Ein #Thread über die #Klimakrise und den Journalismus in den deutschsprachigen Ländern.
Wenn man in einigen Jahren analysieren wird, warum uns viele andere Länder bei den Erneuerbaren überholt haben, während bei uns - befeuert durch Rechts und Dumm - das Elend bewahrende
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Kräfte besonders klimaschädliche Heizmethoden (Holz, Pellets, Fossile) verzweifelt verteidigt haben, wird man auf die Medien in den DACH-Ländern blicken müssen.
Womöglich auch durch die Renaissance rechter Parteien getriggert, bewerten deutschsprachige JournalistInnen die
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Klimakrise vor allem durch die untaugliche Brille WAS MACHT ES MIT DOITSCHLAND und MACHT DIE KLIMAKRISE UNSEREN URLAUB KAPUTT. Auch wenn die meisten Medien die Methoden der @bild ablehnen, kopieren sie dennoch genau deren rassistische und kolonialistische sowie teutozentrische
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Sicht auf die Welt. Im Ergebnis wird dadurch vor allem über Ereignisse berichtet, die absolut nichts mit der Klimakrise zu tun haben. Dazu gehören insbesondere Waldbrände, die es diesen Sommer ohne Menschen in keiner Form gäbe. Die Dürre bei uns ist aussergewöhnlich, aber
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es gibt noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass diese bei uns klimawandelkonnotiert ist. Die Wetterlage bei uns hat gerade nichts mit den angeblich müde seienden Jetstream zu tun, im Gegenteil: Der Jet ist den ganzen Sommer über sehr stark, aber eben
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so weit nördlich, dass der Subtropenjet weiten Teilen des Mittelmeers einen überdurchschnittlich nassen Sommer beschert. Die desinformierende Obsession deutschsprachiger JournalistInnen mit Waldbränden als Klimamarker geht so weit, dass auch Waldbrände in sommertrockenen
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Gebieten wie Griechenland mit dem Klimawandel in Zusammenhang gebracht werden, obwohl es dort jeden Sommer praktisch trocken ist - deswegen gibt es seit Jahrzehnten so viele Deutsche dort in dieser Jahreszeit.
Waldbrände klicken gut, es ist alles, was hierzulande zählt.
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Reale und lebensbedrohliche Folgen der Klimakrise werden dagegen weitgehend ignoriert. Die betroffenen Menschen haben eine falsche Farbe ("irgendwas ist bei denen immer", versteht ja kein Mensch und Tourismus gibt es dort auch keinen
Rassismus in deutschsprachigen Medienhäusern, der einem Waldbrand irgendeine Bedeutung zumisst ausserhalb der Tatsache, dass jemand eine Brandstiftung begangen hat, wird ernsthafte Folgen haben, weil eine wärmere Welt auch bei uns eine nassere Welt sein wird. Wir werden eher
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Probleme mit zu viel (Ahrflut 2.0) als zu wenig Wasser bekommen und die systematische Desinformation mit Waldbränden als zentrale Bebilderung der Klimakrise wird das Desinteresse am Thema noch verstärken, wenn es nichts mehr zu zeigen gibt in einem übernassen Sommer.
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So ist die Kommunikation von @regendelfin realistischer, was die Zukunft in der neuen Klimawelt betrifft. Es ist natürlich völliger Blödsinn, dass es das noch nie gab, aber es wird in einer wärmeren und wasserdampfreicheren Welt solche Dinge häufiger
geben als heute. Wenn man Berichterstattung über die Klimakrise ausserhalb der hier regierenden Prämisse UND WAS IST MIT DOITSCHEN? erleben will, kann zum Beispiel aktuell im @TheEconomist lesen, was wichtig ist. Weniger fröhlicher Optimismus als hierzulande, es doch noch
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irgendwie wuppen zu können (zu dem es auch in der Tat keinen Grund gibt), dafür Konzentration auf das, was sicher ist: dass es immer wärmer wird und die Folgen für die Welt.
Auszüge hier angehängt.
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Auch einheimische Klimaforscher (nur die Männer) benutzen gerne die deutsche Urangst vor dem Foier (die allerdings nicht in Kraft tritt, wenn zuhause Wald in Schwedenöfen und Feuerschalen verbrannt werden soll). Waldbrände sind zur Zeit das dümmste und ablenkendste Symbol
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für die #Klimakrise. Sie klicken gut, mehr nicht. Man muss nichts dazuerfinden, es ist alles schlimm genug und die Erwärmung an sich ist gefährlich genug. Desinformation ist nicht entschuldbar, nur weil Sylt&Usedom noch kein Problem haben.
