Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren? Die Fehler der Vergangenheit sollten bei der #Staatshilfe für #AUA bzw. #Lufthansa nicht wiederholt werden. Das trifft auch auf weitere staatliche Hilfen für alle großen Unternehmen oder Banken zu. Ein Thread: 1/12
Das schlechte Beispiel: Österreich in der letzten Bankenkrise ab 2009. Weil der damalige Finanzminister unter heftigem Lobbying der Banken auf eine ordentliche Aktien-Beteiligung verzichtet hat, sind ihm ca. 3,6 Milliarden Euro Einnahmen von Erste und Raiffeisen entgangen. 2/12
Ein Viertel der enorm teuren Bankenrettung hätte sich die Republik so später zurückholen können. Details dazu in einer Recherche von meinem Kollegen @MichaelGinovino: momentum-institut.at/news/staatsbet… 3/12
Die AUA fordert nun 90 Mio. als Zuschuss und 267 Millionen als Beteiligung am Eigenkapital, möglichst ohne Rechte der neuen staatlichen Aktionäre. Bei der Beteiligung kommt es aber auf die Details an. 4/12
Macht man es wieder wie Österreich 2009, verzichtet man auf den potentiellen Gewinn, wenn der Aktienkurs nach der Krise wieder steigt und die Republik mit hohem Gewinn verkaufen könnte. 5/12
Ein besseres Beispiel ist die Schweiz. Sie stieg zu einem sehr niedrigen Kurs bei UBS und CreditSuisse ein und verkaufte nach der Krise mit 30% Gewinn. 6/12
Ein ähnliches Modell, angewandt auf die AUA würde einen Einstieg Österreichs bei der Konzernmutter Lufthansa bedeuten. Eine Kapitalerhöhung zum aktuellen Aktienkurs ist vergleichsweise günstig, weil die Aktienkurse aller Luftfahrtunternehmen am Boden sind. 7/12
Bei einem späteren Verkauf könnte die Republik mit 166 Millionen Euro Gewinn aussteigen – ohne Dividende. Annahme: Die Luftfahrt erholt sich und der Verkauf erfolgt bei zumindest 2/3 des durchschnittlichen Aktienkurses der Lufthansa seit Beginn des Börsen-Listings. 8/12
Die Krise müssen Staat und Privatwirtschaft gemeinsam bewältigen. Österreich sollte auf diese potenziellen Einnahmen zur Begleichung der Krisenkosten aber nicht verzichten. 9/12
Beim Notfallfonds für mittelgroße Unternehmen ging es bisher um Kredite, Garantien und Zuschüsse, aber nicht um Beteiligungen am Eigenkapital mittels Aktien oder Anteilen. Bei allen größeren Unternehmen muss es aber definitiv darum gehen! 10/12
Dazu braucht es die Neugründung der von Schwarz-Blau 1 abgeschafften „Pleiteholding“ GBI. Die hat mit exzellenten Sanierern strategisch wichtige Unternehmen auf neue Beine gestellt. Weder in der ÖBAG noch im Notfallfonds ist die notwendige Expertise dafür aktuell vorhanden. 11/12
Das argumentiert der ehemalige Nationalbank-Ökonom Franz Nauschnigg in einem Gastbeitrag zum Thema AUA auf @mom_inst: momentum-institut.at/news/aua-rettu… 12/12
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