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Was geht da am Russischen Haus in Berlin vor sich?
Warum werden dort plötzlich große Paketmengen hinein- und herausgeschoben? Ist das vermeintliche „Haus der Kultur“ neuerdings zum Postbetrieb geworden?
Weit gefehlt. Es ist längst offiziell eine Poststelle – und zwar nach eigener Darstellung die einzige offizielle Auslandsniederlassung der russischen Staatspost weltweit. Mitten in unserer Hauptstadt. ☝️

Vor dem Russischen Haus beobachtet @HenryLindo123 seit einigen Tagen eine sprunghafte Zunahme der Paketmengen. Fotos zeigen voll beladene Transportwagen vor dem Gebäude.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt: Ausgerechnet jetzt fliegt durch ukrainische Angriffe ein Logistikzentrum des russischen Onlinehändlers Wildberries nach dem anderen in die Luft.

Ob die wachsenden Paketberge in Berlin damit zusammenhängen und nun aus Deutschland Waren nach Russland geschickt werden, die dort in Rauch aufgegangen sind, lässt sich bislang nicht belegen. Naheliegend ist die Frage trotzdem:

Werden ausgefallene Lieferketten nun verstärkt aus Deutschland bedient? Gehen Waren, Ersatzteile oder andere Güter über Berlin nach Russland – vor den Augen deutscher Behörden, die einmal mehr lieber nicht so genau hinsehen?

Die Postannahmestelle befindet sich schließlich im Russischen Haus, also in der Berliner Außenstelle von Rossotrudnitschestwo. Diese russische Bundesbehörde steht seit Juli 2022 auf der EU-Sanktionsliste. Ihre Vermögenswerte müssen eingefroren bleiben; ihr dürfen grundsätzlich weder Gelder noch wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Die Paketabfertigung dürfte kaum kostenlos erfolgen. Deshalb stellen sich sehr konkrete Fragen:

Wer kassiert die Versandgebühren? Fließen Miete, Provisionen oder andere Zahlungen an das Russische Haus oder seinen Betreiber? Wer stellt Räume, Personal, Strom und Infrastruktur bereit? Was befindet sich in den Sendungen, wer sind die Empfänger – und wie genau werden diese Warenströme kontrolliert?

Die Fotos beweisen weder einen Zusammenhang mit Wildberries noch automatisch einen Sanktionsverstoß. Aber die zeitliche Koinzidenz und der sprunghaft wachsende Paketumschlag an genau diesem Ort sind zu auffällig, um sie mit einem Schulterzucken abzutun.

Zumal Medien Anfang 2026 über ein deutsches „Schattenpost“-Netz berichteten, über das unter anderem sanktionierte Elektronik, Bargeld und Schmuck nach Russland gelangt sein sollen. Bei Testsendungen konnten mit GPS ausgestattete Pakete bis nach Russland verfolgt werden.

Eine offizielle Niederlassung der russischen Staatspost im Haus einer sanktionierten russischen Bundesbehörde war schon bisher erklärungsbedürftig. Spätestens jetzt müssen Zoll, Bundesbank und Staatsanwaltschaft offenlegen, auf welcher rechtlichen Grundlage dieser Betrieb läuft und ob dort gerade jemand sehr eilig versucht, ausgefallene russische Lieferketten aus Deutschland zu ersetzen.

Die Bundesregierung hätte durchaus einen Hebel: Sie kann das sogenannte Tätigkeitsabkommen bis zum 6. Dezember 2026 kündigen. Dieses Abkommen regelt, was Russland in dem Gebäude überhaupt als Kultur- und Informationszentrum betreiben darf.

Das 99-jährige Nutzungsrecht am Gebäude ist ein anderes Abkommen. Es zwingt Deutschland aber nicht dazu, den Betrieb einer sanktionierten russischen Behörde samt kommerzieller Infrastruktur politisch auf ewig hinzunehmen.

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May 9
Gleich geht es weiter und wir sind wieder live dabei, wenn unsere Ukraine-Unterstützer an den Sowjetischen Ehrenmalen in Tiergarten und Treptow für ein ausgeglichenes Bild sorgen.
Wer den gestrigen Tag hier mitverfolgt hat, weiß, was da los war.

