Derzeit überwiegen wieder einmal extrem negative Lagebewertungen. Dazu besteht jedoch kein Grund:
1. Die Geländeverluste in der UA sind mit gut 500qkm zwar die höchsten seit März 2022, aber auch nur grob 10% höher als Aug+Sep, zudem machen sie nur 0,11% des unbesetzten Staatsgebiets aus
2. Die RU Verluste sind bei Personal (42T Mann) und Spz (923 lt. GSUA, tatsächliche Totalverluste wohl 5-600) die höchsten des gesamten Krieges. Sowohl Personal- als auch Materialverluste insgesamt liegen >10% höher als Aug/Sep, der Geländegewinn kostete die RU also denselben Preis wie zuvor
3. An keiner Stelle drangen die RU mehr als 10km weit vor. Von einem "Zusammenbruch der Front" wie von einigen Kommentatoren behauptet kann also keine Rede sein
Zu den weiteren Verlusten:
Kpz werden seit Monaten sparsam eingesetzt, das Verhältnis Spz/Kpz erreichte mit 3,3:1 einen Höchststand - bis Juli lag es bei 1,9:1, Aug/Sep bei 2,8:1. Gleichzeitig stieg der Anteil neuer bzw. generalüberholter Kpz - T-90 und alle Obr. 2022 - stark an. Das weist auf ein Ende der Bestände an leicht reaktivierbaren Fz, der Aufwand ist höher, der Ausstoß der Reparaturbetriebe entsprechend geringer - die Bestände müssen geschont werden oder gehen zurück
Bei Artillerie lagen die Verluste knapp unter Sep, gut 20% unter den Rekorden Jul/Aug. Auch der gemeldete Beschuß ging ggü. Sep trotz der intensiveren Angriffe um etwa 5% zurück.
Bemerkenswert ist das weitgehende Verschwinden der Mörser (2S4, 2S9) mit ihren geringen Reichweiten; bei den Feldgeschützen gehen wie erwartet D-20 und D-30 wegen Erschöpfung der Lagerbestände zurück, werden jedoch nicht durch ihre Kaliberäquivalente D-1 und M-30 ersetzt, sondern durch die M-46. Deren Vorteil der höheren Reichweite scheint den logististischen Nachteil des zusätzlichen Kalibers (130mm) zu überwiegen; die durchschnittliche Reichweite aller Geschütze stieg denn auch von 18,0km auf 20,0km.
Evtl. sieht man die Notwendigkeit, die Geschütze weiter hinter der Front aufzustellen, um der Drohnengefahr zu begegnen. Es entsteht aber auch den Eindruck, dass die Gesamtzahl an der Front zurückgeht, also ähnlich wie bei den Kpz ein Engpass besteht; das muss allerdings noch auf breiterer Basis bestätigt werden
Bei den Nachschubfz wurde ein neuer Rekord erreicht, 15% über dem bisherigen Wert aus Jul 24. Da auch ihr Anteil an den Verlusten insgesamt weiter steigt, deutet sich ein verstärkter Fokus der UA Drohnenpiloten auf den frontnahen Nachschub an.
Die Einteilung der Frontabschnitte in den Wochenberichten wird beibehalten - zu den einzelnen Berichten 👇
1/n
1. Kursk
Ein RU Einbruch im NW konnte teilweise bereinigt werden durch die Verlegung zweier Elite-Brigaden. Dennoch Gebietsverluste.
Offensichtlich hatte die Rückeroberung für RU entgegen anfangs zur Schau gestellter Gleichgültigkeit hohe Priorität. Das zeigt nicht nur der starke Einsatz ehemaliger Eliteverbände (Fallschirmjäger und Marininfanterie), sondern auch der Vergleich der Materialverluste für den Zeitraum Aug-Okt mit den anderen Frontabschnitten (Zahlen nach warspotting.net).
