Der wirtschaftliche Erholung beeindruckt weiterhin. Erstmals ist die Arbeitslosenzahl unter das Niveau von 2019 gefallen. Nicht vergessen: weiterhin sind Tausende in Kurzarbeit (hier sind aktuelle Daten leider Mangelware). Und: auch das Niveau von 2019 war kein niedriges. 1/
Vor allem die Gastro & Hotellerie boomt derzeit. Die Menschen holen ihre Urlaube nach. Um 2.700 weniger Leiharbeiter:innen sind arbeitslos als vor 2 Jahren. Im Gesundheitswesen gibt es paradoxerweise noch um über 1000 Arbeitslose mehr als vor Corona. 2/
In allen Bundesländern sehen die Zahlen viel besser aus als noch vor ein paar Monaten. Bis auf Wien, das noch knapp darüber liegt, haben alle Bundesländer das Niveau von 2019 unterschritten – es gibt weniger Arbeitslose als vor zwei Jahren, als COVID noch ein Fremdwort war. 3/
Unterteilt man die Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Ausbildung, sieht man: Vor allem Menschen mit Lehre sind weniger arbeitslos als im Oktober 2019. Leute mit Pflichtschule auch, aber weniger als jene mit mittlerer Ausbildung. Für höhere Ausbildungen änderte sich wenig. 4/
Nach Alter gibt es vor allem weniger junge arbeitslose Menschen als vor 2 Jahren. Zum Teil ist das allerdings ein demographischer Effekt. Nach Geschlecht teilt sich die gesunkene Zahl gleichmäßig auf. 5/
Mitverantwortlich für die gute Entwicklung dürfte auch die budgetpolitische Reaktion der europäischen Regierungen gewesen sein. Sie gaben weit mehr aus, um finanziell die Krisenfolgen auszugleichen, als in der Finanzkrise 2009, und ermöglichen so den Aufschwung. 6/
Die Langzeitarbeitslosigkeit sinkt langsamer als die allgemeine Arbeitslosigkeit. Im Vergleich zum Vormonat sind es zwar 5000 weniger. Das Niveau von 2019 wurde aber nicht erreicht: Aktuell sind es mit rund 157.000 Menschen noch immer 25.000 Menschen mehr als im Oktober 2019. 7/
Abwarten muss man, wie es in den nächsten Monaten weitergeht. Ob Corona dem Tourismus noch einen Strich durch die Rechnung macht, oder ob die Lieferkettenprobleme und hohen Rohstoffpreise auch der österreichischen Industrie einen Strich durch die Rechnung machen. /ende
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Einige Parteien und Unternehmensverbände wollen weniger Steuern, damit die Menschen in Österreich mehr arbeiten. Bringt das mehr #Arbeitszeit? Kaum. Aber es ist teuer. So das #PaperderWoche von Sandra Müllbacher und @nagl_wolfgang, präsentiert von @sonja_fes und @oliverpicek. 1/
Die Autor:innen schätzen generell sogenannte Lohn-Elastizitäten: Wenn dein #Lohn um ein Prozent steigt, um wieviel erhöhst du deine Arbeitszeit (wenn du einen Job hast), oder um wie viel wahrscheinlicher beginnst du zu arbeiten (wenn du keinen hast)? 2/
Eine #Steuersenkung kann man dabei als Lohnerhöhung interpretieren, weil dabei der Nettolohn steigt. Außerdem wird natürlich der Durchschnitt aller Arbeitnehmer:innen verwendet, nicht nur der Lohn einzelner Personen. Als Grundlage dienen die EU-SILC Daten. 3/
Von den 10 reichsten Menschen in Österreich sind laut „trend“-#Reichenliste 6 Erb:innen. #Erbschaften sind in 🇦🇹 noch ungleicher verteilt als #Vermögen. Seit Jahren wird beides nicht besteuert. Die #Reichenliste offenbart nun erneut den Bedarf an vermögensbezogenen Steuern. 1/
Jede:r einzelne der Top-10 Milliardär:innen besitzt mehr Vermögen als das ärmste Fünftel der Bevölkerung – 650.000 (schuldenfreie) Haushalte. Der drittreichste Österreicher etwa besitzt als Einzelperson mehr Vermögen als 410.000 Haushalte der unteren Mittelschicht zusammen. 2/
