Allein dieser Satz sagt schon "ich habe zwar keine Ahnung, aber viel Meinung" - ein Blick auf die Karte zeigt: Hormus ist zwar das Nadelöhr, wo es auch wegen der engen Fahrrinne besonders leicht ist, Schiffe anzugreifen (und zu treffen...), aber in Zeiten von Drohnen und Seezielraketen ist die Gefahrenzone etwas größer.
Nämlich 1450km lang, von der Stelle, wo sich der indische Ozean zum Golf von Oman verengt, bis zu den irakischen und kuweitischen Häfen. Überall unterwegs können die IRN die Tanker angreifen - die ersten wurden vor der irakischen Küste getroffen
Für diese Strecke braucht ein Tanker etwa 53 Stunden bei voller Fahrt (15kn voll beladen, 800sm Strecke). Über die gesamte Zeit braucht er Schutz. Teilweise kann das weitgehend aus der Luft erfolgen - Hubschrauber haben sich in der UA als probates Mittel gegen Drohnen erwiesen. Aber es braucht überall auch Kriegsschiffe, zumindest zur Raketenabwehr, in der Straße von Hormus sicher auch gegen die Drohnen
Und deshalb braucht es sehr viele Kriegsschiffe, von der Korvette aufwärts. Ein US-Kriegsspiel ergab: nur für die Straße von Hormus 8-10 Einheiten - die dann gerade einmal 10-15% des normalen Verkehrs geleiten können. Also viel mehr, um die gesamte Strecke für den normalen Verkehr zu sichern, selbst wenn man nur in Geleitzügen fahren lässt (die dann langsamer sind - der langsamste Pott macht das Tempo, und sie müssen auch erst gesammelt werden, was Zeit kostet). Wenn ich nur einen Geleitzug pro Tag und Richtung fahren lasse, und ihn mit nur 1 Fregatte schütze - dann sind das schon 6 Kriegsschiffe zusätzlich zu den 8-10 bei Hormus.
Für 10-15% des Vorkriegsverkehrs. 14-16 Kriegsschiffe
Ich bin ja nun kein Marinefachmann und weiß deshalb nicht, ob ein Geleitschiff überhaupt ausreicht (und das sowieso nur, wenn ich Hubschrauber als Drohnenschutz dabeihabe), und wieviel zusätzliche Einheiten es bräuchte, um nur 1/3 des Normalbetriebs zu ermöglichen - aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dafür weniger als 30 Schiffe reichen.
Wenn die Deutsche Marine an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit geht, kann sie etwa 2 davon stellen - fehlen also nur noch 28 (mindestens)...
Plus Versorger, plus eben die Hubschrauber zur Drohnenjagd, plus deren Bodenpersonal, plus die Fla, um die Landeplätze zu schützen, plus die komplette Logistik für all diese Leute. Wir reden also mit Sicherheit von einigen 10T Mann, die "wir", also Europa, stellen müssten
Die Frage, ob es auch noch ein paar Minensucher braucht, verkommt dabei zur Fußnote, die spielen in der Summe überhaupt keine Rolle
Und wir reden von Verlusten. Das wäre ein veritabler Kriegseinsatz, gegen einen Feind, der weiß was er tut und die Mittel hat, mit etwas Glück einen tödlichen Treffer auf einem größeren Kriegsschiff zu landen - das könnten dann schon mal 100 D Gefallene an einem Tag sein. Nicht "nur" gut 50 über viele Jahre wie in Afghanistan
Wobei ein D Kriegsschiff aus RU Sicht ein besonders attraktives Ziel wäre, weil dann die Ohnemichels, die sowieso sofort vor Putin kapitulieren möchten, weiteren Zulauf bekämen, anders als das etwa in F oder GB wäre. Also gibt man die entsprechenden Zieldaten an die IRN
Und all das für einen Krieg, von dem wir nicht einmal die Ziele kennen, keinerlei Mitspracherecht dabei haben, für einen planlosen Kriegsherrn, der für unsere Gefallenen nur Verachtung übrig haben wird, uns die Schuld für jedes Scheitern zuweisen wird
Dass selbst bei vollständiger Sicherung immer noch einzelne Geschosse durchkämen, weshalb eine ausreichende Abdeckung durch Schiffsversicherer fraglich ist, die ganze Aktion also womöglich für die Katz ist, kommt noch oben drauf
