Die soziale Mobilität in Deutschland ist mit am geringsten unter Industrieländern. Kinder aus einkommensschwachen Familien brauchen im Schnitt sechs Generationen um ein mittleres Einkommen zu erzielen.
Wichtiger Artikel @stefaniediemand #Chancengleichheit faz.net/aktuell/wirtsc…
Einer der wichtigsten Gründe für die geringe soziale Mobilität in Deutschland ist die fehlende #Chancengleichheit im Bildungssystem: 74 % der Akademikerkinder gehen zur Uni, nur 21 % der Nicht-Akademikerkinder.
Hier die Grafik: es dauert im Schnitt 6 Generationen in Deutschland für ein Kind aus einer einkommensarmen Familie um ein mittleres Einkommen zu erzielen. In vielen vergleichbaren Ländern sind es 2 oder 3 Generationen. #Chancengleichheit
„Nicht jede/r muss an der Uni studieren.“ — Das ist die Reaktion vieler, wenn man sie auf die geringe soziale Mobilität in Deutschland hinweist. Ein Kernproblem dessen ist die fehlende #Chancengleichheit, d.h. dass Menschen eben nicht die gleiche Freiheit über ihr Leben haben.
Studieren lohnt sich, zumindest/auch finanziell.
Akademiker*innen haben im Schnitt ein 57% (oder €1,03 Mio.) höheres Lebenseinkommen als Nicht-Akademiker*innen — und arbeiten zudem deutlich weniger Jahre dafür.
1. Die soziale Mobilität in Bezug auf Einkommen hat nach manchen Maßen in Deutschland abgenommen. Vor allem für Menschen mit geringen Einkommen sind die Aufstiegschancen schlechter geworden
2.Die Einkommen von Kindern (Söhnen) in Deutschland ist stärker mit dem Einkommen der Väter korreliert als selbst in den USA, wo soziale Leistungen deutlich geringer sind und Bildung für viele teuer ist.
3. Im intern‘l Vergleich gibt Deutschland noch immer relativ wenig für frühkindliche #Bildung aus (Vorsicht: dies sind nicht die neuesten Zahlen für Deutschland).
Vieles hat sich in den vergangenen Jahren diesbezüglich stark verbessert, aber noch viel bleibt zu tun. #Kita@OECD
• • •
Missing some Tweet in this thread? You can try to
force a refresh
Die aktuelle Debatte um eine Aufweichung des #Kündigungsschutz ist eine Phantomdiskussion. Sie lenkt von den eigentlichen Ursachen der wirtschaftlichen Schwäche Deutschlands ab und macht Beschäftigte zu Sündenböcken für Probleme, die sie nicht verursacht haben.
Kurzer 🧵
Der Verlust an #Wettbewerbsfähigkeit und das schwache Produktivitätswachstum der letzten 20 Jahre gehen nicht auf einen zu starren Arbeitsmarkt zurück, sondern auf zu wenig #Innovation, fehlenden Mut zu Veränderung und v.a. viel zu geringe #Investitionen deutscher Unternehmen.
Im internationalen Vergleich liegt Deutschland beim Kündigungsschutz ohnehin im Mittelfeld – er ist kein Ausreißer und kein strukturelles Hindernis. Sicherlich gibt es Verbesserungsmöglichkeiten, etwa bei der Vereinfachung von Verfahren.
Meine Einschätzung zu den geplanten Maßnahmen der Bundesregierung:
Die bislang angekündigten Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung bei den Energiepreisen greifen zu kurz und sind in Teilen sogar kontraproduktiv.
🧵
Die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel birgt die Gefahr, dass ein erheblicher Teil der Entlastung nicht bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt, sondern auf den Konten der Mineralölkonzerne landet.
Gleichzeitig setzt sie falsche Anreize, da sie den notwendigen Rückgang des Energieverbrauchs im Straßenverkehr nicht unterstützt und damit den Preisdruck an anderer Stelle eher verstärken kann.
Der Bundeskanzler will mehr als 700.000 integrierte Syrer zurück in ihr Herkunftsland schicken. Deutschland braucht diese Menschen – für den Arbeitsmarkt, die Sozialkassen und gegen den demographischen Wandel.
Über 266.000 Syrer sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt, viele in Pflege und Gesundheitswesen. Das Beschäftigungswachstum in Deutschland hängt an Menschen mit Migrationshintergrund. Eine Massenrückkehr würde den Fachkräftemangel massiv verschärfen.
Syrien ist weder sicher noch stabil. 16,5 Mio. Menschen brauchen humanitäre Hilfe. Das Land zählt zu den globalen Hunger-Hotspots 2026. Wer unter diesen Bedingungen Rückkehr forciert, riskiert neue Fluchtbewegungen und verschärft die Krise.
Meine Einschätzung zur #Abschiebeoffensive der CSU:
Die geplante Abschiebeoffensive der CSU wäre ein schwerer Fehler mit enormen wirtschaftlichen Kosten für Deutschland und wäre zudem ein Bruch mit dem deutschen Asylrecht.
Ein 🧵: 1/n
Die Integration der seit 2015 nach Deutschland Geflüchteten ist im Großen und Ganzen eine Erfolgsgeschichte, mit einem höher als erwarteten Anteil der Geflüchteten, die heute in Beschäftigung sind.
Vor allem die Beschäftigungsquote unter syrischen Männern liegt mit über 80 % auf einem ähnlichen Niveau wie unter deutschen Männern. Die geplante Abschiebeoffensive würde den Mangel an Arbeitskräften in Deutschland massiv verschärfen und könnte …
Härtere Sanktionen, Leistungsentzug, weniger Vermögensschutz: Die neue #Grundsicherung wird die Hoffnungen enttäuschen. Es drohen mehr Arbeitslose und höhere Kosten. #Bürgergeld
Die Reform vom #Bürgergeld zur #Grundsicherung soll Beschäftigung fördern, Kosten senken und Gerechtigkeit stärken. Doch die Maßnahmen – Sanktionen, Schonvermögen, Wohnungswechsel – zeigen nur begrenztes Potenzial und sind langfristig kaum wirksam.
Sanktionen sollen Anreize für Arbeitsaufnahme setzen. Studien zeigen: Sie wirken kurzfristig, führen aber häufig nur zu befristeten Jobs. Viele Betroffene kehren später wieder in die Grundsicherung zurück.
Die Debatte über die Wiedereinführung der #Wehrpflicht ist ein durchschaubares Ablenkungsmanöver – sie lenkt von dem politischen Versagen der Entscheidungsträger der Babyboomer-Generation in den letzten drei Jahrzehnten ab.
Ein 🧵
Die mangelnde #Verteidigungsfähigkeit Deutschlands liegt nicht an einer zu geringen Zahl von Soldaten. Sie ist vielmehr das Ergebnis eines politischen Versagens: Die #Babyboomer-Generation hat die sogenannte #Friedensdividende für ihren wirtschaftlichen Wohlstand genutzt, …
… anstatt in Sicherheit und Verteidigung zu investieren – und versucht nun, die #Verantwortung auf die junge Generation abzuwälzen.