Zu der von dir, @herr_ole, angestoßenen #opendata-Debatte, mal ein paar lose Gedanken. (cc @_stk @gemuellert @dvidwgner)
Es ist nämlich meiner Meinung nach viel komplizierter, aber auch auch viel einfacher (🤔) - zumindest für #Komunen . Also (Thread) ....
Die #opendata-Idee ist: Daten, die die Verwaltung für eigene Zwecke oder durch eigens Tun erhebt, sollen anderen offen (die Grundsätze sind euch bekannt) zur Verfügung gestellt werden. Offene Daten sind also quasi ein Abfallprodukt.
Aus Sicht potenzieller Nutzender sind diese Daten oft Abfall, weil Struktur, Formate, Umfang, Aktualität und Art der Bereitstellung unbefriedigend sind. Interne und externe Ansprüche weichen also voneinander ab, was ein großes Problem ist.
Nun können Anforderungen Externer die interne Sicht schärfen, sodass zum gegenseitigen Nutzen Datenqualitäten angepasst werden. Ein Vorteil von #opendata liegt im Dialog über Daten, worauf man allerdings Lust haben muss. Viele scheuen allerdings den Aufwand (Problem).
Wenn Software angepasst werden muss (Datenerfassung optimieren, Datenstruktur verbessern, Schnittstelle einbauen - ggf. Echtzeitdaten ermöglichen), wird es schwerfällig und lässt sich oft von einer interessierten Kommune nicht lösen (übergreifender Ansatz {Gesetz?} notwendig).
Unabhängig davon ist das Abfallprodukt (positiv gemeint) in Kommunen oftmals uninteressant für eine Nachnutzung (z.B. App/Visualisierung/kommerzielle oder zivilgesellschaftliche Nutzung). Man spricht von Datenfriedhöfen. Das demotiviert.
Sollte aber nicht! Die Bereitstellung von #opendata ist ja erst einmal "ziellos" und "zielgruppenunspezifisch", aber ein Wert an sich, da sie ein Potential für eine Nutzung schafft.
Der Beweis über den Nutzung ist schwer zu führen, da niemand die Nutzung anzeigen muss. Die Frage nach dem "Erfolg" eines #opendata-Portals oder nach dessen Zugriffszahlen ist insofern müßig (will nicht sagen schwachsinnig).
Die anfangs herbeigesehnten Killerapplikationen sind weitestgehend ausgeblieben, die #opendata-basierten Startups lassen auf sich warten, und auch andere Erwartungen sind bisher teilweise enttäuscht worden (wie auch bei diesen Daten und dem Inselstatus der Vorreiter?).
Aber es gibt halt auch Datennutzungen, sei es von Journalist:innen (#ddj), an Unis, in Schulen (#datenmachenschule), in den @codeforde-Labs, von Privaten, Zivilgesellschaft, Politik etc. Hieraus entstehen neue Ideen und auch Datenwünsche. Das System lebt durchaus.
Klar, das ist zumeist niederschweflig, aber nicht nutzlos und schon gar nicht abzuwerten. Die großen Wünsche nach einer nachhaltigen Optimierung der Software in #Verwaltungen, nach Echtzeitdaten, vielen heute noch nicht zur Verfügung gestellten Daten und Qualitäten sind unerfüllt
Aber blicke ich mal zurück, was z.B. bei uns in #Moers aus dem popeligen #opendata-Start in 2013 inzwischen entstanden ist, behaupte ich mal, hat sich der Schritt damals wirklich gelohnt.
1. Es ist eine Community (klein, aber fein und über #Moers hinaus) entstanden.
2. Diese Community ist im guten Austausch mit der Verwaltung.
3. Es wurde @CodeForNRN gegründet.
4. Jetzt kommt ein @jugendhackt-Labor dazu.
5. Ein Hackerspace wurde gegründet.
6. Der jährliche Hackday im Rathaus (ODDMO) zieht spannende Menschen aus nah und fern und ist eine Plattform für einen spannenden Austausch und bietet viel Wissenstransfer.
7. Es gibt jetzt einen @lambdadigamma (😊) und u.a. seine tolle App moers.app
8. Es gab ein tolles #opendata-Projekt mit #Schulen: datenmachenschule.de (das hoffentlich bald fortgesetzt wird).
9. Es gibt inzwischen eine Einbindung der Ideen von @jugendhackt in die Arbeit des Kinder- und Jugendbüros.
10. #Opendata hat das Tor zu anderen Welten geöffnet: #LoRaWAN, #CivicTech, @luftdaten, @SenseBox_De, @OSM_Deutschland und so weiter und so fort.
11. Es wurde der Blick auf die eigenen Daten geschärft und erweitert sowie die Kultur der Offenheit gestärkt.
12. Die interne Datennutzung wurde ausgebaut. Dabei wurden bisher völlig ungenutzte Daten insbesondere in strategische Planungen integriert (z.B. strategische Sozialplanung).
Mal so auf die Schnelle zusammengepinnt.
Voraussetzung: Rückhalt der Verwaltungsspitze (damals noch ohne mich) und das Engagement einzelner Akteure (Auszug): @tursics @the_infinity @MarianSteinbach @lambdadigamma @greveler @TalkToNa @elmarburke @tom_nolte
@nowanda1 @mariosorg @GrossMarc @Hamburg67 @BernothS
Diese kleine Auswahl soll niemanden ausschließen, die/der auch dabei war und einen Anteil hatte (gerne den Thread mit "Ich war auch dabei" kommentieren - irgendwann machen wir mal eine große Party 😊).
Dieser Thread beleuchtet sicher nur einen kleinen Teil des ganzen Themas, musste aber mal einfach raus. Ich empfehle @herr_ole, das Ding 10 Jahre abzuspeichern und dann noch einmal zu posten. Es wird sicher nötig sein ... 😱😂

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