1000 -10000 Tonnen Erz müssen pro Tonne Uran abgebaut werden.
Ein AKW wie Gösgen braucht über 20 Jahre ca 4000 Tonnen Uran = 4 - 40 Millionen Tonnen Uranerz inkl. radioaktiver Abraum.
Batterien kann man recyclen, Uran nie - der Brennstoff ist immer weg nach Nutzung, daran ändert auch Aufbereitung nichts.
Importierter Strom behält nicht den Herkunftspreis und tritt auch nicht einfach „zum Durchschnittspreis zwischen beiden Ländern” in den Zielmarkt ein. Er tritt in die Angebotskurve des Ziellandes ganz links ein – als günstigstes verfügbares Angebot. Er verdrängt dort teurere Kraftwerke, die sonst den Preis gesetzt hätten. Das neue Marktgleichgewicht = der Preis für ALLE kWh im
Zielland (somit auch für „unsere kWh“) liegt auf etwas niedrigerem Preisniveau (aber zB deutlich höher als im Herkunftsland). Und da Uniform Pricing gilt, zahlt der gesamte Markt diesen neuen, niedrigeren Preis – nicht nur für Pdie importierten Kilowattstunden, sondern für jede einzelne kWh, die in dieser Stunde gehandelt wird.
Das ist der Merit-Order-Effekt durch Importe. Ein Import von 2 GWh kann den Preis für 60 GWh Gesamtverbrauch um mehrere Cent und damit
Hunderttausende Euro senken. Die Hebelwirkung ist enorm.
Gleichzeitig entsteht an der Grenzkuppelstelle ein sogenannter Engpasserlös: Die Differenz zwischen dem Preis im Exportland und dem Preis im Importland – multipliziert mit dem gehandelten Volumen – fließt an die Netzbetreiber (TSOs) beider Seiten. Dieser Erlös ist regulatorisch zweckgebunden: Er muss in den Netzausbau fließen oder Netzentgelte senken. Das System finanziert also seine eigene Erweiterung. Geld und Gewinne fließen also auch dem Herkunftsland zu.
(1/n)
Szenario 1: Deutschland importiert – Frankreich hat günstigen Strom
Frankreich produziert genug fossilfreien Strom, der Grenzkosten-Preis liegt zB bei 3 ct/kWh. In Deutschland ist gerade Spitzenlast, die vor allem Fossile decken, der Preis bei 10 ct/kWh. Ohne Handel würde Deutschland nur diesen teuren fossilen Strom kaufen müssen.
Mit Handel passiert Folgendes: Der günstigere französische Strom tritt in die deutsche Angebotskurve ein. Das verdrängt hierzulande teure Gaskraftwerke. Der deutsche Clearingpreis sinkt von 10 ct auf etwa 9,5 ct – und zwar für den gesamten Markt. Gleichzeitig steigt der französische Preis minimal von 3 ct auf 3,2 ct, weil etwas Angebot Richtung Deutschland abfließt.
Bei 2 GWh Handelsvolumen ergibt sich:
•Gesamter Erlös der kWh am Zielmarkt: ~9,5 ct
•Französischer Erzeuger erhält: 3,2 ct/kWh
•Engpasserlös (TSOs gesamt): 6,3 ct/kWh → 126.000 €/h
•Davon ~50% für den deutschen TSO: ~63.000 €/h
Die Einsparung für Deutschland: Alle deutschen Stromkäufer zahlen 0,5 ct/kWh weniger – bei 60 GWh Gesamtverbrauch sind das 300.000 € Ersparnis in einer einzigen Stunde. Und gleichzeitig bleiben 63.000 € beim deutschen Netzbetreiber, die in den Netzausbau fließen.
(2/n)
Szenario 2: Deutschland exportiert – Frankreich hat teureren Strom
Jetzt hat Deutschland genug Strom (Mix mit EE), der Preis liegt bei 10 ct. Frankreich hat Nachfragespitze im Winter (Kältewelle), der Preis bei 14 ct. Deutschland exportiert.
Der günstige deutsche Strom tritt in die französische Angebotskurve ein und verdrängt dort teurere Kraftwerke. Der französische Preis sinkt von 14 ct auf ~13,5 ct. Da etwas deutsches Angebot abfließt, steigt der deutsche Preis leicht von 10 ct auf ~10,5 ct.
