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"It is a very sad thing that nowadays there is so little useless information." (Oscar Wilde) Anonyme Kommunikation über Signal: N0x8000.23

Jul 29, 2020, 10 tweets

Der Todeszug von Farsleben,

der für 2.500 jüdische Opfer des NS am 13.04.1945 zum Ort ihrer Befreiung wurde, hat einen, wenn auch kleinen Ort der Erinnerung in Sachsen-Anhalt gefunden, dank einer lokalen Initiative.
Dennoch wird von der Presse, etwa @Volksstimme und @mdr, noch

immer ein vereinfachtes Narrativ beschrieben: Der Zug kam, wurde auf dem Streckengleis abgestellt, die Wachmannschaft verschwand, am nächsten Tag kamen die US-Truppen, das war es (inklusive der folgenden Typhus-Epidemie).
Nach den Zeitzeugeninterviews des unermüdlichen @marozell

war es nicht so einfach. Es ist die Rede vom Kommandanten, der Anweisung erhielt, den Zug auf einer Bahnbrücke samt hungernden, durstenden, teils verstorbenen Insassen zu sprengen (der Stadtkommandant hat die Brücke einige Tage später sprengen lassen, während die nächste Brücke

in Gegenrichtung am 12.04. bereist gesprengt war), von einem Teil der Wachmannschaft, der am Morgen und Maschinengewehre aufstellte. Die Überlebenden berichteten von Begegnungen mit Einheimischen vor ihrer Befreiung, und das sind denkwürdige Erlebnisse. Es gilt, das Narrativ

um einiges zu ergänzen, um der Wahrheit näher zu kommen.
In den USA ist die Geschichte des Zuges inzwischen wesentlich bekannter, in diesem soll ein spendenfinanzierter Dokumentarfilm erscheinen.
Es ist aus meiner Sicht dringlich, @marozell|s Buch "A Train near Magdeburg" ins

Deutsche zu übersetzen. Eine Anfrage bei der Landeszentrale für politische Bildung in Magdeburg ergab, dass dort die Mittel für eine Übertragung ins Deutsche nicht zur Verfügung stehen (dieselbe Anfrage gab es bereits vor zwei Jahren von anderer Seite).
Eine andere Aufgabe ist

die Institutionalisierung weiterer Forschung zum Zug. Das vorliegende Material zeigt, dass noch einiges geleistet werden kann. Der Vorschlag, diese Aufgabe an die @gfi_gardelegen zu übertragen, soll an die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt wie auch die Bitte um Übersetzung

herangetragen werden.
Tatsächlich ist die Geschichte des Zuges nicht die unwilliger SS-Mannschaften. Sie ist die Geschichte eine weiteren Endphaseverbrechens, das aus zufälligen günstigen Umständen nicht durchgeführt werden konnte. Und natürlich die der Befreiung von 2.500

jüdischen NS-Opfern.
Die Initiative hatte Mühe, 10.000 EUR für einen Gedenkstein zusammenzubringen. Offenbar hat das Land #LSA noch keinen angemessenen Zugang zum Zug von Farsleben gefunden.

Ich bitte um die Unterstützung der demokratischen Fraktionen im Landtag für das Gedenken

und die historische Forschung: @cdufraktion_LSA @spd_lt_lsa @GrueneFrakLSA @LinksfraktionSt

Bevor Sie urteilen, lesen Sie bitte, was Matthew Rozell in unermüdlicher Arbeit zusammengetragen hat. Als E-Book äußerst preisgünstig.
amazon.de/Train-Magdebur…

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