Anke DomscheitBerg (bsky: @anke.domscheit-berg.de) Profile picture
inaktiver Account, Milliardäre sollten keine Medien kontrollieren! Alternativ: https://t.co/mlIE9ZoWcK Publizistin u ex-MdB DIE LINKE.

Sep 18, 2020, 10 tweets

Jetzt geht es im #Bundestag um den Stand der Deutschen Einheit, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung. Der neue „Ostbeauftragte“ der Bundesregierung, Marco Wanderwitz spricht u ist stolz auf das Erreichte u hält den dicken Bericht zur Einheit in die Luft. #TddE2020 /1

Wanderwitz sieht vorrangig ein Stadt-Land Problem, kein Ost-West Problem. Viele Länderkarten mit kolorierten Statistiken vermitteln ein anderes Bild, auch wenn es natürlich innerhalb des Ostens große Unterschiede gibt. Aber es ist „nicht alles golden“ gibt er zu... #TddE2020/2

Wanderwitz findet es richtig, nicht nach Himmelsrichtung, sondern nach Bedarf zu fördern. Nix dagegen, wenn er zB endlich dafür sorgen würde, dass Rentenpunkte in Ost u West gleich bewertet werden u Menschen mit Ostbiographie auch Spitzenposten in Politik u Verwaltung haben /3

Wenn ich nicht taub war, hat der Ostbeauftragte d BuReg KEIN Wort darüber verloren, dass Ossis nur 2% bundesweiter Eliten ausmachen, für weniger Lohn sogar länger arbeiten müssen, viel weniger Vermögen besitzen u Ost-Rentenpunkte u Mütterrente weniger wert sind. #TddE2020 /4

Auch in d medialen Darstellung kommt der Osten kaum bis gar nicht vor u wenn, dann einseitig im Kontext der Diktaturvergangenheit o von Problemen mit Demokratieverständnis u Rechtsextremismus. Natürlich macht das was mit der kollektiven Selbstwahrnehmung im Osten! #TddE2020 /5

Prof. Claudia Weber hat zu niedrigeren Akzeptanzraten für d Demokratie im Osten eine Erklärung: „Es ist ein Unterschied, ob Ersterfahrung mit Demokratie als Enttäuschungsgeschichte mit Zusammenbruch der Wirtschaft (Osten) o als Wirtschaftswunder (BRD) geprägt wurde“. TddE2020 /6

Gerald Ullrich, FDP, hält eine so unsägliche Rede zu 30 Jahren Einheit, dass es nicht überrascht, dass seine eigene Fraktion nicht klatscht, aber die AfD Fraktion ihm heftigen Applaus spendet. @MatthiasHoehn fragt in seiner Rede, ob er (Ullrich) sich darüber nicht wundert./7

Die fadenscheinige Kritik der FDP an Ostquoten für staatl. Top Führungspositionen („es muss um Leistung gehen u nicht um Herkunft“) bügelt @MatthiasHoehn ab. Ginge es um Leistung, gäbe es längst mehr als 2% Ossis in diesen Funktionen. Das kenne ich von Frauenquotendebatten./8

Übrigens gibt es genau 1 Rektor:in einer dt. Universität mit Ostbiographie - seit kurzem, in Cottbus. Eine:e Richter:in an einem Obersten Gericht mit Ostvergangenheit gibt es m.w. immer noch nirgendwo. Kennt ihr eine:n Chefredakteur:in mit Ostvergangenheit? Ich nicht. /9

Die Unterrepräsentanz von Ossis auch in Medien führt ständig zu Texten wie: „bis 1978 konnten Männer in DE Frauen das Arbeiten verbieten“ - im Osten (das ist auch DE!) war das seit 1949 anders. Von ca. 1000 MA beim Spiegel soll z.B. nur eine Handvoll aus dem Osten stammen. /10

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