Unsere Gesellschaft ist so kaputt.
Woran ich das festmache?
Wir haben 1 Jahr Pandemie.
Und dennoch machen wir weiter, wie unser Leben vorher war.
Wir hetzen auf Arbeit und geben dort 200%.
1/×
"Längere Öffnungszeiten? Kunden werden knapper geplant? Kollegen in Kurzarbeit oder Quarantäne?
Kein Problem! Da müssen wir jetzt durch! "denken Viele und geben noch mehr. Arbeiten mehr Stunden, mittlerweile unter Masken.
Gerade beim Friseur.
Pausen? Was trinken? Nee...
Und auch in anderen Jobs nimmt das Arbeitsvolumen oft zu.
Auch, weil Personal vor der Pandemie schon auf Kante gerechnet war. Und nun durch Erkrankte bzw. Quarantäne fehlt.
Lösung? Der Rest arbeitet einfach mehr.
Blöd, dass der auch am Limit ist.
3/x
Zuhause tun wir so, als würde uns all das nicht berühren.
Wir sporteln,netflixen und lenken uns ab. Zugeben, dass so ne Pandemie an unserer seelischen Gesundheit nicht spurlos vorbeigeht? Fehlanzeige!
4/x
Eltern sind durch Homeoffice ( der Chef fordert vollen Einsatz! Es ist ja Pandemie!) und Homeschooling ( ja klar bin ich gern Lehrer und Experte auf allen Fachgebieten und kann meinem Kind das locker zwischen Herd und Beruf vermitteln)völlig fertig.
5/×
Warum geben wir einfach nicht zu:
" Ich kann nicht mehr! Ich bin am Limit! Ich möchte etwas weniger Druck."
Weil wir auf Leistung geprägt sind.
Hauptsache funktionieren.
6/×
Wir alle sind seit 1 Jahr einer besonderen Situation ausgesetzt.
In uns die Angst um unsere Lieben, um den Job, um die eigene Gesundheit.
Das steckt niemand locker weg!
7/×
Ich sehe oft müde, gesetzte, ängstliche Blicke.
Fahle Gesichter.
Und frage mich, warum wir nicht umdenken?
Ach ja, weil wir ne Leistungsgesellschaft sind.
Weil Konsum uns wichtiger ist als Menschen.
8/x
Denkt mal wieder an euch!
Es ist ok, zuzugeben, dass man nicht mehr kann. Dass man Angst hat. Dass man nicht dieselbe Leistung im Job abrufen kann wie vor 1 Jahr.
Wer bis hierher gelesen hat:
DU BIST GUT WIE DU BIST.
DU MACHST DAS ALLES GANZ FANTASTISCH.
Wie geht's euch gerade?
Und damit meine ich nicht, ob ihr gute Arbeit leistet.
Wie geht es dir?
Innerlich.
Ehrlich.
Offen.
Hau's raus- hier drunter!
• • •
Missing some Tweet in this thread? You can try to
force a refresh
Liebes Lieschen Müller,
ich liebe meinen Beruf. Und war immer mit Leib und Seele Friseurin.
Das hat sich geändert.
Warum?
Weil...
... ich mich in diesen Zeiten noch wertloser fühle als sonst.
Weniger wertgeschätzt.
Ein Blick in meinen Arbeitstag:
Wir tragen Masken.
Unsere Kunden auch. Meist behalten die die auch auf. Immerhin werden wir nicht müde, jeden auf das korrekte Tragen hinzuweisen.