Manuel Grebenjak Profile picture
Political ecologist, comms for climate justice. Campaigner @StayGroundedNet | With @SystemChangeAT @R_Degrowth | he/him/ours Schreibt u. a. auf @derStandardat.
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16 Oct 20
Ressourcennutzung in Österreich 🌳🛢⛰🇦🇹

Wie (un)nachhaltig ist Österreichs Ressourcenverbrauch?
Welche sind die Treiber?
Ist in Ö. eine Entkopplung zu beobachten?
Sind wir auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft?

Vor dem Wochenende ein Thread. ⬇️
Habt ihr mitbekommen, dass im August der Bericht "Ressourcennutzung in Österreich 2020" erschienen ist?

Nein? Ich auch nicht. Es gab leider auch keine mir bekannte Berichterstattung oder Info-Tätigkeit durch die Ministerien dazu. Schade, er ist spannend! bmk.gv.at/themen/klima_u…
Der österreichische Inlands-Materialverbrauch lag 2018 bei 167 Mio. Tonnen pro Jahr bzw. 19 Tonnen pro Kopf und Jahr

Das sind "domestic material consumption"-Zahlen, also die Menge der in Ö verbr. Ressourcen + Importe - Exporte. (Für das Gesamtbild fehlt aber noch etwas.)
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7 Oct 20
Voll verschärft!
Ein How-to für Klimakommunikation aus der Hothouse-Hölle! 📣🔥

Thread 🔽
1. Frame Klimaziele negativ und ihre Erhöhungen als Verschärfung

Verschärfung ist ein tolles Wort, und kann deine Leser:innen an eine Vielzahl von unangenehmen Erfahrungen denken lassen: Bestrafung, einschränkende Regeln (vlt. sogar aus der eigenen Kindheit), Strenge, Streit… Image
2. Stelle Kosten und Belastungen durch Klimaschutz ins Zentrum

Führe genau an, wieviel Geld Klimaschutz-Maßnahmen kosten, aber unbedingt ohne die positiven wirtschaftlichen (oder anderen) Effekte anzuführen. Auch Formulierungen wie "Einschnitt" od. "Belastung" kommen gut an! ImageImage
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18 Sep 20
Wieso hat Hanno Settele hier eigentlich so viele Follower?
Manchmal verstehe ich Twitter einfach nicht.
Also meistens.
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14 Sep 20
Why climate communicators should talk less about the Paris Agreement.

Over and over again campaigners and scientists advocate for more climate action with statements such as "We must meet the goals of the Paris Agreement". In most cases, this is not the best option. Thread. 🔽
Don't get me wrong. The Paris Agreement is, despite all flaws, a milestone. But: it is still a piece of paper, a treaty. Something very abstract for most people. The agreement itself hardly evokes any emotions, unless you have a very strong connection to it, like some activists.
But in order to mobilise people for climate justice and an ecological transformation, we have to get them emotionally involved. We need to tell them stories about what would happen if the climate collapse hits - and what we can win if we change our world in a climate-just way.
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9 Sep 20
Klima-Aktivist:innen sind immer nur gegen alles, blockieren und verhindern und haben selbst keine Lösungen parat, oder?

Klar haben wir Lösungen. Aber Widerstand ist nun einmal unsere zentrale Aufgabe und notwendige Strategie.
Warum? Thread 🔽
derstandard.at/story/20001197…
1. Weil wir sonst von Medien und Politik ignoriert werden.

Ich bin mittlerweile seit Jahren in der Klimabewegung aktiv: in Graswurzelgruppen, NGOs und Netzwerken: Es ist einfach so fucking schwer in die Medien zu kommen.
Widerstand heißt auch einen bestehenden Diskurs nutzen.
Medien und Politik interessieren sich einfach kaum für radikale Lösungskonzepte zu autofreien Städten, Energiedemokratie oder einer Reduktion des Flugverkehrs – egal, wie gut sie ausgearbeitet sind, egal wie dringend das Thema.
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10 Jul 20
Dieser Bericht bringt zum Einstürzen, was uns über Armut, Entwicklung und Wachstum erzählt wird.

@PhilipGAlston, der UN-Sonderberichterstatter zu extremer Armut und Menschenrechten, hat diese Woche seinen Endbericht präsentiert und unangenehme Wahrheiten ausgesprochen.

Thread.
.@PhilipGAlston sagt: "Extreme Armut wird nicht beendet."

