Hinweise auf problematische Geheimverhandlungen mit Russland 🧵
Laut Berichten sollen Akteure eines US-amerikanischen Thinktanks mit oder ohne Wissen der US-Administration Verhandlungsversuche mit Offiziellen des Kremls unternommen haben.
Warum das nirgendwo hin führt:
1/22
Moscow Times hat mit einem Ex-US-Offiziellen gesprochen, der an sogenannten Track 1.5-Verhandlungen teilgenommen haben will.
Sprecher der US-Regierung distanzieren sich von den Vorgängen, die verschiedene Ex-Offizielle als "unglaublich" bezeichnen.
Bezeichnet man in der Diplomatie
Mit "Track 1 Verhandlungen" direkte Konsultationen zwischen Regierungen,
laufen Track 2 Verhandlungen über Dritte, z.B. Unternehmer beider Länder.
Hier kann man Angebote antesten, offiziell aber noch verleugnen.
Track 1,5 ist eine Mischform.
3/22
Berichte über Initiativen von US-Akteuren außerhalb der US-Regierung gab es schon.
Mitglieder des Think Tanks Council on Foreign Relations (CFR), darunter deren Präsident Richard Haass hatten mit Lawrow im April in New York über die Ukraine gesprochen
Die Moscow Time hat mit einer an diesen Verhandlungsversuchen beteiligten Personen gesprochen.
Treffen fanden 2x pro Monat statt.
Die Schilderung gibt ein Beispiel, warum solche Verhandlungen nicht erfolgversprechend sein können und ein eher gefährlicher Ansatz sind:
5/22
Die russ Verhandlungsseite sei nie bereit gewesen, Karten auf den Tisch zu legen:
Offizielle des Kremls seien unfähig zu artikulieren, was genau sie wollen und brauchen.
„Sie wussten nicht wie sie Sieg oder Niederlage definieren. Einige hielten den Krieg für völligen Fehler“
6/22
Aber jetzt wo Russland nun mal im Krieg ist, sei „eine demütigende Niederlage keine Option für diese Jungs.“
Die US-Verhandler gingen den russischen Offiziellen sehr weit entgegen:
sie hätten konstruktive Zusammenarbeit in Bezug auf russische Sicherheitsinteressen angeboten
7/22
Die US-Verhandler vertraten intern die Position,
„Russland zu isolieren und bis zum Punkt der Demütigung oder des Zusammenbruchs zu verkrüppeln“
würde Verhandlungen fast unmöglich machen.
Man leitete das aus der zurückhaltenden Reaktion der Moskauer Beamten ab.
8/22
Stattdessen vertraten die US-Verhandler die Position:
„USA benötigten ein starkes Russland, das Stabilität entlang seiner Peripherie erzeugt.“
[NB: Hat Russland in den letzten Jahren Stabilität entlang seiner Peripherie in Belarus, Ukraine, Kaukasus, Zentralasien erzeugt?]
9/22
Die USA hätten anzuerkennen, dass „ein totaler Sieg in Europa ihre Interessen in anderen Teilen der Welt gefährden könnte“.
Russlands Macht sei nicht notwendigerweise “a bad thing“.
Daher wollen die USA eine „strategische Autonomie“ Russlands.
10/22
Der Ex-US-Offizielle erklärte über die Verhandlungsziele seiner Gruppe:
Da ein Abbruch der Beziehungen zwischen Moskau und Peking unrealistisch sei, wolle man
-diese aber begrenzen,
-Moskau einhegen und
-die „Diplomatischen Möglichkeiten“ Moskaus in Asien fördern.
11/22
Die Gruppe wolle die Ukraine und Europa nicht aufgeben.
Sondern die Unabhängigkeit der Ukraine dadurch garantieren, dass man Russland als „kreativeren Spieler der europäischen Sicherheit“ zurückbringen will.
[NB: War Russland in den letzten 2 Jahren nicht kreativ genug?]
12/22
Die Quelle begründet die Verhandlungsinitiative damit, USA hätten Russland nicht ernst genommen und es habe zu wenig Dialog gegeben.
