Woche 4, Tag 2, Teil 2 im Assange-Hearing: Nun wird Lindsay Lewis gehört. Sie hat Abu Hamza anwaltlich vertreten und wird darüber berichten, wie ihr Mandant nach der Auslieferung behandelt wurde.
Hintergrund Abu Hamza: de.wikipedia.org/wiki/Abu_Hamza…
Hintergrund Lindsay Lewis: joshuadratel.com/who_ll.htm
Drei Wochen nach seiner Auslieferung an die USA in 2012 wurden SAM gegen Abu Hamza verhängt. Diesen unterliegt er noch heute.
Lewis führt aus, dass die US-Anklage während des Auslieferungsverfahrens mehrfach betont hat, dass er wenn überhaupt nur kurz im ADX Florence Supermax Gefängnis inhaftiert werden würde. Er befindet sich nun seit fünf Jahren dort.
In der Untersuchungshaft wurde er komplett isoliert festgehalten. Er hatte keinen Kontakt zu anderen Häftlingen und hat seine Zelle fast nie verlassen. Zugang für Anwälte wurde erschwert und es gab immer wieder Probleme mit den Anrufen mit der Familie.
Es gibt technische Probleme mit der Übertragung - kurze Pause.
Es geht weiter: Lewis (Zeugin) ist leider schwer zu verstehen.
Lewis: Es gibt keine einzige Studie, die nicht zum Ergebnis kommt, dass Einzelhaft nach mindestens zehn Tagen zu psychischen Problemen führt.
Es geht nun um die US-Behauptung, dass Häftlinge mit schweren psychischen Problemen nicht in Einzelhaft untergebracht werden. Lewis berichtet, dass Abu Hamza unter schweren psychologischen Problemen leidet und trotzdem weiter im ADX Florence festgehalten wird.
Nun geht es um die Kontaktbeschränkungen zur Familie. E-Mails sind nicht erlaubt, sodass nur Briefpost geht. Es ist ein Anruf pro Monat erlaubt, dieser ist aber auf bestimmte Familienmitglieder beschränkt.
Es gibt keinen Kontakt zu anderen Häftlingen, gemeinsames Beten ist verboten. 82% der SAM-Häftlinge sind länger als ein Jahr unter SAM, 18% länger als zehn Jahre.
Der Prozess, um dagegen vorzugehen, ist langwierig und kompliziert. Die Zeugin kennt keinen Fall, in dem es erfolgreich war.
Dobbin übernimmt die Befragung für die Anklage.
Die Anklage stellt nun den Fall von Abu Hamza vor und wofür er genau verurteilt wurde: Es ging ausschließlich um Terrorismus.
Ms. Lewis berichtet vom problematischen Zugang zu ihrem Mandanten.
Nach der Einschätzung der Zeugin würde #Assange vor und nach dem Prozess SAM unterliegen.
Es wird besprochen, wie die US-Verteidigung im Auslieferungsverfahren in UK den Eindruck erweckt hat, dass Abu Hamza nicht im ADX Florence landen würde. Die Zeugin sagt, dass das Gericht in die Irre geführt wurde.
Leider bleibt die Zeugin nur schwer zu verstehen, ich versuche, die wichtigen Punkte irgendwie abzudecken.
Die Anklage ist der Meinung, dass die medizinische Betreuung in ADX Florence gut ist. Die Zeugin widerspricht und berichtet, dass Abu Hamza nicht angemessen betreut wird.
Abu Hamza hat beide Hände verloren (lange vor seiner Haft). Er musste im US-Gefängnis neun Wochen darauf warten, dass ihm jemand die Fußnägel schneidet.
Es gibt nun Streit über die Aussage der US-Ärztin, dass Häftlinge an Gruppentherapie teilnehmen dürfen. Die Zeugin weist das entschieden zurück und stellt die Praxisexpertise der Ärztin in Frage.
Ms Lewis berichtet, dass Abu Hamza in einem zugelassenen Brief seinem Sohn geschrieben hat, dass er seinem Ein-Jährigen Enkel ausrichten soll, dass er ihn liebt.
Das wurde als Verstoß gegen die SAM-Auflagen gewertet und die Maßnahmen entsprechend verlängert.
Sie bezeichnet die Maßnahmen als willkürlich.
Die Liebesgrüße an den Enkel wurden als "unerlaubte Kommunikation mit Dritten" gewertet.
Fitzgerald übernimmt für die Befragung für die Verteidigung und nutzt die Zeit für Klarstellungen.
Lewis berichtet davon, dass Briefe teilweise nicht zugestellt werden, weil diese angeblich nicht klar ihren Status als Anwältin ausweisen, obwohl "Anwältin" im Briefkopf steht.
Die Befragung ist beendet. Es geht nun um Formelles: Die Verteidigung will zwei Zeugen Anonymität zusichern.
Die Anklagevertretung bleibt in dieser Angelegenheit neutral.
Die Zeugen stehen im Zusammenhang mit der spanischen Firma, die für die Sicherheit der Botschaft von Ecuador zuständig war. Dort haben Mitarbeiter der Firma Kameras und Mikrofone installiert und das Material vermeintlich an die USA geliefert.
Die Zeugen fürchten um ihre Sicherheit und die ihrer Familien. Kurze Pause, während die Richterin Unterlagen liest.
Weil ein spanisches Gericht den Zeugen bereits Anonymität zugesichert hat, bestätigt die Richterin den Antrag auf Anonymität auch für dieses Verfahren.
Es geht nun um den Zeitplan der kommenden Tage.
Morgen geht es weiter.
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