Er kritisiert die "selbstgefällige Botschaft, die Fortschritte im Kampf gegen die Armut verkündet" und namentlich prominente Stimmen wie Steven Pinker, Martin Wolf, Abhijit Banerjee und Esther Duflo und die Weltbank.
Warum? Weil die internationale Armutsgrenze der Weltbank von 1,90 Dollar (Kaufkraftparität) nicht zu Messung von extremer Armut taugt und damit auch nicht als Maßstab für deren Beseitigung.
Sie ist dramatisch niedriger als die nationalen Armutsgrenzen in praktisch allen Ländern.
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7 Jul 20
Beim reichsten 1 % der EU-Haushalte macht der Flugverkehr 41 % (!) der Haushaltsemissionen aus.

Einundvierzig Prozent.
Von unglaublichen 55 Tonnen CO2eq (!) pro Kopf und Jahr.

Und die wollen uns einreden es sei sozial ungerecht, wenn Flugtickets teurer werden.
Diese Studie ist sicher auch einen Bericht wert, oder? 🆙🔼
@dernaro @n_laufer @tazKlima @BernhardPoetter @gri_mm @GPoelsler @KKropshofer @AnBachmann @AundWMagazin @AundW
Nur durchs Fliegen allein stoßen die reichsten 1 % EU-Bürger:innen im ø pro Kopf und Jahr mehr als viermal soviel CO2eq (22.6 t) aus wie die untersten 50% mit allem was sie tun: essen, heizen, reisen etc. (5 t).
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1 Jul 20
✈️ Gestern wurde das kleine Bisschen an geplantem Klimaschutz für den Flugverkehr um Jahre verschoben.

Und es hat sich erneut gezeigt, wie industriehörig der UN-Flugverkehrsorganisation ICAO ist.

Thread. 👇
climatechangenews.com/2020/07/01/air…
Die Emissionen des Flugverkehrs werden international generell vernachlässigt. Einziges globales Instrument ist das Kompensationsprogramm CORSIA, das 2016 beschlossen wurde und 2021 starten soll.

Gestern wurde dieser Start jedoch effektiv um Jahre verschoben. Der Grund: Corona.
Ab 2021 hätte der Flugverkehr dank CORSIA "CO2-neutral wachsen", Fluglinien Emissionen reduzieren (kaum) oder kompensieren sollen.
Die Berechnungsgrundlage für die Kompensation wäre der Durchschnitt der Jahre 2019-20 gewesen. Für diePilotphase bis 2023 ist es nun nur 2020.
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27 May 20
Warum der #Flugverkehr nicht einfach grün werden kann.

Auf diesen @derStandardat-Artikel von mir gab es viele negative Reaktionen im Forum und hier: von persönlichen Angriffen bis zu Halbwissen über technische Lösungen.

Ein paar Klarstellungen. Thread 👇
derstandard.at/story/20001175…
1) Die Klimaschädlichkeit des Flugverkehrs wird allgemein unterschätzt.

Laut dt. @Umweltbundesamt beträgt sie mindestens 5 % der globalen THG-Emissionen, es könnten bis zu 8 % sein. Das ist viel.
Klimawirksam sind neben CO2 u. a. Stickoxide, Contrails und induzierte Bewölkung.
Bis zu Covid-19 war die Prognose der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation der Vereinten Nationen (ICAO), dass durch steigende Passagierzahlen die Emissionen des Flugverkehrs bis 2050 um rund 300% gegenüber 2005 steigen könnten.
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19 May 20
Neue Studie: Gesundheit und Klimaschutz brauchen Priorität über Wachstum

Enorm wichtige, riesige Meta-Analyse mit großer österreichischer Beteiligung.
science.apa.at/rubrik/politik…
"Gesundheit, Wohlbefinden und Klimaschutz müssten Priorität über Wachstum um jeden Preis haben", betonen die Forscher*innen, von denen die meisten an der @BOKUvienna arbeiten.

Die Studie Teil II Insights: iopscience.iop.org/article/10.108…
"Langfristig notwendige absolute Reduktionen des Ressourcenverbrauchs und der Emissionen könnten jedenfalls nicht durch bisher beobachtete Entkopplungsraten erreicht werden", so die Wissenschaftler*innen.

