment-Projekte für trans* Personen können helfen, Diskriminierung zu überwinden und ihre Stimmen zu stärken.
Transfeindliche Sprache ist nicht nur eine rhetorische Ausdrucksform von Vorurteilen, sondern ein Instrument, das realen Schaden anrichtet, sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene. Sie verstärkt Marginalisierung, rechtfertigt strukturelle Gewalt und schafft ein Klima, in dem physische Gewalt gegen trans* Menschen legitimiert wird. Der Kampf gegen transfeindliche Hetze ist daher ein zentraler Bestandteil des Einsatzes für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit.
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