Heute vor 10 Jahren wurde der erste Protestierende auf dem #Maidan in Kyjiw erschossen. Es war Serhij Nigojan, ein 20 Jahre alter Ukrainer, das einzige Kind seiner armenischen Eltern. Er war aus der Oblast Dnipropetrowsk angereist, um die Freiheit der #Ukraine zu verteidigen. /1
Er war ein stolzer Armenier aber liebte auch seine Heimat, die Ukraine. Nach Kyjiw war er gekommen, weil er erschüttert war, wie das Janukowitsch-Regime die Protestierenden niederknüppelte - übrigens eines der Hauptmotive, welches ich immer wieder höre, wenn ich mit /2
Teilnehmern der Revolution der Würde spreche. Es birgt eine traurige Ironie, dass ausgerechnet er das erste Opfer einer Schusswaffe auf dem Maidan wurde. Vier Schüsse trafen ihn laut Augenzeugen und einer Obduktion in den Kopf und in den Hals. Er war sofort tot. /3
Doch sein Tod war nicht vergebens. Er machte die Aktivisten nur noch entschlossener, denn sie wussten nun, mit welcher Art Regime sie es zu tun hatten. Sein Bild erinnert die Ukrainer bis heute an die vielen, die für das Land gestorben sind. /4
In Dnipro wurde ein Boulevard, der nach dem sowjetischen Völkermörder Michail Kalinin benannt war, in Prospekt Serhij Nigojan umbenannt. Sein Name und Bild ziert die Gedenktafeln für den Euromaidan im ganzen Land. /5
Nach ihm starben noch Dutzende weitere Ukrainer, die von den Berkut-Sonderkommandos regelrecht hingerichtet wurden. Insgesamt starben während der Revolution der Würde mehr als 100 Menschen. In der Folge des Maidans wurde die Krym durch Russland annektiert. /6
Darauf brachen in den Städten des Donbas von russischen Agenten orchestrierte und von Russland mit Waffen versorgte Proteste aus, die das Ziel eines Krym-Szenarios hatten. Doch die Ukraine wehrte sich und Russlands Krieg gegen die Ukraine brach offen aus. Er dauert bis heute. /7
Für den Mord an Serhij Nigojan wurde bis heute kein Berkut-Schütze verurteilt. Viele der Täter entzogen sich Prozessen, in dem sie das Land verließen. Viele davon tauchten wie ihr Präsident Viktor Janukowitsch dort unter, wo man ihre Morde feiert - in Russland. /
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Ich finde es ziemlich ernüchternd, wie hier einige angebliche Ukraine-Unterstützer sowohl die ukrainischen Demonstranten, wie auch Journalisten wie @VassiliGolod oder mich, die kritisch über das Gesetz von Selenskyj berichten, hier angehen. Dazu mal ein 🧵
1. Im Moment protestieren genau die Menschen, die das Rückgrat der Zivilgesellschaft sind, also Leute, die die Soldaten auch unter persönlichem Einsatz stark unterstützen. 2. Auch bei Frontsoldaten und bei vielen Einheiten ist die Kritik an dem Gesetz vom Dienstag groß.
3. Selenskyj sagte, er wolle damit russische Agenten in den Antikorruptionsbehörden bekämpfen. Dafür gibt es bisher keine Beweise. Die Durchsuchungen vom Montag beruhten auf Verkehrsdelikten und angeblichen Kontakten - nicht auf richterlichen Beschlüssen.
