Marco Fechner Profile picture
Holen wir uns die Zukunft zurück! Stellv. Vorsitzender @bea_pankow, Bezirksschulbeirat Pankow. RT ≠ Zustimmung. Hier Privatmeinung. #DasAndereOstdeutschland
19 Apr
Eine kleine Bestandsaufnahme, aber auch hier eine Perspektive. Ein Thread.

Mit das Schrecklichste am Umgang der @SenBJF mit dieser Coronakrise im Bildungssystem ist wirklich das Fehlen jeden Gespürs für brauchbare Kommunikation, für die Kollegien in den Schulen und für
die Interessen und Notwendigkeiten bei Eltern und Schüler*innen.

Weisungen werden vorab nicht mit den Praktiker*innen, mit Eltern und Schüler*innen besprochen, sie kommen grundsätzlich viel zu spät (die jüngste Rechtsverordnung mit Gültigkeit ab heute kam gestern Abend), es
gibt keine Erklärungen für Widersprüchlichkeiten, weder intern, noch in der öffentlichen Kommunikation (wozu hat die Sen eigentlich einen Socialmedia-Account, wenn sie diesen fast nur als Verkündungsorgan nutzt?) es gibt keine Offenheit für kritische Anmerkungen und Fragen und
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15 Apr
Liebe @SenBJF, ich hab die letzten Stunden damit verbracht, mir Ihr Schreiben zu den Testungen ab kommender Woche (berlin.de/sen/bjf/corona…) durchzulesen und das mit der schulischen und familiären Realität abzugleichen...

Ich habe ein paar Fragen.... 1/x
Sie schreiben auf Seite 1, dass die Schüler*innen sich "im Klassenraum, oder [...] anderen Räumlichkeiten" testen sollen. Die schulischen Realitäten werden die SuS mangels Räumen zu 90% in die Klassenräume bringen. Ihre Senatorin, Frau Scheeres, erklärte Mitte Februar noch, dass
Testungen in Klassenräumen das Infektionsrisiko erhöhen (in Testzentren wird bewusst einzeln getestet...).

(rbb24.de/politik/thema/…).

Wie kommt es zu dieser veränderten Lagebeurteilung insbesondere angesichts gestiegener Infektionszahlen seit Februar?
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13 Apr
Mein Favorit ist ja immer noch diese Weisung der @SenBJF...:

Wir testen verpflichtend. Also wir "sollen" testen. Vermutlich, wenn unbestimmte Gegebenheiten vorliegen. Bis zu zwei Mal pro Woche. Vielleicht aber auch nur einmal. Aber auf jedenfall wenn möglich verpflichtend. 1/6 Image
Und auf keinen Fall definieren wir, wie damit umzugehen ist, wenn schulische Akteure die Testteilnahme verweigern und erst recht denken wir nicht über Haftungsfragen und Zuständigkeiten nach. Die Schulen werden das schon irgendwie richten. Wir fangen auch erst eine Woche nach 2/6
Schulstart mit den Testungen an, weil vorher haben wir Vertrauen, dass die Eltern das zu Hause schon machen, in der Woche ab dem 19.04 aber nicht mehr. Das wissen wir jetzt schon. Nur, ob alle Schulen ihre Testkits erhalten haben, wissen wir nicht. Dafür hat jetzt aber jede 3/6
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9 Apr
Ich hab mir mal das Schreiben der @SenBJF von heute zur Schulöffnung ab kommenden Montag genauer angeschaut... Die Entscheidung ist aufgrund der Infektionszahlen und der Intensivbettenauslastung nicht nur in der Sache problematisch, sondern auch handwerklich schlecht und
widerspricht z.T. früheren Weisungslagen und z.T. sogar sich selbst. Von vorne... Hier der Link zum Originalschreiben: berlin.de/sen/bjf/corona….

Nun in Auszügen:
1. Die Rede ist von einer Testpflicht. Weshalb diese aber erst ab 19.04 gilt, während der Unterricht bereits ab 12.04 stattfindet, bleibt das ungelöste Geheimnis der SenBJF.
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8 Apr
Interview mit der Bildungssenatorin in der @Abendschau... Ich platze gleich. Ein kurzer Thrad mit Zitaten:

Scheeres: "Berlin ist in den letzten Monaten sehr vorsichtig vorgegangen".

