Peter Helm 🇩🇪 🇺🇦 Profile picture
Dipl.-Ing., TUM, CTO. Private views on renewable energy, heat pump, BEV and other topics.

Apr 1, 2023, 19 tweets

Ich habe meine neue #Wärmepumpe analysiert und mit meiner vorherigen #Gas Brennwerttherme verglichen.
Alle Wärmepumpen Werte wurden durch externe Stromzähler und Wärmezähler abgeglichen. Insofern sind meine Werte recht verlässlich.
Ein längerer lohnenswerter Thread!

Die WP ist seit Anfang Oktober 22 in Betrieb und seit Ende Dezember habe ich die richtigen Einstellungen gefunden und will euch den Vergleich deshalb von Jan.- bis März zeigen.
Das alleinstehende Haus hat 220m2, Bj. 1993 thermisch unrenoviert.

Bis Oktober 22 verrichtete eine 7 Jahre alte @Viessmann Vitodens 222.F 26kW ihren Dienst zuverlässig. Ersetz wurde die durch eine @daikin_jp Altherma 3 H MT F mit 230 Liter WW Speicher. Heizung ist und war mit 100% FBH. Also ideal für eine Brennwerttherme und Wärempumpe.

Der Gasverbrauch betrug pro Jahr zwischen 21.000-25.000 kWh (5 Personenhaushalt).
Ich habe die lokale mittlere Durchschnittstemp. der Jahre 19-21 gebildet und durch eine damals aufgenommen Gasheizungskennline den Monatsverbrauch berechnet, mit 22.939 kWh passt der ziemlich gut.

Die WP habe ich dank Monoblockbauweise gut selber montieren können, lediglich Mauerdurchbrüche, Kabel- und Wasserrohre verlegen, isolieren und an das Heizungssystem anschließen. Rohrpressen gibt es im Verleih und für 280€ machte ein Daikin Techniker eine Inbetriebnahme.

Dazu E-Anschluß am Schaltkasten durch einen Elektriker. Gekostet hat mich das in Summe 15.000€-4.200€ Förderung, also 10.800€. War aber auch einiges an Arbeit, hat aber mir viel Spass gemacht und wieder viel gelernt. Die Brennwerttherme könnte ich noch verkaufen.

Bei einer WP ist es wichtig, dass der Verdichter möglichst durchläuft, durch den großen Modulationsreich (600W-2.700W LA) ist das mit der richtigen Einstellung möglich. Vom 1.2.- 1.4. lief der Verdichter zu 98%! Dadurch habe ich einen COP von 4,1 in dieser Zeit geschafft!

Von Okt- bis Dez. hatte ich nur einen COP von 3,5. Mit 485gCO2/kWh im Strommix habe ich gegenüber Gas mehr als die Hälfte an CO2 eingespart!
2.075kg zu 4.377kg! Also 2,3 Tonnen CO2 in 6 Monaten Heizperiode!
An Kosten (12ct Gas, 40ct Strom) habe ich bisher 329€ eingespart.

Die Anfangsprobleme kosteten mich etwas!
Dadurch das ich WW im Sommer viel mit Überschuss PV machen kann, erwarte ich eine Gesamteinsparung von 750€/Jahr. Ich werde berichten!
Die Durchschnittstemperatur bislang liegt 0,12°C (K) über dem Bezug zum Gasverbrauch.

Auch bei -9°C, kälter wurde es nicht, musste der Heizstab nicht verwendet werden. Durch Fehleinstellung lief der Heizstab im Oktober und vermasselte den COP. Die WP ist sehr leise und einigermaßen ansehnlich. Ich bin mehr als zufrieden und der höhere COP als erwartet ist Top!

Eine Anmerkung: Die ext. Wärmezähler messen ja nur das Heizungswasser. Die WW Aufbereitung ist aussen vor. Deshalb habe ich die Werte, die die WP gesamt angibt genommen und mit dem Korrekturfaktor 7,8% nach unten korrigiert, in der Annahme das der Anzeigenfehler auch für WW gilt.

Das ist zwar nicht 100% exakt, aber besser nicht machbar und für die Betrachtung vernachlässigbar. Falls es nicht klar war, die WP macht auch das WW, so wie die Gastherme vorher ja auch.
Die Verbrauchsangaben für Strom weichen ebenfalls um 7,3% ab und habe ich berücksichtigt.

Dann noch etwas: Der Gasbedarf für WW ist leider nur abgeschätzt, da ich da keine Messdaten hatte. Das werde ich im Sommer nochmal nachholen und die noch einsatzfähige Gasheizung anwerfen, um die Werte zu ermitteln. Ende Oktober werde ich das ganze Jahr dann präsentieren können!

Nachtrag. Die Auslegung habe ich selber gemacht und ich war durchaus nervös, weil man eine WP nicht zu groß auslegen darf, da sie ansonsten nicht durchlaufen kann was Lebensdauer und Effizienz kostet, damit hatte ich aber Angst, dass der Heistab zu oft einsetzen muss.

Nachtrag 2: Der Mehrverbauch im Oktober war dadurch begründet, dass ich die VLT Kennlinie bei 10°C auf 22°C setzte, dass war zu niedrig und der Heizstab wurde deshalb automatisch verwendet. Mit 25°C bei 10° ist alles i.O. (und 37°C VLT bei -20°C).

Auch in einem zu lesen:

Weil einige Fragen dazu waren, ja selbst mit reinem Kohlestrom für die WP wird voraussichtlich weniger CO2 emittiert als mit der Brennwertgastherme (Ich habe jedoch einen Ökostromtarif).

Schnelle Rechnung dazu: 4.500kWh Strom und bisher 23.000kWh Gas.

4.500kWh*900gCO2/kWh=4.050kg CO2/Jahr < 23.000*220gCO2/kWh= 5.060kg CO2 mit der Gastherme.
Erst ab 5.700kWh Jahresverbrauch an reinem Kohlestrom wendet sich das Blatt.

Hier nun ein Update:

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