Peter Althaus 🇺🇦 Profile picture
Schreibt gern über alles aber besonders #Osteuropa und #Ukraine bei @focusonline und über Reisen bei @wildeast_blog. Hier privat.

Jan 22, 2024, 8 tweets

Heute vor 10 Jahren wurde der erste Protestierende auf dem #Maidan in Kyjiw erschossen. Es war Serhij Nigojan, ein 20 Jahre alter Ukrainer, das einzige Kind seiner armenischen Eltern. Er war aus der Oblast Dnipropetrowsk angereist, um die Freiheit der #Ukraine zu verteidigen. /1

Er war ein stolzer Armenier aber liebte auch seine Heimat, die Ukraine. Nach Kyjiw war er gekommen, weil er erschüttert war, wie das Janukowitsch-Regime die Protestierenden niederknüppelte - übrigens eines der Hauptmotive, welches ich immer wieder höre, wenn ich mit /2

Teilnehmern der Revolution der Würde spreche. Es birgt eine traurige Ironie, dass ausgerechnet er das erste Opfer einer Schusswaffe auf dem Maidan wurde. Vier Schüsse trafen ihn laut Augenzeugen und einer Obduktion in den Kopf und in den Hals. Er war sofort tot. /3

Doch sein Tod war nicht vergebens. Er machte die Aktivisten nur noch entschlossener, denn sie wussten nun, mit welcher Art Regime sie es zu tun hatten. Sein Bild erinnert die Ukrainer bis heute an die vielen, die für das Land gestorben sind. /4

In Dnipro wurde ein Boulevard, der nach dem sowjetischen Völkermörder Michail Kalinin benannt war, in Prospekt Serhij Nigojan umbenannt. Sein Name und Bild ziert die Gedenktafeln für den Euromaidan im ganzen Land. /5

Nach ihm starben noch Dutzende weitere Ukrainer, die von den Berkut-Sonderkommandos regelrecht hingerichtet wurden. Insgesamt starben während der Revolution der Würde mehr als 100 Menschen. In der Folge des Maidans wurde die Krym durch Russland annektiert. /6

Darauf brachen in den Städten des Donbas von russischen Agenten orchestrierte und von Russland mit Waffen versorgte Proteste aus, die das Ziel eines Krym-Szenarios hatten. Doch die Ukraine wehrte sich und Russlands Krieg gegen die Ukraine brach offen aus. Er dauert bis heute. /7

Für den Mord an Serhij Nigojan wurde bis heute kein Berkut-Schütze verurteilt. Viele der Täter entzogen sich Prozessen, in dem sie das Land verließen. Viele davon tauchten wie ihr Präsident Viktor Janukowitsch dort unter, wo man ihre Morde feiert - in Russland. /

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