Heute der Hauptakt: der Botschafter mit seinem Gefolge. Ab ca. 9 Uhr wird er in Treptow, ab 10 Uhr 30 im Tiergarten mit ernst-feierlicher Miene zur Tat schreiten, um Kränze abzulegen, quasi das Äquivalent zur Siegesparade in Moskau, nur schon immer ohne Panzer und ohne Putin. Wie es in Treptow aussieht, sehen wir hier.

Henry und Peter waren schon gestern für euch dort. Sie zeigen die blau-gelben Kränze, einmal mit deutscher, einmal mit ukrainischer Beschriftung: „Gegen Invasoren! Gestern Heute Morgen“. Genau diese drei Wörter sind heute die Streitfrage. Bleibt dran.
#GedenkenstattPropaganda #wirsindmehr #B0509 🇺🇦💙💛Image
Ab hier findet ihr das Feed von gestern:
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May 8
Das geht ja schon mal gut los. 🤨
9 Uhr morgens am sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten, der 8. Mai ist gerade mal ein paar Stunden alt, und @HenryLindo123, der will sich schweigend vor eine der Säulen stellen. Mehr nicht. Kein Plakat, kein Ruf, nur da sein.
Plötzlich wird er von fünf Zivilpolizisten umstellt und an den Rand gedrängt. Vorher hatte ihm ein Fremder Gewalt angedroht. Falls er bleibt. Wohlgemerkt schweigend. An einem Mahnmal. In der Bundesrepublik Deutschland, im Jahr 2026.

Die Polizisten dort, so Henrys Einschätzung, seien „sehr, sehr russlandfreundlich unterwegs".
Übersetzt: Wer mit Georgsband, Sowjetfahne oder russlandnaher Symbolik kommt, hat möglicherweise freie Bahn. Wer schweigend dasteht, wird verdrängt.

Henry ist aktuell dort mit zwei Ukrainern unterwegs. Ich mag mir nicht vorstellen, was sie fühlen, wenn sie sehen, dass sie den Platz mit Henry räumen müssen, während die Russlandfreunde die "Internationale" singen und Fahnen schwingen, die deutlich an solche erinnern, die heute von der Polizei verboten sind.
Schlau sind sie ja!
Hilfreiche Beamte vor Ort Image
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Feb 11
Ein FBI-Dokument, eine Tote und eine Justizministerin, die schreit
Es gibt ein Dokument. Es liegt seit Oktober 2020 beim FBI. Es ist ein Bericht über einen Limousinenfahrer aus der Gegend von Dallas/Fort Worth, der Donald Trump gefahren hat.

Der Mann rief eine Woche vor der Präsidentschaftswahl 2020 beim FBI an und berichtete zweierlei:
Erstens habe er Trump vom DFW Airport abgeholt. Während der Fahrt habe Trump telefoniert, dabei wiederholt den Namen „Jeff“ erwähnt und über „abusing some girl“ gesprochen.

Der gleiche Fahrer berichtet, eine Frau habe ihm nach einem Treffen mit Trump erzählt, dass Donald J. Trump sie zusammen mit Jeffrey Epstein vergewaltigt habe. Zudem kannte der Fahrer eine Frau, die behauptet hatte, von Epstein missbraucht worden zu sein.

Dieser Frau wurde später der Kopf weggeschossen. Zumindest sollen die ermittelnden Polizisten festgestellt haben: Das kann kein Selbstmord gewesen sein.

Ob es sich bei dem Vergewaltigungsopfer und der Toten um ein und dieselbe Person handelt oder um zwei verschiedene Frauen, lässt sich aus dem stark geschwärzten Dokument nicht schließen.

Das alles steht in den Akten des US-Justizministeriums. In den Akten, die Justizministerin Pam Bondi unter Verschluss hält, schwärzt, verzögert und vor dem Kongress verteidigt, als ginge es um Staatsgeheimnisse.

In den Akten, über die sie vor Verlesung der eben erwähnten mutmaßlichen Gräueltaten heute unter Eid sagte: „Es gibt keine Beweise dafür, dass Donald Trump eine Straftat begangen hat.“

Das Dokument liegt in ihrem Ministerium. Niemand hat den Zeugen je befragt.