Studie Teil I Bibliometric & Conceptual Mapping: iopscience.iop.org/article/10.108…
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15 May 20
"The crisis triggered by Coronavirus has already exposed many weaknesses of our growth-obsessed capitalist economy – insecurity, healthcare systems crippled by years of austerity and undervaluation of the most essential professions." #Degrowth #NewRoots
📃opendemocracy.net/en/oureconomy/… Image
"This system, rooted in exploitation of people and nature, which is severely prone to crises, was nevertheless considered normal. Although the world economy produces more than ever before, it fails to take care of humans and the planet." Image
"For decades, the dominant strategies against these ills were to leave economic distribution largely to market forces and to lessen ecological degradation through decoupling and green growth. This has not worked." Image
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14 May 20
Unter Klimabewegten nickt man ja schnell wenn z. B. Greta von "fairy tales of eternal economic growth" redet. Aber was brauchen wir jetzt: Regrowth, Green Growth, Degrowth?

Was meint ihr, @KRogenhofer @georguensberg @lukas_hammer @Adam_Pawloff @frauherr @jo_stangl @Ecolomist? Image
Warum ich das frage? Gestern haben 1.100+ Wissenschaftler*innen u.a. Expert*innen ein Manifest für Degrowth als Ausweg aus u. Strategie nach der Coronakrise präsentiert.

Gibts auch auf deutsch, allerdings war kein Medium mutig genug es zu veröffentlichen.
degrowth.info/en/offener-bri…
*Kein Medium in Österreich, Deutschland oder der Schweiz wohlgemerkt.
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13 May 20
🌳 #NewRoots for the economy: #Degrowth 🐌

That's huge! In an open letter published today, over 1,100 scientists, experts, artists, activists from 60 countries call for a shift away from our obsession with economic growth in the wake of the #CoronaCrisis.
opendemocracy.net/en/oureconomy/…
The letter was published in five countries and four languages so far, more to come.

Besides on @openDemocracy it was published by @Mediapart (France) ... blogs.mediapart.fr/projet-de-decr…
on @ctxt_es (Spain): Decrecimiento: nuevas raíces para la economía
ctxt.es/es/20200501/Fi…
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10 May 20
Was an #Degrowth oft falsch verstanden wird: Der Abschied vom BIP-Wachstum ist kein Ziel per se und Selbstzweck.
Es ist eine sehr wahrscheinliche Konsequenz aus notwendigen politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen, wie Umstieg auf erneuerbare Energie oder Arbeitszeitverkürzung.
Tritt mit Umsetzung dieser u. v. a. Maßnahmen eine Verringerung oder ein Ausbleiben des Wirtschaftswachstums ein, ist es essenziell, dass wir davon nicht mehr systemisch abhängig sind.

DARUM fordern wir für einen Abschied vom BIP als zentralem wirtschaftlichen Indikator.
Genauso wäre es in Krisen wie der aktuellen doch ziemlich praktisch, nicht auf Wirtschaftswachstum angewiesen zu sein. Die sozialen Folgen von Lockdowns wären geringer, überhaupt gäbe es weniger Widerstand dagegen, die Wirtschaft auf das Essenzielle zu reduzieren, wenn notwendig.
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5 May 20
Mehr als 200 der weltweit führenden Wirtschaftsexpert*innen haben ihre Wünsche für Maßnahmen gegen die #Coronakrise geäußert: Hilfsgelder für Airlines kamen dabei an LETZTER Stelle. #SavePeopleNotPlanes
euractiv.com/section/aviati…
Der Fragebogen wurde u. a. von Joseph Stiglitz und Nicholas Stern erstellt und z. B. von OECD-Chefvolkswirtin Laurence Boone, Sylvie Goulard (stv. Gouverneurin Bank von Fr.), Danny Alexander (Asian Infrastructure Investment Bank) und Sandra Eickmeier (D. Bundesbank) beantwortet.
"Unsere Ergebnisse zeigen, es gibt allen Grund, Klimastrategien in den Mittelpunkt der Überlegungen von politischen Entscheidungsträgern zu stellen, wenn diese in den kommenden Monaten Konjunkturpakete schnüren", sagen die beteiligten Forscher Brian O’Callaghan u Cameron Hepburn.
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23 Apr 20
Bin gespannt, was @lgewessler, @norbertghofer heute zum Thema Staatshilfen für die #AUA diskutiert haben.
Ganz verstehe ich ja nicht, warum neben Gewessler und Hofer Bosek UND Boschan eingeladen waren, @ASzigetvari. Da hätte es spannendere Optionen für eine vierte Perspektive gegeben, z.B. jemand von einer Gewerkschaft oder Umwelt-NGO.
.@norbertghofer redete im @derStandardat-Talk von baldigem klimaneutralen Fliegen.

Das wird leider noch sehr lange ein Traum bleiben. Zu lange für die Klimakrise.