Die Top 10 sind heute siebenmal reicher als noch vor 20 Jahren. In der gleichen Zeit hat sich das Vermögen des untersten Fünftels gerade einmal verdreifacht. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft also immer weiter auseinander. 3/
Die Regierung hat heute den Vorschlag zur Abgeltung des “letzten Drittels” der #KaltenProgression vorgelegt. Der dadurch erzielte soziale Ausgleich ist äußerst beschränkt und im Vergleich zum Vorjahr sogar schlechter. Wir erklären im 🧵 warum ⬇️. 1/
Die Anpassung der 1. und 2. Tarifstufe kommt von den unteren Einkommensfünfteln bis hin zu den Bestverdiener:innen allen zugute. Von der Erhöhung der 3. und 4. Stufe profitieren tendentziell Besserverdiener:innen. Von der 4. Stufe sogar lediglich die einkommensstärksten 20%. 2/
Für den #Ausgleich der #Inflation, nimmt die Regierung an, dass alle Einkommensfünftel mit der gleichen #Inflationsrate von 9,9 Prozent kämpfen. Einkommensärmere Haushalte haben aber eine um 1 Prozentpunkt höhere Inflationsrate als Personen im oberen Einkommensfünftel. 3/
Im Krisenjahr 2022 war Geld im Aktiendepot schlecht aufgehoben: Aktienindices verzeichneten deutlich höhere Verluste als Sparbuch oder Bargeld. Die Renditen der meisten Finanzanlagen fielen deutlich negativ aus, zeigen Vergleiche sowohl vor als auch nach Abzug der Teuerung. 1/
Wer sein Geld national oder international in Aktien veranlagte, verlor 2022 kaufkraftbereinigt rund ein Viertel seines Vermögens. Der heimische ATX lag mit realen Verlusten von -30,8 % hinter dem deutschen DAX mit -22,4 %. 2/
Auch der für den Euroraum relevante Index Eurostoxx fiel mit -21,5 % deutlich negativ aus. Der weltweite Aktienindex MSCI World schnitt ebenfalls schlecht ab: Investiertes Geld verlor innerhalb eines Jahres 28,9 % an Wert. 3/
Klimafreundlicher Konsum bedeutet Verzicht und damit Rückgang der Lebensqualität? Das heutige #PaperderWoche von @efesce und anderen zeigt: Mitnichten. Klimaschutz und hohe Lebensqualität gehen Hand in Hand. Zusammenfassung heute von @jtoelgyes. 1/10
Wir wissen aus der Literatur: Zur schnellen Eindämmung der Klimakrise reicht es nicht aus, nur auf Innovation und Technologie zu setzen. Stattdessen braucht es Maßnahmen, die auch beim Konsum ansetzen – auf englisch: Demand-side solutions. 2/10
Diese Maßnahmen kann man groß in drei Kategorien einteilen: Vermeiden, verlagern, verbessern. Am Beispiel der Mobilität: Wege vermeiden, die verbleibenden Wege auf öffentliche Verkehrsmittel verlagern und den bestehenden Individualverkehr verbessern (auf E-Autos umstellen). 3/10
Wer hat, der kann – und zwar studieren. Der Zugang zur Hochschulbildung in Frankreich ist stark vom Einkommen der Eltern abhängig. Das zeigen @bonneau_cecile und @SGrobon im #PaperderWoche. @SophieCAch fasst zusammen.
In diesem #PaperderWoche untersuchen die Autor:innen, wie gleich oder ungleich sich der Zugang zu Hochschulbildung in Frankreich für junge Menschen gestaltet – und zwar abhängig vom Einkommen der Eltern. Zuerst ein paar Verteilungs-Facts:
Der Anteil der 18–24-Jährigen mit Zugang zu Hochschulbildung steigt mit dem Elterneinkommen. Rund 35% dieser Altersgruppe, deren Eltern im untersten Einkommensfünftel angesiedelt sind, studieren. Im obersten Einkommenszehntel sind es mit 90% fast dreimal so viele.