Heute, am 11. Februar 2026, saß Bondi vor dem House Judiciary Committee, und was dort passierte, war keine normale Anhörung. Es war ein Offenbarungseid der amerikanischen Justiz. Und gleichzeitig ein Moment, in dem die Fassade endgültig Risse bekam – von beiden Seiten des politischen Spektrums.

Es war Ted Lieu, ein demokratischer Abgeordneter aus Kalifornien, der das besagte Dokument vorlas. Vorher zeigte er Bondi ein Foto des ehemaligen Prinz Andrew, das aus den Epstein-Akten stammt – der ehemalige Royal auf allen Vieren über einer unbekannten Frau.

Er fragte, warum das nicht ausreiche, um eine Ermittlung einzuleiten. Bondi wich aus und verwies auf ihren Vorgänger Merrick Garland, wohl um auszudrücken, er habe ja auch nichts unternommen. Lieu stimmte zu: Ja, auch Garland habe versagt.

Dann spielte er ein Video ab, das Trump und Epstein zusammen auf einer Party zeigt, und fragte: „Waren minderjährige Mädchen auf dieser Party oder irgendeiner Party, an der Trump mit Epstein teilnahm?“
Bondis Antwort: „Das ist so lächerlich.“

Dann las Lieu aus dem FBI-Bericht vor. Über den Fahrer, die Vergewaltigungsvorwürfe, die erschossene Frau. Und konfrontierte Bondi mit ihrer Aussage unter Eid: Sie habe soeben gesagt, es gebe keine Beweise. Dabei zeigte er ihr die Zeugenaussage beim FBI und kam zu dem Schluss: Das sei ein Widerspruch. Das könnte Meineid sein.

„Beschuldigen Sie mich ja nicht eines Verbrechens” schrie Bondi.

Das muss man sich vorstellen. Die oberste Strafverfolgerin der Vereinigten Staaten wird mit einem Dokument aus ihrem eigenen Ministerium konfrontiert, in dem ein Zeuge eine Vergewaltigung durch den amtierenden Präsidenten schildert und den Tod einer möglichen weiteren Zeugin beschreibt – und ihre Reaktion ist nicht: „Wir werden dem nachgehen.“ Ihre Reaktion ist: Wie man es wagen könne, sie eines Verbrechens zu bezichtigen.

Lieu forderte: Niemand vom Justizministerium hat diesen Zeugen befragt. Sie müssen diesen Zeugen unverzüglich befragen.

Es war nicht der einzige Moment dieser Art. Diese Anhörung war eine Kaskade des Schreckens:

Pramila Jayapal, Demokratin aus Washington, bat die elf Epstein-Überlebenden im Publikum aufzustehen. Alle elf erhoben sich. Jayapal fragte, wer von ihnen noch nie vom Trump-Justizministerium empfangen wurde. Alle elf hoben die Hand. Dann bat sie Bondi, sich umzudrehen und sich bei den Opfern zu entschuldigen.
Bondi weigerte sich und sprach von „Theatralik“. Es kam zu einem Schreiduell.

Jerry Nadler fragte Bondi direkt: „Wie viele von Epsteins Mittätern haben Sie angeklagt? Wie viele werden überhaupt ermittelt?” Bondi, wieder brüllend: „Ich werde die Frage in der Art beantworten, wie ich das möchte!“ Der Anwort Nadlers wich sie aus. Sie war: Null. Kein einziger Mittäter wurde angeklagt. Und das bei über 1.000 identifizierten Opfern.
Stattdessen begann Bondi, über den Dow Jones zu reden. Der stehe über 50.000.

Jamie Raskin, der ranghöchste Demokrat im Ausschuss, sagte ihr ins Gesicht: „Sie betreiben direkt aus dem Justizministerium heraus eine gigantische Vertuschungsaktion im Falle Epstein.“

Er erinnerte daran, dass von über 6 Millionen Seiten nur 3,5 Millionen veröffentlicht wurden. Der Rest werde mit Verweis auf juristische Schutzrechte zurückgehalten. Gleichzeitig seien die Namen von Opfern ungeschwärzt veröffentlicht worden – während die Namen mutmaßlicher Täter geschützt blieben.