Get your shit together, German media
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mehr auch energiefressende Entsalzungsanlagen geplant werden und überlegt wird, wie man all den Strom erzeugen will, ohne die Landschaft völlig zu versauen, der Tourismus ist ja sehr sensibel und mag es ursprünglich.
Mit Bildern von Touristen, die plötzlich gerne zurückflögen
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nach einer Brandstiftung auf der Insel (die mangels Regen jeden Sommer erfolgreich wäre, schon immer), heucheln die Tourismusnationenmedien von Klimakrise, statt den Übertourismus zu thematisieren. Aber Sonnenbrandmenschen vor Feuer klickt einfach geil und wenn man die
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Wasser auf die Mühlen der KlimawandelleugnerInnen, indem man den unwissenschaftlichen Schwachsinn verbreitet, dass die Temperaturen der Erdoberfläche (mit Satellit messbar) mit der Lufttemperatur (nicht mit der Satellit messbar) zu vergleichen wären. Alles für Klicks, ekelhaft.
Ich verstehe nicht, wie man die Awareness für das Thema auf lange Strecke erhöht, indem man unwissenschaftlichen Schwachsinn absuppt, nur weil er sich dramatisch anhört.
Die Realität der #Klimakrise wäre dramatisch genug, das Zuerfinden für Aufmerksamkeit hilft der Sache nicht.
Es gibt im Moment kein Modell, das 48 Grad für Sizilien vorhersagen würde, auch wenn der Wert nicht ganz auszuschliessen ist. Was passieren wird: Die lustigen Satellitenmenschen werden in der Tat messen, dass die Erdoberfläche so heiss wird. Kennen alle vom Asphalt im Schwimmbad.
Die spannende Frage bezüglich der Brände in Québec, die später die Rauchbilder in New York produziert haben: Warum sind die Brandstifter an einem klaren Tag fast gleichzeitig ans Werk?
Um 16.40 Dortzeit gab es mehr als ein Dutzend Brände, die alle
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Wenn man in 5-Minuten-Schritten in die Vergangenheit geht, sieht man, dass die ersten Brände nach 11 Uhr losgingen kachelmannwetter.com/de/sat/d8d9454… und es danach
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innerhalb einer Stunde an mehr als zehn Orten brannte. Mangels Gewittern kann die Ursache nur Brandstiftung sein. Möglicherweise haben die Brandstifter den Tag gewählt, weil Gewitter in der Vorhersage waren und es später auch welche gab, wenn ich nur im Süden von Québec:
Die Stadt @LH_Potsdam möchte gerne alte Menschen vom Leben in den Tod befördern, indem diese angerufen werden und Dinge erzählt bekommen, die sie halbtot machen und Schlimmeres.
"Guten Tag, wir brauche möglichst schnell Ihre Wohnung. Es ist heiss, darum schliessen Sie die Fenster, damit Sie durch mehr als 1500-2000 ug CO2 schon mal etwas dämmrig werden. Der Temperatur- und vor allem der
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Luftfeuchtigkeitsanstieg erledigen dann den Rest. Wenn die Wände nass werden, haben Sie es bald hinter sich. Danke, dass Sie im Kampf gegen die Wohnungsnot mitarbeiten."
Zynische VerbrecherInnen, die zum Fensterschliessen aufrufen.
In bildungsfernen Ländern, in denen bei Medienarbeitenden eine Ausbildung in Physik eine Rarität ist und das Primat des
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"Dumm klickt gut" wichtiger ist als jeder ernsthafte Wille, die Klimakrise zu erklären, werden weiterhin routinemässig Waldbrände gezeigt, die sich am schlechtesten als Zuordnung eignen (Dürrezusammenhänge nicht gut belegt, Ursache Brandstiftung), Temperaturen erfunden, die
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Diese reale Gefahr der Klimakrise interessiert leider weniger, klickt nicht so gut, weil kompliziert. Und ist ja auch weit weg. Dann lieber 54 Grad in
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Thailand erfinden oder bei durch Brandstiftung entstandenen Waldbränden so tun, als ob sie irgendwie einfach so "ausgebrochen" wäre.
Wenn weniger gelogen würde, nur weils besser schaudert und klickt, und mehr erklärt würde, was #Klimakrise in anderen Gegenden der Welt
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