Aber es ist natürlich leichter, nach einem Marineeinsatz zu schreien, als erst mal auf die Landkarte zu schauen und ein paar grundlegende militärische Faktoren zu bedenken
@threadreaderapp unroll
• • •
Missing some Tweet in this thread? You can try to
force a refresh
Weiter sehr hohe RU Materialverluste. Interessant der Vergleich mit dem Vorjahr, auch bei der Beschußintensität (jeweils lt. GSUA)
Ari-Beschuß ist stark rückläufig, sicher Folge der Bedrohung durch Drohnen, auch gut sichtbar am gleichzeitigen Anstieg der Geschützverluste
1/3
Zusammengenommen führt das zu stark verkürzten Überlebenszeiten von Geschütz und Bedienung - statt durchschnittlich nach 140 Schuß wird das System nach 65 Schuß getroffen
Gleichzeitig hat sich der Drohneneinsatz (vermutlich gleichläufig auf UA Seite) mehr als verdreifacht 2/3
Auch der Lenkbombeneinsatz ist stark gestiegen - interessanterweise kein so großes Thema mehr, evtl. w/ erfolgreichem Jamming
Die sehr hohen Kfz-Verluste sind sicher va Folge der höheren Zahl verfügbarer Drohnen; beim Einsatz von Personal und PzFz sind die RU vermutlich vorsichtiger geworden
3/3
Ich wäre nicht überrascht, wenn es diese Nacht noch zu Schießereien käme - womöglich ein paar SOF (ISR und/oder USA), mit ein paar Kurden dabei, die Feuerwerk machen um das Geschehen in Gang zu bringen
#Iran
Trump beginnt einen Krieg
- ohne Legitimation durch den Kongress
- ohne Zustimmung der Bevölkerungsmehrheit
- ohne realistische Kriegsziele
Das ist der sichere Weg in die (politische, nicht militärische) Niederlage
1/3
Unrealistische Kriegsziele
- Atomprogramm: angeblich schon im Jun zerstört - warum sollte das jetzt klappen? Tiefer verbunkert als zuvor?
- Regimesturz: wohl zu spät, jetzt stabilisiert es das Regime eher, der äußere Feind schweißt die Anhänger und Profiteure besser zusammen
2/3
als der innere
- Alles andere wie das Ende der Unterstützung auswärtiger Terrorgruppen sind ohnehin nur Sekundärziele, die ohne Regimesturz unerreichbar sind
Krimineller Wahlkampf mit Bomben, aber wie bereits Talleyrand sagte: "schlimmer als ein Verbrechen, eine Dummheit"
3/3
Weiterhin Meldungen über UA Erfolge NO Huljaipole. Wahrscheinliches taktisches Ziel: Wiedergewinnung des Panzergrabens der alten Verteidigungslinie, der im Sep durchbrochen worden war, ein Annäherungshindernis, das mit Drohnen verteidigt werden kann 1/2
Möglich, dass man im Erfolgsfalle weiter vorzustoßen versucht, um RU Angriffe von Huljaipole nach W in den Rücken der UA Stellungslinie zu flankieren und so zu unterbinden
2/2
Nach diesem Lagebericht eines meist gut informierten Accounts stehen Einheiten der 95. LL-Brig weiter S als zumeist kartiert, liegen dort aber vor RU beherrschten Höhen fest. 1/2
Verdammt viel Aufwand, um einen leeren Tanker, dem man seit Tagen von der Karibik bis in den Nordatlantik folgt, jetzt vielleicht aufzubringen (warum eigentlich nicht schon Tage früher? Es soll bei der USNavy Leute geben, die sowas beruflich machen) 1/2
mE irreführende Betrachtung der Zahlen bestätigter RU Gefallener. Nicht der Personaleinsatz hat zugenommen, sondern die Todesrate unter den Verlusten, weil wegen der allgegenwärtigen Drohnen Verwundete nicht mehr evakuiert werden - zumindest legen 1/3 (Link zum Artikel unten)
UA Berichte diesen Schluß nahe. Für Aug 24 zählt BBC 4322 bestätigte Tote, bei 36810 von der UA gemeldeten RU Verlusten - 11,7% Quote, Okt 25 12035/31250=38,5%, und es sind längst nicht alle Toten erfasst. D.h. dass das RU KIA/WIA-Verhältnis mittlerweile in Richtung 2:1 geht,
2/3
statt 1:3 oder gar 1:5-7 bei moderner Verwundetenversorgung
Aber: das gilt natürlich ähnlich auf UA Seite, da wird es kaum 2:1 sein, aber deutlich schlechter als noch vor einem Jahr. Im Drohnenkrieg liegen die Überlebenschancen Verwundeter kaum höher als zu Napoleons Zeiten
3/3