Die Entwicklung der Zahlen seit Mitte Februar sagt was Anderes

Quelle: berlin.de/corona/lageber…
Scheeres: "Wir haben eine umfangreiche Teststrategie auch auf den Weg gebracht".

Tatsächlich: nicht alle Schulen sind mit Tests versorgt und die Testpflicht greif erst am dem 19.04.21

berlin.de/sen/bjf/corona…

Scheeres: "Wir haben Testangebote für die Lehrkräfte"
Tatsache: Diese sind aber bis dato nicht verpflichtend.

Scheeres: "Wir haben genügend Selbsttests für die Schülerinnen und Schüler."

Tatsächlich: Mag sein, aber nicht vor Ort in allen Schulen.

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8 Apr
Es ist übrigens eine bodenlose Frechheit, was der Berliner Senat seit Monaten insbesondere mit den Siebt- bis Neuntklässlern anstellt.

Erst stellt man sie ohne sachliche Gründe hinter allen anderen Jahrgängen zurück und dann wird bis heute nichts ausreichend Substanzielles
getan, um den Infektionsschutz wirklich zu verbessern, so dass eine sichere Rückkehr dieser Schüler*innen gewährleistet werden kann.

Es bleibt bei nicht gehaltenen Ankündigungen der Senatsverwaltung und nicht umsetzbaren Weisungen an die Schulen. Wie beispielsweise sollen
Schulen alle Schüler*innen vor dem Unterricht testen, ohne dass Klassenräume zu Spreaderevents werden? Wo bleibt die ausreichende Anzahl von Luftfiltern? Ein bis zwei pro Schule sind viel zu wenig. Was ist mit der "Impfkampagne"? Die Senatsverwaltung hat es einfach handwerklich
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6 Apr
"Was würdest Du am Bildungswesen ändern, wenn Du was zu entscheiden hättest"? (Immer nur meckern is ja auch doof). Ein Thread...

Ich habe heute ein paar Wahlprogramme zum Abgeordnetenhaus quergelesen, mir v.A. die Vorschläge zur Bildungspolitik angeschaut und habe ein
Deja vú gehabt:

Viele gute Gedanken, aber keine nötigen Schlüsse. Mir fehlt die konkrete administrative Umsetzung dabei, die über "Evaluation" und "Konzepte schreiben" hinausgeht. Es bleibt mal wieder der Eindruck, dass es immer dann vage wird, wenn es darum geht, dass Geld
gebraucht wird. Ich klammere bewusst pädagogische bzw. didaktische Fragestellungen aus - das ist nicht mein Spielfeld. Das wissen andere eindeutig besser. Ich denke auch, dass es sinnvoll sein könnte, die Schulen mal eine Zeit lang mit neuen Konzeptaufträgen in Ruhe zu lassen,
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6 Apr
Liebe @gruene_berlin, ich hab Fragen zu diesem Teil eures Programmentwurfs:

2.349-2.351 sind Allgemeinplätze. Wie soll das konkret erreicht werden? Bekommen Schulen und Verwaltung mehr Personal?

2.352-2.354: wie soll das gelingen? Diese Entscheidung obliegt den Image
Schulkonferenzen und Schulaufsichten. Sollen hier Anreize geschaffen werden, oder ist eine Schulgesetzänderung beabsichtigt?

2.354 - 2.356: Das ist Thema der schulinternen Curricula. Sollen hier Anreize geschaffen werden, oder ist eine Schulgesetzänderung beabsichtigt? Und wie
viel Personal soll den Schulen bereitgestellt werden, um diesen Umstieg zu organisieren und hinterher umzusetzen?

2.358-2.359 "Kompetenzbasiertes Lernfeedback": Sollen hier Anreize für die Schulen geschaffen werden, ihre Schulprogramme anzupassen, oder ist eine Schulgesetz-
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11 Mar
So langsam platzt mir wirklich der Kragen.

Was man von Bildungspolitiker*innen seit Längerem kennt:

Ankündigungen, Hinhaltestrategien, leere Versprechungen, Zuständigkeits-Hin-und-Her-Geschiebe zwischen den Bezirken und dem Land Berlin und eine Senatsverwaltung, die über all
dem thront und die außer schlauen Ratschlägen in Form von realitätsfernen, weil personell und infrastrukturell nicht unterlegten Konzepten so gut wie nichts zur Lösung beiträgt.

