➡️ Der Marktwertverfall für Solarstrom
➡️Zunehmende Preisspreads
➡️ Kostenverfall bei Batterien, getrieben durch Technologieentwicklung und Massenproduktion
➡️ Engpässe bei Netzanschlüssen 2/
Pfingsten 2023 hat uns die baldige Zukunft für die Strompreise an sonnigen Tagen offenbart: Bei Sonnenschein sind die Strompreise negativ.*
Dabei sind in Deutschland gerade etwas über 70 GW PV installiert. 2030 sollen es mindestens 215 GW sein.
*Siehe Grafik, rechte Spalte 3/
Die PV-Anlagenbetreiber, die sich gegen niedrige oder sogar negative Strompreise absichern wollen, werden sich einen Speicher zulegen, insb. dann, wenn der Netzanschluss begrenzt ist.
Damit kann tagsüber eingespeichert und in den Abend- und Nachtstunden ausgespeichert werden. 4/
Die Preisspreads, die zwischen den Tageszeiten auftreten, machen die Großspeicher bereits wirtschaftlich interessant - zumal diese noch eine Reihe von Systemdienstleistungen vermarkten.
Diese werden aktuell u.a. von ECO STOR und Fluence gebaut. 5/
Die Frage, die sich viele PV-Investoren stellen, ist nicht, ob sie Speicher kaufen, sondern wann.
Manche gießen bei einem Bau von Solarparks schon die Fundamente.
Andere wie die EnBW planen bereits Speicher generell ein. 6/
Speicher können Engpässe bei Netzanschlüssen verringern.
Mit Speichern wäre mehr Erzeugungsleistung am Netzanschlusspunkt möglich.
Die Erzeugung oberhalb der Anschlussleistung könnte zwischengespeichert werden. 8/
Batterien werden in den nächsten Jahren in großem Tempo zugebaut werden.
Solarstrom wird auch nachts zur Verfügung stehen.
Natürlich werden auch Windparkbetreiber und Direktvermarkter auf dann vorhandene Speicher zugreifen. 9/
Die Folgen der PV-Speicherrevolution werden disruptiv sein.
2030 sollen 215 GW PV in Deutschland installiert sein.
Auch nachts wird Solarstrom – aus Batterien – ins Netz eingespeist werden.
Dann stehen Kohle- Erdgas und Biogaskraftwerke still. 10/
=> Braunkohlekraftwerke werden nur noch im Winter laufen können und auch nur dann, wenn nicht viel Wind weht.
Braunkohlekraftwerke sind mit dem Braunkohletagebau verbunden.
Es wird kaum möglich sein, den Tagebau im Sommerhalbjahr still zu legen
=> Braunkohleausstieg
11/
=> Gaskraftwerke werden im Sommerhalbjahr kaum laufen. Es wird also eine Menge Gas eingespart.
Ein Teil des eingesparten Gases kann dann im Winterhalbjahr während Dunkelflauten für Back-up in Turbinen, Motoren, Brennstoffzellen genutzt werden. 12/
=> Batteriespeicher werden in Dunkelflauten eine wichtige Rolle spielen. Wie heute bereits Pumpspeicherkraftwerke können Batterien Lastspitzen reduzieren. Die Speicher speisen zu Zeiten besonders hoher Residuallast wieder ein, wenn die Preise besonders hoch sind. 13/
Die Grafik 👇 zeigt die Einspeisung aus Pumpspeichern (blaue Farbe, KW2, 2024)
Mit der Abtragung der Residuallast-Peaks verringert sich auch der Bedarf an Stromerzeugung mit Turbinen und Motoren.
Eingespeichert wird dann zu Zeiten relativ niedriger Residuallast. 14/
Eine Studie von Frontier Economics vom Dezember 2023 zeigt auf, dass Batteriespeicher den Kraftwerksbedarf um neun Gigawatt senken können. 15/ frontier-economics.com/media/jmxlrpul…
Wenn im Sommerhalbjahr und zu Zeiten hohen Windangebotes keine Kraftwerke mehr laufen, fallen die rotierenden Massen der Kraftwerke für die Erbringung von Systemdienstleistungen weg. Diese Systemdienstleistungen müssen dann zumindest teilweise von Speichern übernommen werden.16/n
Die Primärregelleistung wird bereits von Speichern erbracht, die Sekundärregeleistung steht jetzt gerade an.