Bei Kpz fehlen die alten T-54 bis T-64 in Kursk nahezu vollständig, T-72 sind seltener, T-80 Obr. 2022 stark überrepräsentiert. Ähnlich bei den Spz (nur Kette): BMP-1 sind nicht belegt, BMP-2 deutlich seltener, die noch in Produktion befindlichen BMP-3 und die ebenfalls etwas moderneren Fz der LL-Truppe (VDV) häufiger - hier zeigt sich auch der massive Einsatz der VDV.
Bei den Radpanzern und MRAPs fast keine BTR-50/60/70/80, nur die moderneren BTR-82, und "Achmat"-MRAPs, die erst seit Kriegsbeginn gebaut werden
Relativ kampfstarke und modern ausgerüstete RU Verbände greifen an einer von den UA gewählten Stelle an, wo die RU Nachschubwege ungünstig um das besetzte Gebiet herum führen, während die UA mit Sudscha einen Logistiknoten haben, der über Sumy gut erreichbar ist. 2/n
Abb. 2 a Karte Kursk 1.10./1.11. b-d Vergleich der Verluste an Kpz, Spz, Radpanzern/MRAP zwischen Kursk und dem Rest der Front Aug-Okt
2. N-Charkiw/Belgorod
Wenige RU Angriffe, kaum Lageänderungen. Im NW UA Vorstoß nach Belgorod; hier geht es weniger um die Besetzung nennenswerter Fläche als um die Unterbrechung einer RU Nachschubstrecke nach Hlibowe in N-Charkiw
3. N-Luhansk
Trotz zeitweilig intensiver RU Angriffe nur geringe Geländegewinne. Einziger echter Erfolg ist das Erreichen des Oskil S Kupjansk, womit das UA gehaltene Gebiet O des Flusses gespaltet wurde
4. Siwjersk
RU Siegesmeldungen, die mit Flaggen einige km tief in UA gehaltenem Gebiet "belegt" wurden, erwiesen sich als Propaganda; die Flaggen waren von Spähtrupps bzw. Drohnen installiert worden.
Ruhiger Abschnitt, wenig Lageänderung
5. Toretzk-Bogen
Deutliche Beruhigung. Nach Ende der größeren RU Angriffe setzten UA Gegenangriffe ein, die in der Stadt Toretzk die Verluste von Monatsanfang zurückgewannen.
Bei Tschassiw Jar scheinen die RU mittlerweile einen kleinen Brückenkopf SW des Kanals zu halten, ohne bisher die Stadt ernsthaft gefährdet zu haben 3/n
Abb. 3 Lagekarten mit Vergleich 1.10./1.11. (alles @Black_BirdGroup )
6. Pokrowsk/Kurachowe
O Pokrowsk seit 2 Monaten kaum Veränderung, hier liegen die RU vor der UA Befestigungslinie fest
Die RU Bemühungen konzentrierten sich daher auf den Abschnitt Selidowe-Kurachowe, wo sie bereits im Sep die meisten befestigten Stellungen genommen hatten. Mindestens ein Drittel aller Gefechte entfiel im Okt auf diesen schmalen Abschnitt.
Mit dem Fall von Selidowe und Kurachiwka ist hier der Weg weiter nach W frei, da die UA Befestigungen O-W mit Front nach S verlaufen
7. S-Donetzk
Nach dem Fall von Wuhledar Ende Sep stießen die RU weiter nach N vor. Hier liegt auch der mit etwa 10km tiefste Einbruch des Monats; es gelang, die relativ schwach ausgebaute nächste UA Stellung teilweise zu durchbrechen
8. S-Front
W von Welika Nowosilka kaum Gefechtstätigkeit. Die UA meldeten zwar RU Verstärkungen, bisher gingen die RU Angriffe aber nicht über Aufklärung hinaus
9. Dnipro
Das gleiche Bild - immer wieder Gefechte auf den Inseln in der Aue, aber keine Lageänderungen
10. Krim/Schwarzes Meer
Einzelne RU Angriffe auf neutrale Handelsschiffe zu Beginn des Monats.
