Nico Lange Profile picture
Geopolitik. Ukraine + Russia + America Watcher. Security. Defense. Technology. Basketball-Fan @WashWizards. Hört Radio Jerewan. Plan beats no plan.
Apr 29 6 tweets 2 min read
Warten auf Hormus. Schiffe warten. Märkte warten. Regierungen warten. Das „Waiting Game“ hat eine gefährliche geostrategische Dimension und wirft für Europa unbequeme Fragen auf. 🧵 handelsblatt.com/meinung/kolumn… Washington rechnet damit, dass Irans Ölspeicher rund drei Wochen nach Blockadebeginn voll sind. Danach müsste Teheran die Produktion drosseln – mit irreversiblen Schäden und wachsender Verhandlungsbereitschaft. Das wäre Anfang Mai. 2/
Apr 25 9 tweets 2 min read
Vor 40 Jahren: Die Katastrophe von 1986 entstand aus einer toxischen Kombination: schwere Designfehler des RBMK-Reaktors und eine mangelhafte, autoritäre sowjetische Sicherheitskultur. Der Unfall war systemisch. 🧵 Image Der RBMK hatte gravierende Konstruktionsmängel: ein positiver Void‑Koeffizient, Steuerstäbe, die beim Einfahren zunächst Reaktivität erhöhten, und eine sowjetische Sicherheitskultur, die Risiken verdrängte. Das machte den Reaktor instabil – besonders in Extremsituationen. 2/
Apr 23 7 tweets 1 min read
Russland kündigt an, den Transit von kasachischem Rohöl (KEBCO) über den nördlichen Druschba‑Strang nach Deutschland ab 1. Mai zu stoppen. Betroffen sind 2,15 Mio. Tonnen pro Jahr bzw. 43.000 Barrel pro Tag – rund ein Fünftel der Versorgung der PCK‑Raffinerie Schwedt. 🧵 PCK verarbeitet jährlich 11,5 Mio. Tonnen Rohöl und versorgt über Pipelines, Schiene und Lkw Berlin‑Brandenburg, Mecklenburg‑Vorpommern, Nord‑Sachsen‑Anhalt und Westpolen. Die Produkte bleiben verfügbar, auch wenn das kasachische Öl für PCK ausfällt. 2/
Apr 6 5 tweets 2 min read
Die Ukraine verhängt „kinetische Sanktionen“ mit gezielten Schlägen gegen die russische Exportinfrastruktur für Öl in Ust-Luga und Primorsk an der Ostsee und zuletzt dem in Novorossiysk am Schwarzen Meer. 40-50% der russischen Ölxporte fallen mindestens zeitweise aus. 🧵 Image Russland exportiert im Schnitt etwa 7,3–7,5 Mio. Barrel/Tag an Öl und Ölprodukten über Pipelines und auf dem Seeweg. Etwa 3,0–3,5 Mio. Barrel/Tag laufen per Tanker, davon etwa 1,7-2,0 Mio. Barrel/Tag durch die Terminals in Ust-Luga, Primorsk und Novorossiysk. 2/
Apr 1 5 tweets 1 min read
Die USA werden nicht mehr das verlässliche Rückgrat europäischer Sicherheit sein. Deshalb braucht Europa – und besonders Deutschland – endlich eine eigene strategische Verteidigungsökonomie. 1/ handelsblatt.com/meinung/kolumn… Wenn Washington nicht mehr einspringt, muss Europa selbst handlungsfähig sein: eigene Aufklärung, Führung, Kommunikation, Luftverteidigung, Cyber, Weltraum, Deep‑Strike, gemeinsame Munition & Logistik. Ohne diese Enabler bleibt Europa verwundbar und politisch erpressbar. 2/
Mar 29 6 tweets 1 min read
USA und Israel haben im Krieg gegen den Iran viel erreicht: einen militärischen Enthauptungsschlag, die Ausschaltung der leistungsfähigen Luftverteidigung des Iran, die gezielte Zerstörung gefährlichen militärischen Potenzials des iranischen Raketenprogramms. 1/ Der Allianz ist es bisher jedoch nicht gelungen, die Führungs- und Kommunikationsstrukturen der Revolutionsgarden und des iranischen Militärs zu brechen. Ein Regimewechsel war allein durch Luftschläge von vornherein nicht erreichbar. 2/
Mar 23 5 tweets 2 min read
Trump sendet nach dem Aufstehen Entspannungssignale über vermeintlich konstruktive Gespräche mit dem Iran und befreit sich damit von seinem eigenen unsinnigen Ultimatum. Krieg und Präsidentschaft als Reality-Show.