Um dann zu beklagen, dass die Russen geheime Details von Verhandlungen vor dem 24. 2. 22 durchgestochen hatten und diese dadurch sabotierten
13/22
Die US-Gruppe sehe nur USA und Russland als mächtig genug um „die Sicherheit Europas zu verhandeln“.
Ansprüche der UA auf annektierte Gebiete sehe man problematisch:
"Wenn RU glaubt, die Krim zu verlieren, würde es mit ziemlicher Sicherheit auf Atomwaffen zurückgreifen!"
14/22
Die Quelle behauptet:
Washington habe Russland Hilfe dabei angeboten, „faire Referenden“ in den von Russland besetzten Gebieten Donetsk, Luhansk, Cherson und Saporischschja durchzuführen.
In denen die Bewohner abstimmen sollen, ob die Gebiete ein Teil Russland sein wollen.
15/22
Russland aber habe dieses US-Angebot abgelehnt und die Territorien im September 2022 nach Schein-Referenden unter vorgehaltener Waffe annektiert.
Der ehemalige US-Beamte äußerte zusammenfassend das Gefühl:
die laufenden Geheimgespräche seien in eine Sackgasse geraten.
16/22
Man sehe Putin als Haupthindernis für Fortschritt in Verhandlungen, da er diese blockiere.
Daher suche man eine „russische Anti-Kriegs-Elite“, um mit dieser „Fortschritte zu erzielen“.
Wenn diese Elite einen „anderen Führer“ unterstütze, sei ein Sturz Putins möglich.
17/22
Einschätzung dieses Artikel:
Fachleute hinterfragen die Glaubwürdigkeit des Artikels.
Würden selbsternannte Unterhändler ohne Abstimmung mit der US-Regierung solche Verhandlungen durchführen, begingen Sie Hochverrat wegen Verstoß gegen den Logan Act:
18/22 de.wikipedia.org/wiki/Logan_Act
Würden die USA so in Verhandlung gehen und dabei fast alle Narrative und Forderungen der Gegenseite aufzunehmen, ohne klare Definition eigener Verhandlungsziele, wäre es törichter Unsinn.
Russland würden keine roten Linien aufgezeigt für seine Aggression gegen andere.
19/22
Derartiges Entgegenkommen würde die russische Führung zu weiteren Forderungen und Aggression gegenüber Nachbarn ermutigen.
Außerdem zeigt die Idee
-Sicherheit von Europa könne nur in Washington und Moskau verhandelt werden-
ein Verharren im Blockdenken des kalten Krieges.
20/22
Die größte Torheit der US-Think-Tanker aber ist:
nicht zu erkennen, dass Russland überhaupt nicht verhandlungsfähig ist.
Da es weder Ziele noch Bedingungen für Sieg und Niederlage des Kriegs in der Ukraine definieren kann.
Und die Machtfrage in Moskau nicht geklärt ist.
21/22
Man erkennt den scheiternden Versuch einiger westlicher Politologen, theoretische Modelle von staatlichem Handeln auf Russland zu projizieren.
Tatsächlich bestärken sie russ. Eliten damit im Wunsch, Putin zu stabilisieren und den Westen Russlands Probleme lösen zu lassen.
22/22
Hier ergänzend die Bestätigung der Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der US-Regierung, dass diese "Verhandlungen" nicht offiziell autorisiert waren:
Was geschieht mit Menschen, die heute in Russland regelmäßig gegen den Krieg demonstrieren?
Und dieses Jahr schon 10 x verhaftet wurden.
Halt warte -wie geht das?
Wird man nicht sofort für Jahre weggesperrt ?!
Nicht immer:
1/25
Vitaly Ioffe, 52, wurde in St. Petersburg diesem Jahr schon 10 x festgenommen.
Für seine Mahnwachen gegen den Krieg, u.A. vor dem Rekrutierungsbüro für Zeitsoldaten.
Wie hier zu sehen mit dem Schild:
„Geh nicht Töten!
Geh nicht sterben!“
2/25
Am 23 Juni wurde er für 10 Tage inhaftiert, und dann wegen Ordnungswidrigkeit verurteilt.
Die Geldstrafen lag wegen der Wiederholung bei etwa 1000 €.
Bei früheren Verhaftungen gab es geringere Geldstrafen.
