Zur Zeit ist viel von Carl Schmitt und seiner Idee des Großraums die Rede, von Großmächte und ihren 'natürlichen' Einflussräumen etwa zur Rohstoffsicherung. Manche sehen dies zustimmend. Man sollte sich jedoch bestimmte Konsequenzen vor Augen halten: /2
Wer Großräume zur exklusiven Nutzung definiert, schließt andere daraus aus. Das ist zum einen ein Problem für militärisch weniger starke Mächte, aber es wird auch zum Problem für die Großmächte selbst. Setzt sich die Logik des Ausschlusses durch /3
führt dies bei wachsendem Rohstoffbedarf irgendwann zum Aufeinandertreffen der Großräume der verschiedenen Großmächte selbst. Konflikte entstehen. Bsp. etwa der Zusammenstoss von Japan und den USA 1941. Auch der dt. Überfall auf die Sowjetunion war von Großraumlogik bestimmt /4
#OTD 11.8.1904 fand in Deutsch-Südwestafrika die "Schlacht am Waterberg" statt, ein Schlüsselereignis im #Genozid
#Herero . 120 Jahre danach, gibt es immer noch keine offizielle Anerkennung, keine Entschuldigung und keine Aussöhnung. Ein kurzer 🧵 👇 /2
Nachdem #Südwestafrika 1884 dt Kolonie geworden waren, führte eine Politik der Verdrängung & Entrechtung, mit zahlreichen Übergriffen dt. Siedler, im Jan 1904 zum koordinierten Widerstand der #Herero. Im Bild, die "Alte Feste", der Reiter, und die Christuskirche in Windhoek /3
Der #Widerstand der Herero war so erfolgreich, dass nur einige befestigte Ortschaften von deutscher Seite verteidigt werden konnten. Entgegen bis heute tradierter Greuelpropaganda schonten sie dt. Frauen und Kinder. Nur die Männer galten als legitime Kriegsziele /4
#OTD 25.April 1974 fällt das älteste rechtsautoritäre Regime in Europa. Der "Estado Novo" in Portugal. Es putschen linke, im Kolonialkrieg radikalisierte Offiziere der mittleren Ebene in Lissabon, binnen Tagen fällt das Regime. Es leitet Demokratisierungsschub in Europa ein /2
Der Stutz des Estado Novo ist unmittelbar mit Portugals Kolonialkriegen verbunden, in denen sich Portugal seit 1961 verkämpft und dabei vollständig verarmt. In Afrika lernen die port. Offiziere auch dekoloniale Ideen kennen, von ihren Gegnern und wenden sie auf sich selbst an /3
Die Verarmung war so gross, dass Berichte der WHO 70% der Schullkinder im Norden Portugals Alkoholismus attestierten, weil sie statt eines Frühstücks nur Wein bekamen. Die WHO verteile Nahrungspakete. Europa sah dieser Verelendung zu. Deutschland stütze das Regime /3
#OTD 7.4.1994 begann der #Völkermord in #Ruanda. Nachdem in der Nacht zuvor das Flugzeug des ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana abgeschossen worden war, begann das - geplante -Morden. In nur 100 Tagen wurden ca 800.000 Tutsi &ca 100.000 oppositionelle Hutu getötet /2
Auch weil das Morden durch Macheten und Messer ausgeführt wurden, wurde in Europa lange Zeit von "Stammeskonflikten" gesprochen. Dabei hatten europ. Diplomaten Vorabkenntnisse von den völkermörderischen Plänen. Auch waren gerade Europäer in Entwicklung schuldhaft involviert /3
Man leugnete - auch die USA - deshalb schlichtweg, dass ein Völkermord begonnen hatte, noch als Lake Victoria von Leichen verstopft wurde. Auch Clinton wollte nicht eingreifen, nach dem am. Scheitern in Mogadischu im Jahr vorher. ("Black Hawk Down"). Die Welt sah zu /4
#OTD 11.8.1904 fand in Deutsch-Südwestafrika die "Schlacht am Waterberg" statt, ein Schlüsselereignis im #Genozid #Herero. 119 Jahre danach, gibt es immer noch keine offizielle Anerkennung, keine Entschuldigung und keine Aussöhnung. Ein kurzer Thread 👇 /2
Nachdem #Südwestafrika 1884 dt Kolonie geworden waren, führte eine Politik der Verdrängung& Entrechtung, mit zahlreichen Übergriffen dt. Siedler im Jan 1904 zum koordinierten Widerstand der #Herero. Im Bild, die "Alte Feste", der Reiter, und die Christuskirche in Windhoek /3
Der #Widerstand der Herero war so erfolgreich, dass nur einige befestigte Ortschaften von deutscher Seite verteidigt werden konnten. Entgegen bis heute tradierter Greuelpropaganda schonten sie dt. Frauen und Kinder. Nur die Männer galten als legitime Kriegsziele /4
#OTD vor 125 Jahren. Otto v #Bismarck stirbt in Friedrichsruh vor den Toren Hamburgs. Er wurde (und wird) geliebt und gehasst. Gefeiert wurde er als Reichseiniger und genialer Aussenpolitiker, wohinter sich aber vor allem ein zynischer, antidemokratischer Machtpolitiker verbarg/2
Die Reichseinigung setzte er durch Krieg und Gewalt durch und in einer spezifischen Form, ohne Österreich, und mit preussischem Übergewicht, mit Folgen für das europ. Gleichgewicht, bis hin zum Ersten Weltkrieg. Er versuchte die Verwerfungen durch Diplomatie zu entschärfen /3
Letztendlich scheiterte diese Politik #Bismarck s unter Nachfolgern, mit fatalen Folgen für Europas Geschichte im 20. Jh. Ein aussenpolit. System, das zu komplex war, um dauerhaft Stabilität zu gewährleisten. Er taugt auch deshab nicht als Vorbild. Es war zynische Machtpolitik /4