Kleinere UA Drohnenangriffe auf die Krim
11. Hinterland
Erheblich intensivierte RU Angriffe mit Shaheds, die mittlerweile jedoch zu deutlich >90% abgefangen werden, zunehmend mit EW-Mitteln
Relativ wenige größere UA Drohnenschwärme in RU. Kaum Berichte über Treffer, wobei nicht ganz klar ist, ob das nicht an einer beidseitigen Nachrichtensperre liegt. Zumindest keine spektakulären Explosionen von Mun-Depots wie zuvor - die wären nicht geheim geblieben 4/n
Abb. 4 Vergleich 1.10./1.11. für Pokrowsk und S-Donetzk
Gesamtlage und Ausblick
An der gesamten Front seit 15.10. nochmals verstärkte RU Angriffe, die die Verteidiger v.a. in S-Donetzk stark unter Druck setzten.
Ein großes Problem sind die Gleitbomben, von denen mittlerweile etwa 200/Tag eingesetzt werden. Sie zerschlagen auf die Dauer jede Stellung, eine Abwehr ist derzeit unmöglich. Wurden letztes Jahr noch gelegentlich Abschüsse der Bomber mit Patriot-Systemen erzielt, meldeten die UA in den vergangenen 12 Monaten nur noch insgesamt 5 Abschüsse von RU Maschinen, darunter aber z.B. auch die A-50 im Frühjahr. An der Front verlieren die RU nur noch durch Unfälle und eigenen Beschuss Flugzeuge; Meldungen über Abschüsse durch F-16 haben die UA nicht bestätigt.
Hier liegt ein entscheidendes Defizit der W Hilfe; da die USA nicht nur die Ausbildung der Piloten verschleppt, sondern auch die Lieferung modernster Radare und Luftkampfraketen verhindert, zudem den Einsatz der ATACMS gegen Flugplätze in RU verboten haben, stehen den UA keine Mittel zur Verfügung, um diese Angriffe, die jede Verteidigung einer Position zur zeitlich befristeten Sache machen, zu unterbinden.
Solange hier keine Änderung eintritt, werden die UA Geländegewinne der RU nicht verhindern können. mE ist eine entsprechende Aufrüstung der F-16 derzeit sogar wichtiger als Taurus und die Freigabe von Storm Shadow für RU Gebiet. Lediglich die Freigabe der ATACMS mit ihren Cluster-Gefechtsköpfen gegen RU Flugplätze hätte ähnliche Bedeutung.
Für die nächsten Wochen ist eine Fortsetzung der ungewöhnlich massiven RU Angriffe zu erwarten. Ziel dürfte - wie bereits vor 3 Monaten vermutet - die Eroberung des gesamten Südteils von Donetzk sein, wobei Pokrowsk zunächst S umgangen wird. Hier dürfte das N-Ufer des Stausees bei Kurachowe Zwischenziel sein
Der gleichzeitige Angriff von S, der auf eine Lücke in der nächsten UA Stellung zielt, die unverständlicherweise gelassen wurde, soll die Nachschubstrecke von W nach Kurachowe unterbrechen, womit die Stadt eingeschlossen wäre. Die UA müssten einmal mehr eine Stadt räumen, um die Einkesselung der Verteidiger zu verhindern. Dieser Punkt könnte Ende Nov/Anf Dez erreicht sein, da nur noch 12km die RU von der Straße trennen (Abb. 5a)
Es zeichnet sich ein zweiter Schwerpunkt in N-Luhansk ab, dort soll sehr wahrscheinlich die Oskil-Linie erreicht werden. Zum Einen bietet der Fluß eine gute Deckung gegen UA Offensiven, zum Anderen würde das die Kontrolle oder zumindest Bedrohung der wichtigen Nachschublinien vn NW nach Slowjansk bedeuten (Abb. 5b)
Diese beiden Schritte dürften das Ziel für Ende 2024 sein; im N erscheint das optimistisch, im S durchaus machbar angesichts der schwachen UA Befestigungen. Für nächstes Jahr dürften dann die üblichen Angriffe zur Flankierung und schließlichen Einnahme von Siwjersk, Konstantiniwka und vermutlich auch Pokrowsk auf dem Plan stehen, womit mit Kramatorsk und Slowjansk die eigentlichen Ziele, die letzten größeren Städte des Donbass, in Reichweite kämen.