Warum ich da so sicher bin? Mit @StayGroundedNet haben wir dazu eine Studie geschrieben: stay-grounded.org/wp-content/upl… Image
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19 Apr 20
"In den letzten Wochen wurden die Schwächen der Wachstumsmaschine schmerzhaft offengelegt."

170 Wissenschaftler*innen aus den Niederlanden haben ein Manifest für die Zeit nach #Corona veröffentlicht, das auf #Degrowth-Prinzipien basiert.

via @jasonhickel
trouw.nl/duurzaamheid-n…
1) "Abkehr vom derzeitigen Entwicklungsmodell, das auf ein allgemeines BIP-Wachstum abzielt, durch ein Modell, das zwischen Sektoren unterscheidet, die wachsen dürfen und Investitionen benötigen (saubere Energie, Bildung, Pflege), und Sektoren, die radikal schrumpfen müssen."
2) "Entwicklung einer Wirtschaftspolitik der Umverteilung, Bereitstellung eines universellen Grundeinkommens, das in eine solide Sozialpolitik eingebettet ist; substantielle progressive Besteuerung von Einkommen, Gewinnen und Vermögen; kürzere Arbeitswochen und Arbeitsteilung..."
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15 Apr 20
BM @lgewessler zu Airline-Staatshilfen: "Wenn es um mehrere hundert Mio. Euro Steuergeld geht, dann muss es auch klare klimapolitische Bedingungen geben."

Bedingung muss sein: Der Sektor bekennt sich zur Emissionsreduktion im Einklang mit dem 1,5°C-Limit. derstandard.at/story/20001168…
Die Initiative ist Teil der internat. Kampagne #SavePeopleNotPlanes gegen bedingungslose Staatshilfen für die Flugindustrie und für eine sozial-ökologische Transformation des Sektors. Sie wird von mittlerweile 302 Organisationen und über 300 Expert*innen weltweit unterstützt.
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6 Apr 20
Mit @StayGroundedNet starten wir heute die Kampagne #SavePeopleNotPlanes.

Verteilen Sie keine bedingungslosen Millionengeschenke an die klimaschädliche Flugindustrie, @sebastiankurz, @WKogler, @Gernot_Bluemel, @lgewessler!
Rettungsschirme nur mit Arbeiter*innen- und Klimaschutz!
In Österreich ruft u.a. @SystemChangeAT zum Unterzeichnen der Petition auf: "Es ist inakzeptabel, dass Fluggesellschaften Milliarden an Steuergeld einfordern, aber gleichzeitig keinen fairen Steuerbeitrag leisten und grundlegende Arbeitsrechte missachten."
systemchange-not-climatechange.at/de/presseausse…
Die österreichische Petition von #SavePeopleNotPlanes findet ihr hier: change.org/SavePeoplenotP…

Unterschreibt und teilt sie, die Zeit drängt! Hinter den Kulissen werden die Rettungspakete für die Flugindustrie verhandelt. Wir müssen jetzt Druck machen!
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4 Mar 20
Nein, es ist nicht besser für die Umwelt, je "reicher" wir werden.

@a_sator hat @amcafee zu seinem neuen Buch "More from Less" interviewt. Ich habe ein paar Probleme mit McAfees Analyse und seinen Schlüssen daraus.
derstandard.at/story/20001149…
Im Prinzip sagt McAfee ja nichts ganz Neues, es gibt genug Bücher und Artikel dazu.
Kernaussage: Der Kapitalismus ist super und sein Wachstumsimperativ kein Problem, weil wir Wachstum von Umweltzerstörung entkoppeln können. Er versucht das v.a. mit US-Daten zu belegen.
Es gibt bessere Experten als mich, um die Mängel in McAfees Thesen zur Entkopplung zu beschreiben. Einer davon ist @jasonhickel, der das hier getan hat:
McAfees Antwort:
Erneut Hickel:
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26 Feb 20
What will happen if the climate crisis, authoritarian surge and racist migration regimes continue and intensify?

John Lanchester's "The Wall" gives us an idea of the #ClimateApartheid dystopia that awaits us if we don't manage to turn the tide. Image
Great Britain after the "Change". The country is sealed off from the outside world by a massive coastal wall. Young people are sent there for their two-year duty as "Defenders", and have to fight and kill every "Other" who tries to cross the wall.
Others, people living in the apparently devastated outside world, who manage to get in, can choose between being executed and becoming "Help" (yes, slaves) for wealthy Britons.
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