Derzeit kursiert ein Video, in dem sich ein deutscher Youtuber zu Besuch in der Ukraine aufregt, dass es dort teure Autos gibt und dass unsere Steuergelder in der Ukraine verschwendet würden - als ob die G-Klasse direkt von Lieschen Müller aus Bottrop finanziert wurde. /1
Einige hier kommentieren fleißig den Originalpost und pushen ihn so auch noch. Das lasse ich mal. Stattdessen ein paar Anmerkungen von jemand, der regelmäßig in der Ukraine ist und kürzlich für eine Woche in Charkiw war: 1) Natürlich gibt es auch "Luxusautos" in der Ukraine. /2
Abgesehen davon, dass ein gebrauchter Tesla wirklich kein Luxusauto ist (neu sind die im Video nicht): warum sollte es die auch nicht geben? Die Ukraine ist zum Glück nicht kommunistisch und Privateigentum wird geachtet und nicht konfisziert. /3
Ein Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums der letzten Legislaturperiode und Mitglied der Fraktion einer Koalitionspartei der Bundesregierung fliegt nach Aserbaidschan und trifft sich dort mit Vertrauten eines wegen Kriegsverbrechen angeklagten Staates. /1
Mit dabei auch andere einschlägige Hardliner der Moskau-Connection aus CDU, SPD und Lobbyorganisationen. Es ging dem Bericht nach um die Zukunft des Petersburger Dialogs, den Wirtschaftstreffen der deutschen Russlandlobby mit dem Putin-Regime. /2
Stegner gibt an, dort privat gewesen zu sein. Auch die Bundesregierung will die Teilnehmer nicht geschickt haben, auch wenn sie vorwiegend aus den Parteien der Regierungskoalition kommen. /3
Viktoria Roschtschyna wurde in russischer Haft brutal gefoltert. Das ergibt sich aus Berichten von überlebenden Mithäftlingen und aus der Obduktion ihrer Leiche. "Ihr Gehirn, ihre Augen und Teile ihres Kehlkopfs seien von russischer Seite entfernt worden", schreibt das ZDF. /1
Weiter heißt es dort, dass damit der Nachweis von Folter womöglich wesentlich erschwert werden soll. Ihr Zungenbein war gebrochen und an ihren Füßen wurden Spuren von Verbrennungen gefunden, die auf Elektroschocks hindeuten. Sie magerte zum Schluss wohl auf 30 Kilogramm ab. /2
Vor ihrem Tod konnte sie sich nur noch durch die Hilfe ihrer Mithäftlinge bewegen.
Zuvor war die ukrainische Journalistin über Russland in das von russischen Truppen besetzte Enerhodar gereist. Dort wollte sie recherchieren, was mit verschwundenen Kraftwerksmitarbeitern des /3
Seit 6 Uhr deutscher Zeit hat die Ukraine die Durchleitung russischen Gases durch Pipelines auf ukrainischem Territorium eingestellt. Damit endet eine fast 60-jährige Geschichte der Gasversorgung der früheren RGW-Staaten durch die UdSSR/Russland. /1
An den Pipelines haben viele Arbeiter aus der DDR mitgewirkt, die den Abschnitt der Sojus-Pipeline, bekannt auch als "Druschba", in der Zentralukraine bauten. Nun fließt kein sibirisches Erdgas mehr durch, nachdem die Ukraine das Abkommen darüber fristgerecht auslaufen ließ. /2
Vor allem Ungarn und die Slowakei sowie die russisch gesteuerte Region Transnistrien in Moldau werden die Auswirkungen spüren. Der slowakische MP Robert Fico lehnte Alternativen ab. Ungarns MP Viktor Orban wollte russisches Gas vor der Grenze zu ungarischem Gas erklären 🤡/3
Es muss irgendwo eine Blaupause für das Verhalten von Diktatoren geben. Im Video führt Clarissa Ward durch die Fahrzeugsammlung der Familie #Assad in #Syrien. Neueste deutsche Luxus-SUVs neben amerikanischen Oldtimern. Ich habe fast das gleiche schon einmal gesehen. /1
Auch der in der Revolution der Würde gestürzte ukrainische Autokrat Viktor Janukowytsch hatte in seinem durch Korruption finanzierten Anwesen Meschyhirja eine Halle mit gesammelten Oldtimern. Er hatte zudem - typisch für ein "Dieb im Gesetz" auch einige sowjetische Oldtimer. /2
Nach dem Euromaidan wurde Meschyhirja zu einem "Museum der Korruption" umgewandelt. Seitdem dient es der Allgemeinheit und man kann durch das weitläufige Areal, inklusive Piratenschiffrestaurant und Privatzoo spazieren. /3