Friedemann Karig Profile picture
„Dschungel“ (Ullstein), „Wie wir lieben“ (Blumenbar), „Friedemann&Freunde“ (Spotify), #maskeauf https://t.co/uilMHemZDG
11 Jun 20
Sehe enorm viel Text von Weißen, die fordern, wir müssten uns endlich unserem eigenen Rassismus stellen. Und dann doch wieder nur den anderer anprangern. Verstehe die Wut auf uns „Liberale“ und unsere blinden Flecke. Versuche mal unsortiert anzufangen. #KritischesWeißsein (1/10)
Vor Jahren hatte ich eine Wohnung abzugeben, durfte KandidatInnen auswählen. Ich habe einen weißen Journalisten favorisiert, weil ich dachte, so habe ich am wenigsten Stress. Menschen mit Migrationshintergrund hatten 0 Chance. Treibt mich heute noch um. #KritischesWeißsein (2/10)
Polizeigewalt gegen PoC habe ich lange wegsortiert unter „das passiert eben in einer diversen Gesellschaft“. Viel zu spät habe ich mich interessiert für unfassbare Fälle wie den von Oury Jalloh. Wären es Weiße gewesen, sicher früher und mit mehr Sorge. #KritischesWeißsein (3/10)
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31 Mar 20
Weil sie jetzt auch für Deutschland diskutiert werden, hier die häufigsten Sätze zu (selbstgemachten) Atemschutzmasken, meine Gedanken dazu mit Quellen und Implikationen (Spoiler: alle müssen weltweit dringend selbstgemachte Masken tragen). (1/X) #maskeauf
„Eine Maske schützt in erster Linie nicht den Träger, sondern die anderen vor ihm.“ Grundsätzlich richtig. Eine mechanische Barriere wie die Maske ist vermutlich aber keine Einbahnstraße. (2/X)
Zudem verdichten sich Hinweise, dass nicht die feinen Aerosole, sondern v.a. große Tröpfchen für die Ansteckung verantwortlich sind. Und die werden beidseitig aufgehalten. Der Träger ist mit Maske eher etwas besser geschützt als ohne Maske. (3/X)
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6 Feb 20
Thread zur angeblichen politischen „Spaltung“ der Gesellschaft (aka „Riss“ oder „Kluft“), vor der alle Seiten warnen, die aber nie präzise erklärt oder gar empirisch belegt wird. These: Weil es sie nicht gibt. Denn was genau würde dieses Sprachbild denn real bedeuten? (1/12)
Dass zwei Seiten überhaupt nicht mehr miteinander reden, nicht mehr miteinander in Kontakt kommen, sich nicht mehr austauschen können, weil ihre Positionen so radikal sind, dass sie nicht nur unvereinbar werden, sondern unverhandelbar, unbesprechbar. (2/12)
Dass zum Beispiel in Sachen Migration 70% für eine weitere massenhafte Aufnahme von Flüchtlingen aus aller Welt ohne besondere Auflagen wären. Und 30% für die totale Abschottung, ständige Grenzkontrollen und Abschaffung des Asyls. Und dazwischen niemand. (3/12)
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30 Jun 19
Verrohung der Sprache braucht keine Drohungen und Beschimpfungen. Sie zeigt sich perfider im Weglassen von Wörtern und Zahlen. Da werden Zehntausende Tote mit keinem Wort erwähnt; Foltergefängnisse, prügelnde Küstenwachen, abgrundtiefe Verzweiflung - keine Silbe. (1/10)
Eine längst gescheiterte Politik des Wegsehens, der Deals mit Despoten und Milizen - kein Satz. Stattdessen wird der allerletzte Dominostein einer langen Reihe an Unmenschlichkeit „Provokation“ genannt, „Katastrophe“, werden die Begriffe der einen Seite übernommen… (2/10)
...während die andere verhaftet wird. Sprache, Denken und Handeln verrohen, wenn wir nicht mehr über Ursache, Umstände und Ethik sprechen. Sondern nur noch „Recht“ angewendet sehen wollen. (3/10)
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28 May 19
Das falsche Sprachbild mit der „Spaltung“ wird nicht weniger destruktiv, wenn man eine Deutschlandkarte einfärbt.
Die Farben zeigen die jeweils „stärkste“ Partei, meistens um einige Tausend Stimmen. Dieses Narrativ vergisst die Mehrheit, die sie nicht gewählt haben. Es täuscht totale Gegensätze vor und begünstigt damit, was es beklagt.
Bitte, bitte kann mal eine SoziologIn mit empirischer Kompetenz diese „Spaltung“, die für Klicks taugt, als das entlarven, was sie ist: Simplifizierende, alarmistische These ohne belastbare Belege jenseits von Statistik-Spielchen. Bitte.
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15 Jan 19
Weil sich mal wieder so viele Leute darüber beschweren, man dürfe ja nicht mehr sagen, was man denkt – sage ich jetzt einfach mal, was ich denke (qed) und warum die "Debatte" ein riesiger Haufen Privilegienblindheit feat. kognitiver Dissonanzreduktion ist. (1/10)
Was die Kretzschmars et al. natürlich meinen, ist nicht eine juristische Meinungsfreiheit, sondern eine soziale. Nicht Freiheit von Repression, sondern von Kritik, Sanktionierung, Stigmatisierung ihrer Positionen. (2/10)
Aktuell lösen öffentliche, aber auch para-öffentliche Äußerungen in den sozialen Medien, teilweise heftige Reaktionen aus. Das geht durch das ganze politische Spektrum. Die Aggressivität ist jedoch deutlich heftiger von rechts nach links als andersrum. (3/10)
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