Bahar Aslan Profile picture
Politische Bildnerin und Speakerin | Kaffeeliebhaberin ☕️ | Lehrbeauftragte an einer Universität im ♥️ von NRW👩🏻‍🎓| @freiheitsrechte-Klägerin ⚖️

Jan 6, 2020, 14 tweets

Warum ich mich manchmal schäme eine Lehrerin zu sein:

Bin Mitglied in einer Gruppe bestehend aus Lehrer*innen. Ein Mitglied schlägt vor eine inklusive und geschlechtergerechte Sprache zu verwenden. Dabei beruft sie sich auf wissenschaftliche Studien...

#twitterlehrerzimmer

...und wünscht sich dass der Gruppenname geändert wird, um Diskriminierung vorzubeugen und niemanden auszuschließen.

Reaktionen in der Kommentarspalte: Hohn und Spott. Eine überwiegende Mehrheit macht sich über den Vorschlag lustig und hinterfragt sogar den Wahrheitsgehalt...

...der besagten wissenschaftlichen Studien. Beim Lesen der Kommentare musste ich mehrmals den Kopf schütteln und mich dabei vergewissern, dass dies eine Gruppe von Lehrer*innen (!!) ist. Ich fand es beschämend mitanzusehen auf welchem Niveau Akademiker*innen „diskutiert“ haben.

Noch beschämender war es dann zu wissen, dass solche Personen Kinder und Jugendliche erziehen und im Klassenzimmer als Vorbild fungieren. Welche Werte sollen denn dabei vermittelt werden? Dass es i.O. ist Menschen, die sich weder der männlichen noch der weiblichen Kategorie...

...zugehörig fühlen, auszugrenzen und ihre Belange nicht ernst zu nehmen? Sprache prägt unsere Wahrnehmung, die Art wie wir denken und die Welt begreifen. Mit männlichen und weiblichen Kategorien werden nicht alle Menschen gleichermaßen erfasst.

Es gibt Menschen in diesem Land die sich als „inter“ oder „divers“ beschreiben. Daher geht es darum eine geschlechtergerechte Sprache zu etablieren welche inklusiv ist und auch diese Menschen miteinbezieht. Was ist denn an dieser Forderung falsch?

Das ist nunmal unsere Realität, und dies sollte sich ebenfalls in der Verwendung unserer Sprache widerspiegeln. Es geht mir nicht darum eine Berufsgruppe zu diskreditieren, aber ich frage mich ernsthaft warum solche Menschen als Lehrer*innen arbeiten?

Dasselbe frage ich mich auch bei dem Lehrer aus Hilden, der einen seiner Schüler mit der folgenden Äußerung #rassistisch beleidigt hat:

„...so etwas wie dich hätte man früher vergast.“

Meldung: google.de/amp/s/rp-onlin…

Zur Info: Der besagte Lehrer unterrichtet weiterhin an der Schule, während ich mich frage wie dies bei so einer Äußerung überhaupt möglich ist?

Vorfälle dieser Art zeigen mir immer wieder: #Rassismus, #Antisemitismus und #Homophobie existieren an Schulen. Leider wird viel zu wenig darüber gesprochen. Vielleicht auch deswegen weil die Personen, die an den wichtigen Positionen sitzen von alldem nicht betroffen sind.

Wünschenswert wäre es dass Lehrer*innen während ihrer Ausbildung aufgeklärt& sensibilisiert werden. Eine pauschale& oberflächliche Abhandlung der Themen reicht hier nicht aus, denn #Rassismus, #Antisemitismus oder #Homophobie ist nicht etwas was am Rande...

...der Gesellschaft existiert. Es passiert tagtäglich in der Mitte unserer Gesellschaft! Und da Lehrer*innen eine besondere Verantwortung tragen sollten diese Themen während der Ausbildung obligatorisch behandelt werden. Es ist nicht nur wichtig fachlich gut ausgebildet zu sein,

...sondern auch eine Haltung an den Tag zu legen welche nicht im Widerspruch zu demokratischen und pädagogischen Werten stehen.

Gerade in diesen Zeiten brauchen wir an Schulen Lehrer*innen die für eine gleichberechtigte, solidarische und vielfältige Gesellschaft kämpfen und diese Werte auch an ihre Schüler*innen weitergeben! ✌🏾

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