Was jetzt aber noch dazukommt: wir rauschen gerade bei vollem Bewusstsein in die dritte Welle hinein,
die Inzidenzen bei den U12-Jährigen erreichen neue Höchststände, was zu Beginn der Öffnungen vor 3 Wochen absehbar war und die Antwort ist:

"Schnellteststrategie".

Gerade raus? Ich fühle mich verarscht. Es gibt keine funktionierende Schnellteststrategie. Weil die Tests zu spät
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27 Jan
Covid-19, Elternvertretung und der tägliche Zweifel...

Als ich mich seinerzeit in die Elternvertretung habe wählen lassen, hatte ich etliche Ideen, Wünsche und Vorhaben. Dass ich mal dafür plädiere, dass Kinder zu Hause bleiben, statt zur Schule zu gehen und von Eltern statt
von Lehrkräften angeleitet werden, gehörte nicht zu den denkbaren Szenarien. Der Grund ist einfach: ich glaube an die Notwendigkeit eines staatlichen Bildungssystems für alle und ich bin der Auffassung, dass dieses bestmöglich ausgestattet und unterstützt werden muss. Deshalb
hab ich mich als Elternvertreter zur Wahl gestellt. Was ich kann: ich habe vor 20 Jahren eine Ausbildung gemacht (und danach jahrelang im Job Berufserfahrung gesammelt), um zu wissen, wie man eine Verwaltung bei ihren eigenen Vorschriften packt. Und ich hab auch lang genug
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7 Jan
Senatorin #Scheeres hat heute im Abgeordnetenhaus mal wieder eine der Lieblingskommunikationsstrategien ihrer @SenBJF (erprobt bis in die untersten Ebenen der Berliner Bildungsinstitutionen) rausgeholt: das Ausnutzen der Diversität aller an Schule Beteiligten. Ein kurzer Thread.
1. Sie beruft sich auf "Schulleiterverbände", mit denen sie sich besprochen habe und die das Vorgehen begrüßten. Einzig: diese Verbände sind weder Teil der schulgesetzlichen Gremien, noch Teil des Dienstwegs, sondern privat organisierte Schulleitungen, die vermutlich nicht
repräsentativ sind. Sie hätte den Landesausschuss des pädagogischen Personals als offizielle Vertretung fragen können. Wäre aber vermutlich ungemütlicher geworden.

2. Sie beruft sich auf "Eltern, die im ersten Lockdown mit Töpfen vor der Senatsverwaltung standen und
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4 Jan
Der Beschluss der KMK von heute ist schlicht blamabel, verantwortungslos und folgenreich für alle Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern.

Eckpunkte:

- Ein dreistufiges Szenario für Schulöffnungen.

- Jedes Bundesland entscheidet individuell über seine Einstufung im Modell.

1/
Ein abgestuftes und von Bundesland zu Bundesland individuelles Vorgehen kann sinnvoll sein, da die Inzidenzen innerhalb des Bundesgebietes unterschiedlich hoch sind. Aber: es wurden für das Stufenmodell keine verbindlichen Richtwerte festgelegt. Jedes Bundesland entscheidet 2/
selbst über die Maßstäbe, nach denen es sich einkategorisiert. In der Folge wird die Frage noch mehr zu einer des politischen Wettbewerbs und nicht zu einer der epidemiologischen Notwendigkeiten und Möglichkeiten. Und das 16 Mal. 3/4
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30 May 20
#Polizeigewalt

Nein, anders, als es Seehofer und andere Rechtsausleger es immer behaupten, hat "Die Polizei" keinen Anspruch auf das Vertrauen der BürgerInnen, weil sie "so einen schweren Job macht". PolizistInnen haben ein ein Recht auf Respekt und auch für sie gilt die 1/5
Unschuldsvermutung. Ich darf nicht behaupten, dass jede/r PolizistIn gewalttätig wäre und das ist richtig so, weil dem schlicht nicht so ist.

Allerdings: "Die Polizei" als Behörde muss sich wie jede staatliche Instanz Fragen stellen lassen, wenn was nicht so läuft 2/5
wie es soll. "Die Polizei" sogar noch einmal mehr, weil sie wie wenige andere Behörden die Befugnis hat, in Grundrechte der Bürger einzugreifen. Das hat auch nichts mit Misstrauen, sondern mit demokratischem Selbstverständnis einer aufgeklärten Gesellschaft 3/5
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8 May 20
Thread...

Corona ist eine Projektionsfläche.

Für Kapitalismuskritiker ist Corona der Beweis, dass "das System" zusammenbricht, wie sie es schon seit Jahrzehnten erzählen.