Die Überlebenden im Saal trugen weiße T-Shirts mit geschwärzten Worten. Darauf stand: „Die Wahrheit ist, die Epstein-Überlebenden warten noch immer.“

Sky Roberts, Bruder der Epstein-Überlebenden Virginia Giuffre, die sich das Leben nahm, sagte vor der Anhörung: „Die Art und Weise, wie diese Regierung und insbesondere Sie mit den Überlebenden umgegangen sind, kann nur als Versagen bezeichnet werden.“

Und dann kam Thomas Massie. Republikaner. Kentucky. Co-Autor des Gesetzes, das die Veröffentlichung der Epstein-Akten erzwang. Er ging Bondi härter an als die meisten Demokraten: „Sie haben den Überlebenden im wahrsten Sinne des Wortes das Schlimmste angetan, was man ihnen antun konnte.“

Er konfrontierte sie damit, dass der Name von Milliardär Les Wexner, den das FBI als „Mitverschwörer“ geführt hatte, in den Dokumenten geschwärzt worden war. Bondis Ministerium habe den Namen erst wieder sichtbar gemacht, nachdem Massie sie auf frischer Tat ertappt habe. „In nur 40 Minuten hatte ich Sie auf frischer Tat ertappt.“, sagte Massie.

Bondis Antwort an den Republikaner, der ihr Gesetz mitgeschrieben hat? Sie warf ihm das „Trump Derangement Syndrome“ vor und nannte ihn einen „Heuchler“. Wohlgemerkt ein Mitglied ihrer eigenen Partei.

Einen Tag zuvor hatten Massie und der Demokrat Ro Khanna zwei Stunden im Justizministerium gesessen und die ungeschwärzten Akten gelesen. In zwei Stunden fanden sie sechs Namen von Männern, die ohne erkennbaren Rechtsgrund geschwärzt worden waren.

Khanna verlas die Namen am Dienstag im Repräsentantenhaus: Salvatore Nuara, Zurab Mikeladze, Leonic Leonov, Nicola Caputo, Sultan Ahmed Bin Sulayem – CEO von Dubai Ports World – und Leslie Wexner, Milliardär und Victoria‘s-Secret-Gründer, den das FBI als Epstein-Mittäter eingestuft hatte.

Khannas Frage: „Wenn wir innerhalb von zwei Stunden sechs Personen entdeckt haben, die dort versteckt waren, stellen Sie sich vor, wie viele Personen in diesen 3 Millionen Akten möglicherweise noch verborgen sind.“

Und dann ist da noch Howard Lutnick, Trumps Handelsminister. Er hatte behauptet, seit 2005 keinen Kontakt mehr zu Epstein gehabt zu haben. Am Dienstag gestand er vor dem Senat ein, dass er 2012 mit seiner Familie auf Epsteins Privatinsel zum Mittagessen war.

Der Insel, die als „Pedophile Island“ bekannt ist. Lutnick sagte, er habe „eine Stunde lang“ dort zu Mittag gegessen. Selbst die Republikanerin Nancy Mace sagte danach: „Als Mutter würde ich nicht mit einem verurteilten Pädophilen zu Mittag essen.“

Und die republikanische Senatorin Cynthia Lummis, die das Thema lange ignoriert hatte, sagte nach dem Lesen der ungeschwärzten Akten: „Jetzt verstehe ich, warum das so eine große Sache ist.“ Sie hatte darin Fälle gefunden, in denen die Opfer neun Jahre alt waren.

Neun.

Fassen wir zusammen, was wir wissen:
Es gibt ein FBI-Dokument, das einen Zeugen beschreibt, der Donald Trump und Jeffrey Epstein gemeinsam einer Vergewaltigung beschuldigt. Der Zeuge kannte zudem eine Frau, die behauptete, von Epstein missbraucht worden zu sein – sie wurde erschossen, kein Selbstmord laut Polizei. Ob es sich bei den Schilderungen um ein und dieselbe Frau handelt, ist aus dem geschwärzten Dokument nicht erkennbar. Das DOJ hat den Zeugen nie befragt. Die Justizministerin behauptet unter Eid, es gebe keine Beweise. Sie schreit jeden an, der fragt. Sie schwärzt die Namen mutmaßlicher Täter und veröffentlicht die Namen der Opfer. Null Anklagen bei über 1.000 Opfern. Und wenn man sie darauf anspricht, redet sie über den Dow Jones.