Auch die nicht-Frequenz-gebundenen Systemdienstleistungen müssen zumindest teilweise von Speichern erbracht werden, um ein Kraftwerke-Must-Run zu verhindern. 17/
Daher ist es wichtig, dass die großen Systemspeicher an den besonders leistungsfähigen Netzknotenpunkten sehr schnell kommen und mehrfachen Systemnutzen erbringen. Von diesen Speichern sind bereits einige gebaut, noch mehr im Bau und eine Vielzahl in Planung. 18/
In den BMWK-Langfristszenarien kommen Speicher kaum vor. Modellierer tun sich schwer, durch die Brille von Marktakteuren zu schauen.
Das führt wiederholt zu realitätsfernen Annahmen.
So spielte vor Jahren die PV in Modellierungen keine Rolle, weil sie damals noch teuer war. 19/
Leider sind viele geplante Großsspeicher noch nicht im Markstammdatenregister eingetragen. Daher sind die Zusammenstellungen - siehe Links - auch nicht vollständig. 20/
Noch ein Hinweis für Trolle, die gerne vom Thema ablenken:
Wer darauf hinweisen willen, dass Batteriespeicher nicht ausreichen, um über eine Dunkelflaute zu kommen, hätte früher auch gepostet, dass Autos nicht viel taugen, da sie weder Schwimmen noch Fliegen können. 21/
@ChrisStoecker Fun fact: Die Erdgaswirtschaft setzt sich seit Jahren lautstark für Wasserstoff ein, kneift aber immer, wenn es darauf ankommt.
Zuerst bei der Taxonomie, als sie sich gegen die Beimischungspflicht von Wasserstoff bei Erdgaskraftwerken aussprach und jetzt auch beim GEG. 1/
Nachdem der Kommissionsentwurf der Taxonomie eine Beimischungspflicht für H2 enthielt, wurde dieser Passus von der Erdgaslobby weglobbiert. Argument war: Es gäbe ja bis auf weiteres nicht genügend H2, um diesen beimischen zu können.
Die Bundesregierung inkl. BMF schloss sich der Argumentation der Erdgaslobby an und sorgte in Brüssel dafür, dass die Beimischungspflicht aus der Taxonomie gestrichen wurde. Es gäbe ja nicht genügend Wasserstoff... 3/
Noch spielen Speicher in den Langfristszenarien eine winzige Nebenrolle.
Bei der Regulierung wird der Speicherausbau eher gebremst als unterstützt.
Die Chancen wurden bislang noch nicht erkannt. Der PV-ThinkTank will dies mit seinem Papier ändern. pv-thinktank.de 2/n
Pfingsten 2023 hat uns die baldige Zukunft für die Strompreise an sonnigen Tagen offenbart:
Wenn die Sonne scheint, werden die Strompreise negativ.
Dabei sind in Deutschland gerade etwas über 70 GW PV installiert. 2030 sollen es mindestens 215 GW sein.
Eine der schnellsten und einfachsten Maßnahmen, um #Erdgas(!) zu sparen, wäre die Einführung eines #Tempolimit/s. Neben Erdöl würde durch ein Tempolimit auch Erdgas eingespart. Erdgas wird in großen Mengen für die Produktion von Benzin u. Diesel sowie für Adblue eingesetzt. Ein🧵
„Erdgas wird in Raffinerien unter anderem für die Herstellung von Wasserstoff benötigt, der für die Produktion von schwefelarmem Dieselkraftstoff und Heizöl unverzichtbar ist. Auch wird es in einigen Raffinerien für den Betrieb von Prozessöfen gebraucht.“ en2x.de/2022/07/12/raf…
In Dieselfahrzeugen wird in großem Umfang #Adblue verbraucht. Adblue wird aus Harnstoff gewonnen, #Harnstoff vor allem aus #Ammoniak; Ammoniak wiederum aus #Wasserstoff und Wasserstoff vor allem aus #Erdgas. 3/
Thread: (vorläufige) April-Auswertung einiger #COVID__19 Todesfallzahlen (Quelle*) [vgl. Zahlen in Klammern auf Einwohnerzahl Deutschlands hochgerechnet]
Deutschland: 5845
Taiwan 1 [4]
Südkorea 86 [138]
Neuseeland 18 [352]
Schweden 2406 [19341]
UK 24346 [30423]
US 57629 [14586]
Folgend - nur um ein Gespür für die Größenordnungen zu bekommen - einige Hochrechnungen für 2020 unter der Annahme**, dass die restlichen 8 Monate Durchschnittswerte wie der April aufweisen würden:
Deutschland: 53.400
Taiwan: 14
Südkorea: 936
USA 524.000
Schweden: 21.800
* Quellen: Todesfallzahlen: John-Hopkins-University; Einwohnerzahlen der Länder: Wikipedia
** Die Annahme geht nicht davon aus, dass das jeweils so eintreffen wird. Dafür gibt es viel zu viele Parameter. Sie sagt nur aus, was passieren würde, wenn sich die Parameter ausgleichen.