WORKSHOP Profile picture
Wir reaktivieren unseren Kanal bis Juni für das eBook-Projekt arbeiter-organisiert https://t.co/b5aWIpfNod von Matze Schmidt.

Aug 28, 2019, 13 tweets

Die Kunst ist ein Tempel. Im Tempel zeigt POESIS – Sprachkunst | Language Art "eine Momentaufnahme internationaler Sprachkunst". Friedrich W. Block kuratierte die Ausstellung, die mit 63 (?) Beiträgen eine sehr große Bandbreite, zerschnippelnder, reflexiver, tiefenliterarischer

Umgangsformen mit der "Sprache als Medium und Gegenstand" bietet. "Es ist ja überhaupt unklar...", könnte ein Satz formuliert werden, der fragen wollte, woher die Sprache kommt. Man muss schon zu ihr gehen. Im Kunststempel in #Kassel ist morgen die Vernissage und dann

vom 30. August bis 6. Oktober 2019 geöffnet: kunsttempel.net/poesis-sprachk…. Die Provenance der Sprachmacher wäre da einfacher zu erfinden. Da wäre etwa der Pionier Augusto de Campos. Er entwirft in den 1950er Jahren, ähnlich wie modernistische Maler serielle Rationalität an den Tag

legen, Gedichte, die ein strategisches Lesen des konkreten poetischen Materials erfordern. Kennt jemand die Marke "WordBit"? Dass Produkt bietet an, die Lücken der Zeit, die einem im überausgefüllten Leben neben Familie und Job, Hobby und so weiter noch verbleiben mit Bits von

Sprachlerneinheiten zu füllen. In den Container wird jede Menge Lan·gue gegeben. Dieser kapitalistisch-funktionale Begriff von Sprache perlt wie Bonbons ins Portfolio. Von spielerischen Lettern auf Papier zum Silicon Graphic waren es für de Campos 40 Jahre. Dieser Computer

soll für Friedrich Kittler bei seinem Gang auf den Hegel-Lehrstuhl in Berlin auch der ausschlaggebende Zuschlag gewesen sein ... von ihm aus gesehen. Er hatte den Rechner zur Bedingung für seine Professur gemacht. Kittlers Sprung von der Forschung geistiger Literatur zur

Codekritik ist nun ebenfalls nahe ein viertel Jahrhundert her. Allein dieser zeitliche Abstand veranschaulicht den Diskurs der Digitalität von damals und, *dass* es Diskurs war. Und dieser eine Verfahrensweise. Block zitiert im Katalog John Cayley, Dozent für Digital Language

Arts an der Brown University, der Begriff Sprachkunst (Language Art) sei offen ist für neue experimentelle und noch unvorhersehbare Praktiken mit Sprache. Die in die letzten Lücken des sprachlichen Lebens fallenden Stückchen, die gekauft werden müssen, können mit dem

Gegenteil Spiel auch seit Schillers poetischen Spielbegriff nur ausbalanciert werden. Darum ergibt sich die Frage, ob die Biotope der Sprachkunst zu schützen sind, weil sie die Sprachware nur negativ ergänzen, in einem Freiraum. Friedrich W. Blocks Antwort darauf wäre hier

gestohlen. Im Interview im Dichterhaus der Stiftung Brückner-Kühner lässt er, entspannt und durchaus fröhlich, wenig Zweifel daran aufkommen, wie sehr ihn die Präzision der Autorinnen fasziniert. Eine Sprache ist gemeint, die feine De-Justierungen zulässt. Die

vom jeweiligen technischen Dispositiv nicht "über"formt ist, sich "in" ihm von diesem emanzipieren kann ohne, und das ist schwer zu vollziehen, Besitz eines Autors zu sein. Auch wenn auf Seite 136 "© VG Bild-Kunst" – und tatsächlich nicht "VG Wort" – steht.

Wird fortgesetzt. Teil 2 am 29.08.2019 hier und zu 42,9% auf connex-io.de.

Share this Scrolly Tale with your friends.

A Scrolly Tale is a new way to read Twitter threads with a more visually immersive experience.
Discover more beautiful Scrolly Tales like this.

Keep scrolling