Natürlich müssen wir fair bleiben: Der Zeuge kann die Unwahrheit gesagt haben. Die Aussage kann falsch sein, übertrieben, aus Eigeninteresse motiviert. All das ist möglich. Aber genau dafür existieren Ermittlungen. Man prüft Aussagen. Man befragt Zeugen. Man recherchiert, wer die tote Frau war. Man findet heraus, was die Polizei damals festgestellt hat. Das ist der Sinn eines Justizministeriums.

Stattdessen: Schwärzungen. Verzögerung. Geschrei. Und eine Frau auf dem Stuhl der Justizministerin, die bei dem Wort „Epstein“ reflexhaft „Trump Derangement Syndrome“ schreit – egal ob der Fragende ein Demokrat oder ein Republikaner ist.

Dies ist kein Parteienproblem. Massie ist Republikaner. Khanna ist Demokrat. Die Überlebenden sind von keiner Partei. Die tote Frau aus dem FBI-Bericht war von keiner Partei. Und die Frage, ob der Präsident der Vereinigten Staaten gemeinsam mit dem berüchtigtsten Sexualstraftäter der jüngeren Geschichte ein Verbrechen begangen hat, ist keine Frage von links oder rechts. Es ist eine Frage der Justiz. Und die Justizministerin weigert sich, sie auch nur zu stellen.

Das ist der Stand der Dinge im Amerika des Jahres 2026. Alles liegt auf dem Tisch. Und die Regierung tut so, als gäbe es nichts Wichtigeres als den Dow Jones.
Ausführliche Beschreibung oben im ersten Post.
„Sie hat nichts beantwortet. Sie kam hierher, um über den Dow Jones und den Nasdaq zu sprechen, was mir irgendwie verrückt erscheint.“
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Jan 4
Der Preis war Maduro: Ein Coup in drei Akten
Der Schattenmann: Richard Grenell – ihr erinnert euch? Der US-Botschafter in Berlin, der Deutschland belehrte, mit AfD-Sympathisanten dinierte, der so auftrat, dass selbst die Union erleichtert war, als er ging. Der Mann, der immer Deals macht, an den offiziellen Kanälen vorbei.

Jetzt wissen wir, was er nebenbei noch gemacht hat.
Schon am 31. Januar 2025, nur 10 Tage nach Trumps Inauguration, flog Grenell nach Caracas und traf Nicolás Maduro im Präsidentenpalast – das erste hochrangige US-Venezuela-Treffen seit Jahren. Offiziell ging es darum: Geiseln freizukaufen. Inoffiziell: Er sondierte, wer im Regime verhandlungsbereit wäre.

Und er fand: Delcy Rodríguez.

Die Schlüsselfigur: Die Vizepräsidentin, 56, Tochter eines marxistischen Guerilleros. Ihr Vater Jorge Antonio Rodríguez hatte 1976 einen US-Manager entführen lassen – angeblich ein CIA-Mann. Drei Jahre Geiselhaft. Kurz danach wurde er verhaftet. Als Delcy ihn im Gefängnis besuchte, stößt die Geheimpolizei sie in seine Zelle und zündet eine Tränengasgranate. Sie ist sieben Jahre alt. Bis heute führt sie ihr Asthma auf dieses Trauma zurück. Wenig später wird ihr Vater zu Tode gefoltert.

„Die Revolution ist unsere Rache für den Tod unseres Vaters“, sagt sie Jahre später.
Sie studiert Jura, geht nach Paris und London, wird Diplomatin, Außenministerin, Vizepräsidentin. Maduro nennt sie seinen „Tiger“. Zwanzig Jahre treue Chavista. Und obwohl es im Laufe der Jahre Sanktionen aus den USA, der EU, der Schweiz und Kanada hagelt:

Sie und ihr Bruder Jorge, der Parlamentspräsident, sind die einzigen im inneren Machtzirkel ohne US-Anklage. Anders Geheimdienstchef Diosdado Cabello: Auf ihn wurde ein 25-Millionen-Dollar-Kopfgeld ausgesetzt. Verteidigungsminister Padrino? 15 Millionen. Die Rodríguez-Geschwister? Nichts.