Bei 2 GWh Handelsvolumen:
•Gesamter Erlös der kWh am Zielmarkt: ~13,5 ct
•Deutscher Erzeuger erhält: 10,5 ct/kWh
•Engpasserlös gesamt: 3,0 ct/kWh → 60.000 €/h
•~50% für den deutschen TSO: ~30.000 €/h
Frankreich profitiert von günstigerem Strom. Deutschland profitiert von einem leicht höheren Preis für seine Erzeuger. Beide TSOs profitieren von den Engpasserlösen.
(3/n)
Milliarden für die Energiewende: ein Investitionsvergleich (Thread)
Denkfehler Nukies: Autokratien / historische Monopole sind nicht auf das heutige Europa übertragbar.
Vier typische Denkfehler:
ad 1: die 80er sind vorbei, genauso wie Versorgermonopole
ad 2: massive Kapitalhilfen VOR Bau bei AKW = Risiko trägt Steuerzahler
ad 3: Brennstoffeinsparung = Versorgungssicherung
ad 4: der Müll ist NICHT recyclebar, am Ende bleibt immer Schrott (Spaltprodukte)
Loser-Eck ist mit Konditionen der 70/80er zu planen, die nicht mal mehr in F gelten.
Weder force de frappe-Arbeitsheer, noch läufts bei Edf beim Ausbau aktuell. EPR braucht ja nur ewig und in F muss nun abgespeckt werden.
Du bist ein Träumer. Und eben nicht günstiger als H2. Du musst eben die Kapitalkosten richtig rechnen.
@tech_for_future @gri_mm Außerdem hast du wohl den Punkt mit der Privatwirtschaft nicht verstanden.
Auch in D wird nicht mehr günstig über LBanken finanziert. Hat sich seit 2001 geändert.
Kapitalmonster ohne Staatsknete: zu teuer.
Ohne Privatwirtschaft ist sowas aber nicht skalierbar.
Schön vorgerechnet wurde es im Report des National Audit Office zu Akw in UK:
nur wenn Staat / Steuerzahler Kapital besorgt, wird es günstig.
Was Akwisti machen:
Staatsprojekte als Standard rechnen, bei EE aber nur privatwirtschaftlich. :D
Unten: unter Bedingung einer PPP mit 50% Kapitalanteil des Steuerzahlers kommt man erst auf WACC von 5-6%.
Die Akw-Fanstudie von @WeplanetDACH hat womit gerechnet? Richtig 6% WACC. :D
Ok, Äpfel und Birnen Vergleiche zum Thema „Kosten“ also.
Und dann noch Angst vor H2-Importen.
Kein Wunder, dass die Akw-Fans keiner Ernst nimmt. Es fehlt (wie früher bei der Industrie) an Ehrlichkeit.
Re:Maga/Russia
Our tendency to summon uncontrollable forces arises from how we act together in networks.
Not all Germans were fascists in the 1930s, but we collectively supported Hitler’s rise to power. Information has always been glue that holds these networks 2gether. (1/)
There is no doubt that generating and sharing information has benefited humanity: advances in medicine, for instance, have dramatically reduced child mortality. But despite having more data than ever, we still destroy the climate, pollute the earth, and engage in conflicts. (2/n)
As we stand on the brink of an AI revolution,we are about to unleash even more potentially destructive forces. These are not problems created by one entity,but by complex information networks. To save ourselves,we need to rethink the relationship between information and power(3/)
Warum AKW Äpfel sind und EE Birnen:
Kernkraftwerke sind große Infrastrukturinvestitionen mit jahrzehntelangen Laufzeiten.
Ein Kernkraftwerksprojekt ist gekennzeichnet durch hohe Vorlaufkosten und lange Bauzeiten, niedrige und stabile Betriebskosten und lange! Amortisationszeiten.
Aufgrund der mit dem Bau verbundenen Risiken sind die Finanzierungskosten ein entscheidender Faktor für die Kosten der Stromerzeugung.
In der Regel ist es Aufgabe der Eigentümer oder Betreiber von Kernkraftwerken, die Finanzierung für neue Kernkraftwerke sicherzustellen.
Für Investoren ist das Vertrauen, das durch ein klares, langfristiges staatliches Engagement für ein Kernkraftprogramm geschaffen wird, nach wie vor entscheidend.
(Spoiler: das ist ein Problem für AKW und deren Investoren - über viele Jahrzehnte unklar).