Sebastian Dullien Profile picture
Director at @imkflash. Professor for International Economics at HTW Berlin - University of Applied Sciences. Father of two. On the jump to @sdullien.bsky.social

Aug 24, 2020, 12 tweets

Wie @spiegelonline berichtet, haben wir heute einen neuen Policy Brief mit Ergebnissen der @boeckler_de Erwerbstätigenbefragung zum Konsumverhalten bei #Merhwertsteuer-Senkung und Einmalzahlungen veröffentlicht.
boeckler.de/pdf/p_imk_pb_9…
spiegel.de/wirtschaft/ser…
1/

Unsere Ergebnisse in Kürze: Nur etwa jeder vierte Befragte hat angegeben, wegen der vorübergehenden Senkung der #Mehrwertsteuer das Konsumverhalten im zweiten Halbjahr 2020 ändern wollen. Dabei wollen die Befragten vor allem Käufe von später vorziehen. 2/

Ein Grund dabei scheint zu sein, dass viele Befragte skeptisch sind, inwieweit Unternehmen die Steuersenkung in niedrigeren Preisen weitergeben. Zum Befragungszeitpunkt (Ende Juni) ging dabei ein Drittel davon aus, dass die Unternehmen die Steuersenkung gar nicht weitergeben. 3/

Das könnte sich inzwischen geändert haben bzw. noch ändern. Schließlich haben große Handelsketten mit massiven Preisänderungen Werbung gemacht. 4/
Allerdings ist auch die angekündigte Konsumreaktion auf die Mehrwertsteuersenkung unter

Allerdings ist auch die angekündigte Konsumreaktion auf die Mehrwertsteuersenkung unter jenen begrenzt, die Preissenkungen erwarten. Selbst unter jenen, die mit einer ganz überwiegenden Weitergabe der Steuersenkung erwarten, planen rund zwei Drittel KEINE Konsumänderung. 5/

Jene, die ihre Ausgaben ausweiten, planen vor allem größere Anschaffungen, aber manche auch Urlaub und Restaurantbesuche. 6/

Auf eine hypothetische Frage, inwieweit Einmalzahlungen (wie der Kinderbonus ja einer ist) ausgegeben werden, gaben rund vier Fünftel an, ihren Konsum erhöhen zu wollen. Im Schnitt berichteten die Befragten, rund die Hälfte ausgeben zu wollen. 7/

Interessant (und passend zu den überraschend guten Einzelhandlesumsätzen in Q2) hat ein relevanter Teil angegeben, in der #Covid19-Krise MEHR Geld ausgegeben zu haben als zuvor.
(Gleichzeitig gab es allerdings etwas mehr Haushalte, die ihren Konsum eingeschränkt haben.) 8/

Mehrausgaben berichteten vor allem Haushalte mit Kindern, und darunter vor allem Haushalte mit eher geringen Haushaltsnettoeinkommen. Hier spielt wahrscheinlich eine Rolle, dass das Schul-/Kitaessen bei vielen weggefallen ist; 9/

auch dürften hier Ausgaben für Ausrüstung fürs Online-Lernen eine Rolle gespielt haben.
Eingeschränkt haben dabei vor allem jene ihren Konsum, die in Kurzarbeit waren, und dabei noch stärker jene, deren Kurzarbeitergeld nicht aufgestockt wurde. 10/

Unser Fazit: Zur Konsumstützung wäre es zielgerichteter gewesen, Kurzarbeitergeld von Anfang an aufzustocken. Die Ergebnisse zur MWSt. decken unsere Befürchtung, dass man mit den 20 Mrd. € an anderer Stelle mehr „Wumms“ hätte erreichen können. Siehe auch boeckler.de/de/faust-detai…

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