Der Deal: Im April 2025 passiert etwas Bemerkenswertes. Über Mittelsmänner in Qatar – das kleine Emirat, das sich bereits in vielerlei Hinsicht als neutraler Vermittler positioniert hat – erreicht eine Nachricht Washington: Die Rodríguez-Geschwister bieten einen Deal an. „Madurismo ohne Maduro.“ Maduro solle ins Exil gehen, nach Qatar oder in die Türkei. Delcy würde die Präsidentschaft übernehmen. Im Gegenzug öffne Venezuela seinen Ölmarkt für US-Firmen, reduziere die Kooperation mit Russland, China und Iran.

Das Argument der Geschwister: Sie hätten keine US-Anklagen am Hals. Sie seien „vorzeigbarer“.
Im September kommt ein zweiter Vorschlag. Detaillierter: Maduro trete in drei Jahren ab, ein Ex-General führe die Übergangsregierung, Delcy bliebe die Schlüsselfigur. Laut Miami Herald habe Maduro beide Vorschläge abgesegnet.

Richard Grenell bringt diese Angebote ins Weiße Haus und ins State Department.
Hier wird es kompliziert. Grenell und Außenminister Marco Rubio, beide Trump-Loyalisten, verfolgen völlig unterschiedliche Strategien. Grenell will den Deal. Möglicherweise war er von Trump beauftragt, in seinem Namen dafür zu sorgen, die Öl-Magnaten, die seinen Wahlkampf großzügig unterstützen, zurück nach Venezuela zu bringen.

Rubio will aber den Sturz der Maduro-Regierung. Semafor schreibt im September 2025, Grenell habe „eine neue Form von Maduro-Fanfiction erfunden, in der der Diktator einfach ein Guter ist, der missverstanden wird.“ Ein anderer Trump-Berater nennt die Rodriguez-Vorschläge „Cartel Lite“ – und nicht akzeptabel.

Am 2. Oktober 2025 ruft Trump Grenell persönlich an. Die Order: Alle Verhandlungen stoppen. Sofort.
Zwei Wochen später enthüllt der Miami Herald die Qatar-Gespräche. Rodriguez dementiert wütend. „FAKE!! Psychologischer Krieg gegen Venezuela!“ Sie postet ein Selfie mit Maduro, beide lächeln: „Zusammen und vereint, den Weg von Chávez konsolidieren.“

Drei Monate später, in der Nacht zum 3. Januar 2026, fliegen Delta-Force-Soldaten nach Caracas und holen Maduro aus dem Bett.

Stunden später telefoniert Delcy Rodríguez mit Marco Rubio. Trump sagt bereits gestern Abend auf seiner Pressekonferenz: „Sie hatte ein langes Gespräch mit Marco und sagte: ‚We‘ll do whatever you need.‘“

Warum Rubio doch zum Hörer griff? Weil er erkannt hat, dass man einen Diktator stürzen kann, um sein Gesicht zu wahren, aber eine funktionierende Bürokratie braucht, um das Öl fließen zu lassen. Es war ein Sieg für Grenells Plan: Rubio lieferte die Delta Force für das Ende von Maduro, aber Grenell lieferte Delcy für den Tag danach.

Am gleichen Tag, im venezolanischen Staatsfernsehen, umgeben von Generälen und Ministern klingt die Vizepräsidentin dann anders: „Es gibt nur einen Präsidenten in Venezuela, und sein Name ist Nicolás Maduro! Nie wieder Kolonie!“

Diese Doppelzüngigkeit ist atemberaubend. Aber sie ergibt Sinn, wenn man die Geschichte kennt.
Senator Mark Warner, Vizevorsitzender des US-Geheimdienstausschusses, kannte sie offenbar nicht. Er sagt CBS: „In vielen, vielen Briefings, als wir darüber sprachen, wer nach Maduro übernehmen würde – das Militär? Die Opposition? – gab es keine Konversation darüber, dass die Vizepräsidentin eine tragfähige Figur wäre.“

Die Qatar-Verhandlungen liefen vollständig am Kongress vorbei. Wie der gestrige Coup. Und Grenells Spezialität.

Doch Trump wusste es. Und als er die Gespräche im Oktober stoppte, wusste er auch: Rodriguez ist bereit zu kooperieren, falls es hart auf hart kommt. Er musste nur noch den Preis festlegen.
Der Preis war Maduro.

