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Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V. – für eine freie, differenzierte und verantwortungsvolle Impfentscheidung seit 2006.
Jun 10 12 tweets 3 min read
🧵 RKI/WHO-Studie schockt: Über 91 % der Impf-Übersichtsarbeiten sind „kritisch-niedrig“ vertrauenswürdig! Im Januar 2026 hat das Robert Koch-Institut (RKI) zusammen mit der WHO im Fachjournal Systematic Reviews eine Studie veröffentlicht: Von 120 systematischen Reviews zu Impfstoffen wurden 91,7 % als kritisch-niedrig eingestuft.

Was bedeutet das für die Evidenzbasis von Impfempfehlungen? ÄFI ordnet ein. 1/10Image 💡Systematische Reviews gelten als Goldstandard der evidenzbasierten Medizin. Sie fassen alle relevanten Primärstudien zusammen und werden von STIKO, Fachgesellschaften und GRADE als höchste Evidenzstufe bewertet.

Doch die Qualität ist seit Jahren ein Problem: Schon 2016 zeigte der renommierte Forscher Ioannidis, dass nur 3 % wirklich gut und nützlich sind. Laut einer Studie von 2024 waren von 100 randomisierten Reviews nur 1 % vollständig reproduzierbar. 2/10
Sep 12, 2025 4 tweets 5 min read
Geimpfte Kinder weisen laut zurückgehaltener US-Studie 2,5-fach häufiger chronische Erkrankungen auf als ungeimpfte Kinder 👇
Es sind erstaunliche Zahlen: Geimpfte Kinder haben die 4,29-fache Häufigkeit an Asthma, die 3,03-fache Häufigkeit an atopischen Erkrankungen, die 5,96-fache Häufigkeit an Autoimmunerkrankungen und die 5,53-fache Häufigkeit an neurologischen Entwicklungsstörungen im Vergleich zu ungeimpften Kindern. Was ist dran an der neuen Studie, die gerade medial heiß diskutiert wird?

Es handelt sich um eine retrospektive Kohortenstudie mit Daten von 18.468 Kindern (geboren zwischen 2000 und 2016), die im Health Alliance Plan (HAP, Anbieter einer gemeinnützigen Krankenversicherung) eingeschrieben waren. 16.511 Kinder haben mindestens eine Impfung erhalten, 1.957 keine Impfung. Als primärer Endpunkt wurde der Zusammenhang zwischen #Impfungen und der Entwicklung chronischer Erkrankungen definiert.

Aus der Studie lassen sich folgende Ergebnisse ablesen:
• Impfungen sind mit einem etwa 2,5-fach höheren Risiko für chronische Erkrankungen assoziiert (HR 2,54, 95% KI, 2,16–2,97).
• Signifikante Risiken lassen sich auch für Asthma (HR 4,29), Autoimmunerkrankungen (HR 5,96), atopische Erkrankungen (HR 3,03), und Neuroentwicklungsstörungen (HR 5,53), insbesondere Sprachstörungen (HR 4,47) und Entwicklungsverzögerungen (HR 3,28) erkennen.
• Kein Zusammenhang lässt sich bezüglich Krebs (HR 0,90), Nahrungsmittelallergien (HR 1,40) oder Autismus (HR 0,62), motorische Behinderung (HR 2,92), neurologischen Störungen (HR 0,83) oder Anfallsleiden feststellen (HR 1,66).
• Die Gesamtwahrscheinlichkeit, nach 10 Jahren frei von einer chronischen Erkrankung zu sein, betrug 43 % in der geimpften Gruppe und 83 % in der nicht geimpften Gruppe (p<0,0001).

Weiter zu den Stärken und Schwächen dieser Studie 1/Image 2/ Stärken der Studie:
 
Als eine der wesentlichen Stärken der Studie kann ohne Frage die große Stichprobe genannt werden – es gibt wohl bisher keine größere Kohorte mit vollständig ungeimpften Kindern. Vorherige Studien haben es versäumt, komplett ungeimpfte Kinder in ihre Analyse einzubeziehen und stattdessen versucht, eine Dosis-Wirkungs-Beziehung anhand der Anzahl der verabreichten Impfungen zu errechnen.
 
Außerdem wurden Störfaktoren wie das Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Schwangerschaftsalter und Geburtsgewicht in die Analyse einbezogen und Sensitivitätsanalysen veranlasst. Die verwendeten statistischen Verfahren sind dieser retrospektiven Kohortenstudie angemessen.
 
Die Studie nutzte objektive Datenquellen wie medizinische Aufzeichnungen und das staatliche Impfregister. Zudem zeigt sie konsistente Ergebnisse mit vorherigen Studien, beispielsweise zu der Kausalität zwischen Impfungen und Anaphylaxie und dem nicht signifikanten Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus.
 
Zu guter Letzt ist noch zu nennen, dass es bei der Studie keine Interessenskonflikte (wie etwa eine externe Finanzierung) gibt.
 
Schwächen der Studie:
 
Fachleute würden hier wohl zuerst das fehlende Peer-Review bemängeln – dies ist aber kein inhärentes Merkmal wissenschaftlicher Validität, sondern primär ein Optimierungsprozess und sekundär ein verlegerischer Schutzmechanismus für Fachjournale (da diese abhängig von den angenommenen Veröffentlichungen finanziell profitieren).
 
Wie bei jeder retrospektiven Kohortenstudie sind auch hier Verzerrungsrisiken zu erwarten und es lässt sich keine Kausalität bei den Ergebnissen herstellen. Dafür wären randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) notwendig, die aber in diesem Bereich gemeinhin als unethisch gelten (da Probanden kein wirksamer Schutz vorenthalten werden soll). Diese Studienergebnisse lassen jedoch daran zweifeln, ob es nicht doch ethisch gerechtfertigt ist, um mehr Klarheit über die gesundheitlichen Auswirkungen von Impfungen zu erhalten.
 
Risiken, die das Ergebnis verzerren könnten, sind beispielsweise die fehlende Kontrolle von Störfaktoren wie demsozioökonomischen Status und dem Lebensstil. Wie bereits genannt, wiesen die ungeimpften Kinder eine kürzere Follow-Up-Zeit auf (461 vs. 970 Tage), aber auch weniger Arztbesuche insgesamt (2 vs. 7 pro Jahr). In gewissem Maße ist dies plausibel, wenn die ungeimpften Kinder tatsächlich weniger Krankheiten aufwiesen. Zudem führten die Autoren wie geschildert Sensitivitätsanalysen zu der Follow-Up-Zeit und den geringeren Arztbesuchen durch.
 
Zuletzt ist noch die fehlende Analyse spezifischer Impfungen, der Anzahl Impfdosen und des Timings als Einschränkung der Studie zu nennen.