Bemerkenswert ist, dass die RU größere Operationen mittlerweile nicht mehr ins Auge fassen; sah es vor einiger Zeit z.B. noch so aus, als würde der Stoß von S weiter W auf Welika Nowosilka erfolgen, womit S-Donetzk im Erfolgsfalle komplett besetzt wäre, hat man sich offenbar wieder für die kleinere Lösung wie in Abb. 5a entschieden. Das Vertrauen in die Fähigkeiten der eigenen Truppen scheint begrenzt zu sein, man beschränkt sich auf eine lange Reihe blutig erkaufter taktischer Erfolge.
Wesentlich ist jetzt, dass die UA Verteidiger nirgends einen größeren RU Durchbruch zulassen; ein rascher Rückzug in S-Donetzk wäre da noch das kleinere Übel. 5/5
Abb. 5 a-b erwartete RU Angriffsrichtungen in S-Donetzk bzw. N-Luhansk
c vermutete RU Ziele für Ende 2024 (Balken) und vorgesehene Angriffe im 1. Hj. 2025
Weil immer wieder die Frage aufkommt, wie die UA denn die besetzten Gebiete je zurückbekommen soll: sie muss sie nicht zwingend militärisch erobern.
Die D standen 1918 am Tag der Kapitulation (11.11.) noch tief in Belgien und hielten auch noch frz. Gebiet. Trotzdem war der Krieg verloren, und nicht nur die besetzten Gebiete mussten geräumt werden
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Verdammt viel Aufwand, um einen leeren Tanker, dem man seit Tagen von der Karibik bis in den Nordatlantik folgt, jetzt vielleicht aufzubringen (warum eigentlich nicht schon Tage früher? Es soll bei der USNavy Leute geben, die sowas beruflich machen) 1/2
mE irreführende Betrachtung der Zahlen bestätigter RU Gefallener. Nicht der Personaleinsatz hat zugenommen, sondern die Todesrate unter den Verlusten, weil wegen der allgegenwärtigen Drohnen Verwundete nicht mehr evakuiert werden - zumindest legen 1/3 (Link zum Artikel unten)
UA Berichte diesen Schluß nahe. Für Aug 24 zählt BBC 4322 bestätigte Tote, bei 36810 von der UA gemeldeten RU Verlusten - 11,7% Quote, Okt 25 12035/31250=38,5%, und es sind längst nicht alle Toten erfasst. D.h. dass das RU KIA/WIA-Verhältnis mittlerweile in Richtung 2:1 geht,
2/3
statt 1:3 oder gar 1:5-7 bei moderner Verwundetenversorgung
Aber: das gilt natürlich ähnlich auf UA Seite, da wird es kaum 2:1 sein, aber deutlich schlechter als noch vor einem Jahr. Im Drohnenkrieg liegen die Überlebenschancen Verwundeter kaum höher als zu Napoleons Zeiten
3/3
Ausgehend von einem wahrscheinlich echten RU Dokument zu den Verlusten Jan-Aug 2025 (ganz unten verlinkt) eine Schätzung der Zahl gefallener RU über den gesamten Krieg
Für den Zeitraum 1.1.-1.9.25 werden Verluste von fast 282T Mann genannt. Die 34T Vermissten dürften nahezu vollständig gefallen sein und werden deshalb dort hinzugerechnet; ihr sehr hoher Anteil v.a. bei den Verlusten unter den Sträflingen ist die Folge der Taktik mit vielen quasi Selbstmordangriffen ohne Rückkehrer, bei denen Sträflinge stark überrepräsentiert sein dürften.