Das Alibi: Die Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado, die eigentlich die demokratische Opposition anführt und Trump ihren Nobelpreis widmete? Kam gar nicht erst ins Rennen. Sie war das „weiche“ Alibi, um Trumps Venezuela-Ambitionen menscheln zu lassen. Über sie sagt er gestern: „Sehr nette Frau, aber sie hat nicht den Respekt.“ Eine Frau, ohne Macht. Eine Frau, die nicht garantieren kann, dass die Karten so ausgespielt würden, wie es sich Trump wünschte.

Die Tochter des Märtyrers hingegen, die Frau, deren ganzes Leben „Rache“ war – mit der kann er arbeiten.

Die beste Rache ist nicht der Sozialismus.
Die beste Rache ist die Macht.
Und die Ölverträge unterschreibt jetzt sie.
Hier noch für Interessierte eine Venezuela-Rückschau der Geschehnisse, in der obiger Text eingebettet ist.
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antwortseiten.org/venezuela-volk…
Korrektur: Delcy Rodríguez war doch seit 2018 auch von den USA sanktioniert.
Entscheidend war aber offenbar nicht ihre Sanktionsfreiheit, sondern ihre politische Anschlussfähigkeit für Washington.
Ich bitte, den Fehler zu entschuldigen 🙏
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Nov 25, 2025
Jetzt haltet euch fest.
Steve Witkoff, Trumps "Sondergesandter", hat dem Kreml erklärt, wie man den Friedensplan am besten an seinen Chef verkauft. Nicht umgekehrt. Bloomberg hat die Telefonaufnahmen.

Am 14. Oktober ruft Witkoff bei Putins außenpolitischem Chefberater Jurij Uschakow an. Sein Vorschlag: Lasst uns doch gemeinsam einen Ukraine-Plan basteln – so wie bei Gaza. Putin solle das Thema dann direkt bei Trump platzieren.

Es wird noch besser.
Witkoff rät Uschakow, Putin solle doch Trump anrufen – und zwar bevor der sich in der gleichen Woche mit Selenskyj treffen wollte. Ob das sinnvoll wäre?
Ja klar, sagt Witkoff. Er solle einfach sagen: Glückwunsch zum Gaza-Deal. Ach, und der Steve und der Jurij haben sich da was Ähnliches für die Ukraine ausgedacht. Vielleicht interessiert's dich ja.

Wenige Tage später telefonieren Trump und Putin. "Sehr produktiv", schwärmt Trump hinterher. Na sowas.

In einer zweiten Telefonaufnahme besprechen Uschakow und Kreml-Berater Dmitrijew, wie hart Moskau seine Maximalforderungen durchdrücken könne.

Dmitrijew bleibt ganz entspannt: Selbst wenn die Amerikaner nicht alles übernehmen – sie werden "etwas sehr Ähnliches" tun. Man kenne ja seinen Steve.

Ergebnis: Ein 28-Punkte-Plan, der laut US-Senator Rounds klingt, als wäre er "von Anfang an auf Russisch geschrieben" worden.
Doch das Weiße Haus dementiert und die ganze Welt sieht hilflos dabei zu, wie Trump Selenskyj den Stift auf einem Vertrag führt, den Putin selbst geschrieben hat - und zwar mit den MAXIMALFORDERUNGEN.
Wer hätte das gedacht.
Quelle: Spiegel / Bloomberg, 25.11.2025
Unfassbar! Image
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Nov 22, 2025
Das glaubt ihr jetzt nicht!
Das ist die Story zum 28-Punkte-Friedensplan, die der Journalist Michael Weiss auf Substack gepostet hat.
Dieser Plan, der gerade Europa in den Abgrund reißen will, ist demnach von vorne bis hinten ein einziger Fake, der sich auf wundersame Weise verselbständigt hat.
Dan wurde er brandheiß und gipfelt nun darin, dass die ganze Welt gerade Panik schiebt, wie es mit der Ukraine weitergeht.
Die Europäer redeten sich darüber in Johannesburg den Mund fusselig. Und morgen geht das Drama in der Schweiz weiter - wohlgemerkt mit Ultimatum am 27.11.!

Hier die Geschichte, auch wenn sie sich nicht kurz erzählen lässt. Lest den Originalartikel von Michael Weiss, er ist köstlich geschrieben! Link folgt im nächsten Post.