Mar 23 6 tweets 1 min read
Israel und die USA zerstörten im Iran viele militärische Ziele, doch das strategische Ziel eines Regimewechsels scheint nicht erreichbar. Trump wirkt überfordert und sendet Signale der Deeskalation und der Eskalation gleichzeitig. 🧵 Trumps neues Ultimatum ist eine strategische Sackgasse. Iranische Kraftwerke anzugreifen, wird weder die Straße von Hormus öffnen noch einen Regimewechsel fördern. Das Ultimatum verstreichen zu lassen, wirkt schwach. 2/
Mar 18 7 tweets 2 min read
Achtung! Das ist keine Übung! Seit einigen Tagen verbreiten Kanäle in Sozialen Medien Symbole und Ideologie einer "Volksrepublik Narwa", die eine separatistische Bewegung innerhalb Estlands suggerieren und anleiten sollen. Das Playbook ist bekannt. 🧵 Image Das "Volksrepublik"-Schema wendete Russland in Donezk und Luhansk an, hatte damals ähnliche Symbole für "Volksrepubliken" in Odessa, Charkiw geschaffen. Ein späterer Schritt waren angebliche "Separatisten", die, wie wir heute wissen, russische Offiziere wie Igor Girkin waren. 2/
Mar 1 6 tweets 1 min read
Israel und USA führen seit 24 Stunden eine koordinierte Angriffskampagne gegen die iranische Führung, staatliche Strukturen, Luftverteidigung und Raketen. Die Tötung des Obersten Führers und gezielte Schläge sollen das Regime schwächen und letztlich zusammenbrechen lassen. 🧵 Die iranischen Kommandostrukturen funktionieren bisher weiter. Iran antwortet mehrschichtig: zunächst einfache Raketen zur Sättigung der Luftverteidigung, danach Drohnen und ballistische Raketen. Irans Ziele liegen in Israel, bei US‑Stützpunkten und in mehreren Golfstaaten. 2/
Feb 27 5 tweets 1 min read
Putin has no intention of stopping his attacks, and Ukraine has no option to end the war. Both sides can continue fighting without gaining the upper hand. If Europe continues as before, this war will drag on for years to come. 1/ Under Trump, the US is presenting itself as a mediator, even though it is impossible to mediate between aggressor and victim. Washington would have the power to put real pressure on Putin—but it does not want to. For Ukraine, this is a constant balancing act. 2/
Feb 27 5 tweets 1 min read
Putin hat keinerlei Absicht seine Angriffe einzustellen und die Ukraine keine Option, den Krieg zu beenden. Beide Seiten können weiterkämpfen, ohne sich durchzusetzen. Wenn Europa so weitermacht wie bisher, zieht sich dieser Krieg über weitere Jahre. 1/ Die USA unter Trump inszenieren sich als Vermittler, obwohl man zwischen Aggressor und Opfer nicht vermitteln kann. Washington hätte die Macht, echten Druck auf Putin aufzubauen – will es aber nicht. Für die Ukraine ist das eine permanente Gratwanderung. 2/
Feb 16 5 tweets 1 min read
Europa läuft die Zeit davon. Amerikas sicherheitspolitischer Rückzug aus Europa und MAGA-Überheblichkeit reißen ein Loch, das Europa bisher nicht schließen kann. 1/ economist.com/by-invitation/… Europa redet über „viel Geld ausgeben“, über Soldaten, Panzer, Flugzeuge, auch über Drohnen, doch zu wenig über Systeme, die moderne Kriegsführung zusammenhalten. Satelliten, Aufklärung, elektronische Kampfführung, Precision Deep Strike. 2/
Feb 9 5 tweets 1 min read
Moscow is trying to destroy the peace process through corruption: A mega economic package is intended to turn the USA from a geopolitical opponent into a business partner. Anyone who can supposedly earn billions or “trillions” no longer provides security guarantees. 1/ When Trump and his circles have fantasies of billions in Russia, a systemic pressure arises: “No escalation, no sanctions, no weapons that jeopardize Moscow's business, no tough support for Ukraine.” This is what the Kremlin is counting on. 2/
