Die Kampagne der #AfD „Deutschland, aber normal“ ist aus Sicht der Partei aus mehreren Gründen ein kluger Move – und könnte im Wahlkampf tatsächlich ziehen. Was die Kampagne gefährlich macht: ein Thread. (1/9)
Die Kampagne zahlt auf die Strategie der Selbstverharmlosung ein. Radikale und sogar rechtsextreme Positionen werden als „normal“ geframed. Ähnlich versuchte sie es schon 2019, als sie sich selbst als „bürgerlich“ verkaufte. (2/9)
Die Kampagne markiert einen Strategiewechsel: Verschiebung von einer Angst- und Untergangs-Rhetorik hin zu einer Sehnsuchts-Rhetorik. Die AfD verspricht die Rückkehr zu einer idealisierten Vergangenheit, in der Migration, Klimawandel und Corona keine Rolle spielten. (3/9)
Die Kampagne greift die in der Coronakrise verbreitete Sehnsucht nach „Normalität“ auf. Was aber eine Rückkehr zur Normalität für die Sterberaten in Deutschland bedeuten würde, verschweigt die Partei. (4/9)
Die AfD-Anhänger wünschen sich ein ethnisch homogenes, weißes Deutschland. Sie werden das mit dem Begriff „Normalität“ verbinden, ohne dass es die AfD explizit fordert. (5/9)
Die Kampagne stößt hinein in die identitätspolitische Debatte dieser Tage. Progressive Politik wird von der AfD als „verrückt“ geframed und damit pathologisiert. (6/9)
Als „nicht normal“ framed die AfD gesellschaftliche Veränderungen, die ihren Anhängern ein Dorn im Auge sind: gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Frauenquoten, geschlechtersensible Sprache, Klimaschutz-Bewegung, Multikulturalismus. (7/9)
Mit der Kampagne positioniert sich die AfD zudem als Partei der „normalen“ arbeitenden Bevölkerung, die sich von der Politik nicht gesehen und gehört fühlt. Sie wildert damit auch im linken Lager. (8/9)
Die Kampagne verschleiert geschickt den in der AfD vorhandenen Rechtsextremismus. Damit hofft sie, wieder breitere Wählerschichten für sich zu erschließen. (9/9)
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