Die Chronologie der Ereignisse

1. K. (Kirill Dmitriev) schreibt den Plan.
Er ist der tatsächliche Autor bzw. Hauptarchitekt der „28 Punkte“.
Das geht aus mehreren Stellen eindeutig hervor.

2. K. leakt den Plan an die Presse — bevor irgendjemand in den USA ihn offiziell hat.
Der Substack-Artikel sagt ausdrücklich, dass Dmitriev selbst der primäre On-Record-Informant von Axios war.
Er schickt die Story raus, bevor sie überhaupt intern abgestimmt ist.
→Das heißt: Der Plan ist öffentlich, bevor er „existiert“.

3. Erst danach wird Steve Witkoff von K. überhaupt eingeklinkt.
Witkoff trifft Dmitriev nur für ein paar Stunden (nicht drei Tage), nachdem der Plan bereits als Leak im Umlauf ist.
Dann erhält er seine „Version“ — quasi als nachgereichte Legitimation.
Der Artikel macht klar: Dmitriev hat ein Produkt verkauft, das noch niemand im Regal hatte.
→Er nutzt Witkoff, um dem Ganzen nachträglich „Gewicht“ zu geben.

4. Der Plan ist draußen – aber alle im Weißen Haus sind komplett überrumpelt.
State Department: keine Ahnung.
Rubio: distanziert sich.
Graham: weiß von nichts.
Pentagon/Intelligence: laufen normal weiter, autorisieren ATACMS.
Treasury verhängt zeitgleich neue Sanktionen.
→Ein enttarnter Amateurputsch gegen die US-Außenpolitik.

5. Dann kommt Witkoffs fataler Tweet, ihr erinnert euch sicher
Der Tweet sollte eigentlich eine DM sein, wird aber öffentlich gepostet:

„Er muss das von K bekommen haben.“

Damit bestätigt Witkoff unabsichtlich:
dass K. der Autor ist
dass der Plan nicht aus den USA stammt
dass die Story von Axios ein russischer PR-Move war
→ Der entscheidende Fehler, der für Weiss alles enttarnt.

6. Trump kriegt Wind davon und lobt den Plan.
Trump ist 24 Stunden still — ungewöhnlich.
Dann, nachdem die Story um den Friedensplan explodiert, bestätigt ein „hochrangiger Beamter“, der Plan habe Trumps Unterstützung.
Später lobt Trump den Plan öffentlich und tut so, als sei es sein großer Wurf.

→Trump, der Entertainer, übernimmt die Show, wie immer.

7. Das Ultimatum kommt – „Ukraine muss zustimmen oder verlieren.“
Die Deadline wird gesetzt.
Eine Form von außenpolitischem Zeitdruck, die keinerlei diplomatische Grundlage hat.
→Das ist der Moment, in dem die Gefahr real wird.

8. Selenskyj hält seine „Auch Stahl kann brechen“-Rede, die ihn beinahe tatsächlich bricht.
„Wir verlieren unsere Würde oder die USA als Partner.“
Die Stimmung ist düster, existenziell.

→Der Moment, in dem klar wird, wie gefährlich die Sache tatsächlich geworden ist.

9. Heute ruderte Trump übrigens leicht zurück. Das stand aber nicht im Weiss-Artikel:
Auf Nachfrage, ob wirklich „kein Spielraum“ besteht, sagt er „Nein“ — es gebe natürlich Optionen, er wolle ja nur Frieden.

Trumps klassisches Verhaltensmuster, wenn er spürt, dass die öffentliche Lage kippt.
Wenn Michael Weiss’ Rekonstruktion stimmt – und sie erscheint mir extrem sauber, quellengesättigt und deckt sich mit bekannten Mustern russischer Operationen –, dann sprechen wir nicht von einer kleinen Panne.

Wir sprechen von einem geopolitischen Systemversagen in Washington, dann ist das der größte außenpolitische Skandal nicht nur der Trump-Jahre sondern ever.

Dann stellen sich natürlich Fragen:
Wer wusste was?
Wann?
Wer hat mitgewirkt?
Wer wurde absichtlich ausgeschlossen?

Das ist keine Kleinigkeit – das ist ein Fall für einen Sonderermittler.
Und ein Impeachment. Mindestens.
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