Feb 9 5 tweets 1 min read
Moskau versucht, den Friedensprozess durch Korruption zu zerstören: Ein Mega‑Wirtschaftspaket soll die USA vom geopolitischen Gegner zum Geschäftspartner machen. Wer vermeintlich Milliarden oder "Billionen" verdienen kann, stellt keine Sicherheitsgarantien mehr. 1/ Wenn Trump und seine Buddies Milliardenfantasien in Russland haben, entsteht ein systemischer Druck:
„Keine Eskalation, keine Sanktionen, keine Waffen, die Moskaus Geschäfte gefährden, keine harte Unterstützung der Ukraine.“ Darauf setzt der Kreml. 2/
Jan 28 6 tweets 1 min read
Die Gespräche in Abu Dhabi zwischen der Ukraine, Russland und den USA könnten der Anfang eines Friedensprozesses werden. Daddy richtet es aber nicht für uns. Europa kann den Verlauf beeinflussen und sich selbst an den Tisch zwingen. 1/ Putin verhandelt nur ernsthaft, wenn er militärisch und politisch im Nachteil ist. Europa muss endlich Putin ernsthaft in Bedrängnis bringen. Nicht mit Appellen. Sondern mit Macht und Klarheit. 2/
Jan 27 6 tweets 2 min read
Europe is running out of time. And Europe needs to show spine. While Washington, Moscow and Kyiv negotiate, Europeans are spectators to their own security. The Greenland crisis made brutally clear: the world is moving faster than Europe’s ability to act. economist.com/by-invitation/… Yes, Europe helped Ukraine survive. But survival is not security. The hard truth is that Europe still relies on America for the systems that make modern warfare work: satellites, intelligence, electronic warfare, long‑range strike. Europe lacks a sovereign backbone. 2/
Jan 23 6 tweets 1 min read
Heute beginnen in Abu Dhabi erstmals seit Langem trilaterale Gespräche zwischen USA, Ukraine und Russland. Von „bahnbrechenden Fortschritten“ zu sprechen, wie es Steve Witkoff tut, ist jedoch irreführend. Die Positionen liegen weiterhin fundamental auseinander. 1/ Russland hält unverändert an seinen Maximalforderungen fest – inklusive Gebietsansprüchen, die für die Ukraine nicht verhandelbar sind. Gleichzeitig scheinen die USA in Alaska Zusagen signalisiert zu haben, die sie nun nicht einlösen können. Das erzeugt eine Schieflage. 2/
Jan 19 7 tweets 1 min read
Der Hohe Norden und Grönland sind durch Ressourcen, Handelsrouten und militärische Infrastruktur geostrategisch bedeutsam. Russland und China verfolgen dort langfristige Strategien, die für uns Risiken enthalten. Eine akute Bedrohung gibt es aber nicht. 🧵 Russland erklärte die Arktis zur zweitwichtigsten außenpolitischen Priorität nach dem postsowjetischen Raum. Russland modernisiert die Nordflotte, baut Stützpunkte aus und militarisiert die Nördliche Seeroute. Das ist vor allem für Norwegen, Island, UK und USA relevant. 2/
Jan 18 6 tweets 1 min read
Grönland: Die Europäer könnten einen Handelskrieg mit den USA nicht gewinnen. Sie können aber die Kosten einseitiger U.S.-Handlungen so erhöhen, dass sie für Trump unattraktiv werden. Hektik und Lautstärke wie in den letzten Tagen helfen dabei jedoch eher Trump. Die EU zeigte bereits in der Vergangenheit, dass koordinierte EU-weite Gegenzölle Wirkung haben. Vielleicht sollte direkt der EU-Handelskommissar eine Gegenreaktion führen, nicht Dänemark.
Jan 7 5 tweets 1 min read
Friedrich Merz sagte schon nach dem Gipfel von Alaska richtigerweise, dass Deutschland bei einer europäischen Militärpräsenz im Rahmen von Sicherheitsgarantien für die Ukraine nicht außen vor bleiben könne. Nach einer hysterischen Diskussion über "Bodentruppen" wurde aus der richtigen politischen Position nach Alaska eher wieder Unklarheit bis in Berlin dann Mitte Dezember 2025 ausgesprochen wurde, dass Deutschland Teil einer europäischen "multinationalen Truppe" sein müsse.