Normalerweise würde man deshalb darunter auch Gefangene vermuten, allerdings macht es die genaue Zahlenangabe von 2311 Gefangenen wahrscheinlich, dass sie auf von den UA übergebenen Namenslisten beruht, weshalb nur nur wenige weitere unter den Vermissten sein sollten.
Auffallend ist das extrem ungünstige Verhältnis von Gefallenen+Vermissten zu Verwundeten von nur 1:1,3 - als Faustregel wird meist 1:3 angenommen, wobei mit heutiger Schutzausrüstung und medizinischer Versorgung dieser Wert eher Richtung 1:5 gehen wird. Es entspricht aber etwa den Meldungen der UA, soweit diese nach Toten und Verwundeten differenziert sind.
Mehrere Faktoren machen die Zahl dennoch plausibel: 1. die Allgegenwart von Drohnen, die die Verwundetenbergung extrem schwierig macht 2. Es ist bekannt, dass RU Kommandeure Verwundete sofort zum nächsten Angriff nach vorne schicken, nicht zur Versorgung - was die Sterblichkeit erhöht, die Zahl gemeldeter Verwundungen gleichzeitig reduziert 3. Die Bereitschaft vieler RU Soldaten, sich lieber zu erschießen als verwundet in Gefangenschaft zu geraten 4. und schließlich wurden Fälle dokumentiert, wo RU die eigenen Verwundeten erschossen haben
Der Vergleich mit dem Zahlenverhältnis bei den Offizieren unterstreicht diese Überlegungen: dort liegt das Verhältnis bei 1:4, selbst wenn man unter den Vermissten noch einige hunderte Offz annimmt (Zahlenangabe fehlt) liegt es über 1:3 und damit im erwartbaren Rahmen - weil Offz sicher besser versorgt werden, und va weil sie bei den besonders verlustreichen Angriffen nur in geringer Zahl dabei sein dürften
1/3
Interessant ist auch die Gesamtzahl von 279T Gefallenen, Vermissten und Verwundeten, denn der GSUA hat für den gleichen Zeitrum 291T RU Verluste gemeldet. Berücksichtigt man, dass die Nordkoreaner vermutlich in den RU Zahlen nicht enthalten sind, zudem evtl. auch Verluste der Grenztruppen uä fehlen, ist die Übereinstimmung sehr gut.
Daher kann man die UA Zahlenangaben als insgesamt verlässlich betrachten und sie zur Schätzung der Zahl RU Gefallener verwenden.
Insgesamt wurden bis 1.10.2025 1.115.000 RU Verluste gemeldet. Rechnet man mit dem Verhältnis 1:1,3 um, ergeben sich 485T Gefallene (s. Tab.). Diese Zahl dürfte jedoch etwas zu hoch sein, das das Verhältnis nicht während des gesamten Krieges so schlecht gewesen sein wird. Eine mittlere Schätzung setzt für 2024 auch 1:1,3 an, für die Zeit ab Mobilisierung bis Ende 2023 1:2, für 2-9/2022, als nur gut ausgerüstete Berufssoldaten im Einsatz waren, 1:4, eine sehr vorsichtige für 2024 1:2, davor durchgehend 1:4
Selbst die sehr vorsichtige Schätzung kommt auf 355T Gefallene (rote Schrift), die mE realistischste mittlere auf 440T (gelb unterlegte Zellen), weit über vielen anderen Berechnungen.
2/3
Allerdings ermöglicht die Zahl der gefallenen Offz eine weitere Schätzung. Den knapp 1600 des Dokuments stehen etwa 1450 dokumentierte Fälle bei @KilledInUkraine gegenüber (s.u.). Auch wenn das keine endgültige Zahl ist - es wurden längst vorher Gefallene erst in diesem Zeitraum erfasst, dafür sind andere aus den letzten Wochen noch nicht bekannt - kann aus der Gesamtzahl von 7000 dort aufgelisteten Gefallenen eine Hochrechnung unternommen werden (s. Tab.)
