Was sich bei Wiederholungswahl in Berlin an der Sitzverteilung im Bundestag ändern kann:
Solang es in Berlin keine Überhangmandate im weiteren Sinn gibt (mit garantierten Listensitzen) hängen d. Sitzzahlen der Parteien nicht voneinander ab, sondern nur jeweils von der CSU. [1/8]
An der CSU ändert sich nichts, also ist das sehr gut vorhersagbar. Zwischen 2 Sitzveränderungen einer Partei kippt in aller Regel 1 Sitz in der Unterverteilung zwischen Berlin und einer anderen Landesliste, und zwar in einem breiten Bereich immer der gleichen. [2/8]
Für die CDU ist das NRW, und zwar der Sitz, der sich schon vom vorläufigen zum endgültigen Ergebnis der #btw21 verändert hat. Bei allen anderen Parteien steht außerhalb von Berlin ein zusätzlicher Sitz in Aussicht: für die SPD in Niedersachsen, … [3/8]
… für die Grünen der im endgültigen Ergebnis knapp verlorene Sitz in NRW, für die FDP auch NRW, für die AfD Sachsen und für die Linke Hessen. Der der FDP in NRW kippt ziemlich sofort wieder weg, während der (schon bisher bestehende) Sitz der CDU in NRW der stabilste ist. [4/8]
Beispiel SPD: Bei +802 Stimmen in Berlin (dort +0.19 % (Prozent, nicht Prozentpunkte)) gibts 1 zusätzlichen Sitz in Niedersachsen. Bei +12'447 Stimmen (+2.91 %) ist er wieder weg und geht stattdessen nach Berlin. Ab +58'701 (+13.71 %) käme der nächste zusätzliche … [5/8]
… Sitz wieder in Niedersachsen, und ab +71'212 (+16.63 %) verschiebt er sich nach Berlin. Ab +116'601 (+27.22 %) wieder Niedersachsen. Umgekehrt verliert Berlin ab −46'319 (−10.81 %) einen Sitz an Nieders. und ab −57'098 (−13.33 %) ist er für die SPD ganz weg. [6/8]
Wiederholt sich bei −105'084 (−24.54 %) bzw. −114'998 (−26.85 %). Berlin verbleiben aber mindestens die Wahlkreise der Partei plus garantierte Sitze nach Pseudoverteilung. Derzeit sind das zusammen 20 von 29 insgesamt. Irgendwas in der Größenordnung wird Berlin … [7/8]
… auch dann verbleiben, wenn die Wahlbeteiligung ganz massiv einbrechen sollte. Weiter sinkende Sitzansprüche (immer bezüglich der CSU gerechnet) gehn dann zulasten anderer Landeslisten, nämlich denen mit dem knappsten Anspruch, soweit sie nicht auch überhängen. [8/8]
Hier noch die konkreten Sitzwechselgrenzen für die anderen Parteien:
CDU:
+50477 (+17.42 %) −NW/+BE
+54195 (+18.71 %) +NW
−3705 (−1.28 %) −NW
−11373 (−3.93 %) −BE/+NW
−61605 (−21.27 %) −NW
[1/7]
Grüne:
+8879 (+2.17 %) +NW
+24304 (+5.95 %) −NW/+BE
+66778 (+16.35 %) +NW
+82015 (+20.08 %) −NW/+BE
+124678 (+30.52 %) +NW
−33409 (−8.18 %) −BE/+NW
−49022 (−12.00 %) −NW
−91120 (−22.30 %) −BE/+NW
−106921 (−26.17 %) −NW
[2/7]
FDP:
+35747 (+21.54 %) +NW
+36912 (+22.24 %) −NW/+BE
−21046 (−12.68 %) −BE/+NW
−22153 (−13.35 %) −NW
Linke:
+16123 (+7.71 %) +HE
−9434 (−4.51 %) −BE/+HE
−41778 (−19.98 %) −HE
[3/7]
AfD:
+30702 (+19.98 %) +SN
−9160 (−5.96 %) −BE/+SN
−27198 (−17.70 %) −SN
In dem Bereich ist parteiinterner Überhang (mit garantierten Listensitzen) derzeit unwahrscheinlich. [4/7]
Wenn Wahlkreise kippen, kann sich das aber leicht ändern. Ab etwa 25 % primär wahlbeteiligungsbedingten Stimmenverlusten wird es wahrscheinlicher. Die Landeslisten, dann die etwaige Berliner Sitzüberschüsse kompensieren müssten, … [5/7]
… wären bei der SPD zuerst NRW und dann Rheinland-Pfalz, bei den Grünen Bayern und Niedersachsen, bei der CDU neben NRW Hamburg und Niedersachsen und bei der Linken Thüringen und Niedersachsen. Bei FDP und AfD kann man den Fall ziemlich ausschließen. [6/7]
Falls nur in 10 oder 20 Prozent von Berlin wiederholt wird, kann man sich natürlich leicht ausrechnen, dass die zu erwartenden Stimmenverluste wegen geringerer Wahlbeteiligung wahrscheinlich genau in das schmale Fenster fallen werden, wo @juergenhardt seinen Sitz verliert. [7/7]
Share this Scrolly Tale with your friends.
A Scrolly Tale is a new way to read Twitter threads with a more visually immersive experience.
Discover more beautiful Scrolly Tales like this.