Für Rassisten ist es das "Chinavirus", um uns zu schwächen (seit Ewigkeiten die gängige Erzählung, nur,
dass der angebliche Gegner wechselt; Jetzt sind die Chinesen).

Für Antisemiten ist es irgendwas, was sich die Juden ausgedacht und verbreitet haben, um uns alle zu unterdrücken (was sie seit 2000 Jahren erzählen).

Für orientierungsverlorene Bürgerrechtler und Libertäre ist
Corona DAS Zeichen, dass der Staat uns alle unterdrücken will (was sie seit Jahrzehnten erzählen).

Für "Impfkritiker" ist es DER Beweis, dass uns "der Staat" alle zwangsimpfen und hörig machen will. (Was dort auch schon seit Jahrzehnten geredet wird).

Für Turbokapitalisten
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14 Apr 20
Die Schulen sind jetzt seit 4 Wochen zu. Oder anders: 2/3 eines regulären Sommerferienzeitraums sind rum. Haben Sommerferien jemals Bildungslücken gerissen? Nein.

Das Problem sind nicht ein paar Wochen der geschlossenen Schulen, sondern die Energie, mit der Kultusministerien 1/5
von Eltern und Kindern abverlangen, sie müssten den Schulbetrieb in dieser ohnehin schwierigen Situation irgendwie nachsimulieren und die Energie, mit der stur auf das Ablegen von Prüfungen bestanden wird, als gäbe es keine Alternativen dazu.

Im Nachhinein werden die 2/5
Schließungen nicht wegen des Unterrichtsausfalls in Erinnerung bleiben, sondern wegen des Drucks, der unbedingt aufrecht erhalten bleiben musste, weil sich die Zuständigen nicht hinreißen lassen konnten, zu sagen "das Schuljahr ist eh durch. Lass uns das akzeptieren, lass uns 3/5
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23 Mar 20
Es gibt ein gemeinsames "Mindset" von Sozialdarwinisten, Esoterikern, Verschwörungstheoretikern und Wissenschaftsleugnern:

"Es gibt keine Realität, sondern die Welt ist so, wie Du sie siehst." Gemeint als Imperativ.

Und genau dieses "Mindset" erklärt auch diese 1/9
nur vordergründig merkwürdigen aktuellen Allianzen von Linksdraußen über Libertär bis Rechtdraußen und genau deshalb sind Debatten in den sozialen Medien seit Langem so unergiebig:

wir erleben nicht nur einen Angriff auf die Demokratie, sondern einen Angriff auf die 2/9
Vorstellung einer gemeinsamen Realität, gemeinsamer Wissenschaften und einer kollektiven Wahrnehmung der Welt, über die dann gestritten werden kann und muss.

Wir erleben, dass Pandemien als nicht existent dargestellt werden, obwohl es täglich tausende Tote gibt. Wir 3/9
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24 Nov 19
Je länger ich in unserem Bildungssystem aktiv bin, umso mehr gewinne ich den Eindruck, dass wir uns in einem Reparaturbetrieb befinden, in dem es eigentlich nur darum geht, dafür zu sorgen, dass der Laden nicht auseinanderfliegt. Was die Politik Schüler*innen, Lehrkräften und
Eltern zumutet, ist eine Frechheit, die an strukturelle Gesundheitsgefährdung grenzt. Ich bin und war in den vergangenen Jahren in verschiedensten Gremien aktiv: Elternvertretung in Kita und Schule, Bezirkselternvertretungen, Landeselternausschuss Schule etc. und es sind immer
wieder die gleichen "Diagnosen": zu wenig Geld, zu wenig Personal, zu viel Bürokratie, permanent irgendwelche Evaluationen, die Zeit kosten und schließlich doch wieder in den Mühlen der Ämter und Senatsverwaltungen versanden, zunehmende Krankheitsstände bei Kindern und
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27 Jul 18
Thread // Warum so viele weiße Männer Diskriminierung, Rassismus und Sexismus nicht wahrnehmen? Weil sie damit nicht direkt konfrontiert werden.

20 Fragen, die mir als heterosexuellem Familienvater und Mann ohne Migrationshintergrund NOCH NIE gestellt wurden. #MeTwo #MeToo
1. Wie vereinbarst Du eigentlich Familie und Beruf?
2. Stört es Dich, wenn ich Dich "Alman" nenne?
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