Das Verhältnis dokumetierte Offz zu Gefallene laut Dokument ist 1:83. Das kann man auf den Sep übertragen, für die Zeiten vor 2025 muss es niedriger sein - 320 T Verlusten lt. GSUA in 2025 stehen gut 1600 gefallene Offz ggü, etwa 200:1, für 2/22-12/24 sind es 795T:5375 oder etwa 150:1
Die Schätzung aus dem Verhältnis 1:83 (581T) ist deshalb sicher zu hoch, das Verhältnis 1:40 für 2022-24 dürfte zu niedrig sein, es ist jedenfalls die absolute Untergrenze, realistischer ist 1:60.
Mit 350T als Untergrenze, 457T als plausiblem Wert liegt diese Schätzung nicht weit von der ersten. Eine Gesamtzahl RU Gefallener von ca. 450T ist deshalb realistisch, mit einer Spanne 350T-485T
Berücksichtigt man, dass nur wenige Schwerverwundete überleben dürften, wird die Gesamtzahl dauerhafter Ausfälle bei 450-600T liegen, plus Spätfolgen wie PTBS, die in RU vermutlich einstweilen ähnlich "behandelt" wird wie bei uns im 1.WK: schnellstmöglich zurück an die Front
3/3
Der letzte Kanzler, der noch aktiv Politik gestaltet und nicht einfach nur verwaltet und reagiert hat - war ausgerechnet Schröder, der seither nur noch für Putin arbeitet
Er hat die unpopuläre Teilnahme am Bosnienkrieg durchgesetzt (zusammen mit Fischer), und er hat die unpopuläre aber prinzipiell notwendige Agenda 2010 gestaltet - dass da nicht alles gut war ist klar, aber es war immerhin ein Gestaltungsversuch, und er war nicht kompletter Mist
1/5
Mit Merkel waren die meisten lange zufrieden, weil sie uns im Schlafwagen durch die Lande kutschiert hat, ohne jeden Gestaltungswillen. Denn auch "wir schaffen das" war ja nur die Reaktion darauf, dass die Leute zu hunderttausenden vor der Tür standen - v.a. weil man wenige Monate vorher nicht gestaltet und die wegfallende UN-Unterstützung für die Flüchtlingslager nicht kompensiert hat, so dass Familien aufbrachen, um ihren Kindern eine Zukunft zu geben
2/5
Bei Scholz eine noch schlimmere Verweigerungshaltung, selbst die Zeitenwende hat er eher gebremst als gestaltet, wo Zupacken angesagt gewesen wäre, und außenpolitisch hat er ohnehin sabotiert was ging, incl. D-F Verhältnis
3/5
Die Pumpstation Naytovypitschi am Parallelstrang der Drushba, der Produkte, v.a. Diesel, von den weißrussischen Raffinerien nach RU transportiert, wurde erneut angegriffen 2/4
Der Fährhafen Port Kawkas in der Kertsch-Straße, wichtig für die Logistik der Krim, wurde nach längerer Zeit wieder angegriffen, Schäden an 2 Piers 3/4
Sieht so aus, als würden die RU alles in den Donbas schicken, was sie noch haben. Die 70. motSchützen-Div (das sind die 4 genannten Regt) ist ein erst 2023 aufgestellter Großverband, der vermutlich neben den T-90/T-72B Obr. 2022 auch über einen Teil der seit Monaten 1/4
zurückgehaltenen "modernen" Spz (BMP-3, BTR-82) verfügt - gut ausgestattet, aber soweit bekannt bisher noch weitgehend ohne Kampferfahrung. Allerdings vermutlich besser ausgebildet als viele der mit kaum ausgebildeten Redkruten wieder aufgefüllten Großverbände an der Front
2/4
Die UA rechnen mit einem baldigen massiven Durchbruchsversuch RU mech Verbände im Raum Pokrowsk-Kostjantiniwka. Sollte dies zutreffen, dürfte es ein Versuch sein, eine schnelle Entscheidung zu erzwingen, weil man einen langen Abnutzungskrieg zu verlieren droht
3/4