3/25
Was ist die zentrale Aufgabe eines Staates?
Und warum haben wir das nach Übersee outgesourct? (*)
Wie unreif sind wir?
Aber wäre Neutralität und mehr Distanz zu den USA besser?
1/24
Was ist eigentlicher Zweck und Aufgabe unseres Staates?
Artikel 1 des Grundgesetzes sagt es in 2 einfachen Sätzen
.
Die den Staat mit unseren Werten
-gleich ob man sie aus einem religiösen oder humanistischen Wertemodell und Menschenbild ableitet-
so untrennbar verbindet:
2/24
Aus dieser Grundidee -Menschenwürde zu schützen- leitet sich die Macht aller staatlichen Institutionen und deren Aufgaben ab.
Parlamente, Gerichte über Schulen und Verwaltungen bis zu Polizei und Feuerwehr.
Sie alle begründen sich daraus und haben diesem Zweck zu dienen.
3/24
Bin ein Fan von Politologin Stefanie Babst geworden:
Ihre Rants bei Phoenix mit solide Aussagen 🧵
Russland tut und treibt in der Ukraine, was es gerne möchte.
Und wir im Westen sind empört, aber ausser Empörung erfolgt nichts.
Keine wirkliche strategische Reaktion. 1/4
Babst:
Wir hören seit 16 Monaten eine berechnende politische Rhetorik.
Putin wedelt alle Nase lang mit der nuklearen Karte.
Und wir reagieren jedes Mal total berechenbar.
Wir müssen uns von dieser Armageddon-Rhetorik befreien.
Wir sind an strateg. Kreuzungspunkt angekommen. 2/4
Ich würde mir etwas weniger Selbstgefälligkeit wünschen.
Jeder Versuch, eine strategische Antwort zu entwickeln, müsste doch den Hauch einer kritischen Selbstreflexion beinhalten.
Den erkenne ich in der deutschen Debatte überhaupt nicht.
Ich kann das kaum ertragen.
Ich kann die Motivation 🇺🇦 Soldaten zu 100% nachvollziehen, ihre Leben im Kampf für ihre Heimat einzusetzen.
Aber in Motivationen der 🇷🇺 Soldaten kann ich mich nicht hineindenken.
Was wäre besser, wenn Russland gewinnen würde?
1/12
Für welches Ziel kämpft Ihr russische Soldaten?
Wie definiert sich ein „russischer Sieg“?
Kämpft Ihr für die vollständige Zerstörung der Ukraine?
Was wäre dann besser für Dich-
Igor, Sergej oder Dimitrij?
Wäre Russland dann reicher schöner und sicherer?
Ginge es dir besser?
2/12
Die Ukraine ist nicht Eure Heimat, die Ihr oft irgendwo aus dem fernen russischen Osten kommen.
Viele von Euch waren in der Armee für eine Handvoll Rubel mehr. Die Ihr dort als Kontraktniki verdienen konntet.
Kämpft Ihr also nur für Geld?
Als Huren der Gewalt?
3/12
Russische Fake-News-Kampagne auf Twitter, an einem Beispiel.
Unter Tweets von @CarloMasala1 sind mir Spam-Tweets von Bots aufgefallen, die auf Hetz-Artikel gegen Bundesregierung und NATO auf Websites mit kryptischen Namen verweisen.
Denen bin ich mal nachgegangen: 🧵 1/8
@CarloMasala1 Klickt man auf solche Links, erscheinen dort Fake-Kopien offizieller Webseiten.
Hier z.B. eine Kopie von .
Tatsächlich ist die Seite aber auf der Domain 𝐰𝐞𝐥𝐭.𝐥𝐭𝐝 gehostet.
Schaut bitte immer auf die URL, wenn ihr Links zu „Nachrichten“ bekommt
2/14 https://t.co/cykVk0lJUJWelt.de
@CarloMasala1 Der Text ist RU Propaganda-Prosa.
Davon ab, dass sie den Namen der Außenministerin falsch schreiben, wird der Untergang der Grünen herbei gebetet:
Sie seien auf 16% gefallen!
(Bei der Bundestagswahl hatten sie nur 14.8 %)
„Gehorsam gegenüber Washington“ - eine Projektion?
3/14