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4 Kinder (9-23) #Feminismus #Antifa #Bildung #Homeschooling #SozialeArbeit #Chancengleichheit #Mobbing #Armut

Jan 24, 2020, 12 tweets

Wer mir folgt weiss, dass ich mit 2 Kindern #Homeschooling mache. Dies ist sehr interessant, war jedoch nie mein Wunsch/Ziel. Aus Gründen hat es sich so ergeben.
Was ich nun täglich erlebe, ist faszinierend. (a thread)

Es bestärkt meinen Eindruck, dass an der öff. Schule die Strukturen und Prozesse DRINGEND angepasst werden müssen. Die vielen Kinder, die unter dem System leiden, die psych. krank werden, müssen ernst genommen werden.

#Lernen ist eine lustvolle und schöne Angelegenheit. Kinder müssen sinnvoll und zielorientiert dabei begleitet werden.
Wir dürfen Kinder, die nicht in das Schema passen (nach oben und unten), nicht allein lassen. So viel Potential und Lern- und Lebensfreude geht verloren!

Im Folgenden beschreibe ich einen, wie ich denke, wünschenswerten Lernprozess, der sich so bei uns abgespielt hat.

Tochter (8) hat sich vor einer kompliziert aussehenden Matheaufgabe gedrückt. Ich habe sie ermutigt, erstmal genau zu lesen, worum es geht.

Ich habe mich dabei kurz zu ihr gesetzt. Sie hat sich schnell an schon erarbeitete Hilfsstrategien erinnert (Material zum visualisieren), sie selbständig gelöst + hatte sogar Spass daran.

Damit fand folgendes statt: Angst gehabt, erstmal richtig hinschauen, vorhandenes Wissen + Strategien anwenden, Problem lösen, tolles Glücksgefühl erleben, sich kompetent fühlen.

Um das Erlebnis zu festigen, habe ich ihr vorgeschlagen, sich selber einen Brief (bzgl. des Erlebten) in die Zukunft zu schreiben. Der Brief wurde weder bewertet noch korrigiert. Es ist ein kurzer, sehr süsser Brief entstanden.

Vorgang: Reflexion, Festigung des Gelernten.

Ist sie mal wieder blockiert, kann sie diesen Brief (abgelegt in ihrem Portfolio-Ordner) lesen und sich erinnern. Zudem wird sie ihn wieder lesen, wenn sie in ihrem Portfolio blättert, was sie hin und wieder tut.

Gearbeitet wurde an Deutsch, Math + überfachlichen Kompetenzen.

Es wurde in wenig Zeit sehr viel gelernt. Der Prozess verlief konstruktiv. Es wurde erlebt, wie neg. Emotionen (Angst) entstehen können, welche Strategie man am liebsten anwenden würde (Vermeidung), wie man damit umgehen könnte und dass es sich gut anfühlt, es anzupacken.

Mein Arbeitsanteil daran ist sehr gering. Ich habe sie in einer kurzen Anfangsphase begleitet. Sie ermutigt, sich hinzusetzen und erstmal richtig hinschauen.
Danach habe ich mit ihr kurz reflektiert, was passiert ist und ihr die Idee mit dem Brief vorgeschlagen.

Es ist nicht sehr zeitintensiv, die Kinder so zu begleiten. Die Kunst ist es, die Strukturen so zu gestalten, dass dies möglich wird. Zudem muss bei den Lernbegleiter*innen das Wissen über Lernprozesse vorhanden sein UND die Erkenntnis, dass Kinder lernen wollen.

Das Zentrum des Lernens sollte beim Kind liegen und nicht bei der Lehrperson. Kinder sollten unabhängig gemacht werden und nicht abhängig gemacht werden.

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